1297/11: Positionen: Das Zitat des Tages kommt von Wohnexpertin Tine Wittler und betrifft die Stil- und Konzeptionslosigkeit der Leute

© RTL, Eigenüberarbeitung

„Viele Leute wollen zu viel auf zu wenig Platz. Zu viele zu klobige Möbel, zu wenige Lichtquellen. Man darf die Räume nicht zu voll stellen. Ein Raum muss atmen können.“ (Tine Wittler im Interview mit Merkur Online, Lesetipp, Link unten) – Wozu der Berliner Milieuprofi Heinrich Zille übrigens meinte: „Man kann einen Menschen mit einer Axt erschlagen, aber man kann ihn auch mit einer Wohnung erschlagen.“ Nur dass das fremdbestimmt gemeint war, also übergestülpt. Im Unterschied dazu kassiert Tine Wittler sozusagen das Eigenverschulden untalentierter Lebensleute.

Sie ist die zarteste Versuchung, seit es missglückte Wohn- und Schlafzimmereinrichtungen gibt und kommt nur noch in wirklich krassen Fällen.

Weiterlesen

1296/11: Sinnsuche: Hier kommt KNUT, ausgestopft steht er gut, ohne Pfleger, ohne Gurt!

 

Eisbär Knut

Der Tagesspiegel meldet auszugsweise:

Fans freuen sich auf den ausgestopften Knut.Viele warten darauf, dass der ausgestopfte Bär im Museum gezeigt wird. Dabei hat die Präparation noch gar nicht begonnen.

Na, ob das Fans sind? Warum darf der Eisbär nicht in Frieden ruhen? Stattdessen wird er wohl zu einer Art egoistischer Ode an die eigene Freude von solchen Menschen, die ausgestopfte Tiere gern ansehen. Dass nun etliche Tierschützer schon fordern, Zoos ganz abzuschaffen, ist das eine. Denn vielleicht gibt es die Tiere bald gar nicht mehr in freier Wildbahn. Wir schauen jedenfalls keine ausgestopften Tiere (mehr) an. Wir nicht.

Weblotse

1295/11: Ornithologie: Hausverwalter sind gut zu Vögeln, Artenschutzgutachter geben Quartiere frei!

Der schräge Vogel!

Der Artenschutzgutachter an unserem Bauvorhaben Wärmedämmfassade Wedding teilt zum Betreff  „Freigabe von Quartieren“ mit:

An der gesamten Brandwand sind nun keine Quartiere mit aktuellen Brutgeschehen mehr vorhanden, sodass aus ornithologischer Sicht keine Bedenken mehr gegen eine Durchführung von Bauarbeiten an der Fassade bestehen. (Brief des Artenschutzgutachters vom 21.06.11 an den Bauherrn, vertreten durch die Verwalterin)

Das bedeutet: Wir haben keinen Vogel mehr. Die Fassade ist vogelfrei. In Kürze werden auf dieser Giebelfassade 38 Ersatzquartiere, Vogelbehausungen, Brutstätten, eingearbeitet. Dann haben wir wieder einen Vogel oder mehrere. So lange es keine Brutstätten für deutschnationale Kräfte sind, kein Bedenken! Die leben jetzt gefährlich: Der Landesvorsitzende der NPD wurde zusammengeschlagen. Soll uns das freuen? Wohl kaum. Die Rechten verkloppen, weil man selbst links ist? Kloppe ist keine Lösung. Die haben auch nen Vogel, wenn nicht mehrere.

Weiterlesen

1294/11: Twitter: Wochen-Zusammenfassung aller Beiträge: 2011-06-26

follow me

1293/11: FotoPodcast: Wie man aus Kleidung, Frisur & der Attitüde leicht zu schlußfolgern weiß und sich irrt!

Das Leben der anderen...

Merke: Die Attitüde und die Verkleidung eines Menschen mit bestimmten stilbildenden Ausdrucksmitteln ist das eine. Ob das, was du darunter verstehst, also die Message, auch richtig ausgedeutet ist, ist damit noch nicht gesagt. So ertappt sich der nachdenkliche Mensch eigentlich andauernd wieder dabei, dass er etwas sieht, dass er in einen ihm bekannten Zusammenhang (Kontext) stellt: Und wenn sich der Stilbildner bzw. Mensch umdreht und den Mund aufmacht, ist man eigentlich nur noch überrascht. Alle vorherigen Vermutungen brechen justamente in sich zusammen, wie ein Kartenhaus. Der Stilbildner-Beratungsmodus in unserem Kopf macht „huch“ und wir erkennen eine Stilblüte, in voller Blüte.

Wir wollen stark sein und unabhängig, individuell und anders als die Anderen.

Und dann werden wir beobachtet und was andere an uns beobachten, gefällt uns eventuell gar nicht. Wir werden es allerdings auch eventuell nie erfahren. Es sind nur Gedanken. Niemand sagt uns seine Gedanken, wenn keine Veranlassung dazu besteht. Bei denjenigen, die Sachen aufschreiben und veröffentlichen, ist das allerdings anders. Das erfahren wir mit etwas Glück. Und dann denken wir, es kam hinterrücks. So wie die starken Gedanken und Emotionen, die der Mann mit dem Irokesenschnitt und dem T-Shirt auslöste. Nein, nicht Sascha Lobo, Blogger und Oftfernsehgast in Deutschland´s quälenden Talkshowterias.

Weiterlesen

1292/11: Berlin & all die Bezirke der Welt: Ist Gentrifizierung sowas Ähnliches wie verkappte Genmanipulation?

Wer früher stirbt, ist länger tot! Berliner Morgenpost

Wer früher stirbt, ist länger tot! Berliner Morgenpost

Ob in Berlin, Paris oder London – überall in Europa werden ganze Stadtviertel von Investoren umgepflügt. „Gentrification“ nennen Soziologen diese Aufwertung. Viele Menschen fühlen sich davon bedroht, denn steigende, oft unbezahlbare Mieten sind die Folge, und ein Stück originärer, lebendiger Stadtteilkultur geht verloren. Die Dokumentation „Kunst oder Kommerz? Der Kampf um die Stadt“ zeigt, wie sich Künstler gegen diese Prozesse wehren. Denn sie sind die Pioniere, die Viertel mit günstigen Mieten entdecken und ihnen ein besonderes Flair geben – bis die ersten Investoren kommen. (Klappentext zum Film)

Wer früher stirbt, ist länger tot, das ist bekannt. Aber stirbt die Stadt, und findet ihre Seele keine Ruhe? Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsplanung, Ghettoisierung, über derlei Gesichtspunkte haben wir hier schon ausführlich berichtet. Ein Begriff fiel indes noch nicht: Gentrifizierung, auf immobilien-kauderwelsch: Gentrification. Es geht um die Veränderung der Stadt infolge professioneller, aber gewissenloser und reißbrettartiger Immobilien- und Standortentwicklung. Ökonomisch geprägtes Immobilien-Development. Die Investoren kommen aus aller Herren Länder und ihr Einsatzort ist ihnen ziemlich egal. Motiv ist der Prozentsatz der zu erwartenden Rendite, die Immobilien-Consultants rechnen Zahlenprognosen schön. Auch der deutsche Immobilien-Tycoon Schneider machte das. Bis das Traum- und Schaumgebäude in den Mädler-Passagen in Leipzig zusammenbrach, die Handschellen klickten. Die überwiegende Anzahl der anderen, weiteren Immobilienfritzen ist schlauer.

Weiterlesen

1291/11: Internationale Fragen: Ai WeiWei ist frei, aber wo bitte Liu Xiabo, der chinesische Nobelpreisträger?

icon Internationale

Mit großem Respekt vor dem chinesischen Volk freuen wir uns heute über die Freilassung von Ai WeiWei und bitten die chinesische Regierung auch weiterhin, den chinesischen Nobelpreisträger Liu Xiabo nicht weiterhin inhaftiert zu lassen.

Der chinesische Dissident Ai WeiWei ist frei, ist seit gestern zu lesen. Damit entfällt unsere Verlinkung auf eine Online-Petition, die zur Haftentlassung beitragen sollte, aus Gründen des Erfolgs. Abzuwarten bleibt, ob der Erfolg auch nachhaltig ist, also von Dauer. Das chinesische Zeichen für „Freiheit“ (siehe oben) bleibt weiterhin als Rettungsschirm aufgespannt für Liu Xiabo und sei es auch nur, um spirituell an ihn und sein unverhältnismäßiges Schicksal zu erinnern! Denn was können wir von hier aus schon erreichen? Wir können sagen, wir reisen nicht nach China, bis…. und das war´s. Oder wir kaufen keine chinesischen Produkte, tja, leider….ach China, du wunderbares, großes Land voller Geheimnisse und Mythen: Wie gern würde ich dir auf Augenhöhe begegnen und dich wieder in mein Herz schließen. Im Moment geht das kaum: es ist zu viel chinesisches Porzellan zerbrochen worden, um übergangslos zur Tagesordnung zurückzukehren. Liu Xiabo muss freigelassen werden, das ist nun wirklich das Mindeste.

Weblotse

1290/11: Lied des Tages: „Vertreib den Regen“ von Frizz Feick, präsentiert als „Gin Frizz“ ohne Reisetabletten

Nichts reimt sich auf Sushi!

Nichts reimt sich auf Sushi!

Mario Barth hält sich für einen gewieften Sprüche-Entwickler und geht gerichtlich gegen die Verwendung „seiner“ Formulierung „Nichts reimt sich auf Uschi“ vor. Ein paar T-Shirt-Spreadshirtler hatten den Spruch gekapert und versuchten nun, ihn gewinnbringend unters Volk zu bringen. Natürlich ist der Spruch weltbewegend, ein Solitär der menschlichen Dichterprosa und metaphernhaft. Das hat uns veranlaßt, nun kein T-Shirt damit zu bedrucken, sicherheitshalber, um nicht in die Fänge der Justiz zu geraten, nur weil sich -ebenfalls- nichts auf Sushi reime.

Frizz Feick ist ein deutscher Musiker mit deutschen Texten, einem inzwischen immer größer werdenden Fankreis. Und ähnlich könnte man nun schüttelreimen: „Nichts reimt sich auf Frizz, allenfalls Gin Frizz“. Doch weit gefehlt.

Weiterlesen

1289/11: Gesagt ist gesagt: Was Filmemacher Klaus Lemke über Mädchen in Berlin sagt. #Interview #Linktipp

Deutsche Kopftuchmädchen mit Eltern - 1911/Kanada

Deutsche Kopftuchmädchen mit Eltern - 1911/Kanada

 Also, wenn ich durch Berlin laufe, frage ich mich auch ab und zu, ob es Mädchen überhaupt noch gibt oder ob das so eine Fantasie war des letzten Jahrtausends. Bei den meisten Mädchen hat man das Gefühl, das sind die Strohmänner der Jungs. Die meisten Mädchen empfinden sich auch so. Das ist immerhin sehr viel besser, als wenn man Mädchen für irgend was mag, was sie gar nicht sind. Also dumm sind sie in jedem Fall. So wie wir. Hilflose Deppen. So wie wir. Mädchen sind alle die Hölle. Aber das ist das Beste überhaupt, dass man da durch muss. (Quelle: Interview, TAZ, Link unten)

sagt Klaus Lemke, Filmemacher, in einem Interview, das uns lesenswert erscheint. Und was für ein Diskurs, man sieht lauter Ecken und Kanten. Der Link ist angehängt. #Lesetipp

Weblotse

1288/11: Video: Julia Oschewsky mag Joni Mitchell, und wir mögen beide! #Lied des Tages

[iframe_youtube video=“7K8TWAznyKk“]
Julia Oschewsky – Down To You (Joni Mitchell)  (via Youtube)

Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? (Berliner Redensart) – Wir ergänzen: Viel! Denn was bleibt, hat Bestand!

Amsterdam, mein Amsterdam, Tulpenstadt und irgendwie Jazzmekka, so der Eindruck. Dort lebt und singt Julia Oschewsky, die manchmal auch in Berlin auftritt, allerdings zu selten. Ein paar weiterführende Links sind unten angefügt. Lied des Tages: „Down To You“, performed by an incredible duett, Julia Oschewsky (Gesang) und Thomas Bekhuis (g). Wow!

Weblotse