„Es sind die Zweifel, die die Menschen vereinen. Ihre Überzeugungen trennen sie.“ (Sir Peter Ustinov)
Ein jeder fasse seinen persönlichen Rumpelstilz beim Schopfe und ersticke ihn sogleich. Rettet den Hausfrieden! Hört auf, miteinander zu streiten. Echte Nachbarschaft kann nur gelingen, wenn die Menschen sich nicht über Dinge streiten, die nebensächlich sind im Vergleich zu den vor uns liegenden Aufgaben, um sie zu retten: den Hausfrieden, den Cyberfrieden, den Weltfrieden und das Weltklima, ach, und was weiß ich! Die BZ titelte gestern: „Sind wir Schland oder Sarrazin!“ – Die Frage ist gut gestellt: Vermutlich sind wir beides nicht, und gut so! Peter Ustinov hat es gesagt. Man muss auch mal zuhören können!
Bedeutet Musik aus den Seventies zu hören, einen schlechten Musikgeschmack? #Sinnfragen
Allerdings: Der Aushangschreiber hat keine Ahnung und outet sich als drömeliger Schlecht-Geschmäckler. Denn in Berlin ist längst unumstritten und stets ausgebucht, wenn die einzige funktionierende Disko-Lokomotive Disco Inferno Berlin im Quasimodo aufspielt. Dem Empfänger dieser unwillkommenen Nachricht können wir daher echte Lebenshilfe anbieten. Bitte diesen Link aufsuchen (gilt nur im September 2010), Karten besorgen für den 03. oder 04. September 2010 und die alte Bauernregel beherzigen: Buchen sollst du suchen! In diesem Falle Karten für zwei der besten Unterhaltungskonzerte im Monat September 2010 im Quasimodo. Zur Einstimmung auf den Diskoseptember auf Seite 2 der korrekte Kulturquerverweis via Youtube. Hoher Funfaktor!
Der Alltag hat uns wieder ein. Die Hausverwaltung bearbeitet ganz normale Sachen. Wie jeden Tag. Die Schulferien sind zu Ende. Viele sind wieder da.
Der Datenschutz
Auch Frau Dr. Zander (* Name geändert), die mit uns in keinerlei Beziehung steht. Sie ist Ärztin für Radiologie in Berlin. Heute erreicht uns der CT-Befund (Computertomographie) für Ilse Hochmayer, geboren am 17.12.1941. Sie hat eine „unklare Genese“, normal dimensionierte Herzhöhlen, aber keine größeren myokardialen Narben, die man abgrenzen könne. Sie sei ein „ausgeglichener Versorgungstyp“.
Wir fühlen uns als Hausverwaltung ein, so gut wir können. Nicht alles verstehen wir gleich richtig. Inzwischen ist sogar uns klar geworden, dass dieses Telefax ein Irrläufer an unsere Hausverwaltung ist, der unsere Kernkompetenzen, nicht die Kernspin-Tomographie („des Grauens“) bei weitem übersteigt. Und auch das Maß dessen, das uns etwas anginge. Der Datenschutz der Patientin ist verletzt. Ein Refax mit diesem Hinweis hat die Klinik nun, die solche Befunde per Fax absetzt, eine geläufige Praxis, haben wir schon häufiger gehabt.
Es ist gut, wenn du weißt, was du willst, wenn du nicht weißt, was du willst, ist das nicht so gut! (Extrakt aus einem Lied der Band Ganz schön feist)
Zuallererst: Was wir hier heute einmal in Kurzform vorführen, ist ein echter Internetklassiker und schon seit Jahren bekannt. Ein irgendwie verwirrend schönes Pärchen, vermutlich schon etwas höheren Alters, ruft auf einem Anrufbeantworter an. Diese Art Anrufe sind gelebter Alltag für jene Menschen, die ihren Arbeitsplatz in der Haus- und Grundstücksverwaltung haben. Es ist die Natur der Sache an sich -!!!-: Hausverwalter können sollten lieber auch gar nicht rund um die Uhr erreichbar sein. In einem harten Arbeitsleben wie diesem muss man sich auch mal verstecken dürfen.
Z.B. vor vollkommen verwirrten Anrufern, die es tatsächlich öfter gibt, aus ganz unterschiedlichen Gründen:
Man kann den Text auch per Mail an streetview-deutschland@google.com versenden – ich empfehle allerdings, entweder einen Brief zu schicken oder in ein Museum einzubrechen und den Widerspruch per Fax zu senden: auf traditionelle Weise vorgebrachte Offline-Meinungen zählen offenbar mehr als Online-Meinungen. (Sascha Lobo im dazugehörigen Artikel, Link unten)
Von wegen „Schweigen der Lämmer“. Jetzt „das Lachen der Hühner“. Sascha Lobo hat was vorgelegt, und Sascha Lobo ist so was wie Netzverstand, wenn auch mit bunten Haaren. Der Mann hat Ahnung und lebt momentan im Web 2.5, Web 3.0 erwartend. Das ist mit Einführung von Google Streetview bereits beabsichtigt. Dass die Bundesministerin jetzt Widerspruchsschreiben empfiehlt, um sich gegen die Digitalisierung der Welt zur Wehr zu setzen, hat folgenden Entwurf eines Widerspruch-Widerspruchs befördert.
Eingebettet von Sascha Lobo (Link unten)
Der Widerspruch gegen die Widersprüche anderer Menschen: gesichtspunkte.de findet die Idee „knorke“ (berolinisch für dufte). Hoher Humorfaktor. Und vermutlich eine etagenweise Verpixelung von individuellen Wohnungsaußenfassaden. Wir haben hier schon über das Abfallprodukt „google cake view“ berichtet. Braucht google da nicht Sachverstand von kundigen Verwaltern? Wir kennen da welche…
Nero Brandenburg, der Profi DJ (Quelle: Nero Brandenburg)
Nero Brandenburg ist vielen Berlinern ein fester Begriff. Der Radio-, Live- und Unterhaltungsmann („Dingeling“) ist inzwischen im hochverdienten Ruhestand, allerdings noch aktiv. Nero Brandenburg, mit Herz & Schnauze Berliner, liebenswert, ein „Berliner Urgestein“ und Mitglied einer aussterbenden Spezies: Die Berliner Radioleute vom Schlage eines Nero Brandenburg, eines Lord Knud (Schlager der Woche) und vieler anderer mehr. Früher waren Radiomoderatoren fast Popstars. Heute gibt es „zu viele“ Sender. Auch Moderatoren werden verwechselbarer. Einige fliegen raus, wenn sie nicht genug mainstreamartig sind. Von wenigen Ausnahmen abgesehen.
Rinjehaun – Berlinerisch für Anfänger – via Youtube
Die regelmäßige Berichterstattung über Berolinismen auf gesichtspunkte.de macht die Aufnahme dieses Videos in unseren Quellennachweis unbedingt erforderlich. Gehört hierhin!
Zuweilen benötigt man nicht mehr als fast neun Minuten, um den Lärm der Welt im Übrigen zu vergessen!
Wie sieht eigentlich Berlin aus, wenn wir mal die Augen zu machen und „unsere Stadt“ vor dem geistigen Auge Revue passieren lassen? Und was würde wohl Franz Liszt dazu für eine Musik inszenieren in unserem musikalischen Vorstellungsvermögen?
Den Versuch einer (recht gelungenen) Antwort darauf gibt es heute hier als fast neunminütiges Video. Sehenswert.
Nachdem Ilse Aigner (Bundesministerin) immer fragwürdiger kritisch nachfragt, was es mit Google Street View auf sich habe, wir berichteten, sickert langsam durch, dass google auch weitere „Schwesterprodukte“ ins Leben rief. Wie dem Beweisvideo (ausgestrahlt auf ZDF) unmissverständlich entnommen werden kann, gehen dieser Tage Datensammler durch Deutschlands Haushaltungen und digitalisieren Wohn-, Schlaf- und Nebengelass.
Google Street View liefert die Bilder einer englischen Stadt und auf dem Bürgersteig liegt ein totes Mädchen. Sie ist diejenige, die Benutzer des neuen Dienstes zu sehen bekommen, wenn sie die Straße via Webbrowser ansurfen. So ein Bild nennen inzwischen einige: „Google Street Bombs“.
In der Tat gibt es einige solche Bilder, wo, ist hier am Ende beispielhaft verlinkt. Und es stimmt, was George Orwell in seinem Roman „1984“ einst schrieb: Es gibt diesen Televisor, der online verdrahtet ist. Er schaut dir mitten ins Gesicht, gleich zu welcher Tages- oder Nachtzeit das von Interesse ist. Ob du gerade popelst oder sich zwei an verbotenen Körperzonen betatschen. Um die Ecke biegt der Wagen. Alle hacken auf google ein. Was Microsoft kürzlich präsentierte, ist auch nicht von schlechten Eltern und wird in der Fachwelt beklatscht, von Datenschützern aber nicht einmal bemerkt. Microsoft hat eine Entsprechung in seiner Infrastruktur und die heißt nicht umsonst: BING! Bbbbbinnnngggg!