2146-26 – #Positionen – Vom kleinen Postverkehr #Zeitgeistdimensionen

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15.06.26 #Briefumschlag #Selbstklebend #Verfall #Digitalisierung
15.06.26 #Briefumschlag #Selbstklebend #Verfall #Digitalisierung

Verfall

Die Digitalisierung schreitet voran. Und die alten Briefumschläge verbrauchen sich schon seit längerem nicht mehr. Unmenge große Vorräte in Großpackungen zu 2.000 Stück je Karton liegen und rotten. Von wegen selbstklebend. Gnadenlos verblichen.

Gebraucht abwägende Vernunft (Ratio): Die Selbstklebestreifen sind so alt, dass wenn seltene Exemplare von analogen Empfängern ohne Emailadresse am Wirtschaftsleben nur noch in der zweiten Bearbeitungswelle nachbeschickt werden. Wer Email hat, kann mitreden. Wer keine hat, muss warten, bis ein Pritstift gefunden oder nachbestellt wurde, weil in Wirklichkeit kaum noch einer zum örtlichen Postamt geht, um zugeklebte Briefumschläge auf die Reise zu senden. Die Zustellvermutung für analoge Post wurde schon verlängert. Finanzämter rechnen schon mal mehr. Fristbewährte Anhörungsbögen von Berliner Behörden mit empfindlichen Rechtsfolgen werden inzwischen von alternativen Billigpost-Dienstleistern (wie der PIN AG) verschickt. Mit Folgen: So ein Brief kann schon mal drei bis vier Wochen brauchen, um beim Empfänger überhaupt anzukommen. Auf Vorwürfe, so könne man keine Fristen einhalten, sagen die Mitarbeiter telefonisch, das wüssten sie: Man nehme das nicht mehr so eng mit den Fristen.

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1353-13 – Foto: Der Briefumschlag des Jahres 2012

Der Briefumschlag des Jahres 2012
Der Briefumschlag des Jahres 2012

Ganz vergessen, hierüber zu berichten. Der Briefumschlag des Jahres wurde am 20.12.2012 abgestempelt im „Briefzentrum 10“ und umgehend zugestellt. Er enthielt Weihnachtsgrüße. Und kurz gesagt: Ist das nicht großartig?

Post, die man gern aufmacht, allerdings mit einem kleinen Phantomschmerz: Es tut weh, ihn aufzureißen. Man spürt es körperlich. Toller Briefumschlag. Zur Sicherheit digitalisiert.