1901-16 – Positionen: Von der Preiskalkulation in guten Angeboten, von Akquisition und Inquisition

Zwei Stühle eine Meinung

Positionen

Korrekturvorschlag_gartenseitig

Der nachfolgende kurze Artikel handelt von Akquisition und Inquisition.

Ronny Schmidt (* Name geändert) ist Gartenbauunternehmer im ersten Telefonkontakt mit der Nebenhausverwaltung. Sein Hauswart- und Grünanlagenservice hat für die Grundstücksnachbarn in Berlin-Friedrichsfelde einen Fahrradabstellplatz gebaut.

Im Telefonat heißt es unsererseits: „Ich kenne Ihr Angebot für den Nachbarn, und ein solches möchte ich von Ihnen haben, für einen spiegelverkehrten Fahrradabstellplatz auf unserem Grundstück.“ Er überlegt einen Moment und sagt: „Na gut, das Angebot für die Nachbarn, das waren natürlich andere Preise. Die Hausverwaltung ist ein langjähriger Kunde von uns, für den wir viel machen.“ Ich erwidere trocken: „Sehen Sie, es gibt zwei gute Gründe, unwiderstehliche Angebote zu machen. Der eine ist der fette Fisch am Haken, der große Kunde, für den wir schon immer….“ Er fragt nach: „Ja? Und der andere?“ Ich lege nach: „Der Andere, das ist der neue fette, feiste Fisch, für den zu arbeiten sich nur dann anbietet, wenn man ihm sehr gute Preise macht.“ (Akquisition versus Inquisition) – Er lacht und sagt: „Sehen Sie? Da haben sie auch wieder recht.“

Genau: Dann war das wohl ein Satz mit X. Das war wohl nichts. Weiter arbeiten…

1896-16 – Positionen: Vom Leben in Warteschleifen – „Lilly Was Here“

Max Liebermann - Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!

Positionen

Im Verdacht: Haupt-Hauszähler-Wasseruhr! "QN 10"
Im Verdacht: Haupt-Hauszähler-Wasseruhr! „QN 10“

In Berlin-Kreuzberg soll der alte Gasanbieter rausfliegen. Unsere Liebe ist in die Jahre gekommen, ein neuer Anbieter soll her. Der Preisvergleich ergibt: Es kann ordentlich eingespart werden. Könnte, wenn nicht die Umstände dagegen sprächen. Wie aber wird man ein guter Verwalter, der sich kümmert und seinen Hausbewohnern die Nebenkosten mit sorgfältigem Blick senkt.? Antwort: Es ist kompliziert. – Eine Praxisbeschreibung.

Manchmal fragen mich Menschen, wie ich es noch schuffte schaffte, auch noch ein Blog wie dies zu schreiben. Wie mit Zwiebeln häuten, dass die Tränen drüsen und mit Texten, die zwiebeln. Relefant: Toröooo! Benjamin Bloggwart lässt grüßen.

Manchmal antworte ich dann: Kein Problem. Ich wechsle den Strom- oder Gasanbieter und dann hat man Zeit. So wie bspw. eine Geschäftsanbahnung mit dem Strom- und Gaslieferanten „Stromio“, der sich auch als gas.de bezeichnet. Noch verwirrender ist der ganze Unternehmensauftritt: Es heißt Stromio für Strom, gas.de für Gas und nun kommt’s. Es heißt Grünwelt, aber es ist Stromio. Boah! Haste nicht gesehen. Nö, erstmal nicht. Es ist offenbar ein großes Marketinggebrüll. Hier nun die Verbraucherbrill.

Die Wechselformalitäten sind was für ausgekochte Logistikexperten. Der Wechsel erfolgt nicht einfach, sondern kompliziert, denn so ist ja auch das Leben. Dabei könnte alles so einfach sein.

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1892-16 – Nachruf: Der AFN-Tontechniker Peter Fritz Willi Lustig (* 27. Oktober 1937 Breslau; † 23. Februar 2016 Husum) ist tot.

Nachrufe

Kerze

Peter „Löwenzahn“ Lustig ist tot. Nicht lustig.

„Bei einem Dreh für die Band „Ton Steine Scherben“ hat der Regisseur zu mir gesagt: „Jetzt komm mal vor die Kamera, du kannst so gute Sprüche machen. Sag was Komisches.“ Da stand ich plötzlich und habe, glaube ich, ein Ei auf meinem Kopf zerschlagen und gesagt: „Fernsehen ist scheiße.“ Wurde natürlich nie gesendet, aber seitdem galt ich beim Sender als fernsehtauglich.“ (Peter Lustig, Der Spiegel, hier)

Das war später. In der Zeit des Kennedy-Besuchs in Berlin 1963 war Lustig beim amerikanischen Sender AFN angestellt. Dort nahm er als einer der ganz wenigen als Tontechniker die berühmtesten 3 Worte Berolinismus audiotechnisch entgegen, die je ein Amerikaner Berlin widmete: „Ich  bin ein Berliner“.

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1891-16 – Positionen: Coffee to go? – Und was mit dem Becher?

Positionen

Du bist super! Kaffeetasse mit Rührung
Du bist super! Kaffeetasse mit Rührung

Der umweltpolitische Sprecher der Abgeordnetenhausfraktion der SPD, Daniel Buchholz, teilt mit:

Schnell einen „Coffee to go“ getrunken – schon ist der Becher Abfall. 170 Millionen Wegwerfbecher kommen so jedes Jahr in Berlin zusammen, viele davon landen auf der Straße. Um die Becherflut einzudämmen, haben die umweltpolitischen Sprecher aller Parteien zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe eine Kampagne für Mehrwegbecher gestartet.

Kaffeeketten, Backshops und Tankstellen sollen sie ebenso wie Wegwerfbecher anbieten. Möglich ist auch ein Rabatt für Kunden, die einen eigenen Becher mitbringen. Berlin könnte international mit gutem Beispiel voran gehen. Wie die „Becherheld-Kampagne“ funktionieren soll, lesen Sie hier:

http://daniel-buchholz.de/?p=1104

1890-16 – Positionen: Mit einer Freikarte ins Kopfkino, zur Berlinale, zu Frühsammers und ins Yorckschlösschen nach Kreuzberg

Foto: Lo Graf von Blickensdorf, Yorckschlösschen

Freikarte.Kopfkino.

Olaf Dähmlow, Yorckschlösschen
Olaf Dähmlow, Yorckschlösschen

Joelle Meissner und Olaf Dähmlow sitzen für ein gemeinsames Foto getrennt sitzend in einer Kneipe namens Yorckschlösschen. Das Foto folgt auf Seite 2, die nachfolgende Geschichte hat sich genau so zugetragen. Vielleicht war sie auch ganz anders. Hier wurde eine Eintrittskarte ins Kopfkino gelöst.

Es ist noch recht still, heimlich und leise auf der Yorckstr. in Berlin-Kreuzberg. Irgendwo Anna Ecke ist dort das Yorckschlösschen. Nur zwei Menschen sitzen im Gastraum und warten auf Verköstigung. Sie und er. Dame, Flaneur.

Wie pasteurisiert ist der Moment, Hitzewallung inklusive. Es sind die Wechseljahre. Hitze die Währung, dies zur Erklärung.

Queen Mum trug Hüte und wurde über 100. Elisabeth von England eifert Muttern jetzt nach. Ob sie´s schafft? Wer weiß das schon.

Peter Frühsammer sagt, er sagt sonst nie, wer bei ihm und Frau Sonja Frühsammer zum Essen da war. Aber jetzt war Merryl Streep da. Verstehst Du? Die Streep.

Da kann man mal eine Ausnahme machen. Er hat auch wirklich gut lachen, Peterle, Göttinnengatte, gut geht’s Geschäftle. Fleißiges Ehepaar, Sterneköche, Powerpaar (Berliner Morgenpost), Tennisclub-Sternerestaurant.

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1888-16 – Nachruf: Roger Willemsen (* 15. August 1955 in Bonn, † 8. Februar 2016 in Wentorf bei Hamburg)

Roger Willemsen (17jährig, auf Sardinien, Privatfoto)

Kerze

Roger Willemsen (17jährig, auf Sardinien, Privatfoto)
Roger Willemsen (17jährig, auf Sardinien, Privatfoto)

Als erste Strafe versagte Zeus den Sterblichen das Feuer. Um das Feuer für die Menschen wiederzuerlangen, hob Prometheus einen langen Stängel des Riesenfenchels in den Himmel, um ihn am vorüberrollenden funkensprühenden Sonnenwagen des Helios zu entzünden. Mit dieser lodernden Fackel eilte er zur Erde zurück und setzte einen Holzstoß in Flammen. (Aus Wikipedia zu Prometheus, hier)

Der Krebs hat ihn fortgerissen. Es ist noch kein Jahr her, da bekam er eine solche Diagnose und zog sich zurück ins Privatleben. 60 Jahre alt wurde er, kein Jahr älter. Dabei war er ein Lichtblick, ein Leuchtgeschenk für intelligente Menschen, ein Zeusfeuer am Himmel der verkommenen Journaille. Er war auch Freak, mochte Jazzmusik und für gute Literatur legte er sich mächtig ins Zeug.

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1887-16 – Prognosen: Bitte werdet gesund!

Werdet gesund! Get well soon!

Prognosen

Werdet gesund! Get well soon!


Johnny Cash – Bridge Over Troubled Water

Sending prayers

Let us think on those who
are in unhealthy situations,
illness or in hospital.

Please get well soon.

Mit guten Gedanken

Wir denken an diejenigen,
die in Ungesundheit sind,
in Krankheit oder im
Krankenhaus.

Werdet gesund!

A campain of – Eine Kampagne von: https://gesichtspunkte.de – Hauptsache, man hat welche

1886-16 – Metaebenen: Die Vielzahl der ungelösten PC-Probleme hat sich soeben erledigt (gif)

Drops, gelutscht

Drops, gelutscht

MyComputer (gif)

Dieser Drops ist gelutscht.

Anruf bei der Computer-Hotline,

ich bin schon etwas älter (87 Jahre) und habe irgendeinen Fehler mit dem Windowszeug gemacht. Ich kann jetzt meinen Computer nicht mehr wiederfinden. Gott sei Dank hat meine Frau die Sache mit dem Smartphone gefilmt. Was habe ich falsch gemacht?

Haben Sie schon einmal nachgesehen, ob das Netzkabel gesteckt ist?

Das geht nicht: Es ist mitverschwunden.

1885-16 – Positionen: Der Abgeordnete Daniel Buchholz (SPD, Berlin) zu Megadeals der Vonovia AG und Deutsche Wohnen AG

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Mehr als 100.000 Berliner Wohnungen (davon 12.000 in Spandau) sollen bei einer feindlichen Übernahme der Deutsche Wohnen AG durch die Vonovia AG (vormals Deutsche Annington) von einem privaten Eigentümer an den nächsten übergehen. Daniel Buchholz: „Die Erfahrung zeigt, dass solche Mega-Deals regelmäßig zu Lasten der Mieter und Mitarbeiter gehen. Steigende Mieten, weniger Service, weniger Instandhaltung und der Abbau von Arbeitsplätzen wären die sicheren Folgen einer spekulativen Übernahme. Wir brauchen Wohnungsneubau und keinen spekulativen Handel mit dem Wohnungsbestand.“ Auf seine Initiative hin wird sich der Bauausschuss des Abgeordnetenhauses am 20.01.16 mit dem Thema beschäftigen.

Den Abgeordneten Daniel Buchholz findest du bei Interesse hier auf seiner Homepage…

1881-16 – Positionen: Eins ist wirklich klar. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

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Gutmensch ist sprachlich eine entweder ironische, sarkastische, gehässige oder verachtende Verdrehung des eigentlichen Wortsinns „guter Mensch“ in eine Verunglimpfung. Der Ausdruck gilt als politisches Schlagwort mit meist abwertend gemeinter Bezeichnung für Einzelpersonen oder Personengruppen („Gutmenschentum“). Diesen wird vom Wortverwender eine Absicht bzw. Eigenschaft des – aus Sicht des Sprechers – übertriebenen „Gutseins“ oder „Gutseinwollens“ unterstellt, wobei diese angebliche Haltung unterschwellig als übermäßig moralisierend und naiv abqualifiziert und verächtlich gemacht wird. In der politischen Rhetorik Konservativer und Rechter wird Gutmensch als Kampfbegriff verwendet. (Zitiert aus Wikipedia zu „Gutmensch“)

Und weil soviel passiert, steht kaum zu befürchten, dass der Begriff weiter mäandern könnte. Edgar Froese (Tangerine Dream) ist tot. Aus der Traum. Lemmy Kilmister ist tot. Jack Daniels bekommt eine Weltwirtschaftskrise. David Bowie ist tot. Was soll jetzt noch gut sein? Nichts.

Gutmenschen werden über kurz oder lang aussterben. In Istanbul werden Menschen weggebombt und in Syrien Journalisten geköpft, Kulturschätze geraubt bzw. zerstört werden. Und vieles mehr: Der Gutmensch ist geächtet.

Aus allen möglichen anderen Gründen: Mit der Verbannung des Worts Gutmensch wird endlich Ordnung geschaffen im fest vorgezeichneten Weltuntergang. Die Berliner HipHop-Band KIZ singt passend: Hurra, die Welt geht unter.

Der Schweizer Cartoonist Johannes Borer hat den Gutmensch gezeichnet, hier….