71-09 – Das hüpfende Komma ist der springende Punkt – in Adressdatenbeständen

Positionen

Der springende Punkt
Der springende Punkt

‚Mode ist so hässlich, das sie alle halbe Jahre geändert werden muss,‘ hat -glaube ich- Karl Lagerfeld mal gesagt. Nichts anderes gilt für die eigenen Kontaktdaten eines gewöhnlichen, biederen Verwalters. Von ausschlaggebender Bedeutung für den Erfolg unserer Berufskollegen dürfte die allumfassende, tagesaktuelle Pflege der ständig verfügbaren Stammdaten sein. In den letzten zehn Jahren hat sich deren Umfang noch erweitert. Wir haben mindestens drei Telefonnummern, privat, beruflich und auch Handy. Hinzu kommt: eine Faxnummer ist nicht schlecht, eine Mailadresse ist noch besser. Wir sind im Internet präsent, also ist eine Homepage interessant und eröffnet zusätzliche Informationsmöglichkeiten. Ganz zu schweigen vom Getwittere, auch in sozialen Netzwerken wie XING, StudiVZ, SchülerVZ, facebook und so. Dass es davon so viele gibt, ist gar nicht so nützlich. Wäre doch in dieser Hinsicht alles so monogam wie unsere immerwährende Liebe zum Suchmaschinengiganten google, dem allein wir zutrauen, unsere Augen zu lenken, auf das wir richtige Websites und Ergebnisse finden. Ist man eigentlich mit dem Verlinken auf google auch für alle weiteren, dort aufgefundenen Suchergebnisse verantwortlich im Rahmen der Hamburgischen Linkhaftung? Oh Gott, mir wird schlecht, allein bei dem Gedanken.

Die beträchtliche Arbeit, die die ständige Pflege von Daten macht, hat die Menschen müde gemacht. Sie teilen uns Änderungen vielfach auch gar nicht mehr richtig mit. Sie ändern zum Beispiel was, um den Kreis derjenigen wieder zu verkleinern, der überhaupt berechtigt sein soll, noch Informationen über Kanäle zuzusenden. Ein stiller, unauffälliger Kunde, wie beispielsweise die Zahnärztin Jutta Möchel (* Name von der Redaktion geändert) aus Schöneberg kann sicher sein, dass wir seine Kontaktdaten jahrelang nicht anfassen. Angelegt wurde dieser Beispielkontakt am 25.01.07 in dem betreffenden Adressbuch. Am 29.06.09 (! endlich) fällt uns bei einem nun sporadischen Kontakt auf, dass wir die Adresse einmal überprüfen müssten. Wir bekommen auch eine Email, die allerdings an eine falsche Emailadresse geht. Als wir darauf antworten, kommt unsere Email vom Postmaster zurück, wird angemeckert. Wie das wohl sein kann? Wir haben die Adresse nach unseren Recherchen richtig am 25.01.07 angelegt, und die Kundin wurde auch schriftlich auf die richtige Benutzung unserer Emailadressen hingewiesen. Nun haben wir einfach die gesamte Zeit über nicht einmal ge-emailt.

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70-09 – Berlin ist nicht New York und umgekehrt…

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Logo der New York Times (quelle: nytimes.com)
Logo der New York Times (quelle: nytimes.com)
Der digitale Detektiv
Der digitale Detektiv

Zitat Hidden restaurants seem to be flourishing in Berlin, a city that prizes its secret corners and artsy subcultures.‘ (New York Times sieht versteckte Restaurants in Berlin sogar florieren! – Wer hätte das gedacht?) 

Interessant, interessant: Berlin ist nicht New York, aber das hält die Amerikaner nicht davon ab, über Hauptstadtgeheimnisse ausgiebig zu berichten. Über twitter.com wurde uns von einem ‚vertraulichen Informanten‘ (sic) zugetragen, dass in Berlin ‚hidden restaurants‘ sein sollen. Der ganze Artikel in der New York Times ist hier zu finden. Siehste, haben wir Berliner wieder mal was von den Amis gelernt. Also: Augen auf, sonst übersiehst Du die heimlichen, versteckten Restaurants am Ende noch.

67-09 – Michael Jackson ist tot. Ruhe in Frieden!

Ruhe in Frieden, Michael Jackson

Michael Jackson ist tot und die Nachrichten dazu sind heute nirgends  zu überhören. Zwei wichtige Personen der Musikgeschichte sagen, neben vielen anderen, Dinge, die uns die Rolle des Ausnahmemusikers Michael Jackson in Erinnerung rufen. Die lebende Musikerlegende Quincy Jones, Produzent mehrerer Alben und selbst überaus erfolgreicher Musiker in vielen denkbaren Kategorien von Orchester- und Jazzmusik, sagte zum Tod von Jackson:

Zitat Ich bin tief erschüttert, ich habe meinen kleinen Bruder verloren – und ein Teil meiner Seele ist mit ihm gegangen.“ (Quincy Jones, Musikproduzent)

Die Popikone Madonna sagte:

Zitat „Ich kann nicht aufhören zu weinen. Ich habe Michael Jackson immer verehrt. Die Welt hat einen seiner größten Künstler verloren, aber seine Musik wird für immer bleiben.“ (Madonna)

Wenige andere Menschen und ihr Ableben führen bei Suchmaschinen wie Google, google news, zum koordinierten Überlaufen und Abschalten der Kapazitäten. Google News ging aufgrund der explosionsartigen Anfragen aus der weltweiten Fangemeinde in die Knie und schaltet sich ab. Die Systemadministratoren gingen von einem koordinierten Hackerangriff aus. Doch weit gefehlt: Es ist nur Michael Jackson gestorben, weltweit. Die Sängerin Celine Dion sagte:

Zitat „Ich fühle mich wie beim Tod John F. Kennedys.“ (Céline Dion, Sängerin)

(Quellen: tmz.com, spiegel.de)

gesichtspunkte.de befasst sich redaktionell nur in Ausnahmefällen mit dem Weltkulturerbe, und selbst wenn Dresden gestern die Einstufung als solches verloren hat, weil die Dresdner eine Brücke brauchen, gehört doch das vorzeitige, viel zu frühe Ableben von Michael Jackson zu den noch erschütterlichen, tragischen Momenten, die wir erinnerungshalber wenigstens streifen und erwähnen wollen. Einen weiteren Berliner Nachruf auf den Tod des ‚King of Pop‘ fand gesichtspunkte.de heute Morgen bereits auf dieser Website.

R.I.P. – Rest in Peace, Michael.

66-09 – Zitat des Tages: Die Weltwirtschaftskrise

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Rüdiger Lange, Berliner Filosof (hiermit zugleich gegrüsst)
Rüdiger Lange, Berliner Filosof (hiermit zugleich gegrüsst)

Auf dem Blog ‚Nutzloses Wissen‘ – Chroniken eines Surfers – stellt Marcus am 02.04.09 fest:

Zitat So, es gibt trotz Weltwirtschaftskrise hier kaum was zu erzählen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Kinder, Garten, Arbeit und ein bisschen mehr Freizeitaktivitäten im Real-Life als noch vor – sagen wir mal – zwei Jahren. Insgesamt fühl ich mich trotzdem wohl.‘

Das Weblog von Marcus liest sich kurzweilig, unterhaltsam und macht Spaß. Einfach mal hinsurfen. Nutzloses Wissen? Ist irgendwie auch ähnlich wie ‚unnützes Wissen‘, von dem im hiesigen Dunstkreis gern auch mal was verbreitet wird. Und hiermit Gruß und Dank an Marcus für viele kurzweilige Beiträge.

65-09 – Heterogenes Auftreten: Der Dachdecker, Industriekletterer & Webseitengestalter

Positionen

‚Hallo, hiermit möchte ich die Kommunikation per email beantragen,‘ schreibt uns der Dachdecker, dessen Namen nichts zur Sache tut. Das liegt schon eine Weile zurück, und wir haben bislang darauf noch nicht reagiert. Heute telefonieren wir noch einmal. Okay, das Gespräch klärt es noch. Wir sehen uns den Vorgang an und unterziehen ihn einer genaueren Überprüfung. Der Grund: Wir halten niemals grundlose Kommunikationsstrukturen vor. Lieber wenige und dafür gute Kontakte, als das Gegenteil davon. Das ist die Grundeinstellung.

Gestern kam auf demselben Kanal des Legalisierungsvorgangs auf der Website gotthal.de eine Initiativbewerbung eines (anderen) Handwerkers, der nun nach einer festen Anstellung sucht. Die Bewerbung kommt in dem Kanal der Legalisierung. Unsere Antwort kam nicht auf selben Weg. Wir beantworteten dem Bewerber seine (unzulässige, aber auch unnötige) Email per SMS, nicht per Email, so: ‚Hallo Eduard Schnitzler (* Name geändert), merci für Initiativbewerbung. Mehr Infos auf http://www.gotthal.de/karriere – alles Gute für weiteren Lebensweg, aus Zehlendorf, gotthal‘ – Gute (vorherige) Netzrecherche beantwortet manche Frage von selbst. gotthal.de weist ja ganz ausdrücklich darauf hin, dass derzeit keine Stellenangebote vorhanden sind. Oftmals sind solche Initiativbewerbungen lediglich die Erfüllung von Auflagen, seine Bewerbungen beim Jobcenter nachzuweisen.  In diesem Fall wären wir also für den Bewerber lediglich eine Art virtueller Mülleimer, weil es ihm nur darum geht, seine Bewerbung einfach los zu werden, egal bei wem sie ankommt. Zufällig -sozusagen- bei uns. Per Email, so sagt man, ist Pflicht und außerdem auch im Spieltrieb des Menschen angelegt? Wer einen elektronischen Kontakt legalisieren möchte, also auf eine Art whitelist geraten will, um sich von Viagra-Anbietern aus Tuvalu zu unterscheiden, sollte seine Initiativbewerbung aber nicht bereits auf diesem, ersten, noch zärtlichen Kanal denkbarer Tuchfühlung mit den Befehlen ‚copy & paste‘  bereits versauen. Und Websites vorher darauf hin untersuchen, ob zum Thema Jobs & Karriere dort schon etwas Sinnvolles steht.  – Sonst werden jedenfalls solche untauglichen Anbahnungsversuche eher als Belästigung empfunden. Ganz anders aber der ganz oben geschilderte Dachdecker, dessen Name wir unzutreffend mit Herr Stadtkönig angeben.

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64-09 – Zitat des Tages: Kurt Krömer

Kurt Krömer, Neuköllner im Beruf, sagt im Interview mit der Zeitschrift Stern folgendes über seinen Vater:

Zitat… ja, es war alles so unterbewusst. Mein Vater war sehr albern und ein Alt-68er. Aber nicht so einer, der intellektuell ist, in WGs gewohnt hat, den ganzen Tag nichts gemacht hat und abends auf Demos gegangen ist. Er ist halt Arbeiter, hat malocht und ist dann auf Demos gegangen. Aber er hatte lange Haare, so einen Sticker von der Alternativen Liste, hörte Bob Marley, Udo Lindenberg und Nina Hagen. Er hat immer zu mir gesagt, pass‘ dich nicht zu sehr an, daher kommt die anarchistische Ader.

Das komplette Interview ist auf der Homepage des Neukölln-Kreuzberger Komikers hier nachzulesen.

63-09 – Das Methusalem Kompott: Eine Kampagne über alte Menschen weitet sich aus….

Kampagnen

Alte Menschen (Kampagne) Quelle gotthal.de
Alte Menschen (Kampagne) Quelle gotthal.de

Zunächst in eigener Sache: Die Bereitstellung von Hyperlinks auf dieser Website unterscheidet sich in ‚interne‘ und ‚externe‘ Links. Einer webweit üblichen Gepflogenheit zufolge, hat gesichtspunkte.de hier durch kleine Icons –interner Link oder früher interner Link (interner Link) bzw. externer hyperlink (externer Link) – stets auch grafisch darauf hingewiesen. Nach längerem Ausprobieren fällt uns eigentlich nicht ein, warum wir diese webweite Gepflogenheit weiterhin auch auf unserer Website gesichtspunkte.de pflegen sollen. Ein Link ist ein Link, und ob er intern oder extern funktioniert, wird der Webbesucher allein durch Mausklick schon herausbekommen. Öffnet sich ein neues Fenster, ist der Link extern. Wird die Seite ohne Fensterwechsel geöffnet, ist es ein interner Link. Die Welt kann so einfach sein. Wir verzichten künftig auf diese Unterscheidung, wollten aber einmal ausdrücklich darauf hinweisen. Doch nun zu etwas viel wichtigerem: Alten Menschen. Menschen, alt wie Methusalem – wir nennen es demzufolge ‚Das Methusalem Kompott‘ (in Anlehnung an eine anderere Geschichte)

In der letzten Zeit hatten wir hier und da auch über das Thema ‚Ältere Menschen‘ in Mehrfamilienhaus-Wohnanlagen berichtet. Wie immer, geht es hier um gute Kommunikation miteinander. Die Bewohner eines Hauses untereinander. In Erinnerung ist uns das Gegenteil guter Kommunikation in den ausführlichen, dramatischen Schilderungen der jugendlichen Fixerin Christiane F. ‚Wir Kinder vom Bahnhof Zoo‘. Es fallen Stichworte wie ’soziale Kälte‘, ‚Isolation‘ und Massenmenschhaltung, die 6oiger-Jahre Wohnmoloche wie Gropiusstadt und ‚Merkwürdiges‘ (Bewohnerjargon) Märkisches Viertel stehen als Synonym für isoliertes, abgetrenntes Leben. Die Kinder in der Gropiusstadt, so schrieb einst Christiane F. unter Mitwirkung von zwei Stern-Reportern nachvollziehbar, mussten langstielige Kochlöffel mitnehmen, um überhaupt an die Fahrstuhlknöpfe der Hochhäuser zu kommen. Wer keinen hatte, musste laufen.

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62-09 – Nachruf: Im Land der untergehenden Sonnen – vom Kneipensterben in Berlin

Prognosen

Schultheiss - typisch Berlin!
Schultheiss - typisch Berlin!

Wir sind in Berlin im ‚Land der untergehenden Sonnen‘. Wie das woanders ist, dazu fehlt mir der ausreichende Horizont. Als Verwalter von Wohnungseigentümergemeinschaften spüren wir (bereits telefonisch) einem Trend nach, den wir anderswo ebenso vermuten. Es geht darum, dass es für uns zunehmend schwieriger wird, geeignete Versammlungslokale für unsere Eigentümerversammlungen zu finden. In Berlin hingen früher überall ‚Biersonnen‘, wie etwa die vom Wimpel des Charlottenburger Pilsner. ‚Engelhardt macht Stängel hart‘, lautete die witzig bemühte Losung von pubertierenden Jungs in den Siebzigern. Oder die Wimpel der Schultheiss-Brauerei, remember?

Sie hießen Sonnen, weil ihre Form an die einer Sonne erinnerte, und für viele engagierte Trinker verhieß diese Assoziation auch in der Tat nur gutes und vielversprechendes. Solche Art Hoffnung weckten die bunten Wimpel, die über vielen Türen hingen. Im Brauereimarkt hat ein riesiger Fusionenkampf angefangen und längst sind viele der vormals berühmten Lokalkolorite untergegangen, verschmolzen und irreversibel ersäuft worden. Selbiges gilt auch für die Berliner Eckstampe. Diese darbt nun besonders nach dem Zick-Zack-Kurs des Berliner Senats ums Rauchverbot und inzwischen fanden Lockerungen statt, wonach Räumlichkeiten unter 75 m², die inhabergeführt sind, rauchen lassen dürfen, alle anderen jedoch nicht.

So absurde Erscheinungen gibt es, dass zum Beispiel in Berlin-Spandau ein Wirt einen Gastraum mit einer dicken Wand hochmauert, um unter die 75 m²-Marke zu springen und in den Genuss der Befreiung vom Rauchverbot zu kommen. Einen anderen, in der Spandauer Bismarckstr. rufen wir heute an. Wir haben dort des Öfteren getagt. Nö, sagt er, das geht nicht mehr. Ich: Wieso? Er: Den Versammlungsraum musste ich abgeben! Ich wusste bislang auch als Immobilienverwalter gar nicht, dass man Kneipen filettieren kann und in einzelne Scheiben geschnitten abgeben, zurückgeben kann. Ja, ja, das Rauchverbot macht’s möglich. Er bestätigt, es ist die eingangs bereits erwähnte Maßnahme. Ein völlig absurder Zustand: Aber es ist Realität.  Wir werden unsere Versammlungen künftig wohl eher in edlen, schicken Hotels veranstalten.

Markenzeichen Schultheiss-Brauerei - Quelle schultheiss.de
Markenzeichen Schultheiss-Brauerei - Quelle schultheiss.de