Wir hatten darüber berichtet, dass die Markthalle am Gleisdreieck ihre Scherengitter über das letzte Wochenende das erste Mal hochklappt (Ankündigung hier)
Reinhard Schubert war da und hat folgenden repräsentativen Eindruck fototechnisch festgehalten, den wir hiermit unserer werten Leserschaft gern präsentieren.
Berlins neue Attraktion! Ab Sa+So, den 9./10. Oktober 2010, bieten wir Ihnen alle 14 Tage ein völlig neues Marktkonzept: Wochenmarkt (inkl. Bio) & Foodmarkt, Antik-, Kunst-, Design- & Fashion- und Flohmarkt verteilt auf 4 wunderschöne historische Hallen und einem Open Air Bereich im Zentrum von Berlin! Nach Vorbild anderer weltweiter Metropolen jetzt endlich auch in Berlin, der neuer Treffpunkt für alle Berliner zum brunchen, shoppen, schlendern, alles unter einem wetterfesten Dach. Hier können Köstlichkeiten aus der Region eingekauft und/oder an gemütlichen Tischreihen verzehrt werden. 20 Gastronomen präsentieren sich neben den Betreibern von Blumen-/Gemüse-/Fleisch- & Fischständen. Flanieren Sie über unseren Antik-, Kunst- und Flohmarkt. Live Jazz, Karaoke, Auktionen, DJs und vieles mehr – Marktschreierei auf der noch übersichtlichen Website des künftigen Shopping-Paradieses (Link am Ende des Artikels)
Was hier oben fassadenmäßig als Kaskade im Foto verbaut ist, erfüllt eben doch nicht die Träume Andersdenkender. Coolness war gestern. Wie von gewöhnlich gut unterrichteten Kreuzberger Greisen zu erfahren war, eröffnet am Wochenende ein ganz neues Shopping-Refugium „im gehobenen Kreuzberger Standard“ die Scherengitter: die Markthallen am Gleisdreieck. Was sollen wir lange reden, der Tagesspiegel hat darüber berichtet, und eine etwas leer wirkende Website ist auch im Netz. Auch wenn einige das „voll link“ finden, wir verweisen dorthin!
Eine fiktive Kleinanzeige, die Wohnung ist allerdings nicht frei, um das gleich klarzustellen:
Kreuzberg, Ecke Blücherstr., nette, sonnendurchflutete Zwei-Zimmer-Wohnung mit Balkon und verbautem Grünblick, lt. Bauaufsicht liegt die Wohnung direkt an einer „Oase der Beschaulichkeit“, die von Mietern sehr geschätzt wird, Warmmiete 150,- € jährlich.
Währenddessen begehrt der Vollstreckungsschuldner und Wohnungseigentümer Anton Tathorst (* Name geändert) Vollstreckungsschutz und hält das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg zum Narren. Er will die WEG-Verwalterin nicht in die Wohnung lassen, die einen gerichtlichen Titel hat, das zu dürfen. Bald muss Anton Tathorst zumindest vorübergehend an einen anderen Ort ziehen, eine weitere „Oase der Beschaulichkeit“, aber die liegt nicht in Kreuzberg! Merke: In Berlin gern anzutreffen: Oasen der Beschaulichkeit! Wer hat sich dieses Wortgerüst nur ausgedacht?
In der Hoffnung, dass das Konstrukt „Oase der Beschaulichkeit“ nun nicht in unseren festen Wortschatz integriert wird!
Komisch, und ick hätt immer jedacht, dass die da keen Jeld rinstecken konnten inne Verjangenheit, dass dit heute immer noch ärmlich aussieht da….Quartiersmanagement, dit machen se nur an anderen Ecken. (O-Ton eines Bewohners aus der Gegend)
Die Wohnanlage in Berlin-Kreuzberg ist Ende der fünfziger Jahre im Aufbauprogramm mit Mitteln des sozialen Wohnungsbaues gebaut worden: Sie ist praktisch, quadratisch, gut. Nur schön ist sie nun wirklich nicht. Es gab diese Zeiten, in denen war nichts schön, aber vieles war praktisch. „Breite Schichten der Bevölkerung“ mussten nach dem Weltkrieg Zwo mit angemessenem, d.h. viel zu kleinem Wohnraum versorgt werden. Die Bäder in den Wohnungen: würg! Nicht einmal für Fliesen einfachster „Kajüte“ (berolinisch für Güte) reichte die öffentliche Penunse (berolinisch für öffentliche Mittel).
Es ist gut, wenn du weißt, was du willst, wenn du nicht weißt, was du willst, ist das nicht so gut! (Extrakt aus einem Lied der Band Ganz schön feist)
Zuallererst: Was wir hier heute einmal in Kurzform vorführen, ist ein echter Internetklassiker und schon seit Jahren bekannt. Ein irgendwie verwirrend schönes Pärchen, vermutlich schon etwas höheren Alters, ruft auf einem Anrufbeantworter an. Diese Art Anrufe sind gelebter Alltag für jene Menschen, die ihren Arbeitsplatz in der Haus- und Grundstücksverwaltung haben. Es ist die Natur der Sache an sich -!!!-: Hausverwalter können sollten lieber auch gar nicht rund um die Uhr erreichbar sein. In einem harten Arbeitsleben wie diesem muss man sich auch mal verstecken dürfen.
Z.B. vor vollkommen verwirrten Anrufern, die es tatsächlich öfter gibt, aus ganz unterschiedlichen Gründen:
…den schädlichen Wohnungseigentümer im Rahmen der anstehenden Zwangsversteigerung endgültig loszuwerden, so hoffen es die Übrigen. Die Verwalterin findet, die Übrigen haben Recht.
Ablageschemata: Die Terminsbestimmungen zur Zwangsversteigerung eines Wohnungseigentums in WEG-Sachen legt der ordentliche Verwalter stets nicht in Prozessakten, sondern in der Wohnungseigentümerakte ab.
Denn der Schuldner macht viele Verfahrensakten, eine Art Aktenmessie ist er. Aber Ordnung muss sein: Terminsbestimmungen zu Zwangsversteigerungen wie diesen schaffen „klare Faktenlagen“. Und der Schuldner wirkt regelmäßig nicht mit beim Versuch, die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Parallel läuft ein Verhaftungsauftrag. Dann kann der Schuldner gar nicht mehr mitwirken. Er „brummt“. Die Botschaft von Schweden ist in Berlin in der Dreifaltigkeit beheimatet: die Botschaft der skandinavischen Länder. Die Schweden haben derzeit keine Gardinen. Ausgeliehen.
Existenzgründungsidee des Tages: Ein Elektromuseum gründen und Elektroschrott ausstellen!
Einer ist rausgerissen, und damit fängt das ganze Malheur erst richtig an: Ein Klingeltaster, Marke anno zwirn, ist vollkommen rausgerissen. Nicht der, der auf dem nachfolgenden Foto ersichtlich ist. Der ist zwar noch „in Ordnung“, schön sieht das aber schon lange nicht mehr aus. Inzwischen kommt die Ästhetik in Spiel. Die Dinger gibt es gar nicht mehr. Wer jetzt den ersten neuen anschafft, muss eine Vision haben, eine feste Vorstellung, wie das Treppenhaus später mal auszusehen hätte?
Oben ist hinter. Unten ist vorher. Also genau andersrum als sonst (Credo dieses Beitrags zur Reihenfolge der zwei Fotoabbildungen – siehe Folgeseite)
Ich strich zu meiner Gewissheit noch ein paarmal drüber, fühlte, sowas muss auch von der Haptik her stimmen. Dann wusste ich: ich hatte mich nicht verhört. In mir spürte ich ganz klar den „Asian Tiger“. Ich gab ihm dem Vorzug gegenüber „wild Amazon“, das mich nicht in selber Weise berührte. Zu grün: die wilde Amazone. Nein, es würde der „Asian Tiger“ werden, selbst wenn eine Preisdifferenz entstünde. Eine reine Herzensangelegenheit ist keine Frage des Preises, sondern der Intuition. Es ist der Tiger in mir, rroooaaaarrrr….
Papa will da nicht mehr wohn… – eingedeutscht von Stefan Gwildis (Temptationsklassiker)
Herr Hengstenberg (* Name geändert) aus Mildessa (* Wohnort geändert) hat wenig Zeit. Statt seiner ruft irgendeine Maklerin an. Sie sagt, Herr Hengstenberg hat wenig Zeit. Er sei jetzt nach Brüssel abgeflogen. Von dort fliege er gleich weiter nach New York. Sie rufe an, weil er da diese Wohnung in Kreuzberg habe, und jetzt habe sie auch jemanden gefunden, der sie kaufen möchte. Von dreien freuen sich zwei, Vorfreude.
Und weil zwei sich freuen, wenn es „Pinke, Pinke“ (berolinisch) gibt, schildert sie die Sachlage wie folgt: