39-09 – Die neue Hauseigentümerin entdeckt eine mumifizierte Leiche

Skurril: Ralf Husmann meint...
Skurril: Ralf Husmann meint...

Heute ist folgende Meldung lesenswert:

Zitat München (ddp-bay). Eine Frau hat im Münchner Stadtteil Haidhausen einen 13 Jahre lang vermissten Mann in einem Kellerraum ihres Wohnhauses tot aufgefunden. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, entdeckte die neue Hauseigentümerin am Samstag beim Ausräumen ihres neuen Kellerabteils eine ihr bis dahin unbekannte Tür, die hinter Gerümpel versteckt war. In dem dahinter liegenden Raum fand sie die mumifizierte Leiche des Mannes, der offenbar Selbstmord begangen hatte.“

Wir fragen uns, wie es in einem ordentlich verwalteten Haus so weit kommen konnte? Um mit Ralf Husmann zu sinnieren: Der Mann, der ehemalige Hausmeister des Hauses, war offenbar viel kürzere Zeit spannend für seine Umgebung, und keiner suchte richtig nach ihm. Die 80 Jahre alte Witwe der Mumie hatte ihn 1996 als vermisst gemeldet.

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38-09 – Stolpersteine sind aktive Erinnerungsbrücken und bedürfen individueller Befragung bei den Bewohnern

Verlegebeispiel (Quelle: stolpersteine)
Verlegebeispiel (Quelle: stolpersteine)

Über das Projekt Stolpersteine ist auf der Website des Büro Gotthal seit längerem gezielt berichtet worden. Und auch auf gesichtspunkte.de wurde das Thema immer wieder neu berichtet, aus den jeweils dort genannten Gründen. Ein Erfahrungsbericht aus Anfang September 2009 berichtet über erste Befragungen und Erfahrungen. Verwalter von Mehrfamilienhäusern müssen derartige Erfahrungen erst einmal machen. Privatleute vielleicht nicht. Oder doch? Wohnungseigentümer kommen in Versammlungen zusammen. Bis die Versammlung stattfindet, legt sich die Verwalterin aufgrund von Anregungen oder aufgrund vollkommen freien, eigenen Ermessens Erinnerungskrümel an, darüber wurde hier berichtet. Was Krümel sind. Krümel sind Gesichtspunkte. Nichts anderes.

Das Projekt Stolpersteine wird von bezirklich unterschiedlichen Projektkoordinatoren betreut, die Einsicht nehmen in das Berliner Gedenkbuch für die Verfolgten des NS-Regimes. Wohnanschriften müssen verzeichnet sein. Eine ganz bestimmte Adresse lässt sich recherchieren. Manchmal muss das Vermessungsamt helfen. Hat die Straße eine Namensänderung erhalten? Wurde sie, nach Einführung der aktuellen GrundstücksnummerierungsVO, umnummeriert. So entgeht kein Opfer des NS-Regimes, das verzeichnet ist, einer nochmaligen, gewissenhaften Recherche.

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37-09 – Zitat des Tages: Die Pflanzkästen sind da…

Aus Berlin-Spandau berichtet heute Morgen eine Wohnungseigentümerin, deren Namen wir aus ‚Tatenschutzgründen‘ nicht nennen wollen:

Zitat Die Pflanzkästen sehen super aus. Leider sind sie etwas heller als die Wand, obwohl ich Nussbaum bestellt hatte. Nun gut, das guckt sich weg.“

Das guckt sich weg? Nie gehört, diese Redewendung. Aber klug ist sie.

Ruft morgen einer an, sagt: „Das Treppenhaus, da hat die Farbfindungskommission aber versagt.“ Dann entgegnen wir ab morgen: Nun gut, das guckt sich weg.

Besser kann man es nicht sagen. Danke, Du Inspirationsquelle in meiner täglichen Arbeit.

36-09 – Positionen: Compliance ist ein schickes Fremdwort mit tiefgehender Relevanz für den Alltag

Positionen

Compliance
Compliance

Das Fremdwort „Compliance“ hört sich erst einmal schick an. Doch es hat eine tiefgehende Bedeutung. Wikipedia erklärt uns das Wort in betriebswirtschaftlicher Hinsicht auszugsweise wie folgt:

Zitat In der betriebswirtschaftlichen Fachsprache wird der Begriff Compliance bzw. Komplianz verwendet, um die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien, aber auch freiwilligen Kodizes, in Unternehmen zu bezeichnen. Im Deutschen kann, sofern nicht der englische Begriff verwendet wird, von Regelüberwachung oder einfach Überwachung gesprochen werden. Die Sicherstellung von Compliance/Regelüberwachung in Unternehmen können organisatorische Maßnahmen stützen. Hierzu richten vor allem Kreditinstitute und Finanzdienstleister, Compliance/Überwachungs-Abteilungen ein. Sie wachen beispielsweise darüber, dass die nationalen und internationalen Gesetze und Richtlinien gegen kriminelle Handlungen (z. B. Betrug), Finanzsanktionen, Marktmissbrauch, Interessenkonflikte, Insiderhandel, Geldwäsche oder zum Datenschutz eingehalten werden.“

Mitarbeiter von Hausverwaltungsgesellschaften haben mit diesem Begriff beruflich zu tun, oder mit anderen, früher verwendeten Begriffen, die auch bekannt sind: Es geht um Betrug, Bestechung, unredliches Geschäftsgebaren. Derartiges ist in vielerlei Hinsicht denkbar:

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35-09 – SPAM: Die Kernfrage ist doch, ob Gibraltar schon bald in Bedeutungslosigkeit versinkt?

SPAM

Was waren das noch für Zeiten? Der Beatle John Lennon heiratete im März 1969 sein geliebte Yoko Ono auf Gibraltar. Die James-Bond-Geschichte Ein Hauch des Todes wurde in Gibraltar abgedreht. Der (neue) James Bond-Darsteller Timothy Dalton war sich nicht zu schade, als herrlicher Mann vom Himmel zu regnen und bei einer schicken Brünetten auf das Segeltuchdach ihres Bootes punktzulanden. Sie beeilt sich noch, ihrem Gesprächspartner am Telefon zuzuflüstern, jetzt habe es aufregende Männer geregnet. Zeiten waren das. Gibraltar war -jedenfalls unserer Erinnerung nach- immer etwas Besonderes.

Und nun das. Ein Fax trifft ein. Die Absenderkennung funktioniert, im Unterschied zu anderen vergleichbaren Faxen erweckt hier jemand den Anschein eines ganz gewöhnlichen Vorgangs. Es geht um „wunderschöne Kunstpflanzen mit Naturstämmen“. Ein Bambus Baum, 1,50 m hoch, statt für 199,- EUR nur 69,- EUR. Ein Ficus statt für 399,- EUR nur für 119,- EUR (bei Größe von 2,40 m). Es sind ganz erstaunliche Angebote, die von der Faxnummer 0031 848 385317 an uns gefaxt werden. Die Vorwahl 0031? Richtig: Das Fax kommt aus den Niederlanden.  Das Fax kannst Du hier einmal lesen. Wer es im Original, in Farbe, sehen will, der sollte sich im Unterschied das pdf ansehen, das hier erreichbar ist. Die schwarz-weiß-Version (als Fax) hat allerdings zusätzlich „fair klingende Nutzungsregeln“ und Zusätze.

Der Betreiber dieser ungewollten Beglückung hat eine Website, die hier erreichbar ist. Doch vor dem Ansehen bitte weiter lesen.

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34-09 – 24h Berlin – Ein Fernsehexperiment ist geglückt. Was nicht gesendet wurde…

Der Kritiker - MRR
Der Kritiker - MRR

Die Sendung „24h Berlin“ wurde am vergangenen Samstag ausgestrahlt und umfasste 24h Reality TV, Eindrücke, Reportagen aus der bundesdeutschen Hauptstadt. Die Sendemacher haben sich derartige Erfolgsquoten(von bis zu 18% Zuschauer-Sendeanteil) nicht zu träumen gewagt.

Gesendet wurde

Eine der vielen Persönlichkeiten, deren Leben die Sendung eingefangen hat, ist eine alte Frau mit verbindlicher Krebsdiagnose. Sie wohnt in einem Hospiz und erwartet ihren sicheren Tod. In wenigen Wochen wird es so weit sein. Sie erzählt vor der Kamera, die fest auf sie gerichtet ist. Zwischenfragen stellen die Kameramänner nicht. Sie lassen die Frau erzählen. Sie erzählt von 1989, von der Wendezeit, und von ihren zwei Kindern, die nun erwachsen sind. Sie haben sie verlassen, genau in diesen Tagen, als die Mauer aufging und man durchschlüpfen konnte. Richtung Westen. Seit dem hat sie ihre zwei Kinder nicht mehr gesehen. Sie sind nie wieder zurückgekehrt. Sie haben sich auch nicht gemeldet. Sie sagt, die haben jetzt ihr eigenes Leben, und sie will auch nichts Schlechtes über sie sagen. Sie sind doch ihre Kinder. Auch wenn sie sich nicht mehr melden. Ihre Augen werden wässrig, stehen dann komplett unter Wasser, sie weint und sagt, sie hat doch nur noch kurze Zeit zu leben, und sie hat nur einen Wunsch: Wenn wenigstens einmal noch ihre Kinder kämen, damit sie sie noch einmal, nur einmal sehen kann. Schnitt.

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33-09 – Video: Die Hausverwaltung der Zukunft?

Das Konzept ist modern und reicht weit in die Zukunft hinein. Hausverwaltungen der Zukunft verkommen zu elektronischen Laboren, in denen weißgekleidete Ingenieure den Mietern der Wohnanlagen auf dem Kopf herum trommeln. Sie machen sie gefügig für ihre optimierten Ressourcen und sie pflanzen den Bewohnern ihrer Wohnanlagen Wohlverhaltenschips in den Kopf ein. Zustimmung zur Mieterhöhung war gestern! Hier werden Zustimmungen gleich mit implantiert.

Neuere Elemente mischen sich mit traditionellem ‚auf dem Kopf rumtanzen‘. Die Mietersprechstunde mutiert zum Testlabor, auf dem Mietern zu Recherchezwecken Wohnungsnummern implantiert werden. One, two, wiederhole three, three, three, bis der Turntable aufhört zu drehen.

Doch ruhig: Das Video hat nachweislich nichts mit einem heimlichen Branchenriesen aus der Hausverwaltungsbranche zu tun, der versucht, die Hausverwaltungsbestände ganz Deutschlands für seine elektromedizinischen Zwecke zu okkupieren. Vielmehr handelt es sich um ein beeindruckendes Beispiel für virales Marketing. Das Video ist mit großer Gewissheit branchenfremd. Glück gehabt.

Denn die zunächst entworfenen Ideen, was es mit diesem Video auf sich haben könnte, wären besorgniserregend. Hausverwaltungen müssen auch und gerade in der Zukunft kundenfreundlich sein und Menschen zuhören können, sowie deren Alltagsprobleme angemessen, schnell und zielsicher lösen können. Daran gilt es, weiter zu arbeiten.

32-09 – Mashups: Was im Internet als Witz kursiert über Frauen – Wiedergabe nur zu Forschungszwecken

Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin
Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin

Folgende Kurzgeschichte wurde gesichtspunkte.de auf informellen Kanälen vertraulich zugespielt. Eine Veröffentlichung wurde streng nach Redaktionsstatuten für gerade noch vertretbar gehalten, denn bekanntlich kann sich der geneigte Leser selbst ein klares Urteil bilden, ohne auf „belehrende Worte“ von Redakteuren der Internetpostille zu warten. Die Geschichte geht wie folgt und es wurde sogar behauptet, Frauen hätten darüber gelacht:

***

Eine Frau saß in einer Bar und gönnte sich einen „Afterworkdrink“ mit ihren besten Freundinnen. Plötzlich betrat ein gut gebauter, extrem sexy aussehender, junger Mann die Bar. Er war sooooo umwerfend, dass sie ihn ununterbrochen anstarrte. Der junge Mann bemerkte ihren starren Blick und ging direkt auf sie zu….

……bevor sie sich für ihr Verhalten entschuldigen konnte ,
lehnte sich der Mann über sie und flüsterte in ihr Ohr:

Zitat „Ich mache alles, für 20 Euro, ohne jegliche Gegenleistung.“

Ganz aufgeregt fragte die Frau was die Konditionen seien? Der junge Mann wiederholte: „20 Euro und du musst mir nur sagen was du willst, in drei Worten.“

Die Frau überlegte seinen Vorschlag für einen Moment, dann zog sie ganz behutsam einen 20 Euroschein aus der Tasche. Sie drückte ihm den Schein ganz gefühlvoll in die Hand
zusammen mit ihrer Privatadresse. Sie schaute ihm tiiiief in die Augen, spitzte ihre Zunge und ließ sie gaaanz langsam an ihren Lippen entlang gleiten. Sie legte ihm die Hand auf den Oberschenkel lehnte sich mit ausgestreckter Brust zu ihm und flüsterte ihm ins Ohr:

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31-09 – Krümel unserer Erinnerungen, Krümel guter Vorbereitung – vom Sammeln kleiner Probleme

Krümel der Erinnerung & der Vorbereitung
Krümel der Erinnerung & der Vorbereitung

Eine Frau und Miteigentümerin ruft bei uns an. Sie sagt, sie wolle jetzt an ihrem Haus in Zehlendorf „die Außen-Bretter gemacht“ bekommen. Ob wir das noch erinnern? Sie fragt, und wir erinnern uns noch. Wir waren bei ihr. Haben die Bretter auch fotografiert. Einige andere Bretter an anderen Einfamilienhäusern der Reihenhaus-Wohnanlage wurden schon gemacht. Es handelt sich um ein Problem, dass nach 33 Jahren in jedem der Häuser einmal virulent werden kann. Die Kosten sind klar, wenn der Tischler den Auftrag erhält. Wir reden über round about 800,- EUR für eine derartige Maßnahme.

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