960/10: Positionen: Heinz Eggert denkt an 1976.

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Wir bedanken uns recht herzlich für diesen Gastbeitrag bei Heinz Eggert. Schönes Wochenende allen Lesern!

Ich war Pfarrer in Oybin. Ich war 29 und Hilde B. wurde 90 Jahre alt. Ich mochte diese alte couragierte Frau. Schon als junges Mädchen hatte sie im 1.Weltkrieg mit einem Rotkreuz- Koffer Soldaten auf dem Schlachtfeld medizinisch versorgt ….Im 2. Weltkrieg verlor sie ihren Mann und ihren einzigen Sohn. Sie nahm dann ihre psychisch kranke Schwester in ihren kleinen Haushalt auf und kümmerte sich fürsorglich um sie. Zusammen lebten sie in zwei winzigen Stuben im Obergeschoss eines Umgebindehauses. Das Wasser holten sie ein Stockwerk tiefer aus einem Wasserhahn und das Herzhäuschen hinter dem Haus benutzen sie als Toilette. Ich habe sie darüber nie klagen hören. Als ihre Schwester starb war sie selbst 88 Jahre alt.

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959/10: Sinnfragen: Die Entscheidung „von Amts wegen nach Aktenlage“ und ihre Bedeutung #Bürokratie

Ich heisse Ingo und werde gemobbt....

Ich heisse Ingo und werde gemobbt....

Banner FotocreditsThomas Gotthal www.mugshooting.de, Foto: Kreuzberger Badezimmer, Motiv Ralph Ruthe, hier: www.ruthe.de

 Aber: Die Beschwerden der Anwohner einfach vom Tisch zu wischen wäre unfair. Sie sollten gehört und ernst genommen werden. Die Admiralbrücke bewusst unattraktiv zu machen kann aber nicht die Lösung sein. Eine bessere Lösung muss her… (Christian Weninger, Webmaster www.admiralbruecke.de) – zur derzeitigen Diskussion über die Admiralbrücke, Kreuzberg

Wir sagten es hier schon. Es macht Sinn, den Sinn einer Sache von Zeit zu Zeit zu hinterfragen. Ein Bürger Berlins, der hinterm Berg lebt (von hier aus gesehen), hat seinen Personalausweis erneuert. Er war abgelaufen. Schon ein Jahr lang. Es hat niemanden gestört. Er durfte unbeanstandet hier leben. Das ist hervorhebenswert! Das nennt sich „be Berlin“ und wird vom Regierenden unterstützt gemacht. Besser als die Aktenlage in Berlins Amtsstuben sieht allerdings die Wirklichkeit auf den Straßen, in den Häusern und Außenanlagen der Stadt aus. Man sollte in die Akten besser nicht schauen. Das ist die Erkenntnis dieses langen Arbeitstages. „Und sind die Akten noch so gräuslich, am besten lebt sich’s richtig häuslich.“

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