3271/22 – Alltag – Leudde? Wir müssen reden – Der Alltag ist eine schreckliche Chimäre des Unglaublichen.


Roger Cicero: „Ich Hätt So Gern Noch Tschüss Gesagt“ (Video)

Der Alltag ist eine schreckliche Chimäre des Unglaublichen. – Hier wollte mein Kopf uns den Roger Cicero geben, der Night & Day performt. Er war ein guter Sänger. Er hat einen Vater namens Eugen. Beide sind schon einige Zeit tot. Vater und Sohn, sind auch hier, in dieser Geschichte, präsent. Dominik ist sein Sohn, er ist Rentner und hat eine Eigentumswohnung. Mit seinem Sohn komme ich besser aus. Auch wenn ich den Vater im Grunde genommen auch mag. Aber er meckert gern. Anders als Paul. Paul McCartney! Scheiß-Wortspiel 🙂

Das Telefon klingelt: Herr Meckwitz (* Name geändert) aus Spandau (Wohnanlage #869 * Nummer geändert)

Telefonnotiz:
Furchtbares Telefonat, an Unsachlichkeit und Nichtlösung kaum zu überbieten.

Er verdächtigt Verwaltung, noch schnell alles in trockene Tücher zu kriegen (Thema: Wir beauftragen schnell eine Hausreinigung) und dann abzuziehen, gerüchteweise habe er ja auch gehört, wir würden nicht mehr weitermachen. So ein Quatsch: Steht doch in der Tagesordnung.

Ergebnis: Irgendwie gar keins. Ankündigung. Ab Oktober kürzt er die Hausreinigung raus aus dem Wohngeld – „Ich muss rechnen!“ Er ist Rentner. Er sagt und da hat er recht: „Ich bin Rentner und wer weiß, was noch auf uns zukommt, wenn jetzt die Gaspreise durch die Decke gehen.“ Dieses Statement gefällt mir und mein Herz geht an wie ein Kachelofen. Est ist Restwärme. – Und der Rest ist ihm egal, dann geht die Sache zum Anwalt, seinerseits.

Fordere ostentativ von ihm, auf der Versammlung zu erscheinen und mit den Eigentümern drüber zu diskutieren. Nicht mir mir. Mir ist es wurscht, wer die Treppen reinigt. Mir ist es Wurscht, ob überhaupt jemand Treppen reinigt. Das darf ich übrigens selbst entscheiden. Habe ich aber nicht gemacht. Habe vorher nachgefragt, in einer Versammlung. Die Hausreinigung, das lief bis dahin nämlich nicht. Diese in Westdeutschland übliche Regelung, die nicht in Berlin üblich ist: Jeder macht seins. Reinigungsplan.

Letzter Vorschlag von mir: Sprechen Sie doch Herrn Tschitschmann (Verwaltungsbeirat, wohnt zwei Treppen hoch) an. Vielleicht wird aus dem Gespräch ja was Gutes?, Herr Meckwitz?, und beste Grüße auch an Dominik, Ihren netten Sohn. – Ja, das macht er gern. – Da ist wieder bisserl aufm Teppich.

Puh. Was für eine Schweißtreiberei. Eine Schinderei vor dem Herrn: Und es sind 10 Wohnungen in Spandau, kein sprudelnder Honorarertrag pro Monat. Peanuts.
Bescheiden sein. Auf dem Teppich bleiben. Ruhe bewahren. Bericht an Verwaltungsbeirat ist raus: Der soll es richten. Mir könnte man dieses Zeitengagement kaum bezahlen, denke ich gerade.

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3270/22 #Podcast – Vom totalen Wahnsinn der deutschen Geschichte in mehreren Akten – SWR2 Archivradio – Geschichte in Originaltönen

#Podcastwegweiser #gesichtspunkteDE (850 Pixel)

#Podcastwegweiser #gesichtspunkteDE (850 Pixel)

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Man wird gleich so richtig wahnsinnig, wenn man wie ich mehrere geschichtsträchtige Folgen des hörenswerten Podcasts SWR-Archivradio hört. Väterchen Zufall kam mir zupass und Väterchen Stalin ist bekanntlich längst verblichen. Im hier angesprochenen Fall hörte ich heute einige Folgen des Podcasts durch, die sich mit der Geschichte der untergegangenen Täterä (DDR – in der Art von Manfred Krug) befasst. Hier spannt sich ein weiter Bogen quer durch die Stasischulung, die Psychologien des Kalten Kriegs, das gezielte Ausspähen der Abteilung Horch & Guck, Tischredenmonologien des Genossen „Ich liebe doch alle Menschen“ Erich Mielke, Polizistenmörder der Zwanziger Jahre und Mauerschützen-Oberbefehlsverdächtiger. Alles Schnee von gestern. Aber es graust einen.

Es sind nicht alle aufgelistet. Ganz unten ist der zentrale Link zum Abonnieren des interessanten Kanals.

Folgen die ich heute hörte:
* Folge Psychologe gibt Tipps zu Informanten im Westen (um 1970)
* Folge Stasi Schulung: Was Dokumente über die Psyche der Autoren verraten
* Folge Umgang mit schwierigen Stasi-Mitarbeitern (Frühjahr 1985)
* Folge Der Rücktritt von Hans Filbinger (1978)

Abonnement-Tipp für Podcasthörer
* SWR2 Archivradio – Meine Empfehlung: Diesen Kanal wo auch immer abonnieren!

3264/21 #Positionen – Chris Kurjuhn redet vom Müll

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Mülltonne

Das Zerkleinern von Kartons an der Papierabfall-Tonne ist meist Aufgabe von mit Weitblick ausgestatteten Männern in den mittleren Jahren. Wenn einem bei dieser Tätigkeit zum ersten Mal Hilfe angeboten wird, weiß man, dass die nächste Generation nunmehr bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Und man selbst begonnen hat, die ersten Meter Richtung Abstellgleis zurückzulegen.

…bemerkt Chris Kurbjuhn feinsinnig heute, sommersüber in Berlin-Friedenau. Jetzt haben wir den Salat: Das steht jetzt alles im Internet.

Meist übers Wochenende erscheinen Kurbjuhns süffisante Wochenrückblicke in lesbar klar geschriebener Zusammenfassung als Splitterbrötchen.

Im Heavy-Metal-Bereich unverdächtigt, denn dann müsste es wohl heißen: Splatter-Brötchen.

Aber das ist eine andere Geschichte.
Ein andermal.

Weiterführend

* Hat keine Zeit meistens: Splitterbrötchen
* Kunst, ein Kerl zu sein: Nassrasur

3261/20 #Positionen Wie Alba Berlin seine Aufgaben auf Anwohner und Hauswarte auslagert. Die Anderen, das sind wir.

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Gelbe Tonne, falsch befüllt

Gelbe Tonne, falsch befüllt

Die Wertstofftonne ist kaputt in Berlin-Weißensee.

Das meldet der Hausmeister, die Hausverwaltung gibt die Meldung an Alba Berlin weiter. Man könnte auch fragen: „Warum merken die das denn nicht selbst?“ Aber so ist nun mal der Zeitgeist. Immer mehr wird zentralisiert, optimiert und zusammengezogen. Was folgt?

Es folgt die komplette Verschriftlichung des Lebens.

Natürlich war auch Alba betriebsintern nicht untätig. Man hat so lange nach den passenden Worten gesucht für genau diesen Fall. Inzwischen gibt es allerdings einen Textbaustein, der alles hübsch nach guten, freundlichen Service aussehen lässt. Gleichzeitig sichert er das gefährliche Handeln von Alba ab. Es geht um den Austausch der defekten Tonne. Auf unsere Meldung Wertstofftonne kaputt, bitte austauschen, befassen wir uns am 9. April (zeitversetzt zum 1. April übrigens) mit folgendem Textbaustein, der wohl dann immer an die Grundstückseigentümer geschickt. Ich denke über den Wert der Formulierungen nach.

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3256/20 #Positionen Die Regeln für das heutige Sachverständigentreffen im Dachgeschoss sind einfach #Berlin

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Regeln für das Sachverständigentreffen:

1.) Auf Küsschen und den Austausch von Zärtlichkeiten wird heute verzichtet.

2.) Die Teilnehmer stellen sich im Halbkreis auf, Mindestabstand 1,50 m.

3.) Husten in die Armbeuge.

4.) Vor und nach dem Treffen: Händewaschen (2 X Happy Birthday To You durchsingen reicht)

 

Also: Alles ganz wie immer. Und – letzte Meldung: Achtung! –

 

3253/19 #Foto Wenn man auf der Party erzählt, dass man Handwerker ist

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Wenn man auf der Party erzählt, dass man Handwerker ist. (Quelle: Internet)

Wenn man auf der Party erzählt, dass man Handwerker ist. (Quelle: Internet)

Das Foto des Tages. Quelle: Internet

Ohne Worte.

Weiterführend

* Wo soll denn das nur enden?

3247/19: Positionen: Wenn der Aufzug stehen bleibt

Aufzug

Wenn der Aufzug stehen bleibt, wie in Berlin (Schöneberg), ist Eile geboten. Und: Wenn man sich verschreibt, wird aus Sinnbild häufig sinnblind. #nurmalso

Ein paar ältere Damen und Herren im Haus sind bewegungsunfähig. Der Aufzug geht nicht. Sie haben an den Beinen Behinderungen. Es schmerzt. Die Treppe hoch geht leichter als runter. „Da scheuern die Gelenke“, sagt Frau Reche (* Name geändert). Dass der Aufzug stehen blieb, ist Folge einer Überhitzung im Aufzugsschacht. Der Aufzug ist ein Fassadengleiter mit Ölhydraulik. Wird es zu warm, wird das Öl weich. Um das zu ändern, hat die Aufzugsfirma ein Angebot geschickt. Es ist schon beauftragt, also freigegeben.

Und keiner will es gewesen sein: Dass der Aufzug heute steht, liegt nicht am mangelnden Kontakt mit dem Auftraggeber, sondern an der Erderwärmung, sagt heute auf Nachfrage der Mitarbeiter der Aufzugsfirma, die immer wenn sie in Seil- und Zugzwang gerät, rechtfertigt warum es ist wie es ist. Weil es auch nicht schneller geht. Weil Personal fehlt, Zeit, zu viele Aufträge, zu wenig Zeit, zu lange Reaktionszeiten. Und deswegen reden wir heute übers Weltklima. Die Firma sagt nicht: Wir haben zu wenig Personal. Die Sache dauert noch. Es geht eine Bestellung auf Reisen. Salvatore Adamo würde es besingen und alle wüssten Bescheid. Stattdessen drumrum Gerede. Alles Wattebäuschchen. Seichtes Palaver, nur nicht zur Sache kommen. Wer den Aufzug so bestellt hat, trägt die Verantwortung für einen in Zeiten wie diesen unvernünftigen Ölhydraulikaufzug? Ja, bitte, wer? Wer hat denn die Entscheidung für den Aufzug getroffen? Solche Probleme sind doch vorhersehbar mit solchen Aufzügen, sagt der Aufzugsmensch. Heutzutage nicht mehr sachgerecht, diese Technik. Wegen der Erderwärmung.

Mensch, jetzt halt aber mal die Klappe, Aufzugsmann: Ich war’s, damals. Ich hab den Aufzug 1996 bestellt. Da war Erderwärmung noch kein Thema. Wie? Das wussten Sie nicht? Höchste Zeit nachzudenken. Nicht aus einer Mücke (einem Auftrag und wann er abgearbeitet ist) einen Elefanten (schwerwiegendste Fehlentscheidung 1996 und Welt-Klimakatastrophe) ins Feld zu führen. Viele müssen sich derzeit auftragsmäßig übernehmen. Ich muss mich kurz übergeben. Weiter arbeiten….das Erdklima ist verlinkt. Klink.

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* Die Erderwärmung

3246/19: Korrekturhilfen: Von schiitischen Schiffbrüchigen, Alt-Bundespräsidenten und der internationalen Seenotrettung

#Glück #Lachs #Fisch #Bär (Sinnbild)

#Glück #Lachs #Fisch #Bär (Sinnbild)

#Korrekturhilfe zu #schriftlich

#Korrekturhilfe zu #schriftlich

Im Armageddon des Berufs steht die Wohngebäudeversicherung in schriftlicher Form in einem Protokoll. Ich lasse die Korrekturhilfe des Programms über den Wortlaut streifen, um Fehler auszusondern, zu überprüfen, ob, was ich schreibe sinnvoll ist. Allerdings lasse ich mich ablenken. Alle Broiler gehen mit mir durch. Während ich prüfe, inwieweit Neuverhandlung mit der Wohngebäudeversicherung sinnvoll ist, lese ich von Schiiten, die schiffbrüchig sind. Schiitische Schiffbrüchige (im Mittelmeer), Frau Rackete unterwegs, auf hoher See Menschen aufnehmen, die zu ertrinken drohen. In welchem Heimathafen Frau Rackete die Lande-, Lade-, Löscherlaubnis für ihre Fracht erhält, ist in Teamabsprachen nicht gedeckt, bedauert auch Heiko Maas. Das machen wir nächstes Jahr. Gluck gluck. Lügenpresse, Lügenpresse.

Apropos Gluckgluck: Altbundespräsident Gauck (79) hat dieser Tage vor der Ostseeküste (Berliner Speckgürtel) im kalten Boddengewässer das Kentern seiner Bemühungen festgestellt. Die Seenotrettung hat ihn wieder hochgezogen. Hier liegt die Verwegenheit im rauen Wetter der Gedanken, selbst wer Gauck mag. Niemand kann ihm jetzt noch das Wasser reichen, soviel ist klar. Verkneifen kann sich niemand Gedankengänge, die nicht in Indien am Ende des Gedanken-Ganges geboren. Es ist dieser eine Satz, der die absurde Gesamtsituation vollkommen begreiflich macht:

„Im Moment verhandelt eine Konferenz der baltischen Staaten darüber, wer das Schiff der Seenotrettung mit dem gekenterten Altbundespräsidenten aufzunehmen gedenkt.“ Gescheiter Gedanke, der alte Bunderpräsident wohlauf, nicht gescheitert in schäumender Gischt im windumspülten Bodden. Denn dass die Aida im Hafen von Rostock-Warnemünde mit großem Trara auslief, lautstark, halbstark und zu groß für ein Micro-Meer wie die Ostsee, war nicht vom Bodden betroffen. Geschützte Offenseekante.

Ich muss noch das Protokoll zu Ende geschrieben haben werden. Mein Cocktail: Plusquam perfekt mit einem Schuss Futur II. Nicht Futur III.

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3242/19: Positionen: Ich habe gar kein Imitsch und ich werde keins bestellen – To make A long story short…

Schule des Lächelns (Budapest, 1937) - Quelle: Privatarchiv

Schule des Lächelns (Budapest, 1937) – Quelle: Privatarchiv

Shortstory „Das Imitsch“
(Der abgeschlossene Socialmedia-Kurzroman)

***Rrrrring!***
„Guten Tag, spreche ich da mit Herrn Gotthal?“
„Worum geht es denn?“
„Ja, wir sind die Firma Blablakeks (*), wir hatten Ihnen da was zukommen lassen per Post, wegen einem Imitischvideo.“
„Gut, danke dass Sie nochmal nachfragen. Sie brauchen hier jetzt nicht mehr anzurufen. Wir haben gar kein Imitisch und werden auch keins bestellen.“
„Gut, ähm, danke. Dann werde ich das hier vermerken.“
„Vermerken Sie das.“
Krkkksss.

#mydailyphonecalls

Blablakeks: Synonym für den Namen einer Firma

Und was sagt die Marketingeinblendung in meiner WordPress-Installation?

Bewahre deine harte Arbeit sicher auf.
Sichere deine Inhalte automatisch.

Aber ein S11ie, das gönn ich mir. Das ganze Leben ist ein Spül. Und wir sind nur die Kandidaten.

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