„In früheren Jahren verzichteten die politischen Sammlungsbewegungen (Sekten) auf diese Praxis, um nicht auf den letzten Metern vor der Wahlurne die Stimmung der Wähler unwortmäßig zu beeinflussen.“ – 2015 hat sich das Blatt gewendet.Verdammte Presse! #Projektionen
Das Unwort des Jahres heißt „Lügenpresse“. Alles was gedruckt da steht, ist gelogen. Verdammte Presse. Die es benutzen, gehen teils in Dresden auf die Straße und reden Unsinn, so Dinge wie „Wir sind das Volk“. Die Wahrheit: Gerade auch diejenigen, die nicht mit auf die Straße ziehen, sind das Volk. Zahlenmäßig in der Überzahl. Die da laufen, mobben die Presse und die polyglotte Glückseligkeit der Bunten Republik Deutschland. Nicht mit uns. Verdammte Lügenpresse.
Wer ein Blog im wilden W (Web) betreibt, muss sich um Besucher nicht kümmern. Viele kommen automatisch. Die Zahl der vollkommen unsinnigen Kommentare in der entsprechenden Funktion auf dieser Website geht in die Tausende. Es sind Russen, Chinesen, Kasachen und Wachulken. Aus aller Herren Länder kommen Kommentare. Sinnvoll sind die wenigsten. Soweit zur Berliner Speckgürtel Welt.
In Berlin-Wilmersdorf herrscht heute Vormittag Alarm. „Männer auf dem Dach“, ruft einer an und sagt: „Ich hol die Polizei.“ – Eine weitere Frau, im Dachgeschoss wohnhaft, hakt ebenfalls nach: „Männer aus dem Ostblock,“ sprechen polnisch untereinander. Ja, es sind die drei Brüder Meinislaw aus Deinislaw (* Namen geändert). Sie sind nicht auf Raubzug über Dach. Die leben seit mehr als zwanzig Jahren in Deutschland, sind außerordentlich fitte Dachdecker und beseitigen im Auftrag der Hausverwaltung Undichtigkeiten am Dach. Irgendjemand hat ihnen die Zeit gestohlen. Deswegen vergaßen sie, wie ausdrücklich erbeten, vorher bei Frau S. aus Wilmersdorf anzurufen und die Arbeit anzumelden. Sachen gips.
Wer angesichts der Vorkommnisse in Paris vom 07.01.15 in die öffentlichen Reaktionen hineinhört, entdeckt viel Hass, Aggressionen, Unverständnis und dergleichen. Ich bin verstummt und habe den Tag in tiefe Trauer und Sorge eingehüllt verbracht. Das hat mich gefangen genommen. In bin über alle Maßen traurig, so wie am 11. September 2001. Nicht einmal Katastrophenbegriffe sind vorherzusehen: ‚Nine Eleven‘ hat sich eingebrannt, und nun ‚Charlie Hebdo‘ bzw. #JesuisCharlie. – Unmöglich, den nächsten Katastrophenbegriff vorauszusagen…
Noch Öl ins Feuer gießen Brandschwätzer, nützen die Situation aus als „Argumentationsglückfall“ für ihre Selbstdarstellung, pfui Deibel. Nur irgendwas herbeireden, das wie eine Lösung aussieht. Sich laut redend in Sicherheit zu bringen, um nur ja nicht fühlen zu müssen. Es geht um nicht weniger als die Liebe. Was mit Leselupe nicht zu sehen ist, schaffen gute Mikroskope: Veränderung fängt bei uns selbst an. Wenn wir uns selbst lieben, können wir gut zur Welt sein. Wir können das Glück verströmen, das uns selbst geschieht. Sonst nichts.
Lieben wir uns nicht bzw. nehmen uns nicht liebend an bzw. haben wir nie gelernt zu lieben, scheitert die gerechte Weltverteilung der Liebe. Es ist ein transportlogistisches Problem: Es gilt für alle Rassen, sämtliche Nationen, Andersdenkende, Religionen, sexuellen Gesinnungen und für Frau und Mann. Es gilt sogar für Erika Steinbach. Was wir weitergeben ohne jede Liebe, ist ganz und gar erbärmlich. So wie es in Paris gestern gewesen ist.
#JesuisCharlie – dass Charlie Chaplin in seinem Leben kluge Dinge gesagt hat: In „Der große Diktator“ (hier). Oder zu seinem siebzigsten Geburtstag (oben). Selbstliebe, nicht Selbstverliebtheit, könnte ein Schlüssel zur Überwindung von Hass, Zwietracht und eiferndem Wahnsinn sein. Chapeau, Charlie. Charlie Brown sitzt da und weint…. – wer nicht?
Wer Hells Angels ist oder werden will, müsse einen monatlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 110 bis 130 Euro zahlen, bar und pünktlich zum Ersten eines Monats, berichtet Kassra Z. den Ermittlern. Jedes neue Mitglied werde per E-Mail allen Clubs weltweit bekannt gegeben. Der Besitz einer Harley Davidson sei Pflicht, „das ist eine Weltregel“, sagt er. Denn: „Als Hells Angels fährt man nicht Bahn oder Bus.“ Es gebe Schriftführer, Logistiker und Schatzmeister. Der „Sergeant at Arms“ sei zuständig für Waffen. Die Bibel der Hells Angels, in der die Regeln der Rockergruppe geschrieben stehen sollen, nennt Kassra Z. schlicht: „das Buch“.
Ich bin Rocker, ich bin Rocker doch ich steh‘ nicht auf Gewalt ich bin nicht so ’n primitives Schwein und schlag ’nem Schwachen die Fresse ein wir sind Rocker, wir sind Rocker doch ohne amputiertes Gehirn und wenn man uns nicht dumm von der Seite anquatscht dann kann auch nichts passieren…! (Aus: Ich bin Rocker – Udo Lindenberg)
Ein hoch meditativer Moment im Arbeiten ist die Umstellung des für alle möglichen Zwecke hilfreichen Bürostempels mit rund 12 bis 15 unterschiedlichen „Bearbeitet“-Vermerken. Wer da nicht aufpasst, hat verloren. #TippsTricks #Büro
Jeden Tag ändert sich das Datum. Die Arbeit ist also abwechslungsreich. Noch ist das Jahr 2015 nicht vollends im Büro angelangt. – Und doch wehren wir uns mit Erfolg gegen die gnadenloseste Vermarktung von Wochenmärkten. Ein Kampf gegen Windmühlen.
Beim Bearbeiten des Sicht- und Erledigungsvermerk (mit „deutschem Stempel“, frisch auf dem Tisch) ist alles hübsch gestempelt. Wie seit Jahr und Tag. Und auch heute.
Doch das Jahr wurde nicht umgestellt. Dies ist schonungslos offen klar Fakten reden: In wie vielen deutschen Büros ist ein solcher Schluderjan überhaupt akzeptiert? – Wo doch die Freistemplung von Postsachen tendenziell eher ab- als zunimmt?
Das Foto zeigt: Es wurde verhandelt. Jetzt stempelt er wieder richtig: Gott sei Dank.
„Guten Tag, mein Name ist Hilfreich. Ja. Ich helf´gleich.“ (Wunschmitarbeiter des Monats, am Mängeltelefon)
Unverbindlich zu bleiben im Gespräch, das hat für den Anderen stets etwas Ärgerliches: Man ist unverbindlich, der flutscht immer so weg, dem darf man nicht die Hand geben. Misstrauen ist berechtigt. Wenn auch der Grund dafür profund sein kann.
Das Telefonat: Ja, nett: Haben wir mal gesprochen. Der Heizkörper lässt sich nicht regulieren, sagt sie. Ich kenne das. Sie müssen sich an Ihre Vermieterin wenden in Radolfzell. Wir sind für das Gemeinschaftseigentum zuständig, also alles, was außerhalb der Wohnung abgespielt wird. Fassade, Treppenhaus, Heizungskeller grob gesagt.
Die Heizkörper und: Ja, woran das liegt? – Wir wissen es nicht. Wir können es uns vorstellen. „Und wissen’s, ich bin zwar gern mit ihnen im Gespräch,“ soag i, aber unverbindlich muss ich bleiben, glibschig, „wie ein Stück schwarze Seife.“ – Wissen’s, denkt sie bestimmt, was ich an ihm so mag? Gar nichts.
Klasse: Schwarze Seife ist Kult! Überhaupt: Wir tragen erst andere Kleidungsstücke, wenn eine dunklere Farbe als schwarz entwickelt wurde, sagte Wednesday Addams (The Addams Family) und wir lasen es heute hier , gesagt von einer Ikone des Dunklen… – Back To Black!
Für irgendwas müssen unterwegs aufgenommene Schnappschüsse ja dienen. Denn immerhin waren sie seinerzeit „in den Augen ihres Betrachters“, des Fotografen. Für beide Bildumsetzungen wurden die Fotos im Februar 2014 in Berlin-Zehlendorf in einem kleinen Reihen-Einfamilienhaus „am Fischtal“ angefertigt. Dort gibt es Terrazzo en masse auf Fußböden verarbeitet und an den Wänden Dekore von schlichter Schön- und Bescheidenheit, wie jene, die „Wonneproppen“, „Naturbursch“ und „Knutschkugel“ zu sein assistieren. Doch hinter den Fotos steckt auch ein fotografisch-pedantischer Exakteur, dessen Menschsein sogar so weit geht, auf den Socken korrekte „L“ und „R“-Beschriftungen zu verwenden. Bitte: Wer trägt denn so was?
Vor einigen Jahren machte ich eine bahnbrechende Erkenntnis, die viel Geld ersparte. Es hatte geheißen, einen neuen Kopierer anzuschaffen. Das ist ein Gerät, das man in einer Hausverwaltung einigermaßen oft benötigt. Alles Mögliche muss kopiert werden. Die Bahnbrechung war ein Paradigmenwechsel, ein Austausch der Notwendigkeitsgedanken: Hausverwaltungen haben auch immer einen schnellen Drucker, überwiegend Laserdrucker. Die Arbeitshinwendung von analogem Papierzeugs (Post) zu digitalen Speichereinheiten ist längst vollzogen.
Boah, das war aber auch ein Jahr. Es ist viel passiert:
2015 wird….wie? – Keine Ahnung: Die Null hat große Bedeutung erhalten, die Staatsverschuldung wird mit einer „Schwarzen Null“ zum zweitwichtigsten Wort des Jahres gewählt, das hätten wir erledigt. Insofern ist es auch nur konsequent, an das Jahr 2014 schnell einen Haken zu machen und mit einer Doppelnull vor Augen (schwarz, bitte) nach 2015 aufzubrechen. Das ist der Sinn dieses Artikels.
Die Doppelnull, weil doppelt Null besser hält.
Ich melde mich im neuen Jahr mit neuen Betrachtungen aus dem inneren des Lebens im bewohnten Mehrfamilienhaus. Bis dahin ist die Schreibstube zu. Und das Büro offiziell auch: Hinter den Kulissen wird natürlich gearbeitet. Der Jahreswechsel macht in einer Hausverwaltung Arbeit. Und das ist kein Spaß. Euch eine schöne Zeit und danke für die vielen Zugrifflichkeiten.
Udo ist tot: Für ihn, einen Freund in meinem Herzen, einen großen Musiker, stelle ich heute noch schnell diese Kerze auf und verlinke zu diesem Nachruf, dessen Worte meiner Sprache und meinen Gefühlen entsprechen.
Das mit dem neuen Anwalt hatte sich gut angelassen. Eine Alternative zu bewährter Zusammenarbeit. Und jetzt?
Der Anwalt schreibt, ich sei stillos.
Ich habe eine Gebührenrechnung seinerseits beanstandet. Gleich als sie kam, beanstandete ich die Höhe und den Umstand, dass wir nun namens der von uns vertretenen Wohnungseigentümer eine solch hohe Rechnung zu bezahlen hätten, einerseits. Und andererseits: Der Anwaltsauftrag lautete ja gerade, die Gegenseite dazu zu zwingen, ihren Giebel auf einem Weddinger Altbau-Nachbargrundstück instand zusetzen, damit unser neugemachter Lichthof (ein Grillplatz) nutzbar ist, ohne dass Putzbrocken auf die Grill- und Sonnenfreunde herabregnen.