959/10: Sinnfragen: Die Entscheidung „von Amts wegen nach Aktenlage“ und ihre Bedeutung #Bürokratie

Ich heisse Ingo und werde gemobbt....

Ich heisse Ingo und werde gemobbt....

Banner FotocreditsThomas Gotthal www.mugshooting.de, Foto: Kreuzberger Badezimmer, Motiv Ralph Ruthe, hier: www.ruthe.de

 Aber: Die Beschwerden der Anwohner einfach vom Tisch zu wischen wäre unfair. Sie sollten gehört und ernst genommen werden. Die Admiralbrücke bewusst unattraktiv zu machen kann aber nicht die Lösung sein. Eine bessere Lösung muss her… (Christian Weninger, Webmaster www.admiralbruecke.de) – zur derzeitigen Diskussion über die Admiralbrücke, Kreuzberg

Wir sagten es hier schon. Es macht Sinn, den Sinn einer Sache von Zeit zu Zeit zu hinterfragen. Ein Bürger Berlins, der hinterm Berg lebt (von hier aus gesehen), hat seinen Personalausweis erneuert. Er war abgelaufen. Schon ein Jahr lang. Es hat niemanden gestört. Er durfte unbeanstandet hier leben. Das ist hervorhebenswert! Das nennt sich „be Berlin“ und wird vom Regierenden unterstützt gemacht. Besser als die Aktenlage in Berlins Amtsstuben sieht allerdings die Wirklichkeit auf den Straßen, in den Häusern und Außenanlagen der Stadt aus. Man sollte in die Akten besser nicht schauen. Das ist die Erkenntnis dieses langen Arbeitstages. „Und sind die Akten noch so gräuslich, am besten lebt sich’s richtig häuslich.“

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958/10: Nachruf: Gestorben: Loki Schmidt ist tot! – In stillem Gedenken!

Kondolenz Loki Schmidt

(aufs Bild klicken)

Nein, das gefällt mir gar nicht! Das macht mich traurig! Liebe Loki Schmidt, mögen Sie, da wo Sie jetzt sind, in gutem Gewahrsam sein! Helmut wird auch kommen, versprochen! – In Mitgefühl für Helmut Schmidt und tiefem Gedenken an seine großartige Ehefrau Loki! – Spontaner, eigener Gedanken zum Tod von Loki Schmidt heute

An manchen Tagen erfährt man vom Tod eines Menschen und nimmt es zur Kenntnis: Aha! An weiteren Tagen sagt man: Geschafft! Okay! An anderen Tagen drückt man sich verschämt eine Träne weg. Oder mehrere. Oder schluchzt seelisch immer wieder auf, erschrickt, dass das jetzt passiert. Man fühlt einen Verlust. Loki Schmidt ist tot. Heute ist mindestens die Hälfte einer ganzen Ära von uns gewichen. Anderswo haben wir es formuliert, wie es oben einleitend im Text steht. Vielmehr kann man jetzt nicht sagen! Sie wird fehlen! Nicht nur Helmut, auch uns allen! Was wird aus Helmut Schmidt und was wird aus uns allen?

Nein, nein, ein Nachruf, das kann jetzt unter gar keinen Umständen gelingen! Bei uns nur Stille & gute Gedanken an eine „Menschin“ von Format!

957/10: News: Die Neuigkeiten des Tages sind schon alt, uralt. Wir wissen es seit längerem!

– good news, bad news!

Walter R. aus Berlin-Neukölln

Walter R. aus Berlin-Neukölln

1920 wurde Walter R. hier geboren, in dieser Wohnanlage, ach nein, in einem Altbau, der nur noch einzeln hinten im Hof steht, während zur Straße hin ein Neubau 1960 errichtet wurde und im Hof ein zweites Gartenhaus als Neubau. Eben die für diese Zeit so typischen Laubengänge, und manche der Bewohner machen es sich auch gern mal ein bisschen bequem dort, auf dem Laubengang. Die Zeit hat die Gegend sehr geschliffen. Nur Walter R. nicht, der ist fidel, agil, omnipräsent, bei ganz, ganz klarem Bewusstsein. Er hat sein Herz auf dem rechten Fleck und war lange Jahre Taxifahrer (seit 1959). Heute ist er Rentner. (Geschichtlicher Augenblick – Berliner Lebenslinien, auf mugshooting.de – Fotoblog hier)

Das Walter R. aus Neukölln einmal -und zwar heute- insgesamt neunzig Jahre seines Lebens im selben Haus wohnt, war seinerzeit noch nicht auszudenken. Vor längerem hat der Berichterstatter einen ausführlichen Lebensbericht über das Leben des Walter R. aus N. aufgeschrieben. Heute nun gratuliert gesichtspunkte.de Walter R. recht herzlich zum 90.tigsten Geburtstag. Dem damaligen Bericht kann man wenig hinzufügen, er ist Referenz einer gewissen Art von Ehrerbietung, die wir Walter R. entgegen bringen. Bis heute und gerade deswegen. China ….

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956/10: Multikulti: Heißt Multikulti in Wirklichkeit Muttikult? Oder was soll das?

icon Internationale

China - Land des gefrorenen Lächelns!

China - Land des gefrorenen Lächelns!

 China bleibt in der Diskussion über den diesjährigen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo hart. Die Entscheidung des Nobel-Komitees, den Preis an den inhaftierten chinesischen Dissidenten zu vergeben, habe keinerlei Einfluss auf das politische System und das Gremium zeige zudem „keinen Respekt für Chinas Justiz“, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag. Wer versuche, das chinesische System zu ändern, begehe einen „riesigen Fehler“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums in Peking. Viele Politiker nutzten die Entscheidung des Komitees, dem inhaftierten Oppositionellen den Friedensnobelpreis zuzuerkennen, „um China anzugreifen“, fügte Ma Zhaoxu hinzu. Indem die Regierung in Norwegen, wo das Nobel-Komitee tagt, diese „falsche Entscheidung“ unterstützte, habe sie sich dafür entschieden, „die bilateralen Beziehungen zu ruinieren“. (Quelle: Kleine Zeitung, Österreich vom 12.10.10, Link am Ende des Artikels)

Nein, nicht nur Politiker! Niemand will und darf das politische System von China -bspw. aus Deutschland- ändern. China sollte aber seinen …

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955/10: FotoPodcast: In manchen Einrichtungen ist der Beschilderungswahnsinn komplett! #Schilderwahn

Antje Jackisch - Bitte die Tür ranziehen...

Antje Jackisch - Bitte die Tür ranziehen...

Wo bleibt eigentlich der zivile Ungehorsam? In Stuttgart haben wir doch Vorbilder, oder? Am Bahnhof funktioniert er noch. Und dort? Du gehst in ein Krankenhaus und alles voll mit Schildern, Hinweisen und Texten, die du lesen sollst. Über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus, im Laufe der Zeit ergänzt durch Mitarbeiter des Krankenhauspersonals. Und irgendwann bekommst du eine richtiggehende Wut, reißt alle ergänzten Beschriftungen laut randalierend von der Wand und brüllst in die Flure: „Ich bin doch nicht blöd, Mann!“

Wenn man nur einen Moment länger, als man meint, nachdenkt, kommen Schilder wie das hier nun wirklich nicht dabei heraus. Antje Jackisch war heute in einem Krankenhaus, aus einem unschönen Anlass, der hier nichts zur Sache tut. Als sie nun heraus kommt und ihr Digitalfotowerkzeug säubert von den digitalen Sammlerstücken eines Nachmittags im Krankenhaus, ist sie überrascht. Sie hat eine Bilderserie mit vielen, vielen Fotos geschossen, die die Beschriftung mit Hinweisen, Verhaltensmaßregeln und dergleichen betreffen. Nur allein die Beschriftung in einem Krankenhaus zu fotografieren, das wäre noch nicht so fatal. Schlimm wird es erst, so der Eindruck von außen, wenn das Personal in diesen Einrichtungen versucht Regeln zu entwickeln, die das ohnehin vorgeschriebene, deutliche Beschriften (wie z.B. mit Etagen- und Fluchtwegplänen) noch ergänzt. Anstatt einfach mal einzugestehen: Es gibt eine Menge Dumpfbacken, und es nützt auch nicht so viel, noch zusätzliche Hinweise aufzuschriften. Wenn man sich den hier Gezeigten ansieht, wird deutlich: das ist nicht einmal für „halbwegs normale“ Menschen klar verständlich!

Merke: Manchmal ist weniger mehr. Nicht alles im Leben lässt sich super beschriften. Der Fotografin rufen wir -schon etwas legasthenisch, aber reimend, zu: Dantje, Antje! Gut gesehen! Und alles Gute!

954/10: FotoPodcast: Herbst (von Heinz Erhardt und mit einem Foto von Wolfgang Rügner)! #Berlin inside

Wolfgang Rügner: Herbstzeit (von Heinz Erhardt)

Wolfgang Rügner: Herbstzeit (von Heinz Erhardt)

Banner FotocreditsDanke, Wolfgang Rügner!


Trude Herr und Heinz Erhardt – Fahrschule – (via Youtube)

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953/10: Linktipp: Die Kreuzberger Chronik zeichnet die Momente des dortigen Lebens nach! #Lesetipp

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 Die Oranienstraße im Herzen Kreuzbergs: „O wie Orient und Olive, O wie Opium, Osmane und Ouzo. In der O-Straße gewinnt jeder Oberwasser, der offensiv obrigkeitsfeindlich eingestellt ist“ – so schwärmt das Septemberheft der Kreuzberger Chronik. (Ulrich Stock, Die Zeit, 40/2000 – Artikel „Wieder ´ne Vereinigung‘) Oder -wie es IDEAL in „Berlin“ besang: “ „Im Affenzahn die Rolltreppe rauf, zwei Türken halten die Beamten auf. Oranienstraße, hier lebt der Koran, dahinten fängt die Mauer an.“

Dass die Linkhaftung in Deutschland auf dem vermutlich inzwischen gerade abgearbeiteten Prüfstand des Bundesgerichtshofs stünde, hatten wir neulich berichtet. In Kreuzberg allerdings schreibt dagegen schon seit 1998 die Kreuzberger Chronik an und die Website ist hier unten verlinkt.

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952/10: Linktipp: Hedonistische Befreiungsarmee auf Wohnungssuche in Berlin – zu teuer! Knackich, aber nackich!


Hedonistische Wohnungsbesichtigungsrallye – Uservideo von anonymen Youtube-Nutzer (via Youtube) – Soundtrack von Synapsenkitzler

Ne, klasse, unser Beruf bietet so ziemlich alles, was sich ein Mensch von seinem Beruf wünscht. Der Spiegel hat am 18.10.2010 unter der Überschrift „Nackte Subjekte in begehrten Objekten“ folgendes -auszugsweise- gemeldet:

Münchner Preise für Berliner Apartments – das wollen sich empörte Hauptstädter nicht gefallen lassen. Polit-Aktivisten haben die Form des Wohnungs-Flashmobs bis auf ihren Kern entblößt. Sie tanzen nackt durch teure Mietobjekte, um Makler und Eigentümer zu erschrecken. (Quelle: DER SPIEGEL, online)

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951/10: Linktipp: Es gibt jetzt nicht nur den Time Warp, sondern auch eine Time Map, von Berlin – Baby Love

Screenshot shoothill.com (Quelle: Homepage)

Screenshot shoothill.com (Quelle: Homepage)

Die Streusplitter dieses Tages sind mannigfaltig: Eine Website bietet eine TimeMap Berlin zum Anschauen an, das ist lecker und zukunftsträchtig, selbst wenn sich das Betrachten ausschl. in den früheren Zuständen längst verflossener Zeiten abspielt. Man kann die gute alte Zeit noch einmal Revue passieren lassen. Die amerikanische Ausnahmesängerin Jocelyn B. Smith gab am Samstag ihr 25-jährigen Bühnenjubiläum an einem einzigen Abend zutreffend wieder! Das Quasimodo war proppenvoll!

Okay, bislang gab es keinen Anlass für den gewöhnlicher User, das Microsoft-Produkt SilverLight zu installieren. Seit heute ist das anders. Denn schon seit längerem geistert in den Berliner Köpfen von Format die Idee herum, durch Berlins Straßen zu lustwandeln, und das nicht nur am Lustgarten. Gerüchteweise hörten wir davon, dass an der TFH Berlin solche Projekte am Start sind, aber weder wissen wir, welchen Fortschritt diese über die letzten Jahre genommen haben und ob sie überhaupt über den studentischen Vorhaben-Status hinaus gelangt sind. Insgesamt gesehen ist das Projekt noch recht einfach und keine große Innovation. Hier wünscht sich der Lustwandler Ergänzungen, PlugIns und 3d-Brillen aus Pappe oder Plastik zum Aufsetzen, um endlich einmal ganz wie früher zu promenieren an Berlins wichtigsten Plätzen und zu jener Zeit, als Berlin noch „knorke“ war. Multimedia: Stell dir vor, es ist Cyberzeit und alle gehen hin. Ins Berlin von 1869, 1893, 1926 oder 1957.

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950/10: Twitter Wochenschau: 2010-10-17

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