1820/13: Zitate: Ein Gedicht #Berolinismus

Berolinismus_Nachtigall

Anonym

Ick sitze da und esse Klops.
Mit eemal kloppt’s.
Ick kieke hoch und wundre mir,
Mit eemal jeht se uff die Tür.
Ick stehe uff und denk nanu,
Jetzt is se uff, erst war se zu.
Ick jehe hin und kieke:
Und wer steht draußen? Icke!

Unbekannt

Quelle: dieses Gedicht stand auf einem Zettel, der um 1930 in Berlin auf der Friedrichstraße gefunden wurde

1819/13: Positionen: Was bei Abschluss Vollwartungsvertrag mit integrierter Rufbereitschaft der Aufzugsfirma beachtet werden sollte

Positionen

Aufzug

Aufzug

Schluck, Angst. Eingeschlossen sein. Gefangen sein. Im Aufzug. Oder in verhedderten Vertragskonstellationen. Wie auch immer.

Das ist alles gar nicht so leicht in Berlin-Schöneberg. Jedes Jahr mehr Kosten für die zwei nachträglich von uns angebauten Fassadengleiter (Aufzüge Haushahn-Aufzüge). Sie sind schon in die Jahre gekommen, der Reparaturkostenanteil geht zuletzt immer höher.

Damit soll jetzt Schluss sein. Die wirtschaftliche Abwägung hat ergeben: Sonst Feind, bin ich hier ein Freund gesamtwirtschaftlicher Erwägungen und ziehe in Betracht, das Kostenrisiko ständiger Aufzugsreparaturen erfolgreich zu minimieren. Das wird zwar auch nicht billiger, aber vorhersehbarer. Insofern also „preiswerter“. Nach oben hin erfolgt eine „Deckelung“, es ist alles inklusive. Das ist der Charme einer solchen Lösung.

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1818/13: Lebenslinien: Was sich alles so verändert

Der rote Faden: Ach, ist der Faden schön rot!

Der rote Faden: Ach, ist der Faden schön rot!

Das Leben bildet Linien, Verläufe. Manche besitzen „rote Fäden“, Lebenslinien, die man erwarten bzw. voraussehen kann.

Der Herr Rechtsanwalt und Notar, Baujahr 1937, ist ganz schön alt geworden. Vor ein paar Jahren, so ungefähr 2008, hat der Verwalter ein Foto des Notars genommen, von der damaligen Website. Jetzt wird die Adresse aktualisiert. Er hat eine Assistentin, die in die Offensive geht. Sie meldet sich telefonisch. Wie geht´s? Ja, gut. Danke. Und schwupps sind die Daten wieder etwas aktueller. Die neue Website ist neuer, noch besser, noch übersichtlicher und es sind neue Fotos „vom Alten“ drauf. Der Vergleich ergibt: Der Mann ist gealtert. Altes Foto weg, neues Foto her, Identitätenklau für die gute, gemeinsame Sache.

Auch sein Sozius, Baujahr 1967, geboren in Herne, Westfalen, ist älter geworden. Auch hier ergibt der fotografische Vergleich: Ist älter geworden. Sieht noch besser aus. Irgendwie in sich ruhender, jetzt.

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1817/13: Vergnüglich und diskret: Holz vor der Hütte #Redensarten

Wir sehen „rechts“ und „links“ abgebildet und befassen uns nur am Rande mit dem Spruch, jemand habe „reichlich Holz vor der Hütte“. Was das genau bedeutet, wissen wir indessen nicht exakt. Mit der Folge, dass wir darüber tiefsinnig sinnieren. Was?

Man sagt auf dem Lande zu solchen großen Stapeln aufgetürmtem Holz, das ist eine „Holzmiete“. Was ganz überwiegend nicht stimmt: Gekauft ist gekauft. Verheizt werden hier nicht die Menschen, sondern die Holzmieten. Stück um Stück.

Das Thema wird als kontrovers aufgefasst von der breiten Weltöffentlichkeit. Niemand findet gern Fotos davon im Internet, nur weil er bzw. sie „reichlich Holz vor der Hütte“ besitzt. Es ist ein Frage, die eher mit Diskretion belegt ist. Zu recht.

Pamela Anderson allerdings beißt bei vielen inzwischen „auf Granit“. Oh Gott. Mit Google-Tiefenrecherche zu „Holz vor der Hütte“ lässt sich die Begriffsklärung vermutlich vorantreiben…

1816/13: Positionen: 20% auf alles, sogar auf Tiernahrung? Baumarkt „PRAKTIKER“ steht vor der Insolvenz?

Positionen

Orientierung

Der bloggende Maler Werner Deck schreibt: „Der Volksmund sagt:  “Rabatt und Skonto lass Dir sagen, wird vorher immer draufgeschlagen!” Bei Praktiker war das offensichtlich nicht so. Denn mit der Strategie “20% auf alles” ging es sicher in die Pleite.“ (Quelle: hier, nachträglich eingefügt)

Die Baumarktkette „Praktiker“, so meldet die Süddeutsche Zeitung, steht praktisch vor dem Aus. 20% auf alles, am Ende sogar auch auf Tiernahrung? Räumungsschlussverkäufe? Hamsterrad Unternehmensertrag. Aus und vorbei.

Der werbestarke, blaue Baumarktriese hat den Anschluss verloren, ist zu lesen. Und hat sich nicht schnell genug umorientiert, Geld verdient. Tja.

Bleiben noch „die Grünen“ (TOOM) und die „Orangen“ (nicht die BSR in Berlin, sondern OBI).

Weblotse

1815/13: Positionen: Gerichtsvollzieher sind oftmals keine netten Menschen, sie haben recht! Recht?

Versiegelter Tatort im Todesermittlungsverfahren

Versiegelter Tatort im Todesermittlungsverfahren

Verwaltungsunterlagen herauszuvollstrecken, das ist das eine. Sie dann aus den Fängen der Justiz loszueisen das andere. Beides ist mit gewissen Rücksichtnahmen auf die Besonderheiten der Berliner Justiz zu handhaben. Zu berücksichtigen sind lange Bearbeitungszeiten.

Die Gerichtsvollzieherin sitzt in Tegel auf ihrem Amtssitz. Seit Mai 2013 hat sie 2 Ordner Verwaltungsunterlagen bei sich stehen. Sie gehören zu den Unterlagen einer WEG in Berlin-Wilmersdorf am Kudamm und werden für die Erstellung der Vorjahresabrechnung benötigt. Die alte Verwalterin hat sie ohne gerichtlichen Zwang nicht herausgegeben. Mit gerichtlichem Zwang nun schon. Doch sie finden den Weg zum Endberechtigten, dem neuen Verwalter, nicht.

Weil Gerichtsvollzieher einfach keine netten Menschen sind. Sondern Kotzbrocken.

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1814/13: Gewissensfragen: Wenn jemand mit dir die Friedenspfeife rauchen möchte!

Friedenspfeife

(ohne Worte)

Die Kernfrage ist: Was macht der an Versöhnung interessierte Nichtraucher, wenn ihm im Streitfalle die maßgebliche Friedenspfeife angeboten wird?

Mit indianischen Grüßen

Bloggwart

1813/13: Positionen: Das Qualitätsmanagement beim Wasserschadensanierer

Positionen

VH_Keller-Abflussleitung

Das Qualitätsmanagement sei zertifiziert, sagt der Mitarbeiter der Firma am Telefon. Deswegen müsse der Auftrag nochmals auf den Vordrucken der Firma erteilt werden. Wir widersprechen. Ein Auftrag ist nicht nach den Regeln eines unbekannten Qualitätsmanagements zu „zertifizieren“, sondern nach den Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuchs zu erteilen. Das ist der Fall. Mehr muss nicht….

Aber was soll ich machen, fragt der Mitarbeiter. Das sagt der Chef. Schöne Grüße ausrichten, sage ich. Dem Chef. Qualitätsmanagement muss auch dem Kriterium „Kundenfreundlichkeit“ standhalten. Der Kunde kann den Auftrag nach freiem Auftragsrecht auch formlos erteilen. Er muss nicht, wozu ihn keiner zwingen kann, bestimmte Vordrucke verwenden, die letztlich nichts anderes beinhalten, als eine Positionierung der eigenen rechtlichen Gestaltungsvorteile des Auftragnehmers. Der ist partout nicht immer schlauer, als der Auftraggeber. Sagt der Mitarbeiter der Hausverwalter. Wer recht hat bzw. Recht? Who knows….

 

1812/13: Historie: Eine „Interaktive Analyse“ der Kennedy-Rede „Ich bin ein Berliner!“

Historie

Goldbroiler

Als John F. Kennedy die Berliner glückstrunken machte, sagte er weit mehr, als noch in den Erinnerungen überliefert ist. Eine Analyse ist hier verlinkt. Von weit weniger Gewicht ist die kürzlich gehaltene von Präsident Obama. Eine andere Zeit. Ein anderes Zeitgefühl. Und heute eine andere Erinnerung an diese Tage. Zuviel ist zwischenzeitlich bekannt geworden und Bundeskanzlerin Merkel hat genug damit zu tun, den eingetretenen Vertrauensschaden zu begrenzen. So wenig Zeit nach der letzten präsidialen Rede eines amerikanischen Präsidenten verstrichen ist: Ja, das Internet macht die Welt schneller drehend. Wo jetzt die bunten Fahnen wehen. Ahoi, Seemann! Und Bundespräsident Gauck sagt: „Das mit dem Kadavergehorsam in Deutschland gibt es jetzt so nicht mehr.“ Ja, er war gerührt, der Bundespräsident, als Obama ihn besuchte. Das sah man. Gerührt, nicht geschüttelt.

Beide Reden gern nochmal gesehen. Präsidial. Gute Idee.

Weblotse

1811/13: Erfahrungshorizonte: Abkürzungsprobleme

Erfahrungshorizonte

HMheVSudVmb ist ausgeschrieben möglicherweise eine Schadenakte namens „Herr Maier hatte einen Verstopfungsschaden und die Versicherung muss bluten“ in der Manier von Stefan Raab. In Wirklichkeit aber ist dieses Akronym ungeeignet, den Sachverhalt wieder aufzufinden. Deswegen: Schlagt den Raab, fragt ihn aber nicht.

Merke:

Sprich in einer Schadenakte zum Thema Leitungswasserschäden in Berlin-Wilmersdorf nie in unzutreffender, gefährlicher Abkürzung, sondern verwende schlagwortartig aufhellende Aktenzeichen. Im vorliegenden Fall darf es gerade nicht  heißen:

„Verstopfung Maier“ (Folgeschäden)

Doch so was passiert. Und dann steht es da auf so einer Schadenakte und irgendwann muss man einfach nur loslachen. Ohnehin unverständlich sind später die Aktenzeichen der Versicherungen, zu banal, zu numerisch, zu einfallslos, blutleere Vorgänge.

Im vorliegenden Fall empfiehlt sich mindestens die dazwischen eingefügte Abkürzung „WHG“ (Wohnung). „Verstopfung WHG Maier“ sagt definitiv richtiger aus, worum es sich handelte. Dass das Klo und die abgehende Leitung verstopft war, aus unerfindlichen Gründen und sich infolgedessen Wasser über drei Etagen durch die Stockwerksdecken (mit Lehmschüttung) ergoss. Herr Maier war zwar verstimmt, vielleicht war er auch verschnupft, pikiert, erstaunt…und vieles andere mehr. Definitiv aber war er nicht verstopft. #Begriffsklärung