Im täglichen Außendienst und auf Objektbesuch scheuen wir weder Kosten noch Mühen. Wir müssen manchmal erfinderisch sein, denn unmöglich können wir immer Schlüssel vom Objekt dabei haben. Erfindungsreichtum ist unsere Kür und Barriereüberwindung unsere Pflicht. Unser Außendienstmitarbeiter wurde dabei neulich gefilmt.
Wer das Video erstellt hat, war bei Redaktionsschluss nicht bekannt. Dass er es ausgestrahlt wissen wollte, ist indessen gewiss. Unser Mitarbeiter Baron von Münchhausen lässt grüßen.
Serie: Plattitüden: Sich wie ein Kullerkeks freuen
Der Hauskommissar meldet aus Berlin-Wilmersdorf:
der Zustand an der Müllstelle hat sich wieder normalisiert. Sieht alles so aus wie es sein soll.“ (aus einer Email)
Da ist der Spruch gerechtfertigt und angemessen: sich wie ein Kullerkeks zu freuen, dass was passiert ist, nachdem erst längere Zeit nichts passiert ist. Der Winterdienst hat ziemlich versagt, und die Müllentsorger, gleich mehrere davon, kamen auch nicht zurecht. Das war hier in den letzten Wochen immer wieder berichtet worden zum Suchstichwort „Schnee„.
Mit der Aktion: „Aushänge für die Ewigkeit“ weist das Büro Gotthal in Berlin als Hausverwalterin verschiedener Kunden im gesamten Stadtgebiet und Umgebung auf eine Sorgfaltspflicht von Autoren hin, die Aushänge, Rundschreiben (ob eckig oder rund, sei dahingestellt) verfassen und geradezu bedenkenlos unters Volk streuen. Als Außendienstler sind die Mitarbeiter der Verwaltung immer wieder darüber erstaunt, in welchen teils drastischen, unterdurchschnittlichen Rundschreiben Mietern und Wohnungseigentümern Informationsangebote und Diktate von Hausverwaltungen angetan werden. Manch Hausaushang ist schlicht unverständlich, nicht wenige enthalten groben Unfug, unzulässige Verallgemeinerungen oder schlichtweg keinerlei Aussage. Man fragt sich, was nun?
Allerdings werden wir die Aktion nicht „DsdSA“ (Deutschland sucht den Super-Aushang) nennen, weil das gerade naheliegend ist. Wer aber selbst direkt an einem Treppenhaus wohnt, und das dürften einige sein, die hier gelegentlich gern lesen, mache einmal mal die Probe aufs Exempel: mit geöffneten Augen durchs Treppenhaus, sehend was uns die Verwalterin des Hauses an guten Informationen anbietet? Ein Klingeltableau, das leicht überarbeitungsbedürftig erscheint, sehen wir fotografisch nachfolgend, mit dem Hinweis, dass auch das ein Display mit einer Informationsvermutung ist: Im Mehrfamilienhaus wollen wir nicht irrlichtern und suchen, und das Tableau sollte uns etwas darüber sagen, welche Menschen hier im Haus wohnen. In diesem Fall allerdings eher nicht: kaum ein Namensschild ist lesbar, eine Menge Namen fehlen, das Tableau scheint seine wesentliche Bedeutung eingebüßt zu haben. Hier konstatieren wir einen verwalterischen Kollaps, einen Stillstand in der Fortsetzung von notwendigem Alltagsgeschäft, Resignation, Rückzug auf Schreibtischtäterei, die die Zustände an Ort und Stelle nicht einmal mehr zur Kenntnis nimmt.
Jetzt haben wir den Salat: der Bloggwart dieses Weblogs als Avatar. Immer mit dem Zeitgeist gehen, so lautet das Credo, und dem konnte sich auch gesichtspunkte.de nicht gänzlich verschließen. Und da gesichtspunkte.de ein non commercial ist, privat und kostenlos betrieben, erwartet die Redaktion auch und insbesondere keine Schelte, selbst wenn sogar sämtliche Redaktionsräume unverzüglich auf Filmniveau angehoben und komplett weltraumgerecht ausgestattet wurden.
Weihnachten ist Potenz-Zeit, teilt mir heute per Posteingang in meinem Spamfilter Linh Pecha mit. Ist das eine Vietnamesin? Das jedenfalls würde erklären, warum Linh Pecha zu spät kommt (ein anderes, ähnliches Problem) und jetzt für Weihnachten Linderung bei all meinen Problemen verspricht. Schon nächste Woche kann ich alles bekommen, wenn ich nur gleich bestelle. Dem Link bin ich sicherheitshalber nicht gefolgt, denn die Bundesämter für Datensicherheit geben dieser Tage prekäre Sicherheitswarnungen raus, und zufällig habe ich gerade den MS Internet Explorer offen. Nein, nein, das ist mir zu unsicher.
Und da erst zu Weihnachten wieder die Pflicht ruft, siehe oben, kann ich mich derzeit besser auf andere Dinge konzentrieren: Auf reibungslose Winterdienste, Schnee- und Eisbeseitigung, das Abarbeiten von offenen Punkten aus dem letzten Jahr (genannt: Themenüberhang). Bei einer Woche Lieferzeit muss ich die nächste Bestellung blauer Lutschbonbons bei dieser Vietnamesin auf Ende November schieben, Weihnachtsverzögerung eingerechnet. Schlau, was? Weiter arbeiten…..
Eins allerdings finde ich interessant: Die Hitparade der am meisten gelesenen Artikel auf dieser Website wird klar angeführt von meinem exklusiven Bericht über eine Dame namens Claudia Hattitten. Über 11.300 Zugriffe (Stand heute). Wie kommt’s?
„Lass den Telefonterror, ruf jetzt bitte nicht mehr an, es gibt gar nichts auf der Welt, was jetzt so wichtig sein kann.“ (Spliff, Album 85555, 1984)
Die Gebäudereinigung Schniederpelz (* Name geändert) ruft an. Eine sonnige Dame fragt sich durch, wen sie denn jetzt am Telefon hätte? Und wer denn in der Frage der guten Gebäudereinigung hier zuständig sei? – Ich antworte direkt: ‚Wieso, wir haben doch heute schon sauber gemacht.‘ Sie stutzt. ‚Also Sie vergeben keine Aufträge dafür.‘ ‚Nein, nein, das machen wir alles selbst. Ein perfekter Verwalter macht alles selbst‘, werfe ich ein, ‚ich geh morgens immer los, putzen, und wenn’s sein muss, schraube ich auch mal eine Glühbirne ein, auch wenns die jetzt gar nicht mehr offiziell gibt.‘ Das Ziel meiner Notlüge: Ich will sie schnell wieder los werden und weiter arbeiten. Ich habe keine Zeit für nicht benötigte zusätzliche Gebäudereinigungsdienstleister und will mich auf Diskussionen auf gar keinen Fall einlassen.
Aber ich geb zu: es war gelogen. Ich war erfolgreich: Sie gibt es gleich auf, legt auf. Die besonders dreisten Lügen sind immer die erfolgreichsten…schade, aber es ist so…der perfekte Verwalter? Was’n das? Mögliche Antworten hier.
Da wo man Dir Platz anbietet, da setz Dich ruhig nieder – und lass allen Unbill hinter dir! (Alte deutsche Redensart, Quelle und Verfasser unüberprüft)
In Berlin-Kreuzberg sitzt es sich auf manchem Lokus extra schick. Denn dort bestehen einige Menschen darauf, ihrem Klodeckel etwas Pfiff einzuverleiben. In diesem Fall handelt es sich um ein besonders schickes Hochglanz-Extra-Exemplar. Der Mieter hat seine Wahl getroffen: es sollten Delfine sein, und es wurden Delfine. Im Bauhaus oder beim Obi-Baumarkt: überall hat man die Möglichkeit, sich Klodeckel anzuschaffen, die individualisiert erscheinen, es aber in Wirklichkeit natürlich gar nicht sind. Denn derartige Klodeckel werden industriell hergestellt, vermutlich kommen viele davon aus dem asiatischen Raum.
Entgegen anderslautenden Behauptungen trifft es nicht zu, dass Kreuzberger grundsätzlich nur mit bemalten Klodeckeln ausgestatteten Wasserklosetts ihre Geschäfte verrichten. Andererseits ist zutreffend, dass es welche gibt, die noch nicht einmal einen Klodeckel haben. Die Befindlichkeiten, die persönlichen Vorlieben, aber auch die finanzielle Omnipotenz der Kreuzberger Haushaltung dürfte hierfür mehr oder minder ausschlaggebend sein. In Kreuzberg gibt es jetzt sogar einen, dem wird das Wasser bald abgestellt, also auch das für die Klospülung. Jemandem die Klospülung abzusperren, ist ein zulässiges Mittel der Zwangsvollstreckung. Wenn der Schuldner einen dann nicht rein lässt, nennt man das noch nicht automatisch fruchtlose Zwangsvollstreckung. Dann droht ersatzweise Haft. Auch wenn’s niemand so recht glauben will.
Die Idee für solche Klodeckel aus dem asiatischen Raum ist nicht schlecht. Denn genau aus derselben Ecke treffen immer wieder Nachrichten darüber ein, dass sich die asiatischen gar nicht oder viel zu wenig an internationale Abkommen zum Schutz der Wale halten. Kürzlich kam die Dokumentation Die Bucht mit dem berühmten Delfin-Filmtrainer Ric O´Barry in die Kinos, der das Massenabschlachten von Delfinen in einer japanischen Bucht umfassend filmte. Selten hat man mehr Rot im Wasser vor der japanischen Küste gesehen.
Manchmal frage ich mich bei dem einen und anderen Foto schon, warum ich das gemacht habe. Im Digitalzeitalter drückt man einfach los und schon hat man was im Kasten, ………….und dann?“ (Hobbyfotografin Elke)
Messiewohnung ohne Digitalschrott - Foto: Klaus Gotthal
Ja, das stimmt. Die Digitalfotografie hat eine neue Spezies Mensch geschaffen: den digitalen Messi. Wir fotografieren hier und da und dort und andernorts, aber auch -sicherheitshalber- zu viel. Mehr als wir tatsächlich verarbeiten können. Ähnlich geht es vielen Videoten. Wer sich einst eine digitale Videokamera angeschafft hat, um den Urlaub zu verfilmen, besorgt sich inzwischen auch Programme zur Videoschnittbearbeitung. Es werden immer größere Festplatten benötigt, um den ganzen Mist auch nur annähernd beherrschen zu können. Und irgendwann dreht sich die Geschichte komplett um. Dann beherrscht der Mist mich und ich verliere den Überblick, ich verliere die Lust, überhaupt noch Zeit und Mühe zu investieren.
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Fotos, Videos, Filme, alles digital, und da bleibt es auch. Vorbei die Zeiten, in denen sorgfältig angelegte, handschriftlich kommentierte Fotoalben oder Diaabende mit abendfüllenden Vorträgen über das Liebesleben der Stechfliegen in Britisch-Guatemala noch attraktive Möglichkeiten der Freizeitgestaltung waren.
Wer auf diesen Websites nach dem Stichwort ‚Schnee‘ sucht, muss noch lange kein Drogensüchtiger sein.“ (Suchempfehlung und Esprit dieser Redaktion)
Der Winterdienst hat die 1. Teilzahlung für die Schneesaison 2009/2010 (die am 15.04.2010 endet) im alten Jahr erhalten. Im neuen Jahr fing es mächtig an zu schneien, das ist bekannt, darüber wurde hier ausgiebig berichtet. Nachdem mehrmals Bemängelungen in Fotoform festgehalten und dokumentiert wurden, steht jetzt auch die 2. Teil- bzw. Restzahlung zum Ausgleich an. Das bringt die Wohnungseigentümer auf die Idee, wegen der äußerst mängelbehafteten (bzw. gar nicht) Arbeit zumindest einen Abzug von der Rechnung zu erwägen. Man will ein Zeichen setzen, zivilen Ungehorsam ausüben, gegen untätige Winterdienstfirmen.
Die Sache wächst sich zu einem ersten Dialog zwischen Verwalterin und dem Winterdienstleister aus. Geltend gemacht wird grundlegend eine gegenüber den vertraglich übernommenen Verpflichtungen erheblich reduzierte (Schlecht-)Leistung. Schneebeseitigung wird vertraglich festgelegt in den erforderlichen Bestandteilen von Hand-, Maschinenarbeit und mit Kehrbreiten (auf dem öffentlichen Trottoir 1,50 m, Maschinenarbeit, bei Zuwegungen auf einem Grundstück 1,0 m Kehrbreite, Maschinenarbeit). Im geschilderten Fall gibt es auch eine Abfahrt (Rampe) -siehe obiges Polaroid-, die die Bewohner gebrauchen, um ihre unten auf dem Grundstück geparkten Kraftfahrzeuge nach oben zur Straße hin zu bewegen. Die Straße (in Charlottenburg, OT Ruhleben) ist eine kleine Stichstraße als am Ende liegende Sackgasse in Form eines Kreisrunds. Von der Berliner Stadtreinigung wird die Straße als Straßenreinigungsverzeichnis A, Reinigungsklasse 4, niedrig bewertet. Eine Räumung der Straße im Rahmen des Winterdienstes der Berliner Stadtreinigung ist nicht prioritär, mit anderen Worten: Es wird kein Winterdienst durchgeführt.
Im Dossier der Frankfurter Immobilienspezialisten Aberdeen (Ausgabe 01.2010) kommen die Autoren zu folgendem Fazit:
Für Investoren an den Immobilienmärkten wird diese weitere Unterscheidung von Marktteilräumen, Lagen bzw. Clustern zunehmend wichtiger. Wieder einmal gibt folglich der Kapitalmarkt das Veränderungstempo vor. Es bleibt als Herausforderung für die Branche, dass – vor allem in Zeiten, in denen ein Großteil der Investoren auf das Segment Core und Core+ fokussiert ist – ein Blick über den Prime-Tellerrand notwendig wird und ein Abgleich von Investoren- und Nachfragerinteressen erfolgt. Es existieren attraktive Investitionsopportunitäten nicht nur im vielzitierten aber wenig repräsentativen Primebereich, sondern auch „daneben“ – von uns als „etabliert“ definiert. Dabei kann die „etablierte Lage“ qualitativ neben Prime liegen, sich räumlich auch auf Gebiete abseits der Citylagen (z.B. Verkehrsknotenpunkt) erstrecken. Neben dem bekannten Lageaspekt ist ein weiterer wesentlicher Entscheidungsfaktor im Investmentprozess in der Objektqualität zu finden, sodass der altbekannte Lehrsatz „Lage, Lage, Lage“ um den Aspekt „Objekt, Objekt, Objekt“ erweitert werden muss.“
Das ist ein bisschen schwer verständlich aufgeschrieben, finden wir. Man hätte es einfacher formulieren können.
Dass wesentliche Entscheidungsfaktoren von Investoren in der Objektqualität zu finden sind, darf als bekannt gelten. Einen research-Report braucht man dafür aber vermutlich nicht.