„Die deutschen Lebensmittel kommen nicht aus dem Quark!“ (Informantin: ungenannt)
‚Ich aß den Killer-Käse…‘ berichtet die BILD-Zeitunghier und lässt das erste Opfer im Listerien-Skandal sprechen. Der Bericht macht eines deutlich: Der Kauf von Lebensmitteln gerät zunehmend zum mörderischenhundsgefährlichen Unterfangen.
Wir hatten an die große Sprachbegrabung eines blonden, hochgewachsenen Ostfriesen bereits hier einmal erinnert. Der Beitrag war gesellschaftskritisch gemeint. Wie ein anderer: der hier. Letzterer brillierte durch staatspolitische Weitsicht: man kann also auch Beiträge verfassen, die auf Otto aus Emden gänzlich verzichten. Allerdings muss man das erst einmal können.
Heute ergänzen wir die inzwischen politisch unkorrekt gewordene Verballhornung des Namens Schwarzer durch einen Linktipp auf die Webseite eines Dachdeckermeisters, offenbar in fünfter Dimension Generation. Die Rede ist von Thomas Neger, dessen Dachdeckergewerbe wir erstens aus beruflicher Nähe hoch schätzen. Haben wir nicht alle ab und an mit richtigen Dachdeckern zu tun? Die DENIC hat offenbar an der Beantragung der politisch heiklen Domain neger.de keinen Anstoss genommen. Dort geht es auch nicht um Schokoküsse, wie die Küsse vormals entweder als Mohrenkopf, Schokoladenkuss, Schaumzapfen, Süsspropfen oder Nachtkuss auch noch bezeichnet wurden. Thomas Neger ist Dachdeckermeister mit berühmten Vorfahren und Ernst Neger (junior) offenbar sein Bruder? Neger erinnert uns an die einfallslose Einöde der Handwerker Berlins.
Die Kernfrage ist aber: Was haben Dachdecker und die Kurierboten vom United Parcel Service -kurz: ooops UPS- gemeinsam? Bitte einmal gründlich nachdenken! Warum ist das so wichtig?
Überholt: Zuständig für die verwaltungstechnische Abwicklung des Förderprogramms ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Anträge auf einen Zuschuss können vom 1. September 2009 bis zum 15. Februar 2010 online beim BAFA unter www.pmsf.bafa.de gestellt werden. Das BAFA stellt im Internet unter www.bafa.de auch weitergehende Informationen und Erläuterungen in einem Flyer (pdf) zum Antragsverfahren zur Verfügung. Auch eine Telefon-Hotline (030-3464-65480) wurde eingerichtet.“ (Quelle: berlin.de, hier) – Stichwort: Zuschuss für Nachrüstung, Recherche 11.02.2010 (Achtung, Fristablauf! – 15.02.2010)
(Nach telefonischer Auskunft der obigen Hotline (Anruf 11.02.10) ist dort weder bekannt, dass beispielsweise Berlin sagt, es fördert auch 2010 (wer fördert? wohin muss man sich wenden? Hat Berlin denn aus eigenen Mitteln 2009 bereits gefördert? Fördern Land und Bund? Gibt das doppelt Geld?) den Einbau von Rußpartikelfiltern. Die Bundesbehörde (bafa.de) hat derzeit ein Entscheidungsvakuum und rechnet dortigen Angaben zufolge erst Ende April mit einer Entscheidung 2010 betreffend.
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Die Verleihung von wichtigen Awards gehört zu den emotional spannendsten und betörenden Augenblicken des Lebens. Die Academy of ‚the Eggheads-Awards‘ hat getagt, das Ergebnis steht nun fest und der Laudator -hübsch gekleidet und nett anzusehen- zuppelt am Briefumschlag, der den Preis enthält. Hinterher wird dem Geehrten Gelegenheit gegeben, eine Dankesrede zu halten. Wem der Geehrte für alles dankt, und so weiter. Nach langer Prüfung und genauer Überlegung hat gesichtspunkte.de den Eierkopf Award 01.2010 erstmalig heute verliehen. Verdient gewonnen hat ihn die öffentliche Verwaltung von Berlin für die praktikabel ausgestaltete Umsetzung einer europäischen Richtlinie über den erforderlichen Einbau von Rußpartikelfiltern in Autos mit Dieselmotoren (Feinstaub-Vermeidung), die Schaffung von innerstädtischen Umweltzonen und das gesamte begleitende Antrags- und Genehmigungsszenario.
Dunkel war´s, der Mond schien helle, als ein Auto blitzeschnelle, langsam um die Ecke fuhr. Drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft. Als ein totgeschossener Hase über’n Sandberg Schlittschuhe lief… Und ein blondgelockter Jüngling mit kohlrabenschwarzem Haar, aß ne Butterstulle, die mit Schmalz bestrichen war.“ (Herkunft unbekannt, nähere Infos hier)
Die Szene spielt sich wider Erwarten nicht im Rotlichtmilieu ab, auch wenn’s so scheint. Es ist der 25. Januar 2010 um 22:51 Uhr, Time to say Goodbuy (ottisch: Zeit für einen guten Einkauf).
„Alt ist ein Mensch nicht, wenn es an seinem Körper zu zwicken beginnt, nicht, wenn das Treppensteigen schwerer fällt, nicht, wenn die Augen nicht mehr so recht wollen, nicht, wenn sein Haar ergraut. Alt ist ein Mensch, wenn er aufhört zu staunen oder es überhaupt nie gelernt hat, wenn also seine Phantasie ergraut.“ (Sir Peter Ustinov)
Alt ist ein Mensch aber doch, wenn er beispielsweise Geiselnahmen durchführt und Anlageberater ihrer Freiheit beraubt (gestern hier). Nicht wenige haben sich dieses Jahr etwas auf die Agenda geschrieben, das abzuwickeln sogar einen gewissen Spaß-Faktor zeitigen sollte, sofern es die persönlichen Lebensumstände zulassen: der Jahrgang 1960 wird dieses Jahr ‚fuffzich‘. Wo stehen die ‚richtigen Fuffziger‘ (berolinisch das Gegenteil von den falschen…) heute?
Ganz im Mittelalter, so meint Jürgen aus Spandau. Jürgen plant die Inhaftierung etlicher Leidensgenossen Weggefährten Anfang September ZwanzigZehn in der Zitadelle Spandau, einem mittelalterlichen Burgwall als Festung erbaut im 16. Jahrhundert. Der Grund: er möchte 100 Jahre alt werden, „Alt wie ein Baum“ (Puhdys)
Puhdys, Alt wie ein Baum – 1976 und 1984 (via Youtube)
Pete Wyoming Bender – Du bist nicht wie die andern….
Pete Wyoming Bender (Jahrgang 1943, geboren in Frankreich) hat indianische Wurzeln und verlebte seine Kindheit in den USA. 1962 kam er im Alter von 19 Jahren nach Deutschland und lebt seit 1974 in Berlin. Hier tritt er regelmäßig auf. Inzwischen lebt er in der Prignitz, aber Auftritte, zu denen man sehr gut hingehen kann, sind immer noch regelmäßig zu verfolgen. Pete Wyoming Bender ist ein perpetuum mobile und beileibe kein Schlagersänger. Wem das zuerst in den Kopf kommt, weil er frühere Werke in deutscher Sprache wie das heutige hört, dem sei geraten, das Schaffenswerk des Herrn ein bisschen weitgehender zu verfolgen.
In unserer Serie „Das Leben der Anderen“ berichten wir über uns und die anderen, und das aus möglichst vielen verschiedenen Perspektiven. Darunter auch Menschen, die nicht wie die Anderen sind. Menschen, die eindimensional sehen, sind perspektivlos. Pete Wyoming Bender ist nicht wie die anderen. Er ist ein Individualist, ein leiser Poet und ein Mensch, der das Texten in Deutsch durchaus sprachgewaltig versteht. Man möchte vielen Menschen ein bisschen von der leisen Nachdenklichkeit eines Pete Wyoming Bender wünschen. Von Verletzlichkeit, Bescheidenheit und der Fähigkeit zuzuhören.
Das hat auch etwas leicht Abfälliges: „Wohlfühlmusik“ – wir sind ja kein Handtuch, und auch kein Badezusatz. Ich glaube, unsere Musik ist eine energetische Musik. Eher eine Aromatherapie. Naja, mir ist das ehrlich gesagt wurscht, sollen die Leute unsere Musik nennen, wie sie wollen. Hauptsache es tut ihnen gut, sie können etwas damit anfangen und es passiert irgendwas. Es geht eigentlich nur darum, das etwas hin- und hergeht. Das ist ja das Interessante am Musikmachen: Man sendet etwas raus und dann kommt irgendwann eine Welle zurück, eine Wand von Reaktionen.“ (Inga Humpe, Interview 05.03.2007-planet-interview.de)
Das Leben der Anderen, das hat auf dieser Website eine gewisse Tradition. Und ebenso vertraut, sozusagen aus beruflichen Gründen, ist Deutschlands Hausverwaltern das Berliner Pop- und Hitkombinat Humpe & Eckart, besser bekannt als 2raumwohnung. Ein Hausverwalter aus ganzem Herzen: der hört da was schwingen, etwas von Interesse. Der Song, der heute Lied des Tages ist, erblickte das Licht der Welt bereits 2005. Also schon bevor wir über das Leben der Anderen berichteten. Nein, inspiriert war der Titel unserer Fortsetzungsserie aus dem Film „Das Leben der Anderen„. Und doch passen Lied des Tages, Film und unsere Serie irgendwie sehr gut zusammen.
Grannie Gang (Filmausschnitt)- Monty Python (englisch) (via Youtube)
Die ganze Geschichte steht heute in der Süddeutschen und wird so eingeleitet:
Weil sich fünf Rentner um ihr Geld betrogen fühlten, kidnappten sie kurzerhand ihren Anlageberater. Nun stehen sie wegen Geiselnahme und Körperverletzung in Traunstein vor Gericht.“ (Quelle: Süddeutsche Zeitung, hier)
Von wegen alt und hilfebedürftig. Der Rädelsführer der Kidnapper, Roland K., ist 74 Jahre alt, seine Frau Sieglinde schon 79.
Das britische Immobilienportalzoopla.co.uk ist für eine Nachprüfung nicht erreichbar. Der Grund: Das Portal meldet einer Agenturmeldung der Agentur AFP zufolge, dass eine Umfrage unter Briten ein Ranking der deutlich unbeliebtesten Nachbarn (mit Promistatus) ergeben hätte: Platz (1) Pete Doherty, Sänger/Gitarrist – Platz (2) Amy Winehouse – Platz (3) das Model Katie Price. Quelle: hier – dass Amy Whitemouse und Pete Doherty (siehe oben) sogar als Doppelpack drohen, ist neueren Erkenntnissen zufolge eher unwahrscheinlich. Die beiden gelten zwischenzeitlich als zumindest geringfügig entzweit.