Hundekackefreie Zone – sanfte Revolution der Hausbewohner

Hundekackverbot

Hundekackverbot

Hundekacke

Das Thema ist ‚eklig‘, ‚widerwärtig‘ und in hohem Maße emotional besetzt. Und doch muss es immer wieder angesprochen werden. Der Mensch verdrängt unangenehme Wahrheiten. Inwiefern ist es aber eine berufliche Aufgabe von professionellen Haus- und & Grundstücksverwaltern, Menschen in dieser Art und Weise an derartige Banalfragen des täglichen Zusammenlebens zu erinnern? Fest steht: der allgemein in Verwendung befindliche ‚erhobene Zeigefinger‘ verfehlt oft seine Wirkung. Denn ein Zeigefinger hat keine Vorbildwirkung. Auch der Stinkefinger übrigens nicht. Die Forderung danach, nun mach doch mal einen Hausaushang zu dem Thema, die kommt manchmal einfach so daher. Und dann müssen wir uns fragen, ob ein Aushang dafür eigentlich der richtige Weg ist? – Denn lieber einen pädagogischen Fingerzeig weniger, als einen zu viel. Derartiges darf nämlich niemals oberflächlich, spießbürgerlich, arrogant oder piefig daherkommen. Die Aufforderung, den Liebsten (den Hund) im Zaume zu halten, ist so überflüssig wie unsinnig. Kann ein kleiner, neu errichteter Schilderwald in einer Wohnanlage (siehe Abbildung) ‚beschissene Gebiete‘ strukturell zurückverwandeln in Wohnanlagen von erquicklicher Schönheit und Lebensqualität? – Antwort: Es kommt auf die Wohnanlage an, was in der einen gut ankommt, gilt in der anderen als unzulässiger Bevormundungsversuch.

Wir müssen uns dem Thema daher also gefühlig nähern und müssen berücksichtigen, dass Ying und Yang aufeinandertreffen: Die Haltung eines Hundes ist auf jeden Fall eine Herzensangelegenheit. Die sich verströmende ‚vollkommene Freiheit von Regeln, Anstand und Normen‘ im bewohnten Großstadt-Miteinander ist aber schlichtweg nicht erlaubt. Aufforderungen zur wechselseitigen Rücksichtnahme richten sich zu Recht an den Erziehungsberechtigten des Hundes. Erziehungsberechtigte sind Erziehungsverpflichtete.

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Wenige, aber durchsetzbare Regeln müssen Hundebesitzer beachten.

  • Innerhalb einer Wohnanlage sind Hunde stets (immer!) anzuleinen, ein freier Auslauf darf hier nicht stattfinden. Für den freien Auslauf müssen geeignete ‚Gebiete‘ besucht werden, die das erlauben. Hunde brauchen das auch!
  • Es ist aktiv vom Hundehalter zu steuern und beständig erzieherisch in Erinnerung zu bringen, dass sich Hunde vor dem Haus, in den Grünanlagen oder auf den Wegen der Wohnanlage nicht -in gar keinem Fall- ‚entleeren‘ dürfen. Versehentliche Malheurs, also Hinterlassenschaften, die ‚mal‘ passiert sind, sind sofort auf eigene Kosten (also ohne Aufforderung) durch den Hundehalter zu beseitigen. Hierfür sind geeignete Werkzeuge bzw. Hilfsmittel (z.B. Tüten) mitzuführen.
  • Tierhaltung bedarf einer gewissenhaften Beaufsichtigung, damit das Tier nicht vereinsamt, sondern festen sozialen Kontakt zu seiner Bezugsperson hat. Stundenlanges alleine lassen geht nicht.

Bekannt ist ferner, dass das Entsorgen von Tierexkrementen eine besondere, Zusatzkosten verursachende Sonderbeauftragung darstellt. Dies führt zur Erhöhung der (umlegbaren) Betriebskosten für alle, auch die übrigen Hausbewohner. Weder Hundebesitzer noch sonstige Hausbewohner sollten derartiges akzeptieren. Hundebesitzer sollten ein selbstverständliches ‚fair play‘ bedenken. Dass immer wieder Hundekot aufgefunden wird, hat etwas damit zu tun, wie sehr uns diese Pflicht neben allem wunderschönen an der Hundehaltung unangenehm ist. Wenn wir hoffen, bei unserer Untätigkeit nicht erwischt zu werden, ist das zwar menschlich erklärbar, aus dem Gesichtspunkt der wechselseitigen Rücksichtnahme aber auf keinen Fall zu dulden. Daher ist ein derartiges in Erinnerung rufen auch ein Aufruf zu gegenseitiger Ehrlichkeit. Nachweisliche ‚Verstößler‘ müssen namentlich benannt werden und nötigenfalls müssen Augenzeugen dies sogar gerichtlich bezeugen Wir können damit eine gemeinsame Atmosphäre gegenseitiger Rücksichtnahme ’schüren‘ und ‚aufrechterhalten‘ – und sogar durchsetzen. Wir machen es einfach den alten Spontis nach, die 1980 ‚atomwaffenfreie Zonen‘ forderten: Wir fordern die ‚hundekackefreie Zone‘! Viel Erfolg.

Hinweis: Dieser Beitrag ist auch auf gotthal.de erschienen.