66-09 – Der Stalking-Beauftragte meldet das Comeback der Kultband Ton, Steine, Scherben in Zehlendorf

Das Leben der anderen...
Das Leben der anderen...
Petrosilius S. Hirschhornkäfer, Stalking-Beauftragter
Petrosilius S. Hirschhornkäfer, Stalking-Beauftragter

Nein, es war alles andere als ein ’schwarzer Montag‘ im Leben der von Stalking betroffenen Familie in Berlin-Zehlendorf. Es war ein kulturelles Highlight. Seit Wochen schon lungert ein kleiner Gnom aus Berlin-Kreuzberg um das Haus herum. Das war die Familie nun schon irgendwie gewohnt. Die ausladenden Dachterrassen-Partys sind vorbei. Schilder hatten die Gäste des Gnoms gewarnt. Wer hierher kommt, der möge sich bitte vom Gastgeber, Herrn Stalking, ausführlich sagen lassen, warum er denn hier so laut feiern dürfe? Aber nicht zu früh freuen, vielleicht ist die nächste Party nicht mehr weit? Abwarten. – Die Formularabteilung von gesichtspunkte.de denkt aktuell über ein neues Formular nach. Mit einem so genannten Stalking-Attest könnte sich der Besucher einer jeden, merkwürdig anmutenden Dachterrassen-Party vom Gastgeber bescheinigen lassen, dass die Party garantiert stalkingfrei bliebe. Später.

Gestern jedenfalls ein kulturell wertvoller Montag mit tiefen Rückblicken in die Berliner Rockszene der frühen Siebziger. Im Georg-von-Rauch-Haus intonierte seinerzeit die politische Kultband Ton, Steine, Scherben ihren Gassenhauser ‚Das ist unser Haus, schmeißt doch einfach Müller, Meier, Lehmann, Schulze raus….‘, Rio Reiser, der später selbst ernannte König von Deutschland führte die Band an, die auch in Hausbesetzerkreisen sehr beliebt war. Und der Song war nicht mal schlecht, eignete sich zum Mitgrölen.

Doch die Geschichte soll von Anfang an berichtet werden. Der Stalking-Beauftragte des Büro Gotthal, Petrosilius ‚Siegmund‘ Hirschhornkäfer, Abbildung oben links, Psychologe, berichtete uns folgendes:

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65-09 – Yahoo gibt uns Anschauungsunterricht über gutes Emailen

Ein übersichtlicher Email-Knigge, den wir als passend für diese Website empfinden.

Immer wieder gut, ebenfalls zu lesen: Dirk Nimmichs Website über Benimmregeln im Usenet, hier

Auch für alte Hasen im eVerkehr immer mal gut, derartiges zu vergegenwärtigen. Denn Marotten schleifen sich auch beim Geübtesten ein. Drauf zurückkommen, nachdenken und dann handeln. gesichtspunkte.de hat des Öfteren über die bunte Welt des Emailens berichtet, u.a. hier

64-09 – Zitat des Tages: Über die Apathie und ihre Überflüssigkeit

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Zitat Es ist absolut überflüssig, apathisch zu sein. (Hermann van Veen, Liedermacher, Holland) – Quelle: NDR-Talkshow vom 18.09.09

Van Veen ist ein holländischer Liedermacher, der seit mehr als vierzig Jahren sehr gut im Geschäft ist. Van Veen wohnt zwar nicht (in) Konstanz, aber seine internationalen Erfolge weisen auf eine solche hin. Und andererseits: Gibt es eine schönere Idee, als konsequent nicht-apathisch zu sein, weil es überflüssig ist? Nicht starker Tobak, sondern starke Worte.

Das hier nachgewiesene Zitat ist ein Ergebnis von Fremdsprachigkeit und sprachlicher Klarheit zugleich. Hätte ein Muttersprachler dies so ausgedrückt?

63-09 – Die Welt, die dreht sich: Kündigung wegen Verzehr von Brotbelag

Prognosen

Die Welt meldet in ihrer heutigen Online-Ausgabe, Zitat

Zitat Ein Bäcker (26) kostete Brötchenbelag im Wert von weniger als zehn Cent – und flog aus seiner Firma. Nun muss die Großbäckerei den Mitarbeiter laut dem Urteil zweiter Instanz weiterbeschäftigen. Der junge Mann bereitet sich auf den nächsten Streit mit dem Arbeitgeber vor.“

Der ganze Artikel ist hier nachzulesen. Gott sei Dank: diese Sache ist nicht im Großraum Berlin-Brandenburg geschehen, also erst einmal Entwarnung. Die Preußen gelten ja gemeinhin als ‚konservativ, links und liberal‘ (Zitat Horst Schlämmer).

Hausbewohner aller Stadtteile aufgepasst. Wenn das Beispiel, verhandelt vor dem Landesarbeitsgericht Hamm, auch anderswo Schule macht, ist mit einer starken Erhöhung von Rechtsstreitigkeiten zu rechnen. Und Parallelfälle deuten sich an:

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62-09 – Herzen haben keine Fenster, aber Fenster haben eventuell ein Anti-Dröhn…

Kunststofffenster
Kunststofffenster

Aus einem Angebot eines Fensterbauers, der Holzfenster, nicht Kunststofffenster anbietet, Zitat:

Zitat * AFB Alu EV1, Ausladung 210 mm

inkl. Alu-Endstücke, Halterung und Antidröhn

Merke: Fortbildung vonnöten, der Verwalter muss sich fortbilden, was ein Antidröhn ist? Eventuell etwas ähnliches wie ein Antistöhn (Schlafmittel) oder ein Antistink (Deodorant), vielleicht ein Antibell (Maulkorb für kläffende Hunde). Oder ein Antirutsch (Fußmatte), ein Antigraffityanstrich, ein Antikeuch (langsamer Fußmarsch). Oder ein Anti-Stalk (Pfefferspray), ein Anti-Watch (die berühmte Gottschalk Wetten dass-Brille, mit zugeklebten Sichtfenstern, geeignet für zu neugierige Nachbarn)? Wenn wir es wissen, berichten wir darüber, falls es relevant ist. Hier, in diesem Absatz waren jetzt nur interne Links auf Geschichten, die auf gesichtspunkte.de zu den jeweiligen Themen erschienen sind. Eine (externe) Google-Suche nach „antidröhn“ ergibt folgendes… und Thomas Gottschalks berühmte Brille haben wir hier gefunden.

 

61-09 – Der Filoso-Fisch spricht: Arbeitsqualität lässt sich nicht beliebig vervielfältigen

Positionen

Klara-Kopp-Weg (Quelle: Christoph Sinnen)
Klara-Kopp-Weg (Quelle: Christoph Sinnen)

Wer in unternehmerischen Zusammenhängen denkt, macht sich manchmal ‚filoso-fische‘ Gedanken. Der Gedanke legt den Weg zu Tat. Die Frage ist, ob man lieber ganz viele Häuser verwaltet, oder ob es besser ist, nur wenige -aber gute- ‚Kabachen aufzumüpfen‚?  Aufmüpfen? Richtig, mit einem Verwalterwechsel bezweckt jemand doch im Wesentlichen eine Verbesserung von bislang unbefriedigenden Zuständen. Niemand wechselt im Übrigen grundlos seinen Verwalter aus. Es muss etwas im Argen liegen, und das tut es auch, zumeist.

Mal ist der Verwalter mit der Instandhaltungsrücklage abgehauen, z.B. nach Malaysia, von wo er jetzt einen illustren Immobilienladen betreibt, der Ferienhäuser an Singapurs Traumstränden offeriert, sehr gern auch an ehemalige Nachbarn, die sich in Asien einen Wohnsitz erwerben. In einem solchen Fall teilte uns mal die Staatsanwaltschaft mit, ein internationaler Haftbefehl werde nur dann erwogen, wenn sich die Gesamtsumme einer begangenen Untreuehandlung auf insgesamt mehr als eine Million Deutsche Mark belaufe. Ob das jetzt anders geworden ist, damit haben wir uns nicht (mehr) beschäftigt, denn der Untreueakt dieses Verwalters liegt schon entsprechend lange zurück. Ein anderer ‚Kollege‘ wurde in Berlin von allen nur der ‚einarmige Bandit‘ genannt. Der ist auch in dieser Branche nicht mehr tätig. Namensgebend war zweierlei: eine Behinderung an einem Arm, und die Spielautomaten gleichen Namens in Las Vegas. Tommy Schmidthuisen (* Name geändert) hat eine beträchtliche Anzahl von Wohnungseigentümern in Berlin um die Rücklagen gebracht.

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60-09 – Ein Messie im Haus verändert seine Umwelt zum Teil dramatisch

Trauerkerze

Zitat Verurteile niemanden, bevor du in seiner Lage warst.“ (aus dem Talmud)

Heute ein Anruf aus Berlin-Wilmersdorf

Der Messie aus Xyz-Str. Hausnummer 11, Herr Wichtel (* Name geändert) sammelt (schon) wieder Papier, z.B. Wahlplakate, die er anderswo entwendet hat, diesmal im Keller, in den Gängen. Er hat Dokumentationseifer. Manchen Tags sieht er sich auch als Opfer einer politischen Verschwörung. Vor ein paar Jahren fing er auch an, Fahrräder zu sammeln und überall auf dem Hof und in den zu kleinen Fahrrad-Abstellkellern abzustellen. Wenige davon waren betriebsbereit.

In seiner Wohnung sammelt er vornehmlich Zeitungen, Dokumente der Zeitgeschichte. Wie ein berühmter Song der Band Extrabreit den Polizisten zuschreibt: „Polizisten speichern, was sie wissen, heimlich ein. Alles kann ja irgendwann und irgendwo mal wichtig sein.“ Nein, es sind nicht die Polizisten, es sind die Messies. Sie haben eine große Sammelwut und horten, was sie für wichtig halten, in ihrer Wohnung. Oder im Treppenhaus, vor der Wohnungstür.  Herr Wichtel beispielsweise hängt auch schon mal Artikel aus der Bildzeitung an seine Wohnungstür und behauptete, Kanzler Schröder sei in einer Intrige gefangen worden. Die anderen im Haus haben es nicht verstanden. Messies sind zumeist äußerst intelligente Menschen (hoher IQ), nur verlieren sie in ihren hochgeistigen Ausflügen in ihre Umwelt dann den Überblick. Den Blick für das Wesentliche. Für das, was andere Menschen gewöhnlich für wesentlich halten. Messies haben große ‚Denkgebiete‘, und ihre Umwelt kann ganz schnell zu ‚Feuchtgebieten‘ verkommen, verlotterte Wohnung, Schimmel an den Wänden, keine Lüftung mehr.

Manchmal kommen Verwalter in solche Wohnungen rein, und vorher hat niemand mal Bescheid gesagt.

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59-09 – Nicht jeder Diktator will auch die Welt beherrschen. Alltag: Instandhaltungspraxis

Türschließer (Quelle: wikipedia)
Türschließer (Quelle: wikipedia)

Sie meldet folgendes heute Morgen aus dem „roten Wedding“ (Jargon):

Zitat Betreff der Hauseingangstür. Unsere Hauseingangstür schließt nicht mehr richtig ………TÜRFEDER zu locker. Somit haben seit 3 Tagen zwielichtige Gestalten wieder Zugang zu unseren Fahrrädern! Pro Nacht verschwindet momentan 1 Fahrrad. Meins und Frau Schmidts (*) mussten schon daran glauben. Bitte einen Fachmann beordern. Es ist vielleicht auch nur eine Frage der Zeit, bis dann auch noch der erste Wohnungseinbruch getätigt werden kann. Mit freundlichen leicht geschädigten Grüßen liebe Grüße Petra Süss (* Name geändert)

Die Antwort der Verwaltung ist informell angelegt und übertrifft den angefragten Bearbeitungsumfang ein bisserl:

Zitat I do my very best immediately, reicht Ihrer Meinung aus, die Hauswartungsfirma mit der Neueinstellung zu beauftragen? Oder soll ein professioneller Schlosserdienst (teurer) kommen? By the way: Wussten Sie, wie man eine solche „Feder“ nennt? Sie heißt -ohne Scherz-: Diktator. Was sagen Sie?“ 

Das ist manchmal so, muss aber nicht so sein. Jedenfalls war es heut so. Aus einer gutgelaunten Grundstimmung heraus. Muss ja irgendwie auch Spaß machen.

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58-09 – Mord als Anfechtungsgrund: Wenn ein Wohngrundstück einfach unerträglich wird

Historie

Sie hatten das Grundstück in Berlin-Dahlem (Ortsteil von Zehlendorf) erst vor kurzem erworben. Darüber wird heutzutage eine Geschichte erzählt. Und die geht so:

Sie hatten das Grundstück gerade erworben, das mit einem Einfamilien-Reihenhaus bebaut war. Und sie fühlten sich nicht wohl dort. So richtig erklären konnten sie sich das nicht. Als die Handwerker das Objekt in einen bezugsfertigen Zustand bringen sollten, fragte einer der Handwerker -irgendwie dummdreist- nach: „Sach ma, wat willst du denn hier in die Mörderbude?“ Und sie fragt nach, fragt, wieso Mörderbude? Na, sagt er, hier sei doch vor längerer Zeit die Frau Soundso umjebracht worden. Ach so, sagt die Erwerberin, das hätte sie aber nicht gewusst. Ist ja auch egal. Der Mord ist geschehen, Vergangenheit.

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57-09 – Der BGH entscheidet: Miete ist auch dann zu zahlen, wenn öffentlich-rechtliche Bauvorschriften die Wohnnutzung nicht zulassen

Bundesadler
Bundesadler

Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 16.09.2009, Az VIII ZR 275/08:

ZitatMieter müssen für Teile der Wohnung, die laut Vertrag vermietet sind, auch dann Miete zahlen, wenn diese nach öffentlich- rechtlichen Bauvorschriften gar nicht für die Wohnnutzung zugelassen sind.“

Zwei vorherige Rechtszüge:
AG München – Urteil vom 12. März 2008 – 414 C 28869/07
LG München I – Urteil vom 8. Oktober 2008 – 14 S 5934/08

Im Mietvertrag war eine Wohnfläche von 129,40 m²  angegeben. Zu der angemieteten Wohnung gehörten unter anderem Räume im Dachgeschoss. Die Mieter waren der Meinung, dass diese Räume wegen Verstoßes gegen öffentlich- rechtliche Bauvorschriften nicht zum Wohnen geeignet und daher nach der anzuwenden Wohnflächenverordnung bei der Berechnung der Wohnfläche nicht zu berücksichtigen seien. Die Wohnfläche betrage danach tatsächlich nur 108,60 qm. Daher verlangten die Mieter für die Jahre 2004 bis 2007 die Rückzahlung der wegen der geringeren Wohnfläche zu viel bezahlten Miete in Höhe von 3.537,96 €.

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