3.984/26 – #Positionen – Guten Morgen, Berlin, Du kannst so hässlich sein, schmutzig und grau – Die Hitlerei

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Himmel über Berlin - Otto Sander (gif)

Letzten Donnerstag vorm Bezirksamt Wedding (Mitte von Berlin) Müllerstr.: Der Platz ist bekannt, große gepflasterte Brachfläche. Am Bürgersteig steht eine einzelne Stele. Auf ihr handgeschrieben: „Wache auch! Wir müssen uns von der Hitlerei befreien!“ Zustimmung, auch wenn es nur handgeklöppelt aussieht wie ein Provisorium, bis es wieder weggewischt wird. Also, wenn die Hitlerei wieder da ist. Wenn andere Prioritäten wieder gelten.

Ich war dreißig Jahre und länger nicht mehr hier. Es hat sich nichts geändert. Nur Abschottung nach außen, die gab es früher nicht. Seltsam. Ich kannte Erika Hess, Bezirksbürgermeisterin, persönlich. Sie half ca. 1982, in Berlin (Wedding) einen Proberaum für meine Musikband zu finden. In der Prinzen-Grundschule im Kellergeschoss. Erika half. Heute heißt ein Eisstadion nach ihr. Erika, die Beste. Ich habe Erika geliebt. Sie SPD-Bezirksbürgermeisterin, ihr Mann Bundestagsabgeordneter (in Bonn). Wer wird uns nie verraten? Sozialdemokraten. Früher hieß das anders.

Übers Wochenende schreibt die Neue Zürcher Zeitung etwas, das mich an mich erinnert, es heißt:
„Es ist immer etwas wohlfeil, auf Berlin zu schimpfen – aber es ist auch nötig. Denn die deutsche Hauptstadt mit ihren fast vier Millionen Einwohnern befindet sich auf einer schiefen Ebene der Verwahrlosung, die sich mit Slogans wie «arm, aber sexy» nicht länger schönreden lässt. Dem schwarz-roten Senat unter CDU-Bürgermeister Kai Wegner ist es nicht im Ansatz gelungen, diesen Trend aufzuhalten. Touristen mögen zwar immer noch in Scharen am Zoo, am Reichstag oder an der Museumsinsel vorbeiziehen und den Niedergang dabei vielleicht kaum bemerken. Doch die Berliner verzweifeln, langsam, aber sicher.“

Hallo Echo!
Hallo Zürich!

Richtig subsumiert.

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#3292/25 – #Positionen – Die Abschaffung eines funktionierenden Deutschlands, heute: Das Bauaktenarchiv

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Bauaktenarchiv #Verwaltungsverführer #Berlin #Bauaktenarchiv #gesichtspunkteDE #BloggwartKI

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REINICKENDORF

Bewertung: Bauaktenarchiv Reinickendorf * von ***** Sternen, weil mindestens ein Stern vergeben werden muss

Es ist ziemlich still im Bauaktenarchiv des Bezirksamts Reinickendorf von Berlin. In dem schmucklosen Verwaltungsgebäude einer längst verblichenen Zeit ist das Schmuckhafte der Praktikablität gewichen. Schön war es hier noch nie. Aber praktisch. Irgendwo am Ende des Ganges befindet sich nicht Indien, sondern die Kellerabgangstreppe zum Bauaktenarchiv.

Hier sitzt eine Mitarbeiterin an einem praktischen kleinen Tisch in schmuddligen Kellerräumen und legt Akten vor. Man hat sie vorher bestellt. Der Bestellvorgang ist ganz einfach. So einfach wie die Kelleräumlichkeiten, in denen Akten bereitgestellt werden. Sie haben auf der Website berlin.de versucht, wie ein ganzes Land zu wirken und auf der Website ist bezirksübergreifend alles einheitlich dargestellt. Bis zur Bezirksebene. Von nun an geht’s bergab (Hildegard Knef).

Denn auf den gefilterten Bezirksfluren herrschen unterschiedliche Begleitumstände. In Reinickendorf gibt es eine Sperrstunde. Sie haben sich hier ausgedacht, dass eine Bauakteneinsicht maximal 60 Minuten dauern darf. Das ist natürlich reine Fantasie und hat keinen rechtlichen Hintergrund. Eine Akteneinsichtnahme dauert eben. Manchmal geht es schnell, manchmal länger. In Reinickendorf fängt die Mitarbeiterin an, mit den Füßen zu scharren nach 45 Minuten. Weil sie es so will. Es sind dienstliche Belange.

„Um 12 Uhr muss ich zum Mittag,“ sagt sie. Ich sage: „Ach so, naja, dann gehen sie mal.“ – Das geht nicht. Ich soll weg. Ich bin rund 110 km gefahren und habe mich wunschgemäß um 11 Uhr zur Akteneinsicht verabredet. Ihre Mittagspause ist mir aber so was von Wurscht. Um 11 Uhr hat sie mir noch meinen Personalausweis weggenommen. Als Pfand. Damit ich nicht mit den Akten wegrenn. Oder irgendso einen Scheiß. Die Behandlung von Bürgern ist in Reinickendorf nicht nur unterstes Geschoss. Sondern auch unterirdisch. Inzwischen schaut sie mich recht erschrocken an. Ich schäume vor Wut. Was fällt Ihnen ein, mich so zu behandeln.

Sie kann ja nichts dafür. Jaja, laber. Aber wer denn? Wen darf ich zur Sau machen, ich bin gerade so richtig in Fahrt. Frechheit.
Man zahlt hier die Akteneinsicht nach Zeit. Wieso zahlt man eigentlich was? Nach Zeit? 75,- EUR, nach Zeit. Die Verwaltungsleistung besteht aus dem aus einem Schrank suchen, auf einen Tisch legen und sich dann verdünnisieren. Im Nebenzimmer Platz nehmen: Ausweise horten. – Ich hätte ihr sagen sollen: Gib mir meinen Ausweis zurück, Du Schnepfe. Was fällt Dir eigentlich ein, meinen Ausweis als Pfand einzukassieren. Ich glaube, es hackt.

Sie haben den Verstand verloren. Das ist nicht mehr mein Land. Ich habe den Akteneinsichtsraum einer Künstlichen Intelligenz beschrieben. Das Resultat (Bild oben) ist gar nicht mal so schlecht. Aber es sah noch viel trostloser aus. Wenn ich Zeit habe, hänge ich an dem Bericht hier noch ein paar Fotos später an. Ich bin wutgeladen. Ein Scheißladen.

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