Wer ist sexier? Tante ‚T‘ oder Alice? – ein Vergleich

Telekom

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Auf ihre alten Tage ist die magentafarbene Tante Telekom von uns noch einmal ran gebeten worden! Nicht falsch verstehen: wir haben für einen außerhäusigen Ort ein Paket mit Telefonanschluss und T-DSL (Internet) bestellt. Und das kommt gerade an. Wir berichten nun über unsere positiven Erfahrungen.

Zuerst hatten wir Alice gefragt, dieses hübsche Model aus Italien, die uns überall von affenartig großen Plakatwänden anstrahlt: Alice kommt gar nicht aus Italien. Im kühlen Norden, oben in Hamburg, ist sie zuhause. Alice ist daher eine Art Ersatzbefriedigung für ungestillte Kundensehnsüchte, jedenfalls von vielen Männern, um das gleich klarzustellen. Alice wollte aber partout kein Date mit uns vereinbaren, und so scheiterten wir dabei, für wenig Geld viel Leistung in einer sagenhaft hübschen Verpackung zu verrenten. Tante Telekom war im Vergleich die schlechtere Alternative: die Gebühren sind höher als bei Alice, und außerdem müssen wir nun auch telefonieren, ob wir wollen oder nicht. Für den Standort war eigentlich nur T-DSL benötigt. Also ein echter Mehrwert?

Auf Tante ‚T‘ sind wir dann erst im zweiten Atemzug gekommen. Denn Alice schickte uns eine sehr straffe Organisation ihres eigenen Innenlebens auf den Hals. Wir bekamen computergesteuerte Briefe, wann wir da zu sein hätten und das wäre zwischen 08 und 17 Uhr am 00.xy.zz. Darauf ließen wir uns nicht ein, denn wir hätten anzureisen, müssten da sein, und seien sonst aber gewöhnlicher weise um diese Zeiten nicht dort und vor allem nicht stunden-, nein tagelang. Alice hat uns darauf nicht geantwortet. Möglicherweise kann sie es sich leisten, und außerdem muss sie ein ’nein‘ von uns Männern ja nicht gewohnt sein. Dass wir auch deutlich ’nein‘ sagen, hat sie nicht erwartet. Haben wir aber. Eigentlich versuchten wir nur, eine übliche Absprache wie diese zu treffen. Doch Alice sagte nun irgendwann, nachdem wir uns durch die xte Sprachmenüsteuerung gehangelt hatten, da könnten sie nichts machen, denn sie würden den Auftrag nicht selbst ausführen. Vielmehr würde ein Techniker der Telekom den Auftrag ausführen, und mit dem könne man sich nicht verabreden. Also ist Tante ‚T‘ doch schuld? Gibt es ein geheimes, fieses Mobbing gegen das ‚dolce vita‘ (italienisch: das süße Leben) von Alice? Am Ende ist’s gar Eifersucht? – Wir untersuchen diese Frage hier nicht weiter.

Telekom

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Tante ‚T‘ hat nun besagten Auftrag erhalten. Und die Sache lässt sich sehr erfreulich an. Gleich am Telefon der T-Hotline habe ich einen ungewöhnlich guten Mann. Wie kein anderer dort bemüht er sich äußerst zuvorkommend und freundlich um meine diversen Ängste, Sorgen und Nöte. Dass ich telefonisch grundsätzlich nie etwas bestelle, was mir hinterher schriftl. bestätigt wird, ist Erfahrungen geschuldet. Wer schreibt, der hat den Gestaltungsvorteil auf seiner Seite. Ich will aber gar nichts bestellen, dass mir paketmäßig überbürdet wird. Und so bestehe ich darauf, erst alles zu besprechen und hinterher meinerseits ein Fax mit den ‚basics‘ (den Grundlagen) unserer Absprachen zu schicken. Nun gut, das Paket ist dann geschnürt und tatsächl. lässt es sich telefonisch komplett abhandeln, bis einschließlich zu einem Wunschfeld in der Eingabemaske des Telekom-Mitarbeiters, wo er einträgt: ‚Vor Montagebeginn eine Stunde zuvor anrufen, Kunde kommt da hin‘.

Nur wenige Tage später bekomme ich ca. 14 Seiten gedruckte Texte, in denen mir alles bestätigt wird. Diese Briefe strotzen leider vor verallgemeinernden Textbausteinen. Ich habe kaum Zeit, alles genau durchzulesen. Diesmal will ich aber nicht wieder alles falsch machen und dass sie mir einen übergebügelt haben, den ich nicht einmal bemerke, will ich heute kategorisch ausschließen. Ich muss alles lesen, ob ich will oder nicht. Ich arbeite mich vor und vergleiche alle edv-gestützten Kundenparameter, gleiche alles ab, versuche es zu verstehen. Am Ende entscheide ich mich für einen weiteren Anruf. Die Dame, die dran ist, versteht mich überhaupt nicht. Sie ist kurz gesagt zu wenig bereit, überhaupt zuzuhören. Ich frage sie, ob denn das richtig sei, dass ich hier einen Privattarif habe, wir seien doch eine Firma? Das macht nichts, findet sie. Ich kämpfe mich durch weitere Fragen. Eine wichtige Frage kann ich beim besten Willen nicht aus dem Wust der Texte herausfiltern: Gibt es eine Vertragsbindung und Mindestlaufzeit? Wie ist eigentlich die Kündigungsfrist? – Sie wird immer schnippischer, schwätzt etwas von ‚das steht alles im Internet‘, während ich mich wehre und darauf beharre, ich will es aber ‚offensichtlich schriftlich‘ und rechtsverbindlich vor diesen müden eigenen Augen haben und mich nicht auf eine täglich wechselnde Internetseite Bezug nehmen. Schließlich legt die dusselige Kuh einfach auf, sie hat jetzt genug davon. Ich rufe sofort noch einmal an, und beim nächsten Gesprächspartner werde ich sofort überprüfen lassen, ob er den Namen der Mitarbeiterin zurückverfolgen kann, die mit mir gesprochen hat. Nein, das kann er leider nicht, aber schon, als er seinen Namen sagt, bin ich erfreut. Ich bin per bloßen Zufall wieder bei dem bemühten und tollen Zuhörer von oben gelandet. Wir erkennen uns beide auf den ersten Ton. Ich freu mich, ob er auch, kann ich nicht sagen.

Schließlich sind wir ein weiteres Mal zugange und gehen alles durch, er mit einer ‚Engelsgeduld‘. Wir verabreden wegen einer weiteren Problematik noch einen weiteren Brief, diesmal an T-online, und ansonsten bekommt er eine Kopie.

Am Tage des Internetanschlusses klappt schließlich alles wie am Schnürchen. Genau so, wie ich es mit denen verabredet habe, wird es getan. Und dann wird am Freitagvormittag in einem Zeitfenster von insgesamt 75 Minuten inklusive Anreise alles sehr ordentlich und zu meiner Zufriedenheit abgewickelt. Am Samstag habe ich noch ein Telefon besorgt, denn das muss man heutzutage selbst beschaffen. Das schließe ich an und es lädt sich auf. Am Samstagnachmittag, es ist so ca. 16.50 Uhr, klingelt das gerade erst angeschlossene Telefon. Irgendeine Nummer mit Vorwahl ‚0800‘ ist dran? Häh? Woher weiß schon jemand, dass es diesen Anschluss gibt? – Ich hebe ab, ‚Ja?‘. Und da ist irgend so ein nettes Mädel von Tante ‚T‘ dran, führt mich ein, das sei ja nun gestern alles über die Bühne gelaufen, Internet und Telefon, und sie wolle sich jetzt nur mal erkundigen, ob Tante ‚T‘ zu meiner Zufriedenheit und überhaupt, ob jetzt alles funktioniere oder ich noch Fragen hätte? Da rutscht es mir wie ein plätschernder Wasserfall aus den Lippen: ‚Whow, Du bist aber sexy!‘ Sofort entschuldige ich mich und erkläre ihr meine Situation. Ich mache es kurz: ich hätte schon länger eine ganz negative Einstellung zu Tante ‚T‘, schließlich sei die ja schon mein ganzes Leben fester Bestandteil meines Lebens, so wie man sich Familienmitglieder eben nicht aussuchen kann. Und daher sei ich zunächst absichtlich fremdgegangen und hätte ein italienisches Top-Model aus Hamburg angebaggert. Doch die habe mich verprellt, und ich wüsste schließlich, ich wäre auch kein leichter Kunde. Und nun rührt mich dieser Anruf mit einem Nachhaken ihrerseits sehr, und ich weiß natürlich, dass dahinter eine innerbetrieblich Qualitätsoffensive von Tante ‚T‘ steckt. Tante ‚T‘ ist alles andere als in die Jahre gekommen und bemüht sich im härter werdenden Markt um Pluspunkte. Jetzt muss ich auch ganz deutlich sagen: Liebe Tante ‚T‘, das hast Du sehr, sehr gut gemacht. Ich freue mich über meine richtige Entscheidung und über die grosse Qualität der Auftragsabwicklung. Es gibt nicht nur schlechte Nachrichten, es gibt auch gute. Danke dafür.

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