3063/15: Nachruf: Egon Karl-Heinz Bahr (* 18. März 1922 in Treffurt; † 20. August 2015), Urgestein der SPD

Nachrufe

Trauerkerze

170px-Bundesarchiv_B_145_Bild-F055062-0011A,_Köln,_SPD-Parteitag,_Bahr

Viele hielten Egon Bahr für einen Politiker. Mehr als das war er,  vielleicht Architekt, so sagt man. Er gilt unter der  Dienstherrschaft seines Dienstherrn Willy Brand als „Architekt eines ganz neuen deutsch-deutschen Umgangs“. Mit dem Wandel durch Annäherung hat summa summarum Egon Bahr (wie Willy Brandt, dessen Kniefall in Warschau symbolhaft war) mehr für die deutsche Einheit getan, als jeder rechte Falke. Eine Einordnung in die deutsche Geschichte ist beschlossene Sache.

Er konnte Geheimnisse hüten, wenn es erforderlich war. Zutiefst aufrichtig, aber auch verschlagen vertraulich und der Sache gegenüber stets dienstbeflissen. Heute verfassen wir einem der letzten echten Sozialdemokraten einen Nachruf. Allerdings weniger einen beruflichen aus journalistischem Auftrag. Sondern aus freiem Herzen. Es gibt ja nur noch wenige von den alten Sozialdemokraten. Welche, die in der Tradition der Partei stehen, so wie Willy Brandt einer war. Helmut Schmidt wird uns bald fehlen, wie kaum ein anderer.

Sozialdemokraten, an die wir uns gern zurückerinnern und an ihr Werk. Egon Bahr war so einer. Einer, der über Parteigrenzen hinaus hoch geschätzt war bei Freund wie Feind. Das liegt daran, dass er die Welt bewegt hat, im großen wie im kleinen, er war ein Strippenzieher, hat nie Aufhebens gemacht um sich selbst und um seine Selbstdarstellung, immer ganz nahe dran an der Sache selbst.

Egon Bahr war vielleicht der Emissär seines Herrn, seines jeweiligen Dienstherrn. Und wurde steinalt. In einem gesegneten Alter von 93 Jahren zu sterben, das kann auch heißen: Aufgaben erfüllt, wegtreten. Danke, Egon Bahr, Du helles Licht der Demokratie. Mir wirst Du fehlen, ich denke immer gern an Dich.

Dafür diese kurze Kerze. Mein virtuelles Bekenntnis zu Egon Bahr.

Berufene Nachrufe hier wie da wie dort, waren auch zu lesen.

1889/13: Historie: Früher hatte die Presse eine eindeutigere Meinung! Vom Gammeln, Herumlungern, Hungern!

Historie

_banner.Der.Historiker


Gammler – Westberlin, früher, dem Volk auf´s Maul geschaut

Haschisch, Koks und Meskalin für ein freies Westberlin! („Gammlerlosung“, früher, oft gehört) #Erinnerungen

Früher hatte die Presse eine viel eindeutigere Meinung. Was Randthema war und was Nischenthema, ganz klar. Der liebe Sendeauftrag. Beispielsweise, dem Volk aufs Maul zu schauen, war vornehme Pflicht, dem Volke im großen ganzen Gehör verschaffen. Oder war´s gar nicht die Presse, die derartiges aufzuzeichnen und auszustrahlen hatte? War die Presse der Chronist, Berichterstatter?

Peter Fleischmann vom Bayerischen Fernsehen drehte den Film, von dem hier Ausschnitte zu sehen sind. Ein beeindruckendes Dokument der Zeitgeschichte.

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1341/11: Personen: Michael T. Glaser erzählt von „Weinbrandt-Willy“ Brandt, Franz Josef Strauß und lauter Schnurren #Kneipe

 
Das kann doch unseren Willy nicht erschüttern: Willy Brandt im Statement!  (via Youtube)

Diese Person des öffentlichen Lebens habe ich gestern in einer Berliner Eckkneipe in Berlin-Wilmersdorf, Blissestr., aufgenommen. Sie war eingedenk ihrer Popularität auf mein Nachfragen hin mit einer Veröffentlichung einverstanden. Politik muss ja bekanntlich Gehör bekommen. Aus aktuellem Anlass zum Berliner Wahlkampf hier der passende Wal: Der Titan der Berliner Bürgermeister: Willy Brandt!

Früher war Michael T. Glaser, der von sich sagt, er habe eine führende „6“ im eigenen Lebensalter, von Beruf Kaufmann. „Ich war immer Vertriebler“, sagt er, und so ist es noch heute. Jetzt verkauft er ein System namens „Hausnotruf“. Das ist ein Gerät so ähnlich wie ein Anrufbeantworter. Es hat einen roten Buzzer! Da draufkloppen, wenn Not am Mann ist und es baut sich eine Verbindung zur Störungszentrale auf. Für monatlich 24,36 € gibt es das Gerät. Es hilft alten Menschen, die allein sind. Gute Idee: bisschen Sicherheit, Lücken schließen, Hilflosigkeitslücken!

Ansonsten erinnert sich Michael T. Glaser auch gern an „Weinbrand-Willy“, wie er im berolinesken Jargon der Lästermäuler gern genannt wurde: den unsterblich gewordenen Mythenmann und Berliner Bürgermeister, späteren Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt.

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