Zappenduster: Mieter sitzen im Zelt….

Spiegel Online berichtet über einen bemerkenswerten Umgang mit Bewohnergefühlen. In Berlin-Mitte befindet sich an irgendeiner Stelle, deren Name nichts zur Sache tut, eine Wohnungseigentümergemeinschaft. Diese beschließt, eine vollflächige Fassadenplakatierung, wobei zuvor ein großes, 30 m breites Baugerüst aufgestellt wird und die gesamte Vorderfassade sodann hinter einem großflächigen Plakat eines DSL-Anbieters verschwindet. Der Beitrag ist sehenswert, das Vorgehen bemerkenswert. Auf die Idee wären wir nicht gekommen! Und Nachäffen wollen wir es auch nicht. Nichts gegen Werbung zur Steigerung der Einnahmen einer WEG, doch Werbung muss sich einfügen und verträglich sein. Die durch und durch intensiver werdende Kommerzialisierung zum Nachteil von Bewohnerzufriedenheit und sozialer Ausgewogenheit kann nur äußerst kritisch angemerkt werden. Dass die dort tätige Hausverwaltung das nicht abgewiegelt und in richtige Schranken gewiesen hat, sollte zu denken geben.

Der Fall ist typisch verschachtelt in rechtlichen Fallstricken, die im Beitrag deutlich werden: die WEG wird von den Wohnungseigentümern verwaltet, die Mieter sind offenbar ohne gleichzeitige Betreuung (Mietsonderverwaltung). Und die Wohnungseigentümer wiegeln gegenüber den Mietern ab, wie auch die Hausverwaltung: als Mieter hast Du hier nichts zu sagen! Bzw.: Ich habe mit Dir nicht verbindlich darüber zu reden! – Das nennt man Problembewusstsein.  Nein, auch eine Hausverwaltung darf eine Meinung haben, und sicherlich muss sich diese am zu rettenden Hausfrieden orientieren. Was im Beitrag zu sehen ist, nennen manche den ‚Manchester-Kapitalismus‘, also die ärgste aller denkbaren Stufen eines ausufernden…. Wir stufen es als Katastrophe ein.

 Spiegel Online Video (04:43 Minuten) – externe Website

Ein Gedanke zu „Zappenduster: Mieter sitzen im Zelt….

  1. Pingback: 694/2010: Tipp: Schafft Alarmanlagen in leerstehenden Wohnungen ab! Sie nerven!

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.