954-11 – Sinnsuche: Hier kommt KNUT, ausgestopft steht er gut, ohne Pfleger, ohne Gurt!

 

Eisbär Knut

Der Tagesspiegel meldet auszugsweise:

Fans freuen sich auf den ausgestopften Knut.Viele warten darauf, dass der ausgestopfte Bär im Museum gezeigt wird. Dabei hat die Präparation noch gar nicht begonnen.

Na, ob das Fans sind? Warum darf der Eisbär nicht in Frieden ruhen? Stattdessen wird er wohl zu einer Art egoistischer Ode an die eigene Freude von solchen Menschen, die ausgestopfte Tiere gern ansehen. Dass nun etliche Tierschützer schon fordern, Zoos ganz abzuschaffen, ist das eine. Denn vielleicht gibt es die Tiere bald gar nicht mehr in freier Wildbahn. Wir schauen jedenfalls keine ausgestopften Tiere (mehr) an. Wir nicht.

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951-11 – FotoPodcast: Wie man aus Kleidung, Frisur & der Attitüde leicht zu schlußfolgern weiß und sich irrt!

Das Leben der anderen...

Merke: Die Attitüde und die Verkleidung eines Menschen mit bestimmten stilbildenden Ausdrucksmitteln ist das eine. Ob das, was du darunter verstehst, also die Message, auch richtig ausgedeutet ist, ist damit noch nicht gesagt. So ertappt sich der nachdenkliche Mensch eigentlich andauernd wieder dabei, dass er etwas sieht, dass er in einen ihm bekannten Zusammenhang (Kontext) stellt: Und wenn sich der Stilbildner bzw. Mensch umdreht und den Mund aufmacht, ist man eigentlich nur noch überrascht. Alle vorherigen Vermutungen brechen justamente in sich zusammen, wie ein Kartenhaus. Der Stilbildner-Beratungsmodus in unserem Kopf macht „huch“ und wir erkennen eine Stilblüte, in voller Blüte.

Wir wollen stark sein und unabhängig, individuell und anders als die Anderen.

Und dann werden wir beobachtet und was andere an uns beobachten, gefällt uns eventuell gar nicht. Wir werden es allerdings auch eventuell nie erfahren. Es sind nur Gedanken. Niemand sagt uns seine Gedanken, wenn keine Veranlassung dazu besteht. Bei denjenigen, die Sachen aufschreiben und veröffentlichen, ist das allerdings anders. Das erfahren wir mit etwas Glück. Und dann denken wir, es kam hinterrücks. So wie die starken Gedanken und Emotionen, die der Mann mit dem Irokesenschnitt und dem T-Shirt auslöste. Nein, nicht Sascha Lobo, Blogger und Oftfernsehgast in Deutschland´s quälenden Talkshowterias.

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950-11 – Berlin & all die Bezirke der Welt: Ist Gentrifizierung sowas Ähnliches wie verkappte Genmanipulation?

Wer früher stirbt, ist länger tot! Berliner Morgenpost
Wer früher stirbt, ist länger tot! Berliner Morgenpost

Ob in Berlin, Paris oder London – überall in Europa werden ganze Stadtviertel von Investoren umgepflügt. „Gentrification“ nennen Soziologen diese Aufwertung. Viele Menschen fühlen sich davon bedroht, denn steigende, oft unbezahlbare Mieten sind die Folge, und ein Stück originärer, lebendiger Stadtteilkultur geht verloren. Die Dokumentation „Kunst oder Kommerz? Der Kampf um die Stadt“ zeigt, wie sich Künstler gegen diese Prozesse wehren. Denn sie sind die Pioniere, die Viertel mit günstigen Mieten entdecken und ihnen ein besonderes Flair geben – bis die ersten Investoren kommen. (Klappentext zum Film)

Wer früher stirbt, ist länger tot, das ist bekannt. Aber stirbt die Stadt, und findet ihre Seele keine Ruhe? Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsplanung, Ghettoisierung, über derlei Gesichtspunkte haben wir hier schon ausführlich berichtet. Ein Begriff fiel indes noch nicht: Gentrifizierung, auf immobilien-kauderwelsch: Gentrification. Es geht um die Veränderung der Stadt infolge professioneller, aber gewissenloser und reißbrettartiger Immobilien- und Standortentwicklung. Ökonomisch geprägtes Immobilien-Development. Die Investoren kommen aus aller Herren Länder und ihr Einsatzort ist ihnen ziemlich egal. Motiv ist der Prozentsatz der zu erwartenden Rendite, die Immobilien-Consultants rechnen Zahlenprognosen schön. Auch der deutsche Immobilien-Tycoon Schneider machte das. Bis das Traum- und Schaumgebäude in den Mädler-Passagen in Leipzig zusammenbrach, die Handschellen klickten. Die überwiegende Anzahl der anderen, weiteren Immobilienfritzen ist schlauer.

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949-11 – Internationale Fragen: Ai WeiWei ist frei, aber wo bitte Liu Xiabo, der chinesische Nobelpreisträger?

icon Internationale

Mit großem Respekt vor dem chinesischen Volk freuen wir uns heute über die Freilassung von Ai WeiWei und bitten die chinesische Regierung auch weiterhin, den chinesischen Nobelpreisträger Liu Xiabo nicht weiterhin inhaftiert zu lassen.

Der chinesische Dissident Ai WeiWei ist frei, ist seit gestern zu lesen. Damit entfällt unsere Verlinkung auf eine Online-Petition, die zur Haftentlassung beitragen sollte, aus Gründen des Erfolgs. Abzuwarten bleibt, ob der Erfolg auch nachhaltig ist, also von Dauer. Das chinesische Zeichen für „Freiheit“ (siehe oben) bleibt weiterhin als Rettungsschirm aufgespannt für Liu Xiabo und sei es auch nur, um spirituell an ihn und sein unverhältnismäßiges Schicksal zu erinnern! Denn was können wir von hier aus schon erreichen? Wir können sagen, wir reisen nicht nach China, bis…. und das war´s. Oder wir kaufen keine chinesischen Produkte, tja, leider….ach China, du wunderbares, großes Land voller Geheimnisse und Mythen: Wie gern würde ich dir auf Augenhöhe begegnen und dich wieder in mein Herz schließen. Im Moment geht das kaum: es ist zu viel chinesisches Porzellan zerbrochen worden, um übergangslos zur Tagesordnung zurückzukehren. Liu Xiabo muss freigelassen werden, das ist nun wirklich das Mindeste.

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948-11 – Lied des Tages: „Vertreib den Regen“ von Frizz Feick, präsentiert als „Gin Frizz“ ohne Reisetabletten

Nichts reimt sich auf Sushi!
Nichts reimt sich auf Sushi!

Mario Barth hält sich für einen gewieften Sprüche-Entwickler und geht gerichtlich gegen die Verwendung „seiner“ Formulierung „Nichts reimt sich auf Uschi“ vor. Ein paar T-Shirt-Spreadshirtler hatten den Spruch gekapert und versuchten nun, ihn gewinnbringend unters Volk zu bringen. Natürlich ist der Spruch weltbewegend, ein Solitär der menschlichen Dichterprosa und metaphernhaft. Das hat uns veranlaßt, nun kein T-Shirt damit zu bedrucken, sicherheitshalber, um nicht in die Fänge der Justiz zu geraten, nur weil sich -ebenfalls- nichts auf Sushi reime.

Frizz Feick ist ein deutscher Musiker mit deutschen Texten, einem inzwischen immer größer werdenden Fankreis. Und ähnlich könnte man nun schüttelreimen: „Nichts reimt sich auf Frizz, allenfalls Gin Frizz“. Doch weit gefehlt.

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947-11 – Gesagt ist gesagt: Was Filmemacher Klaus Lemke über Mädchen in Berlin sagt. #Interview #Linktipp

Deutsche Kopftuchmädchen mit Eltern - 1911/Kanada
Deutsche Kopftuchmädchen mit Eltern - 1911/Kanada

 Also, wenn ich durch Berlin laufe, frage ich mich auch ab und zu, ob es Mädchen überhaupt noch gibt oder ob das so eine Fantasie war des letzten Jahrtausends. Bei den meisten Mädchen hat man das Gefühl, das sind die Strohmänner der Jungs. Die meisten Mädchen empfinden sich auch so. Das ist immerhin sehr viel besser, als wenn man Mädchen für irgend was mag, was sie gar nicht sind. Also dumm sind sie in jedem Fall. So wie wir. Hilflose Deppen. So wie wir. Mädchen sind alle die Hölle. Aber das ist das Beste überhaupt, dass man da durch muss. (Quelle: Interview, TAZ, Link unten)

sagt Klaus Lemke, Filmemacher, in einem Interview, das uns lesenswert erscheint. Und was für ein Diskurs, man sieht lauter Ecken und Kanten. Der Link ist angehängt. #Lesetipp

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944-11 – News: Die Zahl der Flüge zwischen Berlin und Bonn ist beachtlich

Unnützes Wissen: Verliebt in Berlin!
Unnützes Wissen: Verliebt in Berlin!

Das Ergebnis einer „verwässerten Hauptstadtentscheidung“ in Folge des Gesetzes über den Umzug von Bonn nach Berlin ist noch heute:

Es sind rund 66.000 Flüge pro Jahr erforderlich, die den Regiebetrieb der Bundesregierung und der aufgespaltenen Administrationsebenen zwischen Bonn und Berlin erforderlich machen. (Quelle: Tagesschau heute, 20 Uhr)

Es wäre wohl an der Zeit, dies zu beenden und die noch in Bonn ansässigen Regierungsdienststellen nach Berlin zu holen. Auch dem Umweltschutz zuliebe.

Die jetzige Situation ist das Ergebnis einer „Politik der ausgleichenden Gerechtigkeit“, die jede klare politische Entscheidung „verwässert“, koste es was es wolle.

Halten wir fest: Der Hauptstadtumzug ist derweil noch nicht abgeschlossen. Ist es ein Wunder, dass „Gott & die Welt“ nach Berlin strömt, um Immobilien praktisch aus der Portokasse zu kaufen?

 

941-11 – Video: Noch´n Gesicht – von Johann König

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Johann König Gedichte  (via Youtube)  

Um mein Mundwerk auszumisten, ging ich einmal zum Dentisten, den ich schon seit Jahren scheute, was ich diesen Tags bereute. #Zahnarzt

Johann König mag es mit der deutschen Sprache. Hier eine Zusammenfassung.

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936-11 – FotoPodcast: Die neuen Matjes sind da, aber nicht in Berlin angekommen, eine Katastrophe #Skandale

Matjes (Foto: Mae Mistler, mit herzl. Dank)
Matjes (Foto: Mae Mistler, mit herzl. Dank)

Jeder Mensch hat mindestens einen Traum, meistens sogar mehrere. Wir hatten und haben auch einen Traum: Anderen bei der Erfüllung der kleineren Träume behilflich zu sein. 1999 bekamen wir die Möglichkeit, einen unserer Träume zu erfüllen. In Greetsiel, einem kleinen, romantischen und verträumten Ort in Ostfriesland, wurde ein hübscher, kleiner, alter Laden direkt am Hafen frei. Hier hat die Fa. Traumflug sich Ihre Basis eingerichtet, die Basis für viele kleinere und größere Traumflüge. Selbstdarstellung von Traumflug, Website hier

Gastronomisch ist es eine Katastrophe ersten Ranges: Die neuen Matjes sind da. Irgendwo an der Nordsee (Nordsee ist Mordsee, Film, Musik: Udo Lindenberg) liegt Greetsiel und dort steht die Fischwächterin Mae, gebürtig in Berlin und nun „Leuchtturm aller gastromischen Kenner“ mit Wächterfunktion über die Küste: Krabben puhlen, Seehund streicheln oder die neuen Matjes (Fanggebiet: Holland, das sind die besten) probieren. Rote Ankündigungen sind frisch gedruckt und überall ausgehängt. Und wir Berliner?

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935-11 – Positionen: Alles was schief laufen kann, wird auch schiefgehen, sagte der Kindesvater #Edward A. Murphy

Murphys Gesetz

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WWWW John über „Murphys Law“  (via Youtube)

Sag mal, sind die nur blöd? #Fluch eines Autofahrers am Morgen – Entwurf für § 8 des Standardauftrags für Ersatzbeschaffungen: „Die Anlieferung erfolgt außerhalb der Kernanreise- und -abfahrtzeiten der Schulkinder bzw. deren Eltern. Ein Stundenschema zu erwartender Stoßzeiten ist beigefügt.“ – Zur Kernfrage: Wie kann man dem Leben durch antizyklisches Verhalten Qualitätszuwächse verschaffen?

So dachte der Kindesvater heute morgen, als er sein Kind zur Schule brachte, über Stoßzeiten sinnierte und über Strategien zur Ausweichzeitgewinnung:

Es ist immer viel los morgens kurz vor acht Uhr vor der Schule in Berlin-Zehlendorf. Nicht wenige Kinder werden gebracht. Mit Autos, die in der engen Straße mit Kunst und Andacht, vor allem viel „liebender Geduld“ aneinander vorbeischlängeln. Es sind auch Ignoranten unter den Eltern, etwa solche, die ihre Kinder grundsätzlich zur Straßenseite hin aussteigen lassen. Nach Murphy kann man ohne Problem in ein solches Kind hineinfahren. Sämtliche Neuanschaffungen, die die Schule seit langem mit Geduld und Spucke eingefädelt hat, wie z.B. das neue übermannshohe Turngerüst samt Lastwagen, Kramer-Allradbagger und zwei düster dreinblickenden „Geräteaufstellern“.  Pünktlich um 10 Minuten vor acht Uhr an reisen sie an. Sie müssen natürlich sofort mit der Arbeit anfangen. Nicht um zehn nach acht Uhr, wenn die Schüler der Grundschule in den Klassenzimmern sind. Initiativlos: Niemand gebietet ihrem Schwachsinn Einhalt. Sie wollen doch nur ihre Arbeit machen. Von unserem Standpunkt aus sollten wir froh sein, dass endlich ein neues Turngerüst für den Schulhof kommt, ansonsten bitte „Fresse halten“. Niemand hat das Recht, ihnen das vorzuwerfen und ihre Gedankenlosigkeit. Aber -frei nach Murphy- hab ich jetzt wenigstens überraschend festgehalten.