1165/11: Positionen: 50 Jahre Erdumkreisung – die Frage ist doch, besteht ein Grund zum Feiern?

Der Prognostiseur ist kein Pasteur, der die Geschichte der Welt abzukochen gedenkt, damit sie nachträglich keimfrei wird. Doch jetzt öffnet der ehemals sowjetische Geheimdienst seine Aktenbestände betreffend Jurij Gagarin, den Mann, der als erstes die Erde umkreiste. 50 Jahre ist es her. Das ist ein Jubel-Jubiläum wert. Wir feiern den Eintritt in die neue Welt. Kein Zufall, dass auch andere Jubiläen anstehen. Eins davon: 25 Jahre Tschernobyl.

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Major Tom – Peter Schilling (Extended Version) – via Youtube

Man fragt sich allerdings: Wäre denn letzteres überhaupt zum Anlass genommen worden für eine „totale Erinnerung“, wäre Fukushima nicht passiert? Leise Zweifel, ob das nicht alles doch ein bisschen verlogen ist?

Der Mensch im Weltall, das hat aber auch was Gutes: Von oben lässt sich der Niedergang des Planeten Erde besser beobachten. Sozusagen distanzierter. Allerdings kann man die Löcher über der Erde nicht sehen, ohne sie speziell einzufärben. Schon Kurt Tucholsky fachsimpelte: „Ein Loch ist ein umgrenztes Nichts.“ (Wo kommen die Löcher im Käse her?)

Uns muss tatsächlich bange werden, wenn wir die letzten, sehr viel häufiger auftretenden „Naturereignisse“ bewusster betrachten. Allein die Häufigkeit der Schreckens- bzw. Horrormeldungen aus aller Welt müsste uns Anlass geben, über die weitere Vorgehensweise des Menschen intensiver nachzudenken. Denn „machen wir uns die Erde Untertan“, so schlägt der Planet Erde vielleicht irgendwann zurück? Gedemütigt, gebeutelt, in furchtbare Umweltschäden getaucht. In Deutschland ist Bitterfeld „renaturiert“ worden, in China ist derartiges wohl kaum zu erwarten. Der Mensch ist eine Umweltsau.

„Die totale Erinnerung“ an bleibende Bilder und Ereignisse, die sich den Menschen in das kollektive Gedächtnis einbrannten, stellt dieser Tage die Redaktion des SPIEGEL zusammen. Es sind die Bilder von der Ermordung von John F. Kennedy, die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, „nine eleven“ in New York und vieles mehr. Jurij Gagarin war mit 27 Jahren bereits zum Held der Sowjetunion aufgestiegen. Er zerschellte in einem Flugzeug 1968 und wurde sich infolgedessen niemals richtig bewusst darüber, dass dieser Titel eines Tages nichts mehr bedeuten würde. Die Sowjetunion gibt es nicht mehr.

Allerdings könnte das Festhalten an Weltprogrammen zur Erforschung des Weltalls durchaus Sinn haben: Sollte der Planet Erde einmal vollkommen unbewohnbar werden, so wird es ja Zeit für „Ersatzwohnraum“ anderswo. Für unsere Berufsbranche allerdings gibt es dann nicht mehr vergleichbar viel zu tun: die Verwaltung fremder Galaxien wird weder als Unterpunkt des derzeitigen Berufsbilds Immobilienkaufmann angeboten, noch steht überhaupt in Aussicht, dass die Menschen dann noch über so bürgerliche Gesichtspunkte wie „zur Miete wohnen“ oder „Wohnen im Wohnungseigentum“ relevante Gedanken verschwenden werden!

Dann gibt´s im All einen Urknall und die alte Wunschvorstellung der Politrockband Ton, Steine, Scherben wird wahr: Wir zahlen keine Miete mehr. Sind am Ende diese Weltveränderer, die auf ein Leben nach der Erde hin arbeiten, rote Utopisten, eine Art „nachträgliche 5. Kolonne Moskaus“. Das war früher ein geflügeltes Wort. Heiner Geißler hat es früher gern verwendet. Inzwischen hat er sich sehr verändert: Altersweisheit.

Zeit auch, an Major Tom zu gedenken, den Peter Schilling einst besang. „Völlig losgelöst von der Erde…..

Wer hat schon Antworten auf diese Fragen?

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