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	<title>#Verdingslichung &#8211; Gesichtspunkte.de by #Bloggwart</title>
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	<description>Wohnen, Existieren, Überleben in the #Morefamilyhouse ;-)</description>
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		<title>2152-26 &#8211; #Verdingslichung &#8211; Das Bürokratische Manifest (ein Mehrakter in ∞ Zügen) &#8211; Jedes Ding verdient seinen Namen: Und was Wortfindungsstörungen diesbezüglich betrifft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bloggwart]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 16:57:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Immer wenn ich traurig bin, trink ich noch nen Korn. Wenn ich dann noch traurig bin, trink ich noch nen Korn. Wenn ich dann noch traurig bin, trink ich noch nen Korn. Wenn ich dann noch traurig bin, fang ich an von vorn. (Heinz Erhardt, früher) &#8211; In sprachlicher Hinsicht muss hier und heute nachgeschärft ... <a title="2152-26 &#8211; #Verdingslichung &#8211; Das Bürokratische Manifest (ein Mehrakter in ∞ Zügen) &#8211; Jedes Ding verdient seinen Namen: Und was Wortfindungsstörungen diesbezüglich betrifft" class="read-more" href="https://gesichtspunkte.de/2152-26/" aria-label="Mehr Informationen über 2152-26 &#8211; #Verdingslichung &#8211; Das Bürokratische Manifest (ein Mehrakter in ∞ Zügen) &#8211; Jedes Ding verdient seinen Namen: Und was Wortfindungsstörungen diesbezüglich betrifft">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_23589" aria-describedby="caption-attachment-23589" style="width: 290px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-23589" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verdingslichung_Icon.png" alt="#Verdingslichung_Icon" width="300" height="50" /><figcaption id="caption-attachment-23589" class="wp-caption-text">#Verdingslichung_Icon</figcaption></figure>
<blockquote>
<figure id="attachment_23595" aria-describedby="caption-attachment-23595" style="width: 840px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Karl.Marx_Bildbearbeitung_Version_28.09.26-scaled.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-23595" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Karl.Marx_Bildbearbeitung_Version_28.09.26-scaled.png" alt="28.09.26 Karl Marx (* 5. Mai 1818 Trier; † 14. März 1883 London) - Foto: John Jabez Edwin Mayall 1875 #gemeinfrei #nachbearbeitet für #gesichtspunkteDE (2026) - #KarlMarx #LondonYears #Revolution #Manifestation #gesichtspunkteDE" width="850" height="1258" srcset="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Karl.Marx_Bildbearbeitung_Version_28.09.26-scaled.png 1730w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Karl.Marx_Bildbearbeitung_Version_28.09.26-439x650.png 439w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Karl.Marx_Bildbearbeitung_Version_28.09.26-692x1024.png 692w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Karl.Marx_Bildbearbeitung_Version_28.09.26-768x1137.png 768w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Karl.Marx_Bildbearbeitung_Version_28.09.26-1038x1536.png 1038w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Karl.Marx_Bildbearbeitung_Version_28.09.26-1384x2048.png 1384w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a><figcaption id="caption-attachment-23595" class="wp-caption-text">28.09.26 Karl Marx (* 5. Mai 1818 Trier; † 14. März 1883 London) &#8211; Foto: John Jabez Edwin Mayall 1875 #gemeinfrei #nachbearbeitet für #gesichtspunkteDE (2026) &#8211; #KarlMarx #LondonYears #Revolution #Manifestation #gesichtspunkteDE</figcaption></figure>
<p>Immer wenn ich traurig bin, trink ich noch nen Korn. Wenn ich dann noch traurig bin, trink ich noch nen Korn. Wenn ich dann noch traurig bin, trink ich noch nen Korn. Wenn ich dann noch traurig bin, fang ich an von vorn. (Heinz Erhardt, früher) &#8211; In sprachlicher Hinsicht muss hier und heute nachgeschärft werden.</p></blockquote>
<p><strong>Das bürokratische Manifest &#8211; Marx und Murks</strong></p>
<p>Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Bürokratismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen den Bürger verbündet, der Papst und der Zar, Metternich und Guizot, französische Radikale und deutsche Polizisten, das Lumpenproletariat der öffentlich Bediensteten, das Berufsbeamtentum und die leitenden Angestellten aller Behörden und Schreibstuben. Für Rückfragen sind sie telefonisch auch nicht mehr erreichbar, weil sie neue Technik einsetzen. Anrufbeantworter unter veröffentlichten Durchwahlnummern, die immer weniger werden. Die Telefonzentralen sind abgeschafft, jetzt geht unter einem Zentralruf nur noch &#8222;Berlin&#8220; selbst ans Telefon, das sind zentrale Abwimmelsekretariate mit gut ausgebildeten Nein-Sagern. Können Sie mich mal durchstellen? Nein. &#8211; Wissen Sie, wer da zuständig ist? Nein. &#8211; Warum ist denn da keiner da? Sie rufen zur falschen Zeit an. Es ist neun Uhr. Es ist immer die falsche Zeit. Schreiben Sie doch was. Was denn? Jetzt werden gerade alle Emailadressen wieder abgeschafft. Sie haben festgestellt, dass man als Inhaber einer Emailadresse antworten muss. Und wie lästig das ist.</p>
<p>Der Kollege feiert heute Geburtstag. Ganz nach Richtlinie für Geburtstagsfeiern.</p>
<p>Wo ist die Opposition, die nicht von ihren regierenden Gegnern als bürokratisch verschrien worden wäre, wo die Oppositionspartei, die den fortgeschritteneren Oppositionsleuten sowohl wie ihren reaktionären Gegnern den brandmarkenden Vorwurf der Bürokratie nicht zurückgeschleudert hätte?</p>
<p>Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor.</p>
<p>Die Bürokratie wird bereits von allen europäischen Mächten als eine Macht anerkannt.</p>
<p>Es ist hohe Zeit, dass die Bürokraten ihre Anschauungsweise, ihre Zwecke, ihre Tendenzen vor der ganzen Welt offen darlegen und dem Märchen vom Gespenst der Bürgernähe ein Manifest des Customer care selbst entgegenstellen.</p>
<figure id="attachment_23597" aria-describedby="caption-attachment-23597" style="width: 840px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verwaltung.in_.Berlin_Ratgeber_Version_28.09.26.png"><img decoding="async" class="wp-image-23597" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verwaltung.in_.Berlin_Ratgeber_Version_28.09.26.png" alt="28.09.26 Be Berlin: Customer Care Praxis-Ratgeber Die 10 wichtigsten Regeln zur Kommunikation mit der Verwaltung in Berlin #RulesOfCommunication #VerwaltungBerlin #Bürokratiewegweiser #gesichtspunkteDE" width="850" height="850" srcset="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verwaltung.in_.Berlin_Ratgeber_Version_28.09.26.png 1400w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verwaltung.in_.Berlin_Ratgeber_Version_28.09.26-650x650.png 650w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verwaltung.in_.Berlin_Ratgeber_Version_28.09.26-850x850.png 850w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verwaltung.in_.Berlin_Ratgeber_Version_28.09.26-768x768.png 768w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verwaltung.in_.Berlin_Ratgeber_Version_28.09.26-144x144.png 144w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verwaltung.in_.Berlin_Ratgeber_Version_28.09.26-50x50.png 50w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a><figcaption id="caption-attachment-23597" class="wp-caption-text">28.09.26 Be Berlin: Customer Care Praxis-Ratgeber Die 10 wichtigsten Regeln zur Kommunikation mit der Verwaltung in Berlin #RulesOfCommunication #VerwaltungBerlin #Bürokratiewegweiser #gesichtspunkteDE</figcaption></figure>
<blockquote><p>Zu diesem Zweck haben sich Bürokraten der verschiedensten Nationalitäten in Brüssel versammelt und ein Manifest entworfen, in englischer, französischer, deutscher, italienischer, flämischer und dänischer Sprache. Die Landesausgabe Berlin liegt bereits vor. (Abbildung)</p></blockquote>
<p>Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Zuständigkeitsfragen und Bürgerkämpfen im Ringen um Antworten.</p>
<p><span id="more-23592"></span></p>
<figure id="attachment_23619" aria-describedby="caption-attachment-23619" style="width: 240px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-23619" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Seitentrenner_Katze_Freigestelt_klein.png" alt="#Seitentrenner (250 Pixel)" width="250" height="250" srcset="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Seitentrenner_Katze_Freigestelt_klein.png 250w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Seitentrenner_Katze_Freigestelt_klein-144x144.png 144w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Seitentrenner_Katze_Freigestelt_klein-50x50.png 50w" sizes="auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px" /><figcaption id="caption-attachment-23619" class="wp-caption-text">#Seitentrenner (250 Pixel)</figcaption></figure>
<figure id="attachment_23596" aria-describedby="caption-attachment-23596" style="width: 840px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Customer.Care_Umgang.Biomuelltonne_Kurzkommentar_Version_28.09.26.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-23596" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Customer.Care_Umgang.Biomuelltonne_Kurzkommentar_Version_28.09.26.png" alt="28.09.26 Be Berlin: Customer Care Praxis-Ratgeber Biomülltonnen ändern leicht gemacht #RulesOfCommunication #VerwaltungBerlin #Bürokratiewegweiser #gesichtspunkteDE" width="850" height="850" srcset="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Customer.Care_Umgang.Biomuelltonne_Kurzkommentar_Version_28.09.26.png 1400w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Customer.Care_Umgang.Biomuelltonne_Kurzkommentar_Version_28.09.26-650x650.png 650w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Customer.Care_Umgang.Biomuelltonne_Kurzkommentar_Version_28.09.26-850x850.png 850w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Customer.Care_Umgang.Biomuelltonne_Kurzkommentar_Version_28.09.26-768x768.png 768w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Customer.Care_Umgang.Biomuelltonne_Kurzkommentar_Version_28.09.26-144x144.png 144w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Customer.Care_Umgang.Biomuelltonne_Kurzkommentar_Version_28.09.26-50x50.png 50w" sizes="auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a><figcaption id="caption-attachment-23596" class="wp-caption-text">28.09.26 Be Berlin: Customer Care Praxis-Ratgeber Biomülltonnen ändern leicht gemacht #RulesOfCommunication #VerwaltungBerlin #Bürokratiewegweiser #gesichtspunkteDE</figcaption></figure>
<blockquote><p>Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe haben sofort reagiert und einen Ratgeber veröffentlicht, wie man Biomülltonnen Größen skalieren kann. Ganz einfach per Verwaltungsvorgang. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen. Der Autor Prinz Rupi hat <a href="https://gesichtspunkte.de/2151-26/">seine Erfahrungen niedergeschrieben</a>.</p></blockquote>
<p>In den früheren Epochen der Geschichte finden wir fast überall eine vollständige Gliederung der Gesellschaft in verschiedene Stände, eine mannigfaltige Abstufung der gesellschaftlichen Stellungen. Im alten Rom haben wir Patrizier, Ritter, Plebejer, Sklaven; im Mittelalter Feudalherren, Vasallen, Zunftbürger, Gesellen, Leibeigene, und noch dazu in fast jeder dieser Klassen besondere Abstufungen. Die aus dem Untergang der feudalen Gesellschaft hervorgegangene moderne bürgerliche Gesellschaft hat die Klassengegensätze nicht aufgehoben, sondern verschärft. Sie hat neue Klassen, neue Bedingungen der Unterdrückung, neue Gestaltungen des Kampfes, Anrufbeantworter, Textbausteincomputer, Abfallratgeber, Rechtsbehelfsbeleerungen (gemeint ist Belehrungen) an die Stelle der alten Zustände vollkommener Willensfreiheit gesetzt.</p>
<p>Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, daß sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Prekariat. Aus den Leibeigenen des Mittelalters gingen die Pfahlbürger der ersten Städte hervor; aus dieser Pfahlbürgerschaft entwickelten sich die ersten Elemente der Bourgeoisie. Diese ist jetzt in Abwehrhaltung erstarrt und bekämpft das geordnete Aufgabentum. Mit Rechthaberei und Rechtehaberei.  Die Entdeckung Amerikas, die Umschiffung Afrikas schufen der aufkommenden Bourgeoisie ein neues Terrain. Der ostindische und chinesische Markt, die Kolonisierung von Amerika, der Austausch mit den Kolonien, die Vermehrung der Tauschmittel und der Waren überhaupt gaben dem Handel, der Schiffahrt, der Industrie einen nie gekannten Aufschwung und damit dem revolutionären Element in der zerfallenden feudalen Gesellschaft eine rasche Entwicklung. Im Jahre 2026 sind die hier genannten, auszugsweisen Fehlentwicklungen für jeden offensichtlich. Der amerikanische Präsident behauptet ganz offensichtlich, niemandem gehöre ein Land, nur weil man dort mit einem Boot angelandet ist. Und vernichtet doch die native citizens. Im Terminator I und Folgen ist der Zustand filmisch beschrieben. Die bisherige feudale oder zünftige Betriebsweise der Industrie reichte nicht mehr aus für den mit neuen Märkten anwachsenden Bedarf. Und erst recht reichte das Konglomerat der zu erledigenden Aufgaben für den Bürger ein Niveau, dessen konstante Zurückdrängung zu den drängenden Aufgaben im Hier und Jetzt gehören dürfte. Die Fraktur trat an die Stelle der Manufaktur.</p>
<figure id="attachment_23589-2" aria-describedby="caption-attachment-23589-2" style="width: 290px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-23589" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verdingslichung_Icon.png" alt="#Verdingslichung_Icon" width="300" height="50" /><figcaption id="caption-attachment-23589-2" class="wp-caption-text">#Verdingslichung_Icon</figcaption></figure>
<p><strong>Ver|dings|li|chung, die</strong><br />
Wortart: Substantiv, feminin<br />
Etymologie: Synthese aus dem philosophischen Begriff der Verdinglichung (Objektivierung) und dem Platzhalter Dings (für beliebige, absurde oder nicht fassbare bürokratische Hürden).</p>
<p>1. Die universelle Definitionsformel<br />
»Verdingslichung beschreibt den paradoxen bürokratischen Zustand, in dem die administrativen Begleitumstände eines trivialen Lebenssachverhalts derart inflationär anwachsen, dass das eigentliche Anliegen im Vorgangsprozedere erstickt und erfolgreich verunmöglicht wird.«</p>
<p>Als systemtheoretische Formel ausgedrückt: Die Verdingslichung ist die bürokratische Konstante, bei der der administrative Aufwand so lange potenziert wird, bis der ursprüngliche Kernzweck unter dem Gewicht der eigenen Antragsperipherie vollständig kollabiert.</p>
<p>2. Symptomatik und DNA des Phänomens<br />
Das Phänomen durchdringt nahezu alle Lebensbereiche, in denen der Mensch auf einen Verwaltungsapparat trifft. Die DNA der Verdingslichung zielt nicht auf die Lösung eines Problems oder die Erfüllung eines Anliegens ab, sondern auf die formvollendete Absicherung des Verfahrens selbst. Das Dings (das Formular, die Zuständigkeitsfrage, die Nachweispflicht) verdrängt die eigentliche Sache. Die Verwaltung verwaltet am Ende nur noch sich selbst.</p>
<p>3. Klassische Präzedenzfälle<br />
Die Literatur und die tägliche Praxis liefern die stärksten Beweise für diese systemische Entropie, wie sie unter anderem im Diskurs auf gesichtspunkte.de dokumentiert werden:</p>
<p>Die Biotonnen-Anomalie (nach <a href="https://gesichtspunkte.de/2151-26/">Prinz Rupi</a>): Die Banalprozedur der Entsorgung von organischem Abfall mutiert zu einem unüberwindbaren Hürdenlauf. Die Begleitumstände werden so komplex gestaltet, dass die simple Bereitstellung eines Mülleimers zu einem kafkaesken Akt gerät, der die eigentliche Sinnhaftigkeit (die Mülltrennung) ad absurdum führt.</p>
<p>Das Weddinger Bauakten-Paradoxon: Der Versuch, im Rahmen einer professionellen WEG-Verwaltung Einsicht in Bauakten zu nehmen. Das legitime, alltägliche und rechtlich verankerte Anliegen wird durch behördliche Abwehrreflexe so lange verdingslicht, bis aus einer simplen Informationseinholung ein juristischer Feldzug wird, der erst durch die Ultima Ratio – die Klageandrohung – zum Erfolg führt.</p>
<p>4. Kulturelles Resümee<br />
Wenn der Staat den Zugang zu elementaren Vorgängen hinter Mauern aus Vorgangsschleifen und Aktenzeichen verbirgt, entlarvt sich der Begriff des Dienstleisters als historische Ironie. Der Bürger wird vom Souverän zum Bittsteller degradiert, der gegen ein System ankämpft, das seine Daseinsberechtigung aus der Verhinderung von Lösungen zieht.</p>
<p>Um es in einer weltkulturerbetauglichen Maxime – dem italienischen Trappa Toni in uns allen folgend – für die Nachwelt in Stein zu meißeln &#8211; und darauf einen Grappa:</p>
<p>„Was erlauben Öffentlicher Dienst – warum heißt er überhaupt noch so?“</p>
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		<title>2151-26 &#8211; #Buchveröffentlichung &#8211; Der Ritt auf dem Oktopus (Autor Prinz Rupi) &#8211; Auszug (Leseprobe) Der Amtsschimmel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bloggwart]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2026 21:54:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Man weiß nicht genau, bis wohin das Umland Berlins als Speckgürtel reicht. Wien? Leipzig, Dresden, New York City, Casablanca oder Magdeburg? In Deutschland quälen Menschen besondere Sorgen. In seiner Buch-Neuerscheinung Der Ritt auf dem Oktopus nimmt Buchautor Prinz Rupi Mikrodramen unter die Lupe. Hohe Relevanz und deutsche Wirklichkeit 2026 am Beispiel der Bestellung einer Biotonne ... <a title="2151-26 &#8211; #Buchveröffentlichung &#8211; Der Ritt auf dem Oktopus (Autor Prinz Rupi) &#8211; Auszug (Leseprobe) Der Amtsschimmel" class="read-more" href="https://gesichtspunkte.de/2151-26/" aria-label="Mehr Informationen über 2151-26 &#8211; #Buchveröffentlichung &#8211; Der Ritt auf dem Oktopus (Autor Prinz Rupi) &#8211; Auszug (Leseprobe) Der Amtsschimmel">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_23589-3" aria-describedby="caption-attachment-23589-3" style="width: 290px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verdingslichung_Icon.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-23589" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Verdingslichung_Icon.png" alt="#Verdingslichung_Icon" width="300" height="50" /></a><figcaption id="caption-attachment-23589-3" class="wp-caption-text">#Verdingslichung_Icon</figcaption></figure>
<figure id="attachment_23612" aria-describedby="caption-attachment-23612" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-23612" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Buchbesprechung_Icon_Banner.png" alt="Buchbesprechnung - gesichtspunkteDE - #Buchbesprechung #Lesezeichenohnegleichen #Medienspiegel" width="650" height="484" /><figcaption id="caption-attachment-23612" class="wp-caption-text">Buchbesprechnung &#8211; gesichtspunkteDE &#8211; #Buchbesprechung #Lesezeichenohnegleichen #Medienspiegel</figcaption></figure>
<figure id="attachment_23583" aria-describedby="caption-attachment-23583" style="width: 840px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Ruprecht.Frieling_Buch_September26.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-23583" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Ruprecht.Frieling_Buch_September26.jpeg" alt="Buchtitel: Der Ritt auf dem Oktopus (Autor: Prinz Rupi) Mikrodramen aus dem echten Leben (VÖ September 2026)" width="850" height="1331" srcset="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Ruprecht.Frieling_Buch_September26.jpeg 1022w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Ruprecht.Frieling_Buch_September26-415x650.jpeg 415w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Ruprecht.Frieling_Buch_September26-654x1024.jpeg 654w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Ruprecht.Frieling_Buch_September26-768x1202.jpeg 768w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Ruprecht.Frieling_Buch_September26-981x1536.jpeg 981w" sizes="auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a><figcaption id="caption-attachment-23583" class="wp-caption-text">Buchtitel: Der Ritt auf dem Oktopus (Autor: Prinz Rupi) Mikrodramen aus dem echten Leben (VÖ September 2026)</figcaption></figure>
<blockquote><p>Man weiß nicht genau, bis wohin das Umland Berlins als Speckgürtel reicht. Wien? Leipzig, Dresden, New York City, Casablanca oder Magdeburg? In Deutschland quälen Menschen besondere Sorgen. In seiner Buch-Neuerscheinung Der Ritt auf dem Oktopus nimmt Buchautor Prinz Rupi Mikrodramen unter die Lupe. Hohe Relevanz und deutsche Wirklichkeit 2026 am Beispiel der Bestellung einer Biotonne zeigen, welche Vorgänge sich mühelos aneinanderreihen. Bis die Biotonne dann doch nicht kommt. Ein Survey: Wie zufrieden waren Sie? Aber ganz genau so. Es ist ein vergnügliches  Lotterleben im bewohnten Mehrfamilienhaus.</p></blockquote>
<h3>Der Amtsschimmel</h3>
<blockquote><p><strong>Mit <em>»Der Ritt auf dem Oktopus«</em> erscheint rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse das neue Buch von Prinz Rupi. Auf 192 Seiten versammelt der Band groteske Geschichten über jene Momente, in denen der ganz normale Alltag plötzlich die Beherrschung verliert. In »Der Amtsschimmel« genügt der Wunsch nach einer kleineren Biotonne, um einen Strudel aus Passwörtern, Formularen, Eigentümerzustimmungen und Vorgangsnummern auszulösen. Am Ende steht wieder eine große Tonne vor der Tür – und die Erkenntnis, dass der eigentliche Gegner nicht die Behörde ist, sondern der Vorgang.</strong></p></blockquote>
<p>Ich wollte eine kleinere Biotonne bestellen. Unsere bisherige fasste hundertzwanzig Liter. Das war für eine große Familie angemessen gewesen, doch inzwischen produzierten wir deutlich weniger Biomüll und stellten Woche für Woche einen nahezu leeren Behälter an die Straße. Ich wollte ihn gegen einen kleineren austauschen. Kleinigkeit, dachte ich. Doch das erwies sich als ein naiver Gedanke.</p>
<p>Auf der Internetseite unseres Entsorgungsbetriebs fand ich unter »Bürgerservice«, »Abfallwirtschaft« und »Behältermanagement« einen Link mit der vielversprechenden Überschrift: »Tonnengröße ändern – einfach online.« Wie praktisch, dachte ich. Wozu gibt es das Internet, wenn nicht, um lästige Behördengänge mit wenigen Klicks zu erledigen? »Willkommen im digitalen Bürgerportal«, stand dort. »Wir machen Verwaltung einfach.«</p>
<p>Zunächst musste ich eine Reihe von Cookies akzeptieren und siebenunddreißig Seiten Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis nehmen. Ich bestätigte, alles gelesen und verstanden zu haben. Das war gelogen, aber anders kam ich nicht ins System.</p>
<p>Nun sollte ich mich identifizieren. Dazu benötigte ich meinen Personalausweis mit freigeschalteter Onlinefunktion, ein NFC-fähiges Mobiltelefon, die Ausweis-App und meine sechsstellige PIN. Die wusste ich nicht mehr. Unter »PIN vergessen?« erfuhr ich, dass ich eine neue beantragen könne, wozu ich mich identifizieren müsse. Mit einer Super-PIN. Nach längerem Suchen entdeckte ich die Alternative, sie persönlich im Bürgeramt zurücksetzen zu lassen. Allerdings waren für dieses Anliegen keine Termine verfügbar. Man empfahl mir den komfortablen Onlinedienst. Ich begann, die Biotonne mit anderen Augen zu betrachten. War sie doch nicht zu groß? Aber mein Ehrgeiz war geweckt.</p>
<p>Über ein Servicekonto gelangte ich ins Bürgerportal. Das Passwort musste mindestens zwölf Zeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten. Ich erfand eines, denn mit Worten kann ich umgehen. Das System nannte es unsicher und lehnte ab. Ergeben ergänzte ich zwei Ausrufezeichen, eine Jahreszahl und ein Wort auf Sanskrit. Nun war es sicher. Ich sollte es zur Sicherheit erneut eingeben. Doch mittlerweile hatte ich es längst wieder vergessen. Nach endlosen Versuchen besaß ich ein Bürgerkonto und gelangte zum eigentlichen Antrag. Dort wurde gefragt, ob ich Eigentümer, Mieter, Pächter, Erbbauberechtigter, Hausverwalter, Verfügungsberechtigter oder »sonstiger Nutzungsberechtigter im Sinne der Abfallsatzung« sei. Ich war Eigentümer. Das erschien mir unkompliziert. Das System verlangte die Grundstücksnummer, die Adresse genügte nicht. Ergo suchte ich im Grundbuch nach Gemarkung, Flur und Flurstück und hantierte mit Zahlen, die offenbar seit Friedrich dem Großen darauf gewartet hatten, bei der Verkleinerung einer Biotonne wieder Bedeutung zu erlangen.</p>
<p>Ergänzend wollte das Portal wissen, warum ich die Tonne verkleinern wolle. Ich wählte aus den vorgegebenen Optionen »Verringerung des Abfallaufkommens«. Darauf erschien die Aufforderung, diese Verringerung zu begründen. Ich schrieb: »Wir haben weniger Biomüll.« Das war dem System zu wenig. Ergeben formulierte ich: »Aufgrund veränderter Lebens- und Ernährungsgewohnheiten ist das in unserem Haushalt regelmäßig anfallende Volumen kompostierbarer organischer Abfälle deutlich zurückgegangen.« Damit war das System zufrieden. Anschließend wollte es wissen, wodurch sich unsere Lebengewohnheiten verändert hätten. Ich schrieb: »Wir essen weniger.« Sofort leuchtete ein Warnhinweis: »Bitte keine gesundheitsbezogenen Angaben!«</p>
<p><span id="more-23584"></span></p>
<p style="text-align: center;">&#8230;</p>
<figure id="attachment_23619-2" aria-describedby="caption-attachment-23619-2" style="width: 240px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-23619" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Seitentrenner_Katze_Freigestelt_klein.png" alt="#Seitentrenner (250 Pixel)" width="250" height="250" srcset="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Seitentrenner_Katze_Freigestelt_klein.png 250w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Seitentrenner_Katze_Freigestelt_klein-144x144.png 144w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/Seitentrenner_Katze_Freigestelt_klein-50x50.png 50w" sizes="auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px" /><figcaption id="caption-attachment-23619-2" class="wp-caption-text">#Seitentrenner (250 Pixel)</figcaption></figure>
<figure id="attachment_19300" aria-describedby="caption-attachment-19300" style="width: 840px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2025/10/Grundstueckszufahrt.Muellwege_Version_15.10.25.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-19300" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2025/10/Grundstueckszufahrt.Muellwege_Version_15.10.25.png" alt="Müllweg (Darstellung) Berlin Schöneberg #BSR #Müll #Behinderungsanzeige #Mängelmeldung" width="850" height="1032" srcset="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2025/10/Grundstueckszufahrt.Muellwege_Version_15.10.25.png 988w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2025/10/Grundstueckszufahrt.Muellwege_Version_15.10.25-535x650.png 535w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2025/10/Grundstueckszufahrt.Muellwege_Version_15.10.25-843x1024.png 843w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2025/10/Grundstueckszufahrt.Muellwege_Version_15.10.25-768x933.png 768w" sizes="auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a><figcaption id="caption-attachment-19300" class="wp-caption-text">Müllweg (Darstellung) Berlin Schöneberg #BSR #Müll #Behinderungsanzeige #Mängelmeldung</figcaption></figure>
<blockquote><p>Der Ritt auf dem Oktopus« handelt von Bürokraten und Bildungsbürgern, Gourmets und Kunstkennern, Erben, Hotelgästen und Feiernden. Vor allem aber handelt das Buch von uns allen.</p></blockquote>
<p>Weiterhin sollte ich erklären, wie viele Personen im Haushalt lebten. Weshalb die Behörde, die mir regelmäßig Gebührenbescheide schickte, dies nicht wusste, blieb unklar. Ich lud eine Meldebescheinigung hoch. »Dateiformat nicht zulässig.« Es war eine PDF-Datei. Erlaubt waren PDF-Dateien, doch die Datei war zu groß. Nach der Komprimierung galt sie als unleserlich. Ich fotografierte die Bescheinigung, wandelte das Foto wieder in eine PDF-Datei um, verkleinerte diese und lud sie hoch. Das wurde akzeptiert.</p>
<p>Ich empfand die Freude eines Bergsteigers, der nach tagelangem Aufstieg durch Nebelwände erstmals den Gipfel sieht.</p>
<p>Doch das Portal kannte keine Gnade und verlangte eine Erklärung zur Eigenkompostierung. Ich betrieb keine. »Entfällt« war dennoch unzulässig, denn es handelte sich um ein Pflichtfeld. Ich klickte auf »Nein«. Darauf erschien die Frage: »Warum erfolgt keine Eigenkompostierung?« Ich schrieb: »Weil ich keinen Komposthaufen habe.« Das System verlangte Präzisierung. »Ich besitze keinen Komposthaufen« reichte aus. Danach musste ich bestätigen, dass die kleinere Tonne für unser Abfallaufkommen ausreiche, dass ich bei Mehrbedarf wieder eine größere beantragen müsse und dass eine missbräuchliche Verringerung des Behältervolumens ordnungsrechtliche Maßnahmen nach sich ziehen könne. Ich begann mich zu fragen, ob Männer in kleinkarierten Jacken überwachten, wie viele Kartoffelschalen ich entsorgte.</p>
<p>Schließlich erreichte ich die letzte Seite. »Antrag kostenpflichtig absenden.« Der Austausch kostete 28,50 Euro. Ich war inzwischen so weit gekommen, dass ich sogar hundert Euro bezahlt hätte. Ich klickte auf »Absenden«. Ein kleiner Kreis drehte sich. Dann erschien: »Ihre Sitzung ist aus Sicherheitsgründen abgelaufen.« Ich wurde still. Draußen stand die Biotonne. Hundertzwanzig Liter. Grün. Unerschütterlich. Ich begann von vorn.<br />
Beim zweiten Versuch war ich schneller. Nach nur siebenundvierzig Minuten gelang es mir, den Antrag abzusenden. Sofort erhielt ich eine Antwort: »Ihr Vorgang wurde erfolgreich angelegt.« Er erhielt eine Nummer, die eher zu einem sowjetischen Satellitenprogramm gepasst hätte. Von diesem Augenblick an war die Biotonne kein Behälter mehr. Sie war ein Vorgang.</p>
<p>Drei Tage später bekam ich eine weitere Nachricht. Zur abschließenden Bearbeitung werde die Zustimmung des Grundstückseigentümers benötigt. Ich war der Grundstückseigentümer. Das hatte ich angegeben. Nun griff ich zum guten alten Telefon. Damit ließ sich in einem früheren Leben manches in wenigen Minuten mit einem Sachbearbeiter klären.</p>
<figure id="attachment_12391" aria-describedby="caption-attachment-12391" style="width: 839px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2012/05/FdT_DSC01404_Spargelzeit.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-12391" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2012/05/FdT_DSC01404_Spargelzeit.jpg" alt="Spargelzeit! Innenansicht #Biomüll Tonne #Kreuzberg" width="849" height="478" srcset="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2012/05/FdT_DSC01404_Spargelzeit.jpg 1400w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2012/05/FdT_DSC01404_Spargelzeit-300x168.jpg 300w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2012/05/FdT_DSC01404_Spargelzeit-1024x576.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 849px) 100vw, 849px" /></a><figcaption id="caption-attachment-12391" class="wp-caption-text">Spargelzeit! Innenansicht #Biomüll Tonne #Kreuzberg</figcaption></figure>
<p>Nach zweiundzwanzig Minuten nervtötender Warteschleifenmusik meldete sich eine menschliche Stimme. Eine Dame bestätigte, dass im System meine Eigentümereigenschaft vermerkt sei. »Dann stimme ich zu«, sagte ich. Das gehe leider nicht, erklärte sie. Die Zustimmung müsse vom Eigentümer selbst erklärt werden. »Das bin ich.« – »Ja.« – »Und ich erkläre Ihnen gerade, dass ich zustimme.« Telefonisch dürfe man das nicht entgegennehmen, per E-Mail aus Datenschutzgründen ebenfalls nicht. Ich müsse Formular E-17 ausfüllen: »Eigentümerzustimmung zur Veränderung des grundstücksbezogenen Behälterbestandes.« Ist der Bürokratismus eine Erfindung aus Deutschland? Ich druckte es aus, bestätigte mir selbst mit meiner Unterschrift, dass ich meinem eigenen Antrag zustimmte, scannte es wieder ein und lud es ins digitale Portal. Für einen Augenblick empfand ich ein tiefes Gefühl demokratischer Selbstbestimmung.</p>
<p>Eine Woche später kam ein Brief. Ein echter Brief. Auf Papier. Darin teilte mir die Behörde mit, das von mir beantragte Behältervolumen von sechzig Litern werde an meinem Wohnort nicht angeboten. Verfügbar seien achtzig oder vierzig Liter. Ich entschied mich für achtzig. Dazu müsse ich einen Änderungsantrag stellen. Im Bürgerportal. Mein Passwort war inzwischen aus Sicherheitsgründen abgelaufen. Nachdem ich ein neues erfunden hatte, verlangte das Portal eine Begründung für die Änderung. Ich schrieb: »Weil die von mir beantragte Tonne nicht existiert.« Das System bat um eine sachliche Formulierung. Also schrieb ich: »Das ursprünglich beantragte Behältervolumen steht laut Mitteilung der zuständigen Stelle nicht zur Verfügung.« Das wurde akzeptiert.<br />
Zwei Wochen später hielt ein orangefarbener Lastwagen vor unserem Haus. Ein Mann stieg aus, nahm die Biotonne mit und stellte eine neue hin. Sie fasste hundertzwanzig Liter. »Das ist dieselbe Größe wie vorher«, sagte ich fassungslos. Der Mann sah auf sein Tablet. »Hier steht Austausch.« – »Aber gegen eine kleinere.« Er sah noch einmal nach. »Davon steht hier nichts.« – »Warum tauschen Sie sie dann aus?« Er zuckte mit den Schultern. »Auftrag ist Auftrag.« Dann fuhr er davon. Die neue Tonne glänzte. Sie war entschieden schöner als die alte.</p>
<p>Am nächsten Tag erhielt ich den Gebührenbescheid über 28,50 Euro. Ich legte Widerspruch ein. Das war ein Fehler, denn mein Einspruch eröffnete einen neuen Vorgang. Die Gebührenstelle erklärte, der Behälteraustausch sei ordnungsgemäß erfolgt; für Fragen zur Tonnengröße sei sie nicht zuständig. Die Behälterstelle verwies bei abgeschlossenen Vorgängen auf die Gebührenstelle. Der Entsorgungsbetrieb erklärte, er führe lediglich die ihm übermittelten Aufträge aus. Das Bürgerportal erklärte gar nichts. Es bot mir stattdessen einen Chatbot namens MIA an.</p>
<p>»Hallo! Wie kann ich helfen?«, fragte MIA mit Piepsstimme. Ich schrieb: »Ich wollte eine kleinere Biotonne und habe wieder eine große bekommen.« MIA antwortete: »Das Thema Biotonne scheint Sie zu interessieren« und fragte, ob ich eine Tonne bestellen oder abbestellen wolle. Beides verneinte ich. Darauf verabschiedete sie sich: »Vielen Dank. Ihr Feedback hilft uns, unseren Service zu verbessern.«</p>
<figure id="attachment_12385" aria-describedby="caption-attachment-12385" style="width: 841px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2012/05/DSC00451_1200X800.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-12385" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2012/05/DSC00451_1200X800.jpg" alt="#Restmüll deutsch-türkisch-arabisch: Artakalan Cöp u.a." width="851" height="567" srcset="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2012/05/DSC00451_1200X800.jpg 1200w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2012/05/DSC00451_1200X800-300x200.jpg 300w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2012/05/DSC00451_1200X800-1024x682.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 851px) 100vw, 851px" /></a><figcaption id="caption-attachment-12385" class="wp-caption-text">#Restmüll deutsch-türkisch-arabisch: Artakalan Cöp u.a.</figcaption></figure>
<p>Drei Monate waren inzwischen vergangen. Ich besaß zwölf E-Mails, vier Briefe, zwei Gebührenbescheide, drei Vorgangsnummern, ein Bürgerkonto, mehrere Passwörter und immer noch eine zu große Biotonne. Während ich darüber nachdachte, mir einen Aktenordner zuzulegen, um die Digitalisierung ausdrucken und ordentlich abheften zu können, trudelte ein weiterer Brief ein. Mein ursprünglicher Antrag sei abschließend geprüft worden. Fassungslos las ich: »Die von Ihnen gewünschte Verringerung des Behältervolumens ist grundsätzlich möglich. Eine gesonderte Genehmigung ist hierfür nicht erforderlich. Ihr Antrag wird daher als gegenstandslos betrachtet und der Vorgang geschlossen.«</p>
<p>Ich ging hinaus. Die Biotonne stand am Straßenrand. Groß. Grün. Leer. Ich hob den Deckel und schaute hinein. Hundertzwanzig Liter behördlich verwaltete Luft. Am Griff klebte ein Aufkleber: »Gemeinsam für weniger Abfall.« In diesem Augenblick begriff ich, dass ich verloren hatte. Nicht gegen einen Beamten. Nicht gegen eine Behörde. Nicht einmal gegen ein Gesetz. Ich hatte gegen den Vorgang verloren. Der Amtsschimmel hatte mich nicht niedergetrampelt. Er hatte mich ordnungsgemäß bearbeitet.<br />
Zwei Tage später erhielt ich wieder Elektropost: »Wie zufrieden waren Sie mit unserem digitalen Bürgerservice?« wollte das Amt von mir wissen. Darunter befanden sich fünf Sterne. Ich wollte keinen einzigen anklicken. Das war jedoch nicht vorgesehen. Die Bewertung war ein Pflichtfeld. Also klickte ich auf einen Stern.</p>
<p>Sofort erschien die Meldung: »Es tut uns leid, dass Sie unzufrieden sind. Bitte schildern Sie uns Ihr Anliegen.«</p>
<p>Und darunter stand:<br />
»Neuen Vorgang anlegen.«</p>
<p>Leseprobe aus<br />
Prinz Rupi<br />
DER RITT AUF DEM OKTOPUS<br />
Mikrodramen aus dem realen Leben<br />
192 S. Paperback, € 10,-</p>
<figure id="attachment_23552" aria-describedby="caption-attachment-23552" style="width: 190px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/07/Linkwegweiser_200Pixel_24.07.26.png"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-23552" src="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/07/Linkwegweiser_200Pixel_24.07.26.png" alt="#Linkwegweiser 200 Pixel" width="200" height="200" srcset="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/07/Linkwegweiser_200Pixel_24.07.26.png 200w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/07/Linkwegweiser_200Pixel_24.07.26-144x144.png 144w, https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/07/Linkwegweiser_200Pixel_24.07.26-50x50.png 50w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-23552" class="wp-caption-text">#Linkwegweiser 200 Pixel</figcaption></figure>
<ul>
<li>Website &#8211; <a href="https://ruprechtfrieling.de/der-ritt-auf-dem-oktopus/" target="_blank" rel="noopener">Der Ritt auf dem Oktopus ist erschienen</a></li>
<li>Leseprobe: <a href="https://www.amazon.de/dp/B0HKHL11R8" target="_blank" rel="noopener">https://www.amazon.de/dp/B0HKHL11R8 (via Amazon)</a></li>
<li>Gedanken-Ratatouille: <a href="https://gesichtspunkte.de/wp-content/uploads/2026/09/GedankenRatatouille_28.09.26_Biotonne.Prinz_.Rupi_.png">Mein Résumé zur Biotonnen-Räuberpistole von Prinz Rupi</a></li>
</ul>
<p>Worte-Innovation <strong>#Verdingslichung</strong> (entwickelt vor längerer Zeit, Definition bislang jedoch noch nicht genau genug vorgenommen. Dieses angesichts der Buchveröffentlichung neu ins Auge gefasst (ouch) am 28.09.26 &#8211; Hashtag neu gesetzt erstmals</p>
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