Der Zeigefinger wurde zwischenzeitlich substituiert: Inzwischen zeigen Jugendliche lieber mal den Stinkefinger, der sich in der Mitte von fünfen befindet. Dessen Fingerrücken wird dem Angesprochenen rücklings entgegen gehalten. Worüber sich die Meinungen spalten…
Beide schrieben Geschichte: Die Düsseldorfer Band Fehlfarben und ihr Song. Geschichte wird gemacht. Womit auch immer. Es hieß: Graue Titelhelden regieren bald die Welt. Und wir fürchten uns vor der Vision, graue Titelhelden verwalteten mal die Welt. Weil Verwaltung auch immer emotional ist. Scheiß-Verwaltung. Die tun überhaupt nüscht. Oder so ähnlich. – Lehrer Lämpel schrieb auch Geschichte: Mit Wilhelm Busch, seinem Erfinder und der stets Zeigefinger hoch erhobenen, moralinsauren Lehrerattitüde, mit der heute kein Lehrer mehr Held sein dürfte. Pädagogik geht anders, inzwischen.
Beides zusammen würde man neudeutsch daher als Mashup bezeichnen. Von mir aus tun wir das. Auf die Fehlfarben wird noch Urheberrecht fällig. Auf Wilhelm Buschs Lehrer Lämpel nicht mehr. Abgelaufen. Gott sei Dank.
Sie wohnt in Berlin-Wedding, Nähe Rehberge. Wird als Mieterin nicht von uns verwaltet, wir verwalten nur die Wohnungseigentümer. Man kann sagen: Nicht mit uns, rufen Sie Ihren Vermieter an, der macht das. Oder man hat kurz Geduld. Aber: Ist schwieriges Unterfangen, das: Sprache, Sprache, Sprache: Rrrinnnggg….
Büro Gotthal, mein Name ist Thomas Gotthal.
Hallo?
Ja, hallo?
Gutten Tak, isch Frau Xrryy….. (* Name geändert). Kommen Mitteilung von Firma, rechnet die Heizungsanlagge. Schreiben Termin, aber Firma komme nich, was nun?
[iframe_youtube video=“xT_r4lezDm0″] Theme from Schindler´s List – John Williams – Matthias Dobler(via Youtube)
„Weit entfernt davon bin ich, ein Heiliger zu sein, habe als maßloser Mensch viel mehr Fehler als der große Durchschnitt derer, die so sehr gesittet durchs Leben schreiten.“ (Brief vom 09.09.1956 von Oskar Schindler an Dr. Ball-Kaduri)
Trägt Musik eine große Traurigkeit in sich selbst, kann, nein muss sie uns berühren und kann uns nicht kalt lassen. So wie solche Musik ist auch das Leben: von einer gewissen Tragweite. Danke, Matthias Dobler aus Erding, gelegen direkt im Berliner Speckgürtel bei München. Da glänzen die Tasten vor trauriger Schönheit, als hätte ein Speckgürteltier deren Bedienreihenfolge auf unsere Gefühle sorgfältig abgestimmt. Hurra. Gut gemacht.
Das ist erstens mehr als nur „nice & easy talken“, „walk like A Boarischen´ auffer Wiesn´. Erdinger Weißbier, während eine blonde, stämmige Vollbusige uns auf „boarisch“ nach Wünschen ausfragt. Zweitens die Erinnerung, der mit diesen Klängen ein toternstes Gesicht gegeben, nein verliehen wird. Jemand, der oft und vielschichtig an vielerlei erinnert, ist heute als Linktipp des Tages hier unten erwähnt. Rena Jacob schreibt „wider des Vergessens“. Sie wirbt um die Erinnerung an Genozid, Diktator hybrid und findet viel Fleisch für Geschichten an die totale Erinnerung, indem sie den Genitiv rettet. Große Klasse.
Mir kann keiner was vormachen: Fotos von Handys und Smartphones haben ihren ganz eigenen Reiz. So wie dieses Foto von M. Kutsche, Hauskommissar bei der Fa. ALLCURA. Das Foto hat alles, was der Hausverwalter benötigt, um einer formlosen Schadenmeldung mit Verve nachzugehen. Es ist schon fast, als gäbe es eine Art unabgesprochenen Fotowettbewerb, „to be the best“ of this fotographers all around the city of Berlin. Weiter so. Gutes Foto, traumhaft. Jedes einzelne Pixel klasse.
Die Reparatur wurde veranlasst. Und halten wir fest: Kellergänge sind irgendwie auch pittoreske Plätzchen. Apropos Plätzchen: Ist bald Weihnachten?
Innovatives Telekomprodukt in Planung: Das T-Licht
Szenekenner werden es schon gemerkt haben: Das Geschäft der magentafarbenen Tante „T“ brummt zur Weihnachten wieder. Endlich wieder Weihnachten. Seit wir als innovatives Neuprodukt gezielt das „T-Licht“ bewerben, sind die Smartphones von „Tante T“ praktisch mängelfrei. Wie praktisch. Und irgendwie auch „galaktisch“. Dessen ungeachtet werden wieder viele Fotos geschossen, auch von Hauskommissaren wie Hrn. Stöß, der uns den Goldbroiler näher bringt.
big orange news at the final curtain of year: Die Berliner Stadtreinigung versucht, den Müll besser als bisher zur Trennung zu bringen! Eine gemeinsame Pressemitteilung vom 10. Dezember erklärt´s. Wir fassen zusammen.
Jörg Rudolph von „the Berliner Stadtreinigung“ did 2012 a fine job, zu Deutsch: Jörg Rudolph von der Berliner Stadtreinigung tat 2012 einen feinen Job. Oder ist es eher eine Art Berufung? Er berät, nicht brät, seine Kunden. Kürzlich kam sogar ein newsletter mit Weihnachtsmannmütze von ihm. Großartig. Jetzt gibt es noch einen drauf:
Berlin, SenStadtUm, BSR und Alba frönen einem abfalltechnischen Lust-Zugewinn: Jogurtbecher in die Gelbe Tonne, kaputtes Plastiksieb in die Orange Box oder zum Recyclinghof, das ist nicht besonders logisch und ab Januar 2013 auch vorbei. Ja, Müllinformatik, so ungefähr hieß das noch zu gründende Studienfach an der Freien Mülluniversität Berlin, um Berlinern beizubringen, wie man richtig trennt. In der neuen einheitlichen Wertstofftonne werden alle Abfälle aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien gesammelt – egal ob sie Verpackungen sind oder nicht.
Kollegial ist das nicht! – Achtung! Niveau ist keine Handcreme!
Im Prenzlauer Berg stehen die Häuser dicht an dicht. Viele davon sind um Innenhöfe herum gebaut, deren Innerstes einstmals entkernt wurde. Schönere Grundstücke haben auf dem Innenhof einen reichhaltigen, alten Baumbestand. Das veranlasst den Verwalter, von Zeit zu Zeit nach einem „mutmaßlichen Rückschnitt“ der Baumkronen zu trachten. Denn so schön das Grün, so dunkel die Anliegerwohnungen. Wenn die Bäume zum Nachbargrundstück gehören, wird es oft problematisch. Problematisch ist immer der Umgang mit Nachbarn, die im eigenen Saft schmoren.
Wer meint, hier werde nun allein die GASAG gescholten, irrt. Inzwischen haben sehr viele größere Unternehmen ihre Einheiten für den telefonischen Kundenkontakt straff organisiert. Und zwar so straff, dass es kaum noch möglich ist, zu kommunizieren. Mit einer Ausnahme: „Communication breakdown“ ist ganz leicht, Mainstream geht, alles was sich schwierig darstellt, ist schlicht nicht mehr besprechbar.
„Es gibt da gar keine Nummern, die wir rausgeben können,“ sagt Frau Gasoline Gasag (* Name abgeändert). Eigentlich telefonieren wir schon seit zwanzig Minuten. Aber eigentlich bin ich gar nicht aufgelegt. „Ich kann für sie eine Email schicken, um einen Rückruf anzustoßen.“ „Das läuft falsch,“ sage ich. Die GASAG hat mich heute Vormittag fünfmal angerufen. Die übermittelte Rufnummer habe ich zurückgerufen. Ich habe rund 30 Minuten vergeigt.
Der soziale Messie schreibt in einem gruppenadäquaten Zusammenhang (Eltern, Arbeitsgruppe, Wohnungseigentümergemeinschaft, Hausgemeinschaft, Verein, Gesellschaft bürgerlichen Rechts #Beispiele) grundsätzlich die von ihm für richtig gehaltenen Nachrichten an eine Vielzahl von Personen gleichzeitig, ohne dieses im Detail mit einem Korrespondenzpartner abzustimmen. Dies jedoch ohne den Widerhall dessen zu verorten und sozial zutreffend einzuordnen. Er sucht nicht den persönlichen Kontakt, sondern die Bloßstellung seines Korrespondenzpartners. Ihm geht es nicht um die Nachricht selbst, sondern um die Selbstdarstellung. Er handelt rücksichtslos.
Der soziale Messie ist ein neues Phänomen. Früher hätte er es schwerer gehabt. Emails schreiben ist leicht. Es ist technisch leicht geworden, mit einem Mausklick eine Vielzahl von Menschen zu erreichen. Zu leicht.
Er ist unfähig, die Folgen seines Tuns sozial und gesellschaftlich zutreffend einzuordnen und er lebt allein in der Vorstellung, dass was er schreibt 100%-ig relevant ist. Der soziale Messie ist sozial verhaltensauffällig. Sein Tun steht allerdings durchaus unter Beobachtung. Zumindest derjenigen, die ihn ertragen.
Shitstorm (englisch shitstorm „chaotische, ungute Situation“) bezeichnet im Deutschen das Auftreten des als Flamewar bekannten Phänomens bei Diskussionen im Rahmen von sozialen Netzwerken, Blogs oder Kommentarfunktionen von Internetseiten. Massenhafte öffentliche Entrüstung führt dazu, dass sachliche Kritik mit zahlreichen unsachlichen Beiträgen vermischt und eine sinnvolle Diskussion dadurch verhindert wird. (aus der deutschen Wikipedia)
Nebel der Kommunikation betreffen auch andere Felder. Im letzten Artikel ging es um Emails und die abnehmende und mangelnde Vorfreude, welche zu bekommen. Dies lässt sich nur bestätigen. Der Verwalter einer Wohnungseigentümergemeinschaft ist kein Freund eines einzelnen. Er betätigt sich in erster Linie erwerbswirtschaftlich und investiert Zeit und Mühen, um einen Auftrag zu erhalten. Wird er gewählt, so war sein Handeln erfolgreich.