Skurril: Gedichte von Wilhelm Busch bekommen einen ganz neuen Zeitgeist – durch Schweinegrippe

Skurril - frei nach Wilhelm Busch

Skurril - frei nach Wilhelm Busch

Eine Geißel der Menschheit ist Zwangsvollstreckungsmissbrauch… von der Made im Speck

Prognosen

Ein ungenannt bleibender Wahrsager flüsterte uns seine Prognose zu, damit wir besser im Bilde blieben, wie die Sache weiterginge.

Dies Leben ist eines der härtesten. Es geht ums Überleben in einem auskömmlich gestalteten Sozialstaat weitgehender Ausprägung und um Schlupflöcher, Nischen, unbekannt bleibende Wissensstände. Ein Zwangsvollstreckungsschuldner treibt seinen Schabernack mit „Gott und der Welt“. Wie viele Leben hat ein Mensch, der ums Überleben kämpft? Wie viele Köpfe? Wie viele Gesichter? Die unbestechliche Antwort: viele, sehr viele.

Er hat seine Miteigentümer gravierend geschädigt. Sie haben Forderungen gegen ihn in einer sechsstelligen Größenordnung, allein weil er sein Wohngeld nie gezahlt hat. Dass er dafür verklagt werden musste, liegt auf der Hand. Und nun kann man sich mit den Schuldtiteln über Tausende EURO Wohngeld z.B. das Wohnzimmer tapezieren. Die Forderungen sind uneinbringlich, jedenfalls derzeit. Er wohnt kostenfrei, seit Jahren. Beteiligt sich nicht an den Kosten, die er selbst verbraucht für Wasser, Hausstrom und Heizung. Auch nicht an allen anderen Kosten. Das zahlen jetzt diejenigen mit, die seinen Ausfall refinanzieren müssen. Als Wohnungseigentümer sind sie, die restl. dreißig anderen Eigentümer einer Wohnanlage in Kreuzberg, mit diesen „ausfallenden“ Kosten gestraft. Sie -die anderen, der Rest- müssen jeweils das Defizit ausgleichen, dass er hinterlässt. Es sind jährlich allein mehr als 10.000,- EUR. Hinzu kommt: er hat jahrelang alles, was die anderen beschlossen, gerichtlich angefochten. Dazu hatte er zwar kein Recht, aber das störte ihn nicht. Das alte Wohnungseigentumsgesetz machte es ihm leicht. Er konnte ohne Anwalt klagen, und verloren hat er sie alle, diese Verfahren, die stets ausgehen wie das Hornberger Schießen. Der Antragsteller verliert, eine Erstattung eigener Rechtsanwaltskosten erfolgte regelmäßig nicht. Und selbst, wenn man das neue Recht schon gehabt hätte. Dann hätte man zwar einen Titel bekommen, wonach der Unterlegene die eigenen Rechtsanwaltskosten zu zahlen hat. Nur hätte er sie nicht bezahlt.

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Buchbesprechung: Das Energiesparbuch der Stifung Warentest (Neuerscheinung)

Buchbesprechung

Buchbesprechung

Zitat Literatur? Da wird mir übel!“ (Nina Hagen, Song Aufm Bahnhof Zoo im Damenklo, 1978)

Gleichwohl: Gegen Übelkeit kann mindestens helfen, deren Gründe zu erforschen. Übelkeit, das muss nicht sein. Denn jetzt gibt es ein neues, aufklärerisches Pamphlet gegen die alltägliche Energieverschwendung in Haushalt, Umwelt und überhaupt. Die beiden Autorinnen Monika Götze und Gudrun Pinn haben im Verlag der Stiftung Warentest (ISBN 978-3-86851-005-8) „Das Energiesparbuch“ -soeben, brandneu- veröffentlicht. Wir riechen noch die Druckerschwärze unseres Besprechungsexemplars.

Energiesparbuch Buchcover (Quelle: Stiftung Warentest)

Energiesparbuch Buchcover (Quelle: Stiftung Warentest)

Die beiden Autorinnen stellen in ihrem Vorwort dann auch den mit Sicherheit zu erwartenden Anstieg der Energiepreise voran und verweisen auf erinnerbare Zeitenwenden, wie 1973 die Ölkrise mit bundesweiten, ersten Fahrverboten und den drastischen Anstieg der Energiepreise um die Jahrtausendwende. Das Bewusstsein, Energie sei auch endlich, veranlasst sie, auf das gewachsene Bewusstsein der Bevölkerung hinzuweisen, die nun aber zuverlässige Ratgeber benötige. Zuletzt ist es sicherlich das aktuell eingeführte Glühlampenverbot, dass auch für emotionalen Zündstoff sorgt.

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Zitat des Tages: Kurt Tucholsky erklärt uns das Wort ‚Verve‘

Sachen gips, die gips ja gar nicht!

Zitat Ja, das möchste: Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse, vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße […] eine süße Frau voller Rasse und Verve, und eine fürs Wochenend, zur Reserve.“ – Kurt Tucholsky, Das Ideal, 1927

Kurt Tucholsky hat mit diesem Spruch eine häufig verwendete, abgewandelte Berliner Redensart mitgeprägt, die Hausverwalter gut kennen. Während der Zeiten großer Wohnungsnöte in Berlin und einem großen Bedarf nach bezahlbaren Mietwohnungen war der Spruch gar nicht mal so selten, und er lautete sinngemäß so: ‚Ey, hast Du Connections zu Wohnungen? Ich suche ne schöne Zwei-Zimmer-Wohnung (nicht -Raum-, das war DDR-Jargon) für 150,- Mark monatlich, inklusive Betriebskosten, Fußbodenheizung, 70 m², vorn raus den Grunewald, und hinten den Kudamm.‘ Womit gleich klar ist: Eine derartige Wohnung hatte niemand in seinem Vermietungsportfolio.

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