Du liebes Plappermäulchen, bedenk dich erst ein Weilchen. Und sprich nicht so geschwind. Du bist wie unsre Mühle mit ihrem Flügelspiele. Im frischen Sausewind.
So lang der Müller tätig und schüttet auf was nötig, geht alles richtig zu; Doch ist kein Korn darinnen, dann kommt das Werk von Sinnen und klappert so wie du.“
Manche Anrufer haben interessante Anliegen. Einer davon sagt heute Morgen sinngemäß folgendes:
Ich habe gehört, Sie sind Verwalter dieser Wohnanlage in Lichtenrade. (Das stimmt.) Ich interessiere mich für die Dachgeschosswohnung oben, die will ich kaufen. Ich habe gehört, die Mieter begehren dagegen auf, dass da der Spitzboden mit zur Wohnung gehört, stimmt das? – Meine Antwort ist kurz und präzise: ‚Ich kann ihnen dazu nichts sagen. Wir sind als Verwalterin der Wohnanlage nicht berechtigt, einem x-beliebigen Anrufer Details, Daten, Probleme der Wohnanlage mitzuteilen.‘ Ach so! Er sagt, das versteht er.
Aus einer Email an verschiedene Wohnungseigentümer:
Anbei Rechnungsvorgang, bereits durch Architekt geprüft an sechs weitere Augen mit der Bitte um weitere Freigabe durch vier Augen….Danke. Frau Xy nimmt die Freigabe entgegen und weist dann den Rechnungsbetrag an.“
So oder so ähnlich laufen eine Vielzahl von Vorgängen in einer Art fast automatischem workflow. Ein Architekt hat die Handwerkerrechnung geprüft. Er gibt sie in einer Weise frei, die Prüfvermerke enthält. Die dann übersendete Handwerkerrechnung (mit Prüfvermerk) gibt der Verwalter -sicherheitshalber- noch einmal an „dazu berufene Wohnungseigentümer“ (der Anlage in Zehlendorf) weiter. Denn mehrere Augen sehen mehr als nur zwei, die sich anschicken, Rechnungen zu bezahlen. Sicherheit durch Transparenz.
Diese Rechnung wird angewiesen aus innerlicher Akzeptanz, aus der Mitkenntnis (mehrerer) relevanter Miteigentümer und mit einem guten Gefühl, dass sie nun bezahlt wurde. Am Ende dürfte da auch ein Handwerker sein, der mit seiner Kundin und ihrer guten und gewissenhaft anmutenden Zahlungsmoral positiv angesehen wird. Alle sind zufrieden. Nichts lief versehentlich, nichts geschah ohne Mitwissen relevanter, freiwilliger Teamworker. Ein ganz anderes Beispiel.
Die Verfahren werden in der Abteilung 21 der Amtsanwaltschaft geführt. Diese Zentralisierung der Bearbeitungszuständigkeit hat sich bewährt. Sie ermöglicht eine besonders effektive und nachhaltige Verfolgung jener Verstöße. Die Zusammenarbeit zwischen der zuständigen Abteilung der Amtsanwaltschaft Berlin, dem Familiengericht und der Polizei gestaltet sich gut.“ (Quelle: Drucksache 6/12 132, Kleine Anfrage des Abgeordneten Sven Kohlmeier (SPD), Antwort vom 05 Juni 2008, Justizsenatorin von der Aue, vollständiger Wortlaut der Anfrage hier)
Sven Kohlmeier (SPD) wollte vom Senat wissen, welche Erfahrungen das Land Berlin mit dem (2002 eingeführten) Gewaltschutzgesetz (GewSchG) gemacht hat? Die seit 2002 bis 2007 geführten Verfahren gibt der Senat wie folgt an (auf Bild klicken) Anzahl Verfahren GewSchG 2002-2007 (Quelle: Senat Bln)
Anzahl Verfahren GewSchG 2002-2007(Quelle: Senat Bln)
Ein Verwaltungsbeiratsmitglied einer Wohnanlage in Berlin-Wedding schreibt per Email:
ich wäre nicht nur, sondern ich bin dafür (die Dämmung der Kellerleitungen vorzunehmen), und gehe – ohne Rückfrage genommen zu haben – davon aus, dass auch die übrigen VBR-Mitglieder dieser Meinung sind. Sollte dies nicht der Fall sein und es zwei Gegenstimmen geben, bin ich halt überstimmt….“
Womit er zweifelsohne recht hat. Allerdings beschließt ein Verwaltungsbeirat nicht, sondern er berät nur den Verwalter. Und der hatte zuvor formuliert:
Die Verwalterin wäre dafür, die Arbeiten ausführen zu lassen. “
Richtiger aber ist: Die Verwalterin wäre nicht nur dafür, sie ist dafür…. ist nur ein kleines Ding, aber „der Nagel auf den Kopf“. Bessere Formulierung: Ich bin dafür. Die Verwalterin ist dafür. Sie wäre nicht dafür, sie ist…
Berlin-Zehlendorf – 15:30 Uhr: Es klingelt an der Tür.
Ein Blumenbote möchte Blumen für die Nachbarin abgeben, die über dem Berichterstatter wohnt. Das ist unter normalen Umständen kein Problem. Aber die Nachbarn verstehen sich nicht gut. Und deswegen will der, der diesen Bericht der Redaktion von gesichtspunkte.de erstattet hat, diesen Blumenstrauß auf gar keinen Fall entgegen nehmen. Das ist verständlich, weil sich die Nachbarn nicht gut verstehen. Unter normalen Umständen kein Problem.
Der Blumenbote klingelt an einer anderen Tür. Auch dort wird ihm selbiges beschieden. Ein Blumenstrauß ist doch nur ein Blumenstrauß. Wo ist das Problem?
Das Problem, sagt die weitere Mitbewohnerin an der Tür, ist, dass sie das nicht will. Wer weiß, was dahinter steckt? Hinter jeder Blume steckt nachweislich ein ganzer Strauß bunter Möglichkeiten. Es kann der verschmähte Liebhaber gewesen sein, der seiner Vergeblichen Blumen sendet, mit Spuren von Gift. Ein Allergieschock kann ausgelöst werden. Oder der nochmalige Liebesbeweis einer Freundin, die auf diese Weise um Vergebung buhlt. Oder der Strauß wird absichtlich bei Nachbarn abgegeben, die einem nicht lieb sind und das giftige Pulver (siehe oben) bringt den Hund der Nachbarin um. Er ist doch erst zwölf Wochen alt.
Mit einem Kopftuchmädchen geplaudert. Sie hofft, dass es im Herbst mit der Juniorprofessur was wird.“ (über twitter.com/udovetter), wunderbarer Tweet
Der jüngst in die Schlagzeilen gekommene, ehemalige Finanzsenator und jetzige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat eine Rede vor Vertretern der Berliner Wirtschaft gehalten. Die Süddeutsche Zeitung berichtete darüber u.a. wie folgt:
Tatsächlich redet Sarrazin an einer Stelle seiner Rede über „die Japaner“: Als „junger Beamter“ beim Internationalen Währungsfonds (IWF) habe er selbst erlebt, dass „die Japaner Englisch zwar verstanden, aber nicht selber sprechen konnten“. Ja, so ist der Japaner.
Einige Gäste runzeln die Stirn, die Journalisten tippen hektisch auf ihren Laptops. Sarrazin wittert die Gefahr und fügt hinzu: „Das hat sich mittlerweile auch gegeben, die Japaner sprechen heute sehr gut Englisch.“ Einmal klingelt mitten im Fachvortrag das Handy. Der Klingelton erinnert an „Emergency Room“, an Alarm im Krankenhaus. „Ich habe den Ton gewählt, damit er sich von allen anderen unterscheidet“, kommentiert Sarrazin, der Nonkonformist.“ (kompletter Beitrag hier)
Das klingt, als hätte Sarrazin aus den letzten Tagen etwas gelernt. Die Hinzufügung, Japaner sprechen heute sehr gut Englisch, hat die Situation gerade noch gerettet, vermutet man.
Schon als Kinder haben wir gern Monopoly gespielt: und damit Weichen gestellt. Ziehe eine Ereigniskarte, hopse zur Schloßallee und dann setze drei Runden aus. Kaufe Parkallee, ach, herrlich war´s. Stunden verbrachte die Familie mit diesem beliebten Gesellschaftsspiel. Getreu dem Motto: Haste nüscht, biste nüscht besteht das Ziel darin, andere (Mitspieler) in die Insolvenz zu treiben, ganz so wie im richtigen Leben. Ja, damals wurde bereits der Grundstein fürs berufliche Leben gelegt. Das Spiel hat unbestreitbar eine ganz unglaubliche Nähe zum Alltag im Beruf des Haus- und Grundstücksverwalters, da gibt es kein Vertun.
Vertrauensfrage (quelle: gotthal.de)
Umso überraschter war die Redaktion von gesichtspunkte.de, als sie als weltweit erste Online-Redaktion ein ganz neues, noch nicht erschienenes Spiel in die Hände bekam. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass die Verleger wegen der großen Nähe des Spiels zu Monopoly ihr neu erfundenes Brettspiel STALKopoly noch patentrechtlich überprüfen lassen wollen, um Schadenersatzansprüche zu vermeiden. Unsere Onlineredaktion Spieletest (Chefredakteur: Heribert Harpenkötter) befasste sich ausgiebig mit dem Spiel und hat es kritisch rezensiert. Das uns überlassene Testexemplar mussten wir dem Herausgeber inzwischen wieder zurückgeben. Hier der ausführliche Spieletest.
Versteh, was ich geworden bin
Es war nicht mein Plan
Und die Leute überall
sie seufzen, halten sich für besser als mich.“
(Cranberries, Ode to my family, deutsche Übersetzung)
In Teil 1 des Interviews erzählte uns ein Stalkingopfer ausführlich die Vorgeschichte eines Stalkingfalls. In Teil 2 des Interviews schließt der Interviewer beim Interviewten (Opfer) an die weitere Entwicklung der Geschichte in ebenfalls ausführlicher, nachhakender Weise an. Teil 3 des Interviews wird sich mit den Stalking-Angriffen selbst und den Tätern auseinandersetzen. Es wird empfohlen, zum besseren Gesamtverständnis alle drei Teile zu lesen. Die Interviews wurden geführt am Ort der Handlung: auf der Nordseeinsel Norderney. Wobei Norderney nur als Synonym zu verstehen ist, denn derartiges kann sich ebenfalls auf jeder südlich von Norderney gelegenen Insel ereignen. Vergleiche hierzu dies hier.
(Bislang erschienen)
Teil 1 – …über die Vorgeschichte dessen (VÖ: 02.10.09)
Frage: Wann fing das Stalking an? Sie sagten eingangs, das wäre im September 2007 gewesen? Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das noch nicht Stalking, was bislang in Interview-Teil 1 von 3 erzählt wurde?
Antwort: Nein, das ist nichtStalking. Was bis dahin geschehen war, nannte ich selbst Mobbing. Diese ganzen unglaublichen Vorfälle hatten das erkennbare Ziel, mich und meine Familie aus dem Haus rauszuekeln. Mit ziemlich primitiven Mitteln. Mir kam bei diesem fortgesetzten Terror im eigenen Wohnhaus zugute, dass ich mich im Haifischbecken ‚Wohnen – Mietrecht – Eigentumsrecht‘ gut auskannte. Ich konnte meine berufliche Bildung entgegensetzen. Wir konnten uns wehren. Selbst wenn die Leute über viel mehr Geld verfügten, teure Anwälte beschäftigten und dergleichen. Selbst die teuersten Anwälte waren im Vergleich zu uns Luschen, sie blieben stets zu oberflächlich und verfehlten oft den Kern des Ganzen. Demgegenüber konnten wir durch Detailkenntnis glänzen. Sie hatten ganz einfach kein Herzblut, sahen es als eine Sache, eine Akte, ein Aktenzeichen.
Frage: Sie hatten keinen Anwalt dafür?
Antwort: Doch, doch, schon hier und da. Aber im Wesentlichen brauchte ich keinen. Mein Mobbing-Nachbar hatte zu diesem Zeitpunkt schon fünfstellig in Anwaltshonorare investiert. Ich nicht.
Frage: Stellt sich nicht irgendwann einmal die Frage, ob solche Streitereien Sinn machen?
Herausgekommen ist ein Abriss (kein Verriss) über den SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier (SPD), der bekanntlich trotz SPIEGEL-Artikel (Ausgabe 39/2009 vom 21.09.09) diese Wahlen nicht gewann. Als hätte es das Nachrichtenmagazin aus Hamburg geahnt. gesichtspunkte.de hat sich allerdings im Nachhinein noch einmal in den Wahlkampf gestürzt und den Artikel (Seite 49ff.) revoluzzerhaft erst nach der Wahl wirklich gelesen. Von wegen, …bestraft das Leben! In mutmaßlicher Deckung mit diesem Beitrag zum Fortschritt als Schnecke nehmen wir einen Faden aus dem SPIEGEL-Artikel nochmals als (weitere) Beweisführung auf. Dort heißt es ausschnittsweise wie folgt, Zitat:
Eines der Lieblingsbücher von Frank-Walter Steinmeier heißt ‚Die Entdeckung der Langsamkeit. Geschrieben hat es der Schriftsteller Sten Nadolny. …Die beiden sind über die Jahre Freunde geworden. … Der Roman ist der Versuch, die Langsamkeit von ihrem schlechten Ruf zu befreien. (!! Aha, Anmerk. der Red.) …John Franklin (der Protagonist der Geschichte, Anm. der Red.) hat seine eigene Geschwindigkeit, er ist unfassbar langsam, wirkt unscheinbar, hat keinerlei Charisma, alle halten ihn für dröge, er kann sein Umfeld nicht unterhalten, er redet, als ob er Nägel in die Wand klopfe. … Franklin scheint ebenso wenig in die Kapitänsrolle zu passen, wie Steinmeier in die Rolle des Wahlkämpfers, aber als er es viele Jahre später doch auf ein Schiff schafft (um Kapitän zu werden – Anm. der Red.) mit etwas Glück und ganz viel Beharrlichkeit, da erweist sich seine Benachteiligung plötzlich als Stärke. Franklin hat das, was ihm die Natur verwehrt hat, das Flinke, Spielerische, in der Politik würde man sagen: das Schrödersche, mit Fleiß kompensiert. Er hat versucht, seine Langsamkeit durch Genauigkeit auszugleichen, er war gründlicher, gewissenhafter und tüchtiger als andere. Am Ende segelt er mit seiner Mannschaft bis ans Ende der Welt. – Ob Steinmeier das auch könnte?“ (Ende Zitat)
Da haben wir es wieder, da sind wir wieder am Anfang dieses Artikels, und in Richtung Querverweis (Link) unterwegs, um zu erkunden, was es mit der Bloggwartschen Relativitätstheorie auf sich hat.