20-09 – Zitat des Tages: Rabulistisch ist die Auffassung des Beklagten! Rabulistisch? – Klärungsbedarf

Zitat Etwas rabulistisch ist aber die Auffassung des Beklagten, dass für die bereits abgeschlossenen Jahre 2003 bis 2007 nur noch Abrechnung verlangt werden könne, nicht aber Rechnungslegung, der Beklagte aber gleichzeitig sich dem entziehen will, dass er sagt, er sei ja niemals Verwalter gewesen.“

Ohne zu sehr in den Fall einzusteigen, der nicht  den Berichterstatter persönlich betrifft, streiten zwei Parteien (Vorverwalter und Miteigentümer) um die Frage, ob und ggf. welche Abrechnungen vom Vorverwalter vorzulegen sind, der seit Mitte letzten Jahres rechtskräftig nicht mehr Verwalter ist. Und zwar auf Betreiben des Klägers und Miteigentümers. Denn ein Beschluss aus dem Jahre 2003 wurde nach (immerhin) fünf Jahren aufgehoben, womit der ehemalige Verwalter seinerzeit zum Verwalter bestellt worden war. Die Wohnungseigentümer hatten es während fünf Jahren nicht vermocht, die Verwalterfrage einvernehmlich zu regeln, denn von vornherein war diese Bestellung 2003 nur eine solche gewesen, die provisorischen, vorübergehenden Charakter hatte. Bereits 2003 wurden die Eigentümer der Anlage dringend im Protokoll gebeten, alternierende Verwalter vorzuschlagen. Nicht einmal eine provisorische Wiederbeauftragung des durch Landgerichtsbeschluss rechtskräftigen Nicht-mehr-Verwalters gelang den Klägern. Erst im Mai 2009 schickten sie diesem nach mehrfachem erfolglosen Drängen und Bitten eine unwirksam gemachte Verwaltervollmacht zu, die bis zum 31.12.2008 befristet war. Diese merkwürdigen Umstände spielen nun eine Rolle in dem anhängigen Gerichtsstreit. Aktenzeichen und Gerichtsbezirk sind für die Berichterstattung hier ohne jede Bedeutung.

Was aber ist eine „rabulistische Auffassung des Beklagten“ (des Vorverwalters)? Diese Frage wiederum interessierte gesichtspunkte.de aus reiner Neugier. Mangels eigener Bildung in diesem Punkt. Wir suchen herum und vermuten zunächst, es handele sich um Rabulismus. Schließlich werden wir zum Stichwort Rabulistik wenigstens in ähnlicher Weise fündig. Bei Wikipedia heißt es dazu:

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19-09 – Zitat des Tages: Die Entfernung eines Erdtanks als Vorwand und Enteignung der WEG

Bloggwart

In einem Schriftsatz eines sicherlich ungenannt bleiben wollenden Verfahrensbevollmächtigten lesen wir folgenden bemerkenswerten Satz:

Zitat Es ging auch nicht um die Entfernung des Erdtanks, sondern darum, dass die Xy-Partei (* Name geändert) die Entfernung als Vorwand benutzt hat, umfangreiche Erdbewegungen links vom Gebäude durchzuführen, d.h. dort das ansteigende Grundstück auf Straßenniveau zu vertiefen und die Erde abfahren zu lassen, d.h. eine Enteignung der WEG vorzunehmen. Mutterboden kostet Geld.“

Lachfaktor 12 auf der von 1 bis 10 gehenden Humorskala. Berlin, wie es singt und lacht!

Hintergrund

In einer Teilungserklärung eines kleinen, von zwei Familien mit ausgebautem Dachgeschossbüro bewohnten Hauses war geregelt worden, dass die im Erdgeschoß gelegene Wohnung(en) ein Sondernutzungsrecht an den Außen-Gartenflächen besitzt. Allerdings befand sich im Bereich dieses Gartens auch ein außenliegender 10000 Liter-Öltank. In der Teilungserklärung der Wohnanlage war demzufolge geregelt worden:

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18-09 – Stop stalking: Durchschnittliche Stalking-Fälle dauern 28 Monate: Was ist eine „persona non grata“?

Stop Stalking - Nachbarn
Stop Stalking - Nachbarn

Ein durchschnittlicher Fall von Stalking dauert 28 Monate, weiß Jens Hoffmann vom Deutschen Institut für Psychologie und Sicherheit zu berichten. Wenn dies der Durchschnitt ist, stellt sich die Frage, warum derartige Fälle so lange dauern? Liegt es daran, dass der relativ neu geschaffene Stalking-Tatbestand erst seit 2007 auf dem Markt der prüfungsfähigen Straftaten bekannt ist? Das vielleicht auch.

Die vom Stalking betroffenen Menschen scheuen sich eventuell, den Fall als Straftatbestand anzuzeigen. Und wenn sie ihn anzeigen, heißt das noch lange nicht, dass der geschilderte Fall auch als Stalking begriffen wird. Das er erkannt wird als Stalking.

Die einen stalken auf eine offensichtlich gewalttätige Art und Weise: und wir nehmen an, es handelt sich hier um leicht nachweisbare Fälle, um Sachverhalte, die für alle bürgerlich eingestellten Menschen nachvollziehbar und transparent sind. ‚Hat er ihnen aufs Maul gehauen?‘ fragen die Mitarbeiter der Polizeiwache rüde den Anrufer. Nein, also wenn nicht, wo ist das Problem? Genau das ist aber nicht das Problem: Einem Stalker für sein Stalking eins „aufs Maul“ zu hauen, ist zwar vorstellbar, aber keine Lösung. Der Stalker selbst baut gern auf den Rechtsstaat und lebt in einem Kokon der vermutlichen Legalität, den er sich gezielt zunutze macht. Wer ihm „aufs Maul“ haut, hat schnell den Rechtsstaat gegen sich. Der Rechtsstaat schützt den geschlagenen Stalker als Opfer, weil er viel zu lange braucht, ihn als Täter zu entlarven. Stalker sonnen sich gern längere Zeit in der Unschuldsvermutung. 

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17-09 – Zitat des Tages: Das Landgericht entscheidet sich zu einem Hinweis an den Schuldner

Rechtliches

Zitat Die Rechtsbeschwerde war nicht zuzulassen, da die Voraussetzungen des § 574, Abs. 2 ZPO nicht erfüllt sind. Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass dieser Beschluss nicht mit einem Rechtsmittel anfechtbar ist. Auf etwaige weitere Eingaben in dieser Sache ist daher nur dann eine Nachricht des Beschwerdegerichts zu erwarten, wenn dessen Prüfung ergibt, dass dazu eine prozessuale Notwendigkeit besteht.“

Der Schuldner erheblicher Wohngeldbeträge wendet sich gegen die vermeintliche Rechtswidrigkeit einer andauernden Zwangsverwaltung, die von der betreibenden Gläubigerin (der WEG) fortgesetzt wird, bis die Zwangsversteigerung der Einheit erfolgreich durchgeführt wird. Diese Zwangsvollstreckung, insbesondere die Zahlung von Gläubigervorschüssen zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung der Einheit, seien grob rechtswidrig. Sogar die Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof soll zugelassen werden. Das Landgericht verneint das. Es weist den Schuldner in der gebotenen Klarheit darauf hin, dass in dieser Sache weder ein weiteres Rechtsmittel zur Verfügung steht, noch auf weitere Eingaben Antworten des Gerichts zu erwarten sind. Eine bemerkenswert ausdrücklich formulierte Klarstellung.

Hintergrund

Der Schuldner zahlte lange Jahre kein  Wohngeld und nutzte jeden rechtlich denkbaren Weg aus, Beschlüsse der WEG (im Übrigen rechtsgrundlos) anzufechten. Der WEG sind neben den Wohngeldausfällen beträchtliche Rechtsanwalts- und Gerichtskosten entstanden, in fünfstelliger Höhe. Der Wohngeldausfall ist inzwischen sechsstellig. Das Landgericht hat für die vom Schuldner vorgetragenen weiteren Argumente kein Verständnis.

 

 

16-09 – Foto des Tages: Terrazzo ist wieder up to date, auch wenn er manchmal kaputt geht

Gebrochener Terrazzo an Treppenstufe
Gebrochener Terrazzo an Treppenstufe

Terrazzo hat im Wandel der Zeiten viel durchgemacht. Es gibt sogar eine Stadt gleichen Namens in Italien (Venetien). Schon in der Antike wurden Terrazzoböden hergestellt. Terrazzo ist ein Belag, der vor Ort trocken gemischt und mit Wasser, hydraulischen Kalken oder Zement vermengt und dann auf dem Boden verteilt wird. Das Foto zeigt eine Treppenstufe, die mit Terrazzo belegt ist. Infolge von Korrosion an dem abgebildeten Geländerstützfuß eines Treppenhausgeländers hat sich der Umfang des Stahls vervielfacht und hat mittlerweile den Terrazzobelag und die Treppenstufe abgesprengt. Das wirft Fragen nach der Sanierbarkeit dessen auf.

Während Terrazzo lange Zeit regelrecht ‚out‘ war, wird er inzwischen wieder mehr von den Menschen eingebaut. Terrazzo ist gefühlt ausgesprochen „up to date“ und liegt im Trend. In Küchen, Treppenhäusern, Bereichen mit viel Fußverkehr drüber hinweg.

In dem hier im Foto abgebildeten Fall sind die Treppenhäuser eines Mehrfamilienhauses, das im öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbau ca. 1959 errichtet wurde, zu sehen. Die erste Firma, die mit den Fakten dazu konfrontiert wird, schreibt schon eine Stunde nach Übersendung einer Angebotsanfrage zurück.

Zitat …ein Sanierungsangebot können wir Ihnen nicht unterbreiten. Die Treppenstufe ist dauerhaft desolat, sozusagen ein wirtschaftlicher Totalschaden.“ (Zitat Handwerker)

Allerdings müssen weitere Anfragen abgewartet werden. Terrazzo ist ein Spezialgewerk und nach dem Eindruck des Berichterstatters tummeln sich nur einige wenige Firmen in Berlin und Umgebung in diesem Spezialgewerk herum. Von einer Firma können wir nachrecherchieren, dass der italienische Vater sich schon zur Ruhe gesetzt hat, während sein Sohn die Firma weiter führt. Aber auch der zweite Sohn hat sich auf Terrazzo spezialisiert und eine weitere Firma vergleichbaren Namens gegründet. Fragt der Berichterstatter beim Sohn des fortgeführten Vaterbetriebes nach: „Ist es eigentlich zulässig, Angebotsanfragen an alle Familienmitglieder zu versenden?“ Terrazzobearbeitung als spezielle Familiendynastie. Lachen. Na klar. Okay, machen wir. Der Vorgang steht weiter unter Beobachtung.

Weiterführende Informationen

Wikipedia über Terrazzo

15-09 – In eigener Sache: Ich stelle mich vor! Intime Einblicke in mein bisheriges Leben

Ich selbst - 1960
Ich selbst - 1960

Die Menschen sind neugierig. Sie wollen wissen, was verbirgt sich hinter einer mausgrauen Website wie gesichtspunkte.de? Um diese häufig gestellten Fragen ein für allemal zu beantworten, ist die Redaktion zusammen getreten und plaudert nun ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Schon 1960 habe ich als amerikanischer Wirtschaftswissenschaften-Student gedient. Das Foto zeigt mich als jungen Mann, damals noch mit Brille und streng nach hinten gekämmter Kurzhaarfrisur. Allerdings haben mich die Wirtschaftswissenschaften nicht lange interessiert und schon bald schaute ich mich nach anderen Studienfächern um.

Ich selbst - 1962
Ich selbst - 1962

Es war nur eine Frage der Zeit, und als ich 1962 Psychologie belegte, forderte der Professor von mir eine strikte Überarbeitung meines Aussehens. Der symbolischen Strahlkraft meines neuen Studienfachs folgend, lockerte ich daher den Haarschnitt etwas auf, und ließ mir eine leicht melierte Fönwelle drapieren. Die Welle sollte meine Dynamik symbolisieren und der Wunsch nach umfassender Veränderung erwachte in mir. Ich hatte zu lernen, wie Menschen sich lieben, wie Menschen sich streiten und schließlich auch, wie Menschen sich wieder vertragen würden, wenn es ihnen nur gelänge, direkt aufeinander zuzugehen. Der Professor lobte meine verbindliche Freundlichkeit, meinen Habitus als aufrechter Recke, der sich stets nur folgerichtig bemühte, den Dingen eine feste, Sicherheit vermittelnde Struktur zu geben.

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14-09 – Foto des Tages: In Eigenregie ausgehängt

In Eigenregie ausgehängt - Selbsthilfe
In Eigenregie ausgehängt - Selbsthilfe

Der Aushang, der Aushang: Der Aushang ist ein probater Versuch der Verwaltung, schützenswerte Zustände herzustellen, an das Miteinander zu appellieren, wichtige Allgemeinplätze verständlich und gut darzustellen. Es herrscht aber eine Grundhaltung bei der Hausverwaltung vor. Wenn du zu viele Aushänge schreibst, dann liest „keine Sau“ die mehr. Die angedeuteten oder klar dargestellten Maßstäbe, die Aushänge versprühen sollen, dürfen sich niemals im Bereich der Belanglosigkeit bewegen. Denn wer auch immer Briefliches niederlegt, also in Schriftform, gerät in die kritische Betrachtung des Lesenden. Er liest es, wägt es ab und bildet sich eine eigene Meinung. War der Aushangschreiber etwa „ziemlich blöd“? Warum hat er nicht weiter gedacht? Wie kommt er dazu, derartiges zu generalisieren? Man darf doch wohl auch anderer Meinung sein?

Kurz gefasst ist ein Aushang auch ein Aushängeschild desjenigen, der dort seinen Senf niederlegt. Der hier abgebildete Aushang ist übrigens nicht von uns verfasst worden. Er wurde von einem sehr, sehr netten, älteren Herrn verfasst, der längst Mitte 80 Jahre alt ist. Und wie um sich Autorität zu verschaffen, unterzeichnet er „i.A. Gotthal“ (wobei i.A. im Auftrag bedeutet). Eigentlich hätte er aber schreiben sollen, i.A. Müller (* Name geändert) und dann vielleicht noch ‚für Büro Gotthal‘, und dies allerdings nur dann, wenn es mit uns so abgesprochen worden ist. So wie es jetzt da hängt, ist es zumindest missverständlich und etwas außer Form geraten. Die Verwaltung hat’s bemerkt – und sich eins geschmunzelt. Sie lässt es hängen, auch wenn wieder Andere, die den Aushang sahen, schon mal verärgert angerufen hatten. Leute, ärgert euch nicht, allein die (gute) Absicht zählt.

13-09 – Abwegig: Vermietung aus Rache ist ein niedriger Beweggrund

 Nachbarn, Nachbarn - Geschichten aus dem Alltag

Über einen Rachefeldzug eines Apothekers in Berlin schreibt Jochen Hoff aus Berlin-Wilmersdorf

Zitat Der miese Apotheker hat dann am schwarzen Brett seines Hauses einen Zettel angebracht, auf dem er nicht nur behauptete der Mieter habe seine Wohnung so schwer verwohnt, das größere Reparaturen notwendig sei, sondern er machte seine Rache auch noch vollkommen, in dem er den Namen des Mieters mit allen Vor- und Nachnamen noch einmal laut verkünden musste. Ein Arschloch-Apotheker halt.“ (Jochen Hoff, die ganze Geschichte hier)

Und was die Geschichte doch deutlich macht: Es geht um den Gesichtspunkt Rache im Verhältnis eines Vermieters zu seinem auf Abwegen wandelnden Mieter. Rache, weil einer die Miete nicht gezahlt hat, und Rache, weil das alles jetzt so lange gedauert hat, bis der Mieter „ordnungsgemäß verknackt“ war, bis der Gerichtsvollzieher die Räumung durchführen konnte. Aber die Umgebung des Apothekers ist irgendwie zivil ungehorsam. Denn was er sich geleistet hat, wertet seine Umwelt als „kackebraun“ und will ihn dementsprechend lackieren. Das sieht nach zivilem Ungehorsam aus. Dass man Menschen nicht an den Pranger stellen kann, in dem man sie in einem Hausaushang solcher Dinge bezichtigt, und das mit voller Namensnennung.  Jochen Hoff hat ein paar Vorschläge parat, über die man nachdenken kann, und deswegen empfiehlt es sich auch, den Artikel von Jochen Hoff zu lesen. Auch wenn wir hier und da anderer Meinung sind. Auslöser aber ist der Gesichtspunkt „Rache“ im Umgang von Menschen miteinander, die sich im Umfeld von Haus- und Grundstücksverwaltung zoffen.

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12-09 – Website-Statistik Juli 2009 – Erfreuliche Entwicklungen bei gesichtspunkte.de

Prognosen

Die Website gesichtspunkte.de wird von den Lesern weltweit gut angenommen und kann über erfreuliche Leserzahlen berichten. Die Auswertung von Besucherzahlen war zuletzt für den Monat März berichtet worden. Wir hatten angekündigt, von Zeit zu Zeit nochmals auf diese internen Dinge zurück zu kommen. Im Monat Juli (Urlaubsmonat, und daher überraschend) wurde gesichtspunkte.de von 34.399 so genannten Unique Visits (einmalige, nicht wiederkehrende Besucher) aufgesucht. Die Zahl der page impressions (angeklickte Seiten) lag bei 87.830.

Diese Verdoppelung der Besucherzahlen ist jedoch mit Vorsicht zu bewerten. Es muss sich herausstellen, ob die Website relevanter, bzw. bekannter geworden ist, weil es gelang, einen die Allgemeinheit interessierenden, kontinuierlichen Themenmix zu finden? Es liegt durchaus im Bereich des Möglichen, dass nur einzelne, besondere Themen, über die gesichtspunkte.de berichtete, die Allgemeinheit so interessiert haben. Das große Interesse der Leser führte zu Eigendynamik und zu noch mehr Berichterstattung über bestimmte Themen, während manche Themen wieder herausgenommen wurden, weil mit der Berichterstattung über sie Probleme hätten entstehen können. Wichtig war es uns, die Zielsetzung dieser Website nicht mit abweichenden Themen zu „verwässern“, für die im Grunde genommen andere Websites weit geeigneter wären. Ganz sicher gehören diejenigen Menschen, über die wir am genauesten hier berichtet haben, zu den eifrigsten Lesern der Website gesichtspunkte.de. Gerade das war aber eventuell eher unerwünscht. Denn die Berichterstattung von gesichtspunkte.de erfolgt oft aus einer kritischen Distanz und war um Aufklärung, Benennung, gezielte Beschreibung  bemüht. Augen öffnen.

Wir müssen daher im Rahmen unserer weiteren Arbeit herausfinden, ob wir den Nerv unserer Leser auf eine ansprechende Weise finden. Alles in allem bedanken wir uns bei den Lesern für das überaus große Interesse. Wenn du Themenvorschläge hast, die unser Berufsfeld treffen und über die wir ebenfalls berichten sollen, bitte gern. Nehmt einfach Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns drauf.

Die Website gesichtspunkte.de existiert seit September 2007 und berichtet über Themen aus dem Arbeitsalltag eines Haus- und Grundstücksverwalters in Berlin. Hier bloggt der Verwalter. Die Berichterstattung bleibt kritisch. Versprochen.

11-09 – Serie: Nachbarn, Nachbarn – Die Wasserwerferin

Nachbarn, Nachbarn - Geschichten aus dem Alltag

Luftbild Corso Italia - (Quelle) Screenshot live.vom
Luftbild Corso Italia – (Quelle) Screenshot live.vom

Zitat Das ist die perfekte Welle, der perfekte Tag, es gibt mehr als Du weißt, es gibt mehr, als Du sagst.“ (Band Juli, Die perfekte Welle)

Schon seit gefühlten hundert Jahren gibt es im Hause Clayallee 327 in 14169 Berlin(Zehlendorf) im Erdgeschoss Gastronomie. Aktuell ist dort das italienische Restaurant Corso Italia der Familie von Aurelio Torrisi mit gutem Erfolg ansässig. Das Restaurant gilt als gutes und es gibt eine große Stammkundschaft, darunter auch bekannte Schauspieler und eine bekannte New Yorker Sängerin, die unweit mit ihren zwei Kindern und Ehemann lebt. Aus Gründen der Diskretion sagen wir nicht ihren Namen.

Jeder Berliner Gastronom kann ein Lied von den Schwierigkeiten singen, die wenigen Gutwetter-Monate des Jahres im Außenbereich gastronomisch erfolgreich zu gestalten. So genannte Schankveranden, Gastro-Terrassen bzw. Außenplätze zum Verzehr von ‚Luft und Liebe‘, Pizza oder auch Vitello Tonnato werden von den Gastronomen dringend benötigt, denn es gilt, die mageren Anfangsmonate des Jahres mit Schnee, Regen, Wind und Wetter durch umsatzstarke Außen-Essplatz-Monate auszugleichen. Wie man sich auch setzt, um an grünem Salat, Tomaten, Sellerie und Knoblauch zu knabbern, so kann ein solcher Verzehr kurzweilig sein. Die Gegend hat nach der Eröffnung der gegenüberliegenden Zehlendorfer Welle unserer Auffassung nach keine Aufwertung erfahren. Denn ursprünglich bestanden die Absicht und das Versprechen der Initiatoren, einen Ausgleich für das zuvor dort ansässige und abgerissene städtische Schwimmbad zu schaffen. An Stelle eines (neuen) Schwimmbads für „breite Schichten der Bevölkerung“ wurde nun aber im Ergebnis eine zehlendorf-innerstädtische Kommerzmeile des ungehemmten Shoppens gebaut. Der sich damit drastisch verändernde Verkehr mit Autos, Autos, Fußgängern, Fußgängern – alle in Richtung Zehlendorfer Welle zum Shopping, wird nur eine schlechte Auswirkung dessen sein. Sie haben zuvor eine „perfekte Welle“ gemacht und nun hat Zehlendorf anstatt bezahlbare, öffentliche Schwimmbadanlagen ein Sammelsurium gewerblicher Shops, Stores, Megastores und -wie in vielen anderen derartigen Malls eben die üblichen Grossisten, wie Saturn, Dm-Drogeriemarkt und dergleichen. Doch bleiben wir gerecht: Eine echte Ausnahme bei dieser Ansammlung von überörtlichen Multis ist die sich wohl gut entwickelnde berufliche Karriere von Claudia Tiefenbach. Und die Familie Tiefenbach ist tatsächlich eine schon sehr lange hier im Zehlendorfer Urschleim ansässige Unternehmerfamilie (Vater war Spediteur, Tochter Claudia macht schon lange „in Mode“ und fiel schon als Zwölfjährige durch besonders sorgsam ausgewählte Kleidung auf). Wer schon in den Siebzigern in Zehlendorf (Süd) lebte, kannte auch den frühen Teenager Claudia Tiefenbach.

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