1835-15 – Positionen: Knorke…die verpassten Anrufmöglichkeiten

Knorke_Telefonanrufe

…wenn Du angeblich nicht erreichbar gewesen sein sollst, aber Dein digitales Logfile aufzeichnet, wer definitiv nicht versucht hat anzurufen. Das Schwarzer-Peter-Spiel, wer sich zu bemühen hätte….

Open Office ist nicht nur eine Bürosoftware. Es ist das System fester erreichbarer Bürozeiten, ansprechbar zu sein und Ansprechbarkeit (Kommunikationsdaten) zu veröffentlichen. Ein amtlicher Anmeldevorgang für ein Gewerbe dauert Zeit. Das eGovernment soll es einfach machen. Formular herunterladen, ausfüllen, wegschicken, fertig. In der Realität dauert es acht Wochen, bis die Verwaltung eine erste Reaktion zeigt. So geht´s nämlich nicht ist ein Grundprinzip des Antragswesens. Fühlt sich falsch an: „Leider habe ich Sie nicht erreichen können, ich habe noch Fragen. Rufen Sie mich an.“ – Tatsächlich hat niemand angerufen. So ist es verzeichnet. So ist es nicht verzeichnet: Der niemals erfolgte Anrufversuch wurde nicht aufgezeichnet. Anrufe werden aufgezeichnet. Kommunikationsnachweiswesen: Niemals stattgefundene Kommunikation ist aufgezeichnet, nirgends.

Wahrscheinlicher, jemand arbeitet an der Tunnelung: Telefoniere niemandem wochenlang nach. Lass Leute anrufen. Denn die wollen was. Dann haben die den Schwarzen Peter. Und sie, die Bearbeiterin, hat ihre Ruhe. So machen es viele: Niemand gibt es zu. Es ist eine Art Textbaustein: Ich habe sie nicht erreichen können. Kommunikationsfreie Zeit ist freie Zeit. Was nicht vorformuliert ist: Ich habe es auch gar nicht erst versucht. Unerreicht. Aber nicht genial.

Genial oder rein zufällig passiert auch folgendes: Die New York Times findet die Rüdesheimer Str. in Berlin-Wilmersdorf weltweit hervorstechend, wie man hier sehen kann.

1833-15 – Positionen: Vom Wohlklang der Telefonstimme

Sonor.Logo_1961

Die Firma Sonor sitzt in Bad Berleburg (im Berliner Speckgürtel), in Nordrhein-Westfalen und baut Schlagzeuge. Sie wurde 1875 durch Johannes Link gegründet. Heute gehört das Unternehmen zur Weltklasse im Bereich des großartigen Schlagzeugbaus. Ist’s der SONORe Klang? Kein Zweifel. Und die Verarbeitung. Homepage des Unternehmens

Bestimmt kein Zufall:

Am Telefon sagt man meiner Stimme einen SONORen Klang nach. Es fehlt alltäglich tatsächlich nicht an attraktiven Angeboten. Zu sprechen. Noch ein bisschen. Ach, bitte.

Dass ich persönlich ähnlich wirke, hat noch niemand behauptet. Ich sollte Radiosprecher werden. Angebote?

1827-15 – Nachruf: Ein kurzer, persönlicher Nachruf auf Günter Grass (1927-2015)

Trauerkerze

Guenter.Grass_Gedaechtnisbanner

Wegzehrung

Mit einem Sack Nüsse
will ich begraben sein
und mit neuesten Zähnen.
Wenn es dann kracht,
wo ich liege,
kann vermutet werden:
Er ist das,
immer noch er.
Aus: „Fundsachen für Nichtleser“, 1997

Dass Kinder unterm Rock ausgetragen werden, konnte ich auch früher schon vermuten. Genauer gesagt war mir neu, dass sie auch im Flucht- und Versteckversuch unterm Rock entstehen,  zuweilen. So in etwa beginnt das Leben von Oskar Matzerath. Und Günter Grass hat´s so erzählt. Überhaupt: Die ganze Menschwerdung beginnt im Canale grande, im Geburtskanal von Muttern. Auch in Pommern bzw. Gdansk. Lange bevor Solidarnosz Werftpredigen hielt, war es im Osten schon bedrohlich zu leben. Viele Große kamen von dort übers Deutsche Haff. Und wurden im Ergebnis des Weltkriegs Zwo Westdeutsche.

Der kleine und beeindruckend gellende Oskar Matzerath hat es mir wie keine andere Figur angetan und so schwebt er noch bis heute etwas über mir. Und ist tief in mir verwurzelt. Günter Grass war seit dem für mich immer ein großer deutscher Schriftsteller mit Bedeutung. Sein gesellschaftliches Engagement werde ich in Ehren behalten. Sein Tod ist ein Verlust für Deutschland, wenn auch ein erwartbarer. Schön langes Leben und nein, nicht überraschend gestorben. Der Pfeifenraucher Günter Grass, und ein letztes Wölkchen Seele von Mensch. Die Grasscloud wird noch lange über Deutschland hängen. Und der Wind wird uns sein Lied erzählen. Chapeau, Günter Grass. Ich verneige mich.

1821-15 – Positionen: Die schwarze Null, Topzinskonten und Verwirrungen in der deutschen Sprache

Topzinskonto

Ob die Homepage der Commerzbank noch aktuell ist heute,  fragen wir uns. Die Sache mit der auskömmlichen Verzinsung von kurzfristig nicht benötigten Mandantengeldern ist eine so  nebensächliche Nebensache geworden, dass darüber im persönlichen Bankengespräch nur kurz gesprochen wird. Mit Null Aufmerksamkeit auf dies Thema: Der Satz wird fallen gelassen und Tage später erinnert man sich daran und fragt sich: Normal ist das alles nicht. Weil wir es doch schriftlich haben: Wir verwalten Topzinskonten.

Das stinkt uns, ist aber vermutlich nicht zu ändern. Wir sind auch nicht allein mit diesem Thema. Im Gespräch sagt der Geschäftskundenbetreuer beiläufig: Wir sind jetzt bei Null Komma Null Null angekommen. Im Null Komma nichts. Der obige Screenshot ist nachbearbeitet von uns. Falls das jemand übersieht…

Schäuble findet´s ja positiv, den Bundeshaushalt zu konsolidieren und erstmals von einer schwarzen Null zu sprechen. Die Europäische Zentralbank schaufelt ordentlich frisches Geld in den Kapitalmarkt. Geld ist jetzt nichts wert, wer welches braucht, lässt es sich in Frankfurt drucken. Eins aber ist nun wirklich skurril und schreit nach Abänderung: Die Marketingstrategen der Banken nennen ihre Produkte sinnleer „Topzinsprodukte“. Wir schlagen der Commerzbank vor: Nennt es doch jetzt „Nullzinskonten“. Das wäre doch nur recht. Und billig.

1819-15 – Internationale Fragen: Der polnische Abgang, der griechische Finger und das Weltkulturerbe von Stil + Kommunikation

Heute: 'Der griechische Finger'

icon Internationale

Heute: 'Der griechische Finger'

Im Südosten liegt das Territorium der Land- und Inselhellenen. Mit Verzückung beobachten wir Entwicklungen,  und eine geringverschuldete Ödnis ‚Ödipussy‘ direkt im Berliner Speckgürtel. Nach antideutschen Tiraden (nicht Triaden), dem polnischen Abgang, östlich von Berlin als nationale Norm, nun ‚der griechische Finger‘. Demis Roussos wäre das nicht passiert.

Einige Griechen, die jetzt in internationaler Verantwortung stehen und handeln, damit das Land nicht wie Atlantis im Mittelmeer versinkt, bezeichnen diesen neuen Symbolismus allerdings als Fake, als Fälschung.

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1815-15 – Positionen: Wo sind wir? – Grüne + rosa Elefanten, Weiße Ritter, exOssis + exWessis, und die Verkommenkeit der Begriffe

Positionen

Bundesrepublik.Deutschland

Manchmal ist sie ungeheuerlich interessant, meine Arbeit. Und nun zeigt sie mir auch noch ein wenig auf, wohin dieses Land gerade abdriften könnte. Eine Band diskutiert die Gefahr einer eventuellen Indizierung eines Titels wegen zweier Textzeilen von mir. Das Thema Zweifassungstext kommt auf (einmal als Produktion, einmal als Livefassung) und eine sachte Überlegung in Richtung „grüner Elefant“ kam gar bei mir auf. (Andreas Hähle auf facebook, 03.03.15)

In der Bunten Republik Deutschland, im Speckgürtel Berlins, werden Gedanken wach an Begrifflichkeiten. Der exOssi findet den Begriff an sich schon blöd. Der exWessi (ich) denkt darüber nach. Für „Nicht-Bewohner“ der DDR erklärt Andreas Hähle, Songtexter, Autor und Kundiger in Sachen deutscher Sprache das System des „grünen Elefanten“. Der Begriff ist fest geregelt und verankert im ostdeutschen Sprach- und Wertesystem,  hier gibt es eine plausible Erläuterung.

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1814-15 – Positionen: St. Pauli pinkelt zurück #Research

Zielscheibe - Zielschreibe

Positionen

Zielscheibe - Zielschreibe


St. Pauli pinkelt zurück

Veröffentlicht am 02.03.2015 -Hamburgs Partyviertel St. Pauli pinkelt ab sofort zurück: Die Interessengemeinschaft St. Pauli e.V. hat eine Aktion gestartet, bei der im ganzen Viertel oft heimgesuchte Wände mit superhydrophobem Lack beschichtet wurden. Dieser ist so wasserabweisend, dass er Urin zurückspritzt. So sollen Wildpinkler gestoppt werden.

Not to be too proud for a golden shower: Der Verein zur Förderung der Sitzpinkelei ist im vorliegenden Fall nicht aktiv. Im obigen Video geht es um Stehpinkler, in klammheimlich aufgesuchten Ecken auf St.Pauli, direkt im Berliner Speckgürtel, in Hamburg. Das Thema ist eklig. Ob die Sache erfolgreich ist?

Abwarten.

Weblotse

1811-15 – Alltag: Das Telefonat mit dem Büromöbelergonomiespezialisten

Gute Kommunikation? Telefon

Icon Virales Marketing

Gute Kommunikation? Telefon
Gute Kommunikation? Telefon

„Guten Tag, ich heiße Müller von der Fa. Scharlatan in Düsseldorf. Wir bieten ergonomische Bürostühle an.“ – „Hust, kein Interesse.“ – „Sie wissen doch gar nicht, was….“ Krrrrkkkkssss, aufgelegt. ‪#‎Spamcall‬

Seit langem beabsichtige ich, ein kluges Szenario für den Fall solcher Anrufe zu entwickeln. Meine Lösung heißt: „Moment! Ich verbinde.“ Dann verbinde ich zu meiner speziellen Spam-Durchwahl, einer Hotline für aggressive Telefonmarketingfritzen. Dort wird ihnen etwas vorgelesen aus Charlotte Roches „Feuchtgebiete“, eine besonders eklige, ausschmückende Version ihrer Texte über Analfissuren. Das käme meinem Hass besonders entgegen. Ja, ich hasse diese Nervtöter. Ich würde sie gern an ihrem verwundbarsten Punkt treffen, dem G-Punkt – dem Gesichtspunkt.

Heute kam via Facebook noch dieser schöne Fragebogen als Lösungsansatz herein. Ja, auch nicht schlecht. Allerdings, was mich betrifft, zu zeitraubend. Danke, Jens.

Weblotse

1807-15 – Pfoto des Tages: George Harrison, die Erfindung des Selfies, das „Om“ und die Weiterentwicklung von Katzenbildern im Internetz

Tibetanisches Om als Halskette

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Erst vor wenigen Tagen mussten die Beatles hier Schnee schippen. Heute ist es schneefrei, weiß ist nur das Kristallsalz aus dem Himalaya. Kaschmir für Pullis, Pullover und Schals oder als Musikbegleitung härterer Gangart. Direkt im Berliner Speckgürtel, in Indien, wandelte 1966 der sinnsuchende, stille Beatle George Harrison zum Taj Mahal und fertigte Selfies an: Dabei sind es nachweislich nicht die ersten ever.

Selfies haben eine längere Geschichte. George Harrison hat schon als 23-jähriger Beatnick gern Fotos von sich selbst angefertigt, mit einem Fischauge. Die Fotos entstanden während erster Indien-Reisen, als George zunächst ohne die weiteren drei Beatles aufbrach, das Sitar-Spiel zu erlernen. Der Großmeister dieses Instruments Ravi Shankar brachte es ihm bei. Die Freundschaft hielt ein Leben lang. Beide Freunde sind tot und demzufolge neu im Paradies vereint.

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