1197/11: Positionen: Die „Anmerkungen zu Hitler“ von Sebastian Haffner müssen jetzt umgeschrieben werden!

 

Anmerkung zu Hitler: das pupsende Würstchen

Es hat sich da was geändert. Die einen sind traumatisiert, das sind die Älteren. Kaum ein Älterer würde leugnen, was sich da abgespielt hat 1933-1945. Die Nachkriegsgenerationen litten unter der Fuchtel einer perfiden Vergangenheit. Die Nach-Nachkriegsgenerationen fangen nun langsam an, ihn mit irgendeiner Art von mehr oder weniger Humor zu sehen. Die Bestie in Menschengestalt namens Adolf Hitler hat inzwischen einige Kunstschaffenden zu persiflierenden Dubletten verführt. Helge Schneider war als Hitler tätit. Im Wixxer, der Verfilmung, ist eine Figur an ihn angelehnt. Je jünger, desto befreiender lachen die Menschen über etwas, dass kaum zum lachen angeboten werden kann. Aber der Abstand zu „damals“ ist ja größer geworden…

Na ja, erstens kennt man Henryk M. Broder. Der hat Humor. Den nicht alle teilen.

Eine gewisse Pointiertheit kann man ihm, besser seinem Urteilsvermögen nun wirklich nicht absprechen.

Mag sein, dass Sebastian Haffner („Anmerkungen zu Hitler„) oder auch Joachim C. Fest („Hitler„) in den verfügbaren Gesamtkompendien über das „deutsche Monster Hitler“, einen Gefreiten aus Österreich, der sich zuvor vergeblich als Kunstmaler versucht hatte und dann zum „häßlichsten Deutschen“ aufstieg, und das für eine lange Zeit von zunächst zwölf Jahren. Angesichts von Microsievert und Bequerelle fragt sich doch jetzt jeder: Wie lang ist wohl die Halbwertzeit von Hitler´s verstreuten Überresten?

Unmöglich darauf eine passende Antwort zu finden. Man kann´s mit Humor tragen, findet Jacob Augstein in „derFreitag“.

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1196/11: Work in progress: Im Charlottenburger Quasimodo steigt am 12.05.11 ein Soulsause #Edo Zanki

Edo Zanki & Band

Edo Zanki & Band

Die Söhne und Töchter Berlin´s haben es nun wirklich nicht leicht, jammer jammer, aber wo hängt der Hammer? Leichter haben es die „Söhne Mannheims“, bzw. und Umgebung. Es gibt eine Popakademie, in Berlin gab es da nie. Und es gibt Edo Zanki, den „Paten“.

Leicht hat es die Stadt nicht, und speziell die Frage der „guten Livemusik„, aber leicht hat es einen.

In Berlin sterben die guten Clubs wie Tüten Mücken weg. Hintergrund ist eine momentan eine etwas wirr verlaufende Stadt- bzw. Regionalplanung der für lokale Entwicklung zuständigen Fachbeamten, die zu sehr versachlicht ist. Das Problem: Niemand scheint noch zusammenhängend zu denken, ganzheitlich. Dieser Puzzle-Planung, die man „Planung“ nicht nennen sollte, fiel unlängst der Knaak-Club, eine wichtige Berliner-Clubgröße zum Opfer.

Die Stadtplaner waren so genial, direkt daneben einen neuen Wohnkomplex zu genehmigen, dessen Betrieb nun die unmittelbar daneben liegende Spielstätte „seit gefühlten 100 Jahren“ nicht schallschutztechnisch berücksichtigte. Und dann ziehen die Neubewohner nebenan ein und führen erbitterte Nachbarschaftskriege über zu lauten Stadtbetrieb: Hätte man ihnen sagen müssen, sie hätten dies im Rahmen einer Duldungsklausel im Vorfeld akzeptieren müssen? Die Folge: Hohe, unerfüllbare Schallschutzanforderungen gegen die Clubbetreiber, aber die hatten doch immer nur gespielt, spielen lassen, auftreten lassen und, wirklich, das Publikum liebte das. Es war die Zeit, in der Livemusik noch erlaubt war, aber das ist Geschichte.

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