‘farewell, my friend’, oder: eine Kündigung ist eine Kündigung ist eine…

Kündigung von VerträgenEine Kündigung ist eine Kündigung ist eine Kündigung. Mit steigendem Alter kommt dem Bloggwart nun auch die Geduld zuzuhören abhanden. Denn eine Kündigung ist eine Kündigung ist eine Kündigung. Wir nennen den Namen der betreffenden Aufzugsfirma nicht, die nervig eine Kündigung auf freiwilliger Basis vereitelt. Wir haben neue Aufzugssteuerungen in zwei Altbau-Aufzüge eingebaut und nun sind neue drin. Aber das Notrufsystem, das zuvor langfristig von der (gescheiten?) Vorverwaltung vertraglich einbetoniert wurde ins System der Wohnanlage, das werden wir nun nicht los. Also passiert ein folgendes Paradoxon ständig: Wenn die (neuen) Aufzüge auf Störung gehen, betätigen die Eingeschlossenen den Notrufknopf und die (alte) Aufzugswartungsfirma reagiert. Und zwar schlecht. Denn es ist nicht ihr gewöhnlicher Tellerrand, wie es hier ist: Sie muss dann die (neue) Aufzugsfirma verständigen und mehrfach sind aber stattdessen einfach die Monteure der (alten) Aufzugsfirma rausgefahren. Total nervig. Und alles nur, weil: Pacta sunt servanda! (lateinisch, zu deutsch: Verträge sind einzuhalten).

Der Versuch, den Aufzugsfritzen zu schreiben, sie mögen nun Vorschläge für eine einvernehmliche, vorzeitige Auflösung machen, ignorieren sie einfach und schreiben immer wieder neues Zeug, was sie alles angeboten hätten. Nur eins aber nicht: nämlich die einvernehmliche Auflösung.

Zweites Beispiel: Ein namentlich nicht genannter berühmter Müllmann, der auch die Basketballszene Berlins fleißig sponsert und die IHK gelegentlich vertritt, schafft einfach in einer gutbürgerlichen, übrigens sehr gepflegten Wilmersdorfer Wohngegend das vertraglich zugesagte Recycling-Entsorgungspaket (Papier, Glas) nicht abzuarbeiten, jedenfalls nicht regelmäßig. Infolgedessen quellen immer wieder die Container um, es stinkt, die Leute sind stinksauer, auch auf uns, wenn wir nämlich nicht reagieren. Nun ist das Maß aber übervoll und -wieder ganz Asterix- ‚alea jacta est‘. Die Würfel sind gefallen. Wir sprechen eine Globalkündigung aus.

Wir wenden uns zeitgleich an eine Tochter der landeseigenen Unternehmensmutti mit dem orangefarbenen Corporate Identity, die immer behaupten: ‚We kehr for You‘. Für die Zeit danach.

 

Mülltonne

Mülltonne

Nun fragt plötzlich der vorher niemals da gewesene Unternehmensmitarbeiter der Basketball-/IHK-Unternehmensgruppe nach, ob nicht das Entgelt fürs Papier gesenkt werden dürfe, um noch den Vertrag dann halten zu dürfen und ggf. das Glas tatsächlich beendet werden müsse? Sprachliche Verwirrung wiederum. Mehrmals meinerseits glasklare Klarstellung: ‚Leute, Ihr habt nun mal Probleme, das problemfrei zu machen‘, und mal ganz ehrlich, für Hausverwalter gibt es wichtigere Kernkompetenzen, als ständig anderer Leute Müll regelmäßig entsorgt haben zu wollen. Dafür, so ich, könne ich mir einfach nicht ständig wiederkehrende Beschwerdemanagements leisten. Wir wollen einfach nur, dass das flutscht! Nicht Gold-, sondern Flutschfinger, wie das Eis von L…..!

Im Telefonat wird nun nach dem dritten Anlauf meinerseits, Dinge klarzustellen, endlich eins glasklar, und dazu raune ich diesen Nervtöter endlich mal ordentlich an: ‚Es ist ein Unding, mich mit diesem Marketingquatsch zuzutexten. Ich will Veränderung. Jetzt!‘ Und: ‚Stehle mir nicht die Zeit, komm zum Punkt: Wenn unsere Kündigung nicht akzeptiert wird, dann ist es sprachlich nicht legitim, von einem Angebot zu sprechen, dann weisen sie die Kündigung schriftlich knapp und präzise zurück.‘ Versprech mir doch keine finanziellen Vorteile für die WEG, wenn ich die Kündigung jetzt zurücknehme. Das ist schon Betrug am Bestandskunden an sich! Das hätte man dann ja auch vorher schon erledigen können, oder?

Dieses an nicht mehr funktionierenden Verträgen festhalten, das ist etwas, was ganz furchtbar nervt. Ehrlich. So, jetzt habe ich mich wieder abgeregt.

Rattengift - behördliches Kauderwelsch

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