63-09 – Die Welt, die dreht sich: Kündigung wegen Verzehr von Brotbelag

Prognosen

Die Welt meldet in ihrer heutigen Online-Ausgabe, Zitat

Zitat Ein Bäcker (26) kostete Brötchenbelag im Wert von weniger als zehn Cent – und flog aus seiner Firma. Nun muss die Großbäckerei den Mitarbeiter laut dem Urteil zweiter Instanz weiterbeschäftigen. Der junge Mann bereitet sich auf den nächsten Streit mit dem Arbeitgeber vor.“

Der ganze Artikel ist hier nachzulesen. Gott sei Dank: diese Sache ist nicht im Großraum Berlin-Brandenburg geschehen, also erst einmal Entwarnung. Die Preußen gelten ja gemeinhin als ‚konservativ, links und liberal‘ (Zitat Horst Schlämmer).

Hausbewohner aller Stadtteile aufgepasst. Wenn das Beispiel, verhandelt vor dem Landesarbeitsgericht Hamm, auch anderswo Schule macht, ist mit einer starken Erhöhung von Rechtsstreitigkeiten zu rechnen. Und Parallelfälle deuten sich an:

Weiterlesen

60-09 – Ein Messie im Haus verändert seine Umwelt zum Teil dramatisch

Trauerkerze

Zitat Verurteile niemanden, bevor du in seiner Lage warst.“ (aus dem Talmud)

Heute ein Anruf aus Berlin-Wilmersdorf

Der Messie aus Xyz-Str. Hausnummer 11, Herr Wichtel (* Name geändert) sammelt (schon) wieder Papier, z.B. Wahlplakate, die er anderswo entwendet hat, diesmal im Keller, in den Gängen. Er hat Dokumentationseifer. Manchen Tags sieht er sich auch als Opfer einer politischen Verschwörung. Vor ein paar Jahren fing er auch an, Fahrräder zu sammeln und überall auf dem Hof und in den zu kleinen Fahrrad-Abstellkellern abzustellen. Wenige davon waren betriebsbereit.

In seiner Wohnung sammelt er vornehmlich Zeitungen, Dokumente der Zeitgeschichte. Wie ein berühmter Song der Band Extrabreit den Polizisten zuschreibt: „Polizisten speichern, was sie wissen, heimlich ein. Alles kann ja irgendwann und irgendwo mal wichtig sein.“ Nein, es sind nicht die Polizisten, es sind die Messies. Sie haben eine große Sammelwut und horten, was sie für wichtig halten, in ihrer Wohnung. Oder im Treppenhaus, vor der Wohnungstür.  Herr Wichtel beispielsweise hängt auch schon mal Artikel aus der Bildzeitung an seine Wohnungstür und behauptete, Kanzler Schröder sei in einer Intrige gefangen worden. Die anderen im Haus haben es nicht verstanden. Messies sind zumeist äußerst intelligente Menschen (hoher IQ), nur verlieren sie in ihren hochgeistigen Ausflügen in ihre Umwelt dann den Überblick. Den Blick für das Wesentliche. Für das, was andere Menschen gewöhnlich für wesentlich halten. Messies haben große ‚Denkgebiete‘, und ihre Umwelt kann ganz schnell zu ‚Feuchtgebieten‘ verkommen, verlotterte Wohnung, Schimmel an den Wänden, keine Lüftung mehr.

Manchmal kommen Verwalter in solche Wohnungen rein, und vorher hat niemand mal Bescheid gesagt.

Weiterlesen

59-09 – Nicht jeder Diktator will auch die Welt beherrschen. Alltag: Instandhaltungspraxis

Türschließer (Quelle: wikipedia)
Türschließer (Quelle: wikipedia)

Sie meldet folgendes heute Morgen aus dem „roten Wedding“ (Jargon):

Zitat Betreff der Hauseingangstür. Unsere Hauseingangstür schließt nicht mehr richtig ………TÜRFEDER zu locker. Somit haben seit 3 Tagen zwielichtige Gestalten wieder Zugang zu unseren Fahrrädern! Pro Nacht verschwindet momentan 1 Fahrrad. Meins und Frau Schmidts (*) mussten schon daran glauben. Bitte einen Fachmann beordern. Es ist vielleicht auch nur eine Frage der Zeit, bis dann auch noch der erste Wohnungseinbruch getätigt werden kann. Mit freundlichen leicht geschädigten Grüßen liebe Grüße Petra Süss (* Name geändert)

Die Antwort der Verwaltung ist informell angelegt und übertrifft den angefragten Bearbeitungsumfang ein bisserl:

Zitat I do my very best immediately, reicht Ihrer Meinung aus, die Hauswartungsfirma mit der Neueinstellung zu beauftragen? Oder soll ein professioneller Schlosserdienst (teurer) kommen? By the way: Wussten Sie, wie man eine solche „Feder“ nennt? Sie heißt -ohne Scherz-: Diktator. Was sagen Sie?“ 

Das ist manchmal so, muss aber nicht so sein. Jedenfalls war es heut so. Aus einer gutgelaunten Grundstimmung heraus. Muss ja irgendwie auch Spaß machen.

Weiterlesen

53-09 – Surveys: Die Meinung gezielt abfragen…und nerven – gesichtspunkte.de verleiht Award from the wood

Award from the wood - Award aus dem Wald
Award from the wood - Award aus dem Wald
Wasser (Quelle: BWB)
Wasser (Quelle: BWB)

Wenn Du ein Problem hast, kannst du dich an jemanden wenden, der das Problem eventuell lösen kann. Beispielsweise kannst du die Berliner Wasserbetriebe anschreiben und behaupten, die verwendeten Wasserzähler sind zu groß dimensioniert. Die müssen das dann prüfen. Ob was dran ist, an deiner Aussage? gesichtspunkte.de hatte darüber hier berichtet.

Oder dein Internetprovider hat eine Platin-Hotline für Geschäftskunden. Da ruft man an und klärt ein Problem. Und dann ist das Problem eventuell gelöst.

Oder bei t-mobile, o2 oder vodafone. Überall gibt es jetzt Callcenter, die Probleme telefonisch auflösen (sollen). Und hinterher gibt es „die Rache“. Diese „Rache“ nennt man survey, lt. Wikipedia u.a. mit folgender Definition: „Eine umfassende Formulierung des Begriffs könnte lauten: a Survey is a more or less systematic search for relevant data of a specific field.“

Heute ruft einer an vom Marktforschungsinstitut „Immok“ (* Name geändert) aus Hannover (* Stadt nicht verändert).  Es ist 11:51 Uhr.

Weiterlesen

32-09 – Mashups: Was im Internet als Witz kursiert über Frauen – Wiedergabe nur zu Forschungszwecken

Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin
Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin

Folgende Kurzgeschichte wurde gesichtspunkte.de auf informellen Kanälen vertraulich zugespielt. Eine Veröffentlichung wurde streng nach Redaktionsstatuten für gerade noch vertretbar gehalten, denn bekanntlich kann sich der geneigte Leser selbst ein klares Urteil bilden, ohne auf „belehrende Worte“ von Redakteuren der Internetpostille zu warten. Die Geschichte geht wie folgt und es wurde sogar behauptet, Frauen hätten darüber gelacht:

***

Eine Frau saß in einer Bar und gönnte sich einen „Afterworkdrink“ mit ihren besten Freundinnen. Plötzlich betrat ein gut gebauter, extrem sexy aussehender, junger Mann die Bar. Er war sooooo umwerfend, dass sie ihn ununterbrochen anstarrte. Der junge Mann bemerkte ihren starren Blick und ging direkt auf sie zu….

……bevor sie sich für ihr Verhalten entschuldigen konnte ,
lehnte sich der Mann über sie und flüsterte in ihr Ohr:

Zitat „Ich mache alles, für 20 Euro, ohne jegliche Gegenleistung.“

Ganz aufgeregt fragte die Frau was die Konditionen seien? Der junge Mann wiederholte: „20 Euro und du musst mir nur sagen was du willst, in drei Worten.“

Die Frau überlegte seinen Vorschlag für einen Moment, dann zog sie ganz behutsam einen 20 Euroschein aus der Tasche. Sie drückte ihm den Schein ganz gefühlvoll in die Hand
zusammen mit ihrer Privatadresse. Sie schaute ihm tiiiief in die Augen, spitzte ihre Zunge und ließ sie gaaanz langsam an ihren Lippen entlang gleiten. Sie legte ihm die Hand auf den Oberschenkel lehnte sich mit ausgestreckter Brust zu ihm und flüsterte ihm ins Ohr:

Weiterlesen

31-09 – Krümel unserer Erinnerungen, Krümel guter Vorbereitung – vom Sammeln kleiner Probleme

Krümel der Erinnerung & der Vorbereitung
Krümel der Erinnerung & der Vorbereitung

Eine Frau und Miteigentümerin ruft bei uns an. Sie sagt, sie wolle jetzt an ihrem Haus in Zehlendorf „die Außen-Bretter gemacht“ bekommen. Ob wir das noch erinnern? Sie fragt, und wir erinnern uns noch. Wir waren bei ihr. Haben die Bretter auch fotografiert. Einige andere Bretter an anderen Einfamilienhäusern der Reihenhaus-Wohnanlage wurden schon gemacht. Es handelt sich um ein Problem, dass nach 33 Jahren in jedem der Häuser einmal virulent werden kann. Die Kosten sind klar, wenn der Tischler den Auftrag erhält. Wir reden über round about 800,- EUR für eine derartige Maßnahme.

Weiterlesen

14-09 – Foto des Tages: In Eigenregie ausgehängt

In Eigenregie ausgehängt - Selbsthilfe
In Eigenregie ausgehängt - Selbsthilfe

Der Aushang, der Aushang: Der Aushang ist ein probater Versuch der Verwaltung, schützenswerte Zustände herzustellen, an das Miteinander zu appellieren, wichtige Allgemeinplätze verständlich und gut darzustellen. Es herrscht aber eine Grundhaltung bei der Hausverwaltung vor. Wenn du zu viele Aushänge schreibst, dann liest „keine Sau“ die mehr. Die angedeuteten oder klar dargestellten Maßstäbe, die Aushänge versprühen sollen, dürfen sich niemals im Bereich der Belanglosigkeit bewegen. Denn wer auch immer Briefliches niederlegt, also in Schriftform, gerät in die kritische Betrachtung des Lesenden. Er liest es, wägt es ab und bildet sich eine eigene Meinung. War der Aushangschreiber etwa „ziemlich blöd“? Warum hat er nicht weiter gedacht? Wie kommt er dazu, derartiges zu generalisieren? Man darf doch wohl auch anderer Meinung sein?

Kurz gefasst ist ein Aushang auch ein Aushängeschild desjenigen, der dort seinen Senf niederlegt. Der hier abgebildete Aushang ist übrigens nicht von uns verfasst worden. Er wurde von einem sehr, sehr netten, älteren Herrn verfasst, der längst Mitte 80 Jahre alt ist. Und wie um sich Autorität zu verschaffen, unterzeichnet er „i.A. Gotthal“ (wobei i.A. im Auftrag bedeutet). Eigentlich hätte er aber schreiben sollen, i.A. Müller (* Name geändert) und dann vielleicht noch ‚für Büro Gotthal‘, und dies allerdings nur dann, wenn es mit uns so abgesprochen worden ist. So wie es jetzt da hängt, ist es zumindest missverständlich und etwas außer Form geraten. Die Verwaltung hat’s bemerkt – und sich eins geschmunzelt. Sie lässt es hängen, auch wenn wieder Andere, die den Aushang sahen, schon mal verärgert angerufen hatten. Leute, ärgert euch nicht, allein die (gute) Absicht zählt.

17-09 – Der fremde Mann in meinem Bett

Polizeibericht

Eine eher lustige Geschichte verbreitete die Nachrichtenagentur AP am 17. August 2009.

Danach sei ein 27-jähriger Mann aus Kiel am frühen Montagmorgen in seine Wohnung zurückgekehrt und habe dort in seinem Bett einen 18-jährigen vorgefunden, der tief und fest schlief. Als die herbeigerufene Polizei den Mann schließlich weckte, entpuppte sich die Sache als „einigermaßen harmlos“. Der angetrunkene, alkoholisierte Mann hatte in seinem Dschumm die Wohnungstür verwechselt, seine eigene nicht gefunden und daher diese sicherheitshalber eingetreten, weil sie sich mit dem Schlüssel nicht öffnen ließ. Von wegen harmlos.

Dass derartige Probleme auch entstehen könnten, wenn Unberechtigte in stark alkoholisiertem Zustand oder unter dem Einfluss von Drogen wilde Dachterrassen-Partys feiern, ist allerdings nur gesichtspunkte.de anlässlich dieser wohl wahren Geschichte aufgefallen. gesichtspunkte.de hatte u.a. hier über derartige Randerscheinungen ungewöhnlichen Zusammenlebens berichtet.

Wir empfehlen daher, den unberechtigten Aufenthalt von Personen in jeder Wohnanlage ernst zu nehmen und sich ggf. nicht zu scheuen, auch die Polizei zu rufen. Denn wer schläft schon gern im selben Bett mit fremden, narkotisierten Männern? Nicht auszudenken, sie landeten versehentlich im Bett alleinstehender Frauen, die dieses für sich gänzlich ausschließen möchten. Nicht auszudenken auch: Schläft ein solcher Fehlgeleiteter dann im Ehebett eher mittig auf der Besucherritze? Ebenfalls empfehlenswert: Haustür abends fest abschließen und Schlüssel nur an Berechtigte ausgeben, mit Kontrolle durch die Hausverwalterin. Man kann gar nicht so weit denken, wohin solche Geschichten führen können.

Weiterführende Links

Link zum Original-Artikel AP vom 17. August 2009

Link zur Meldung auf gesichtspunkte.de

11-09 – Kabeldeutschland meldet Störungen im gesamten Stadtgebiet von Berlin.

Heute kommt es tagsüber zu Störungen in mehreren Stadtteilen von Berlin hinsichtlich des Empfangs von Kabelfernsehen. Wie Kabeldeutschland mitteilt, wurde wohl ein Erdkabel wesentlichen Zuschnitts bei Erdarbeiten „getroffen“ und beschädigt. Die Techniker arbeiten bereits an der Beseitigung der Störung.

93-09 – The Euro Polonian Community is following you…

Wat mutt dat mutt - Logo (Quelle: Homepage)
Wat mutt dat mutt - Logo (Quelle: Homepage)

Jeden Tag eine neue Überraschung. Heute bekommen wir eine Email aus einem Beitrittsland der Europäischen Gemeinschaft, von dem noch 1988 niemand dachte, es würde jemals beitreten können. Das Land gehörte fest zu den Warschauer-Pakt-Staaten und hat einen weltweit sehr geachteten Papst längere Jahre gestellt. Unwichtig, welches Land es ist. Ein sehr schönes Land, übrigens. 🙂

Und in welcher Sprache verständigt man sich. Es sind zwei offenbar sehr gebildete, nette Menschen, die bei angesehenen Zeitungen arbeiten. Sie haben immer wieder hier in Berlin zu tun, das brachte sie auf die Idee, Wohnungseigentum zu erwerben. In dem Land, rechts neben uns, von dem unwichtig ist, welches es ist, :-), gibt es übrigens schon immer eine relativ hohe Eigentumsquote von fast 90% – will sagen: für die Polen 🙂 ist es ein gewöhnlicher Vorgang, Wohnungseigentum zu erwerben.

Huch, schrieb ich, dass es sich um Polen handelte? Na gut, jetzt ist es raus. Wir führen folgende Emailkorrespondenz, today:

(Zitat Anfang)

“ Therefore we have some questions:

1.Why we should pay your Office 45,00 euro?? (*Betrag geändert)

Weiterlesen