Skandal in Spandauer Treppenhaus: Brutalo-Elektriker klemmt Mieter raus

Stilblüte Mehrdeutigkeit

Stilblüte Mehrdeutigkeit

Als Stilblüte bezeichnet man handgeschriebene, gedruckte, gelegentlich auch mündlich überlieferte Formulierungen, die durch einen Missgriff in der Wortwahl, Wortstellung oder durch Doppeldeutigkeit ungewollt komisch wirken. Viele angebliche Stilblüten sind Phantasieprodukte. Oder sie sind Berufsjargon. Um letzteren handelt es sich hier offenbar.

Als Hausverwaltung können wir den heutigen Servicebericht des Elektrikers nicht gutheißen, er schreibt uns über seinen Arbeitseinsatz in Berlin-Spandau:

Zitat in der Treitschkestr. 9 (* Straßenname geändert) ist folgendes von unserem Techniker festgestellt worden: Sprechanlage blockiert, durch Abklemmen von Anlagenteilen Fehler eingegrenzt, Fehler in Whg. Gülhan (* Name geändert) (nicht anwesend), Gülhan raus geklemmt, Anlage funktioniert.“

Auch Elektriker müssen mehr Feingefühl beweisen. Mieter raus klemmen, das geht gar nicht. Nicht vergessen: Vom Einsatz mancher Handwerker schließen Kunden von Hausverwaltern auf ihre Auftraggeber.

Hinweis für Seiten- und Späteinsteiger in die elektrischen Lehrberufe:
Seit 1968 ist die deutsche Musikerformation Guru Guru aktiv. Schon 1974 besang die Band um den Schlagzeuger Mani Neumeier in einem ihrer berühmtesten Songs ausgiebig den ‚Elektrolurch‘. Okay, hat jetzt nicht direkt was mit Verwalteralltag zu tun, dafür aber umso mehr mit ‚die Elektrikers‘. Attend: Ab 05:19 kommen die wesentlichen Lyrics, die allein zur Fortbildung der elektrotechnischen Berufe hier hineingestellt wurden. – Merke: Mieter niemals raus klemmen!

Ein starker Gegenwind zur richtigen Kostenverteilung in Spandau.

Das Leben der anderen...

Spandauer Bahnhof (Quelle: mugshooting.de)

Spandauer Bahnhof (Quelle: mugshooting.de)

querverweis.auf.gotthal.de

 

Die Versammlung in Berlin-Spandau ist sich fast einig. Die Jahresabrechnung datiert vom 30.04.09 und heute soll über ihre Genehmigung beschlossen werden. Herr Mupfinger (* Name geändert) ist extra aus Frankfurt/Main angereist, ICE, Bahnhof Spandau, ab zur Versammlung. Er ist pünktlich angekommen. Der Verwalter nicht. Die Straßen von Berlin sind entlang der Anreisetrasse verstopft gewesen.  Doch nun ist -etwas verspätet, uhrzeittechnisch- die Jahresabrechnung 2008 auf der Agenda. Der Wohnungseigentümer Seins (*) meldet sich zu Wort und ‚ich habe da mal eine Frage.‘ Er fragt: ‚Ist der Verwaltung eigentlich bekannt, dass der Wohnungseigentümer Salli (*) seine Heizung aus dem vierten Obergeschoß in das fünfte (Dach-)Geschoss hinein verlängert hat. Die Heizkostenabrechnung sei daher falsch, denn die Heizfläche habe sich erhöht und auch die beiden neuen Heizkörper im Dachgeschoß seien sicherlich noch nicht mit Heizkostenverteilern ausgestattet. Die Verwalterin fragt noch einmal genauer nach: Es stellt sich heraus, es seien dort tatsächlich zwei neue Heizkörper installiert worden und die Heizfläche habe sich den physikalischen Gesetzen über Ausdehnung von Wärme entsprechend vergrößert. Das sei so Ende September passiert.

Die Verwalterin weist darauf hin, dass die Jahresabrechnung hierdurch nicht berührt sei. Denn die Änderung von Verteilungsschlüsseln sei ein Projekt Zukunft. Richtig. Man müsse sehr wohl dieses im Protokoll erfassen und bearbeiten. Es sei jetzt nachzuhaken. Dem Wortführer Herrn Seins gegenüber äußert die Verwalterin, er möge nun seinerseits den Zutritt zu seiner Wohnung gewähren, denn das geforderte Aufmaß von fünf Dachgeschoßwohnungen, die seit ca. 1990 ausgebaut worden seien, liege nur seinerseits noch nicht vor, obwohl längst alle Fristen verstrichen seien. Die WEG genehmigt erst einmal die Jahresabrechnungen. Das Thema ‚Vermessung von Wohnungen zur Abänderung von Verteilungsschlüsseln‘ stehe etwas später, erst unter TOP 03 auf der Agenda der heutigen harmlosen Tagesordnungspunkte.

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