1663/12: Positionen: Das „Unternehmen Berlin“ ist ein Wunschtraum, dessen Realisierung die öffentliche Verwaltung entgegenhält!

GewA 2 - Gewerbeanmeldung Formular der Verwaltung Berlin

GewA 2 – Gewerbeanmeldung Formular der Verwaltung Berlin

Sie heißen in Berlin „Ordnungsamt“, bringen aber in Wirklichkeit vieles in Unordnung. Der Begriff „Ordnungsamt“ bezeichnet daher nicht, was sie sind, sondern wonach sie streben: Nach Ordnung, endlich Ordnung in einer unordentlich geführten öffentlichen Verwaltung. Dabei verhalten sie sich im Grunde genommen wiederum unordentlich. Denn sie bestrafen die Bürger für unterlassene (eigene) Organisation. Ruft man sie an, gerät man in telefonische Warteschleifen, in denen von EDV-Systemen dazu aufgerufen wird, sich das „Dienstleistungsangebot der Berliner Verwaltung“ lieber im Internet anzugucken als anzurufen. Möchte man auf kurzem Dienstwege Sachen persönlich erledigen, die das Ordnungsamt eingerührt hat, wird man an jedem zweiten Berliner Dienstsitz der Verwaltung mindestens einmal darauf hingewiesen, dass diese Dienststelle nun gerade nicht die richtige sei. Man müsse nun zur anderen Dienststelle. Dies auch und insbesondere bei einer Einrichtung, die sich die Berliner Verwaltung als „Bürgeramt“ namensmäßig ausgedacht hat. Kafkaeske Zustände. Unternehmen Berlin? Da lachen ja die Hühner. #Tagesgedanken

Der Witz ist ja eigentlich gar nicht mehr komisch: Wieso bist du denn sauer auf die Verwaltung des Landes Berlin? Die tun doch gar nichts.

Der Witz ist alt. Er ist nicht mehr komisch. Vielleicht wählen wir uns das nächste Mal eine ganz neue Verwaltung? Kein schlechter Gedanke.

(EP)

1662/12: Psycho-Logik: Der soziale Messie

Der soziale Messie schreibt in einem gruppenadäquaten Zusammenhang (Eltern, Arbeitsgruppe, Wohnungseigentümergemeinschaft, Hausgemeinschaft, Verein, Gesellschaft bürgerlichen Rechts #Beispiele) grundsätzlich die von ihm für richtig gehaltenen Nachrichten an eine Vielzahl von Personen gleichzeitig, ohne dieses im Detail mit einem Korrespondenzpartner abzustimmen. Dies jedoch ohne den Widerhall dessen zu verorten und sozial zutreffend einzuordnen. Er sucht nicht den persönlichen Kontakt, sondern die Bloßstellung seines Korrespondenzpartners. Ihm geht es nicht um die Nachricht selbst, sondern um die Selbstdarstellung. Er handelt rücksichtslos.

Der soziale Messie ist ein neues Phänomen. Früher hätte er es schwerer gehabt. Emails schreiben ist leicht. Es ist technisch leicht geworden, mit einem Mausklick eine Vielzahl von Menschen zu erreichen. Zu leicht.

Er ist unfähig, die Folgen seines Tuns sozial und gesellschaftlich zutreffend einzuordnen und er lebt allein in der Vorstellung, dass was er schreibt 100%-ig relevant ist. Der soziale Messie ist sozial verhaltensauffällig. Sein Tun steht allerdings durchaus unter Beobachtung. Zumindest derjenigen, die ihn ertragen.

 (EP)