Der Herr Notar und der Geschäftswert.

Heilsalbe

Wenn die Verwalterbestellung nach dem Wohnungseigentumsgesetz erfolgt, muss als Nachweis eine Urkunde in notariell beglaubigter Form zu den Grundakten der Wohnungseigentums-Grundbücher beim zuständigen Amtsgericht hinterlegt werden. Das ist ein kleiner Akt, aber nervig. Es müssen drei Leute zu einem Notar, um ihre Unterschrift beglaubigen zu lassen. Auch der Notar ist genervt.

Der Geschäftswert einer derartigen Unterschriftenbeglaubigung ist regelmäßig am untersten Geschäftswert für Notariatsangelegenheiten anzulehnen. Das sind 3.000,- €. Eine derartige Beglaubigung bringt also Gebühren von 15,- €, summa summarum. Kein großes Geschäft.

Gut erinnerlich ist noch der (unkundige) Notar, der den Geschäftswert dieses Vorgangs vor ein paar Jahren folgendermaßen errechnete: Er fragte zunächst in unserem Büro nach, wie viel Wohnungen die Anlage habe? Sodann multiplizierte der geschäftstüchtige Herr die Wohnungsanzahl mit einer ausgedachten durchschnittlichen Wohnungsgröße von ca. 65 m² und errechnete daraus einen gewillkürten Verkehrswert von ca. 1.200,- € pro m² Wohnfläche. Ein derartiger ‚Geschäftswert‘ wurde daher kreativ auf round about 1,95 Mio € hochgerechnet. Und das macht feine Gebühren. Diesem Notar fuhr der Herr Verwalter aber in die Parade und senkte mit Hilfe der Notarkammer dessen Gebühren wieder auf die eingangs erwähnte Höhe. Sowas gibt es tatsächlich!

Und jetzt wieder so ein Notar. Macht eine Rechnung von 150,- € auf und bezieht sich darauf, wir hätten ihm den Geschäftswert nicht mitgeteilt. Die Rechnung bekommt er wieder. Seit wann müssen eigentlich Verwalter Geschäftswerte berechnen? Jedem das Seine, den Notaren das meiste? – Es erfolgt eine gebührenrechtliche Beratung des Herrn Notars durch den Herrn Verwalter. Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Weiter arbeiten….

 

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