Foto des Tages: Der besorgte Hausbesorger schaut auch hinter die Kulissen

Foto des Tages: Irgendwo in Kreuzberg (Foto: André Pederzoli)

Foto des Tages: Irgendwo in Kreuzberg (Foto: André Pederzoli)

Der Herr Hauskommissar ist Bestandteil der ’nationalen Eingreiftruppe‘ einer namentlich ungenannt bleibende Hausbesorgungs- und Hausreinigungsfirma. Und die Zusammenarbeit mit ‚den Jungs‘ ist immer wieder erfreulich. Er -der Kommissar Saubermann- war in Berlin-Kreuzberg, in welcher Straße genau, spielt keine Rolle. Gerüchteweise wurde uns bereits von Eigentümerseite zugetragen, ‚die Jungs‘ seien am Großreinemachen. Das ist so ein Turnus, der je Objekt unterschiedlich oft pro Jahr anfällt. Wir hatten noch eingewendet, nix dagegen, wer selbständig arbeitet, den soll man dafür nicht kritisieren. Wer nachdenkt, nachdenken kann, ist schließlich klar im Vorteil gegenüber Andersdenkenden bzw. nicht Denkenden, die man also ständig an schubsen, motivieren und auf den Weg bringen muss. Das ist hier eindeutig nicht der Fall, der Kommissar fürs Haus und sein Stellvertreter, aber auch umgekehrt, sind Mitdenkende im Kreise der gewissenhaft Gebliebenen. Der Alltag ihres Berufs hat sie noch nicht geschliffen und gleichgültig gemacht.

Weiterlesen

Gemeinsam einsam – alle für alle – jeder für sich – Vom Reglement in geschlossenen „groups“

Positionen

Zitat zusammen, getrennt
die leere im gesicht
gemeinsam einsam
alle für alle, jeder für sich“

(Rivo Drei, Song „Alle für alle“) – Live-Video hier

 Erwachsene Menschen, aber auch schon Kinder, sind heute über das Internet vernetzt in vielerlei Zusammenhängen. Es gibt zwar noch ein paar ‚Ewiggestrige‘, die die Nutzung von Internet und Email ablehnen, oder sich „da nicht mehr“ eingewöhnen möchten. 1998 hatten 8% einen Internetzugang zuhause. 2003 waren es 51% der Haushalte. Inzwischen nutzen (mehr als) 70% der deutschen Bevölkerung Internet (von zuhause aus). Wie die Berliner Popgruppe RIVO DREI singt, sind wir aber auch zunehmend „gemeinsam einsam“, alle für alle, jeder für sich, alle gegen jeden. Womit hier keine Kritik an alten Menschen, die sich nicht mehr eingewöhnen möchten, geübt wird. Gerade der Anteil der alten Menschen steigt seit Jahren kontinuierlich an, sie werden „Silver Surfer“ genannt, in Anleihe an die Vorstellung vom grauhaarigen Senior, der sich mit 80 Jahren noch anschickt, die weltweiten Gewebe des „weh weh weh“ zu erforschen. Über Zuspruch kann sich das Internet gerade bei alten Menschen nicht beklagen.

Zielgruppenfragen: Eltern von Kindern, Sportvereins-Mitglieder, Freizeitmusiker, und auch Wohnungseigentümer bzw. Hausbewohner von Mehrfamilienhaus-Wohnanlagen nutzen das Internet noch nicht befriedigend mit seinen zur Verfügung stehenden Nutzungsmöglichkeiten. Diese Aufzählung ist keineswegs vollständig. Jahrelange Erfahrung trieb Thomas Gotthal jetzt an, einmal einen „Roten Faden“ übersichtlich zusammen zu schreiben, in dem er uns zu erklären versucht, was für Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind, wenn sich Menschen miteinander vernetzen.

Weiterlesen

Die Dinge sind im Fluss, oder zerfliessen sie nur? – Von Rathäusern und Internetauftritten in Berlin

Ich selbst - 1986 - IX. Parteitag der SED in Ost-Berlin

Ich selbst - 1986 - IX. Parteitag der SED in Ost-Berlin

(Hinweis: Foto und Bildunterschrift sind nicht echt, diese Art Fotos findest du hier)

Wir kennen seit langem das Internetportal berlin.de. Und wir haben immer wieder auch mit den Bezirksmolochen in unserer tagtäglichen Arbeit zu tun. Große Behörden sind sie, die Rathäuser von Berlin. Nach der Bezirksreform sollte es ja so sein, dass durch die Zusammenlegung zu neuen, größeren Verwaltungsbezirken Synergieeffekte entstehen. Aus Friedrichshain und Kreuzberg wurde nun Friedrichshain-Kreuzberg. Hat eigentlich irgendjemand mal ausgerechnet, wie viel Geld dieser Bezirk einmal für die Gestaltung eines komplett anderen Webauftritts außerhalb von berlin.de ausgegeben hatte, bevor offenbar bezirksübergreifend entschieden wurde, die Rathäuser Berlins in eine Nische der Website berlin.de zu verorten?

Auch neue Wappen mussten mit der Bezirksreform her. Das hat auch Geld gekostet. Und dann so ein Modernisierungsdruck auf dem „Unternehmen Verwaltung“ (Frankiermaschinenaufdruck). Be Berlin, heißt es, aber Berlin ist nicht nur arm, sondern auch sexy. In kaum einem Adressdatenbestand wie dem der Berliner Verwaltungen muss der arme Verwalter fremder Mehrfamilienhausgrundstücke ähnlich viel rumfuhrwerken, wie in den Kontaktdaten der bezirklichen Rathäuser.

Weiterlesen

Die Systemmeldung: Schornsteinfeger sind aktive Datenschützer – vom Umgang mit dem Berufsstand

Logo der Schornsteinfegerinnung

Logo Schornsteinfeger

Schornsteinfeger-Website mit Usability

Schornsteinfeger-Website mit Usability

Die Berliner Schornsteinfeger sind in einer Innung zusammengeschlossen. Die Website findet der Interessierte hier. Gar nicht mal schlecht gemacht, die Website. Sehr nützlich: Man kann dort das Grundstück eingeben, zu dem man den zuständigen Schornsteinfeger benötigt und da arbeitet dann im Hintergrund eine Datenbank, die den richtigen Schornsteinfegermeister -im Berliner Jargon: „Schorni“- anzeigt. Aufrufen kann man auch eine „virtuelle Visitenkarte“.

Das Schornsteinfegerhandwerk ist ein in die Jahre gekommenes Handwerk, das sich noch traditionell ausnimmt. Auf der Website der Innung hingegen und an jenem Orte, an dem sich ein ortskundiger Besucher des Adressverzeichnisses echte Arbeitshilfen holen möchte, wird dann mit dieser schönen Systemmeldung aufgewartet. Wie bei anderen streng vertraulichen Contentbibliotheken wird demnach die Funktion der rechten Maustaste von (Windoofs)Benutzern beschnitten, reglementiert und daher verstümmelt. Ein nachvollziehbarer Grund findet sich nicht. Es handelt sich um das Adressmaterial „eines Schornis“, der ausgewiesenermaßen Schornsteinfeger ist.

Weiterlesen

Zitat des Tages: Der Stern-Leser Julian2225 verteidigt Stalken als Passion

Stop Stalking - Nachbarn

Stop Stalking - Nachbarn

Zitat In diesem Sinne, alles Ansichtssache. Da heutzutage alles auf wegwerf gepolt ist gibt es halt Probleme mit denen die damit nicht zurechtkommen. Wer noch nicht gestalkt hat, dem wurde noch nicht das Herz gebrochen. So einfach ist das.
Aber da Menschen heute etwas versprechen und morgen von versprechen sprechen, muss halt passion zu einer Kriminalitaet heraufbeschwoert werden.
Das NUR die Zeit die Wunden des Liebenden heilt spielt heute keine Rolle mehr.“

Der Stern-online-Leser Julian2225 erklärt uns mit diesen Worten, wie einfach das ist. Ist das so einfach? Der Stern hatte sich in diesem Artikel mit der Stalking-Problematik insgesamt und mit den ersten vorliegenden Erfahrungen einer Beratungsstelle für Stalker (Täter) in Berlin-Steglitz auseinandergesetzt. Unter der Überschrift „Stalker sind keine Monster“ erschien der komplette Beitrag hier. Dass Leser Julian2225 den Artikel richtig gründlich gelesen hat, ist nicht zu vermuten. Denn dort wird u.a. ausgeführt: „Stalker nehmen die Realität völlig verzerrt wahr“. Weiter heißt es: „Stalking entwickle Suchtcharakter. Das gesamte Denken und Fühlen kreist zwanghaft nur um die eine Person. Das ist eine Belastung, die an den Tätern nicht spurlos vorbeigeht. 60 Prozent der Stalker sind oft depressiv, 50 Prozent leiden unter Schlafstörungen, 41 Prozent unter Nervosität und 38 Prozent unter Angst.“ Wie Leserbriefschreiber Julian2225 angesichts dessen von Passion anstatt Stalking sprechen kann? Es wird wohl unerfindlich bleiben. Besonders helle „würgt“ der Textbeitrag, ganz unten unter dem Artikel dort“ in der Tat nicht.

„Wer noch nicht gestalkt hat, dem wurde noch nicht das Herz gebrochen.“

Julian2225 beschreibt sich selbst als Täter, der eine Berechtigung daraus herleitet, dass ihm ein(e) andere(r) aktiv (als Täter) das Herz gebrochen hat. Eigene Verantwortung ist ihm fremd.

„…muss halt passion zu einer Kriminalitaet heraufbeschwoert werden. “
Fast ein bisschen dumm, diese Aussage, oder?

 

Skurril: Wie viele Facetten hat ein Mensch? – Ralf Husmann hat eine Definition gefunden

Skurril: Ralf Husmann meint...

Skurril: Ralf Husmann meint...

Ralf Husmann ist hauptberuflicher Gag- und Pointenfinder für eine Vielzahl von bundesdeutschen TV-Formaten. Zu seiner Kundschaft gehören Harald Schmidt, Anke Engelke, Oliver Pocher und eine Vielzahl anderer, berufl. hauptsächlich komisch vorkommender Menschen.

Weitere Skurrilitäten findest du hier.

Was ist eigentlich ein ‚Spiritus rector‘? im Zusammenhang mit Verfahren?

Keep it under control!

Bei der sehr geschätzten Wikipedia-Enzyklopädie heißt es dazu wörtlich:

Zitat Spiritus Rector („führender, lenkender Geist“, wörtlich der „Geist als Führer“) ist ein lateinischer Phraseologismus und bezeichnet eine Person, von der sich eine Gemeinschaft, in seltenerer Verwendung des Ausdrucks auch ein Individuum, geistig leiten lässt.

Je nach Zusammenhang kann damit eine Führungsrolle in religiösen, weltanschaulichen, politischen, künstlerischen oder sonstigen Fragen gemeint sein, die sich nicht bzw. weniger aus einem besonderen Amt, sondern vor allem aus der Anerkenntnis der besonderen geistig-intellektuellen Fähigkeiten der betreffenden Person ergibt.

Wir entnehmen dieser Beschreibung eine positive Bedeutung. Wir haben diese Bezeichnung aber in der letzten Zeit immer nur negativ besetzt gelesen, als gäbe es eine Berechtigung, einen „Spiritus rector“ (Sr) als etwas negatives hinzustellen. In ein paar Verfahren wird er -der Sr- als Metapher für etwas Böses verwendet, dass sich die übrigen Beteiligten zu Unterjochten macht, die daher keinen eigenen Willen mehr besitzen. Wie oft ist der Begriff gefallen und nun stellen wir fest, es ist ein überaus positiv besetzter Begriff: die geistige Führung entstamme einem Anerkenntnis

Weiterlesen

Stop stalking: Durchschnittliche Stalking-Fälle dauern 28 Monate: Was ist eine „persona non grata“?

Stop Stalking - Nachbarn

Stop Stalking - Nachbarn

Ein durchschnittlicher Fall von Stalking dauert 28 Monate, weiß Jens Hoffmann vom Deutschen Institut für Psychologie und Sicherheit zu berichten. Wenn dies der Durchschnitt ist, stellt sich die Frage, warum derartige Fälle so lange dauern? Liegt es daran, dass der relativ neu geschaffene Stalking-Tatbestand erst seit 2007 auf dem Markt der prüfungsfähigen Straftaten bekannt ist? Das vielleicht auch.

Die vom Stalking betroffenen Menschen scheuen sich eventuell, den Fall als Straftatbestand anzuzeigen. Und wenn sie ihn anzeigen, heißt das noch lange nicht, dass der geschilderte Fall auch als Stalking begriffen wird. Das er erkannt wird als Stalking.

Die einen stalken auf eine offensichtlich gewalttätige Art und Weise: und wir nehmen an, es handelt sich hier um leicht nachweisbare Fälle, um Sachverhalte, die für alle bürgerlich eingestellten Menschen nachvollziehbar und transparent sind. ‚Hat er ihnen aufs Maul gehauen?‘ fragen die Mitarbeiter der Polizeiwache rüde den Anrufer. Nein, also wenn nicht, wo ist das Problem? Genau das ist aber nicht das Problem: Einem Stalker für sein Stalking eins „aufs Maul“ zu hauen, ist zwar vorstellbar, aber keine Lösung. Der Stalker selbst baut gern auf den Rechtsstaat und lebt in einem Kokon der vermutlichen Legalität, den er sich gezielt zunutze macht. Wer ihm „aufs Maul“ haut, hat schnell den Rechtsstaat gegen sich. Der Rechtsstaat schützt den geschlagenen Stalker als Opfer, weil er viel zu lange braucht, ihn als Täter zu entlarven. Stalker sonnen sich gern längere Zeit in der Unschuldsvermutung.  Weiterlesen

Glosse: Die Baubranche soll sich mal paar Dinge merken: Wie man Aufträge bekommt

biggest bohei

Die Baubranche soll sich einmal hinter die Ohren schreiben, wie man Aufträge und lang andauernde, zufriedene Geschäftskontakte generiert. gesichtspunkte.de hat zwar nicht die Weisheit „mit Löffeln gefressen“, aber heute mal ein paar überdenkenswerte Anregungen dazu. Gut sind immer wieder Beispiele aus dem konkreten Alltag.

Die Malerfirma ist wirklich lieb und nett am Telefon. Der erste Kontakt kam zustande auf Vermittlung einer Architektin in Kreuzberg, die gute Erfahrungen mit dieser „Malerbude“ gemacht habe. Solche „guten Referenzen“ von „guten, langjährigen Kontakten“ übernimmt ein Verwalter gern und er versucht daher, im Namen und im Auftrag seiner Mandantschaft gute, preiswerte Firmen zu finden. Andere jedoch lieber nicht, denn oft genug versuchen Menschen im Kontakt mit einer Verwalterin, Firmenvorschläge zu unterbreiten, die nicht au f guter Leistung beruhen, sondern auf dem persönlichen Kennen (des Sohns mit wenig Aufträgen, des Schwagers mit guten Kontakten, des unschlagbar guten Onkels). Menschen, die allein aufgrund sozialer Kontakte beauftragt werden, sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie berufen sich bei Qualitätsmängeln sehr schnell auf eine Art nicht verabredete, scheinbare „soziale Komponente“ ihrer Geschäftsbeziehung, die sich in Wahrheit als nichts anderes als Vorteilsnahme darstellt. Gute Verwalter bemühen sich daher zu wohldosierter Distanz zu Firmen, die Auftragsleistungen zu erbringen haben. Erst wenn jemand viele Jahre und im andauernden Vergleich mit anderen zweifellos gute Leistungen

Weiterlesen

Stop Stalking: Wenn Nachbarn stalken, ist auf Nachbarn Rücksicht zu nehmen

Stop Stalking - Nachbarn

Stop Stalking - Nachbarn

Icon methusalem

Wenn Nachbarn stalken und man daher im Begriff ist, die Öffentlichkeit in gezielter Weise über dieses rücksichtslose Fehlverhalten der am Stalking beteiligten Personen (Täter) zu informieren, muss man besonders auf die Belange älterer, weiterer Nachbarn Rücksicht nehmen. In dem von uns geschilderten Fall sind die überwiegende Anzahl der mit Informationen zu versorgenden Menschen solche im mittleren Lebensalter, gut in Beruf, Gesellschaft und Arbeit positioniert, oft mit eigenen Kindern. Aber unter den zu berücksichtigenden Nachbarn, die von derartigen Vorgängen wissen müssten, ist auch ein älteres Ehepaar, der Mann ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und Mediziner im Ruhestand. Kürzlich hat er einen zweiten Schlaganfall erlitten, war jetzt längere Zeit in der Reha und päppelt sich -gottseidank- wieder. Mit diesem Ehepaar verbindet die von den Stalkingaktionen betroffenen Personen eine jahrelange freundschaftliche Verbundenheit. ‚Unter gar keinen Umständen‘, sagt der Familienvater, ‚darf dieses alte, gesundheitlich ernsthaft angegriffene Ehepaar von den kriminellen Machenschaften etwas erfahren.‘ Er sagt: ‚Deren vollkommene Ruhe ist uns sehr, sehr heilig, denn wir machen uns große Sorgen, dass derartige Informationen sie beunruhigen könnten.‘

Alte Menschen (Kampagne) Quelle gotthal.de

Alte Menschen (Kampagne) Quelle gotthal.de

Merke: Stalker sehen solche Situationen naturgemäß nicht, weil sie in ihrer eigenen Welt leben. Sie glauben, das von ihnen erlittene Unrecht sei höher einzuschätzen, als die Gesundheit alter Menschen. Doch das Gegenteil ist richtig. Junge Familien können in bestimmten Grenzen Hassattacken, Angriffe auf ihre persönliche Freiheit und dergleichen viel besser wegstecken und sei es, um sich in ausführlicher Berichterstattung abzureagieren, seine eigene Wut und Verzweiflung sozusagen weg zu schreiben von der Seele. Alte Menschen haben diese Möglichkeiten nicht, und deshalb ist Stalking nicht nur ein Übel, dass deren Opfer nachhaltig bedroht, sondern es besteht auch ganz konkret die Gefahr, dass unschuldige Dritte mit in einen derartigen Strudel vollkommener Wahrnehmungsstörungen (des Stalkers) hineingeraten. Und mag der Mann, der Stalking begeht, auch noch so freundlich, ordentlich, verbindlich erscheinen.

Weiterführende Links

Alte Menschen – der „Methusalem Kompott“