1062/11: Methusalem: Die Großwetterlage, der Methusalem-Komplex und überhaupt, es ist arschglatt! #Mitgefühl

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Schon mal draußen gewesen heute? Es ist arsch…. – alte Menschen sind heute sicherungsverwahrt. Zuhause!

Die Wohnungseigentümerin hat noch keine Pflegestufe. Sie ist deutlich 93 Jahre alt und in ihren letzten Jahren. Der Malteser-Hilfsdienst, der selbst keinen Pflegedienst diesbezüglich durchführt, hat zwar einen Hausnotruf in der Wohnung in Berlin-Wilmersdorf, darf aber auf Verdacht nicht dort vorbeifahren. Das sei Hausfriedensbruch. Der Malteser-Hilfsdienst grenzt sich telefonisch recht stark von der Möglichkeit ab, dort „auf Verdacht“ mal schnell vorbei zu fahren. Ob eine Pflegestufe beantragt werden könnte, kann bspw. die Caritas (Telefon der Pflegezentrale: 6179790) klären. Es ist irgendwie doch kein „ganzheitlicher Ansatz“, man stößt jetzt auf Zuständigkeiten, Abgrenzungen und „das dürfen wir nicht“. Sozialträumerei meinerseits? Mal wachen Auges dort vorbeigehen? Hat man überhaupt jemals ein Verhältnis zur Seniorin aufgebaut? Ich stelle fest: Niemals, die Fragen, die wir klären, haben mit Geräten, Wachzyklen, Überprüfungsturnen und dergleichen zu tun. Wenig mit Mensch. Wann ist der Mensch ein Mensch?

Nein, das tut die Hausverwaltung natürlich nicht, wie die sich das vorstellen: Eine Pflegestufe für einen alten Eigentümer beantragen! Was diese „sozialen Hansels“ sich immer denken, im eigenen Saft schwimmen sie von Antrag, Formular, Vorgang, Zuständigkeit und Chevapcici. Sie selbst wissen eher genauer, was sie nicht tun dürfen, können, sollen, als was sich eventuell aufgrund einer echten Bewohner- bzw. Nachbarnbesorgnis anbietet zu tun! Was wissen wir denn, wir sind nur eine Hausverwaltung?

_seitentrenner Flugzeug

Alte Menschen (Kampagne) Quelle gotthal.de

Chopin – Preludium op. 28 nr. 4 and rain outside by J. Ilski

Nein, wir sind als Hausverwalterin mit nur begrenzten Mitteln ausgestattet, Dinge zu forcieren, deren Unterlassung andere nicht einmal bemerkt haben. Soziale Kompetenz: richtig. Emotionale Kompetenz: auch richtig. Mitgefühl entwickeln. Dass es einem nicht egal ist, wie „alte Menschen“ leben, unter uns.

Die Frage ist doch, ob unser Mitgefühl nur noch darin besteht, mit einem Mausklick welches zu bezeugen. Oder ob Mitgefühl dazu führt, dass wir die Mausklicks abschaffen und stattdessen -nicht virtuell, sondern wirklich- mitfühlen. Man soll nicht den Fehler machen, die Mausklicks deswegen zu verteufeln. Wenn´s schö ist, wenn´s was nutzt! Oder?

Z.B. die Informationen, die man zur Verwaltung von „alten Menschen“ (Verwaltung alter Menschen? Hä?) benötigt: Methusalem-Informationen! Gibt es einen Pflegedienst? Wie ist der erreichbar? Ist das gar kein Pflegedienst, sondern nur ein Notfalldienst (siehe oben)? Gibt es einen Alarmknopf? Wird er im Turnus überprüft? Was ist, wenn jemand tot in der Wohnung liegt? Der kann doch keinen Knopf mehr drücken, oder?

Jaroslaw Ilski, Pianist, Komponist, Klaviatur ohne Kreise!

Jaroslaw Ilski, Pianist, Komponist, Klaviatur ohne Kreise!

Schlimmes Zeichen von Oberflächlichkeit? Zeitgeist? Eloquentes Rudelverhalten? (Update 7.1.11: Kurz nach Erscheinen dieses Artikels traf bei der Redaktion etliches an vorwiegend weiblicher Fanpost ein. Man, bzw. frau interessierte sich sehr für den hier feilgebotenen Audioteppich des „Klaviators Fatale“ Jaroslaw Ilski. Sein Konterfei, so die zuckende, holde, überwiegend weibliche, kritische Masse, habe er bitte in musikalischem Kontext zu zeigen! Gut, Befehl ist Befehl, sagte sich da die Redaktion und fügte nunmehr nachträglich noch dieses von einer natürlich ebenfalls weiblichen Fotografin erstellte Zeitdokument der polnischen Hochkultur ein! Wem´s gefällt! Ansonsten werden wir auch weiterhin, wie bisher, regelmässig gern auch Lieder des Tages solcher Musikalischen hier vorstellen, die uns beachtens- bzw. hörenswert vorkommen. Nicht umsonst ist auf der Startseite das „Kulturecke“-Banner, mit dem du nach „Lied des Tages“ hier suchen kannst.

So engmaschig die Fischernetze auch ausgelegt sein mögen, jedes Netz ist bekanntlich ein Raster und durch das fallen welche durch. In der Fischerei nennt man das nicht „Beifang“, denn der bleibt unbeabsichtigt im Netz der maritimen Zielgruppe „Operation Zwiebelfisch“ hängen. Nein, Beifang, das wäre etwa die siebenjährige Urenkelin, deren Herzinfarkt so überraschend wie unerwartet gekommen war, und als Uroma den Notbuzzer betätigte, da war es dann egal, dass der Hilfsdienst nur für alte Menschen kommt. Dann ging es nicht um Zuständigkeiten, sondern um Eile, Eile ohne Weile. Macht schnell! Für alle anderen wäre schon gesorgt?

Ich hab mir heute aufgeschrieben, dass ich die Caritas nicht anrufe, weil es nicht meine Aufgabe ist. Dass die alte Damen schlecht orientiert wirkte, dass sie zweimal hingefallen ist, das sind für mich die typischen Anzeichen davon, so kann´s zu Ende gehen! So geht´s häufig zu Ende. An mir soll es nicht gelegen haben, dass keine Sau sich inter……..oink, oink! Diplom-Betriebswirt Marcel Klotz verkauft Kompetenz und sagt über Verkäufertypen, denen er Schulung wünscht, auszugsweise folgendes in Bezug auf ihre sozialen Kompetenzen:

Vertrauen und Vertrauenswürdigkeit: Konzentrieren Sie sich auf den Menschen, auf Ihr Gegenüber. Der Kunde ist ein anonymer Begriff. Dem individuellen Menschen sollte Ihre Aufmerksamkeit gehören. Schenken Sie ihm Vertrauen und verschaffen Sie sich selbst das Vertrauen der Anderen in Ihre Person und Zuverlässigkeit.

Aufrichtigkeit: Nehmen Sie den Kunden (Menschen) wirklich ernst, ohne sie gibt es keinen Umsatz. Er ist das Maß aller Dinge.

Faires Miteinander: Zuverlässigkeit, Klarheit und Respekt sollten immer Maxime Ihres Handelns sein.

Überzeugen Sie durch Ihre Kompetenzen: Vor allem sollten Sie Ihre „Soft Skills“ trainieren und den Ausbau Ihrer authentischen Persönlichkeit anstreben. Das ist wichtiger als Produktdetails zu kennen. Weiterhin gehören unbedingt dazu: Branchenkenntnisse, Eloquenz, Überzeugungskraft und eine positive Grundeinstellung.

Zielorientierung: Stellen Sie qualitative und quantitative Ziele (zum Beispiel Kundenzufriedenheit) gleichwertig und verfolgen beides konsequent aber nicht dogmatisch.

Verkaufen Sie sich selbst zuerst: Ihre persönliche Präsenz und Ihre Zuverlässigkeit machen alleine schon 70 Prozent des Erfolges aus. Nur wer beim Kunden vor Ort ist, kann die menschliche Komponente des Verkaufens voll und ganz ausbreiten.

Doch auch bei allem Menscheln: Bleiben Sie hartnäckig und am Ball. Zu viele nette Gespräche bringen weder Sie noch Ihren Kontakt auf der Kundenseite weiter. Dazu gehört auch, verbindlich zu sein und mehr gegenseitige Verbindlichkeit herbeizuführen. Ihr Ziel muss klar formuliert sein und ausgesprochen werden. Sie treten beim Kunden an, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zu verkaufen. Das weiß der Andere. Aber wie lange brauchen Sie, um herauszufinden, ob Ihr Produkt für die Anforderungen geeignet ist? Und wird Ihr Kunde es auch kaufen, wenn es die Voraussetzungen erfüllt?

Quelle: Verkäuferkompetenz auf business-wissen.de, Direktlink hier

Eine globale Sinnkrise beinhaltet der heutige Tag. Wir haben uns mit der Frage zu befassen gehabt, warum eine Wasserenthärtungsanlage, die Ende Oktober auf einer Eigentümerversammlung beschlossen wurde, aktuell noch nicht eingebaut ist? Der Weg von der Versammlung bis hin zur Finalentscheidung, welche Anlage eingebaut wird und welcher Anbieter den Zuschlag erhält, ist prozesstechnisch in einem „workflow“ gut darstellbar. Doch darauf kommt es jetzt nicht an. Wichtigere Dinge als eine Wasserenthärtungsanlage stehen an. Der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats ist Diplom-Psychologe und als ich ihm und den weiteren Beiräten per email mitteilte, was momentan noch gegen die Auftragsentscheidung spricht, führe ich wahrheitsgemäß zunächst „das Wetter im allgemeinen“ ins Feld, neben vielen inhaltlichen Gründen, die hinzukommen.

Der globale Sinn der Sache ist Abwicklung. Du hast einen Auftrag, also führe ihn durch. Wenn du nichts darüber sagst, wann du das tust, gilt die „Gleich-Vermutung“. Wenn dann zwischendurch Schnee, Eis, Matsch, nicht funktionierende Winterdienste und tiefste Fröste dazwischen kommen, fällt irgendwann das Schild „wegen Witterungslage unterbrochen“ jalousienartig herunter. So wie für das Vorhaben mehrerer Eigentümer, ausgerechnet jetzt die Fenster ausbauen zu wollen und eigene, neue Fenster einzubauen. Von wegen: Ganz klar NEIN! Jetzt nicht. Kann warten. Wegen Witterung.

Mazurek f-moll by J. Ilski

Dein Klick für MEHR Mitgefühl

Und ist der Tag auch noch so aufgabenreich:

Die alte Dame und Berlin-Wilmersdorf kann nicht warten, ihr Anliegen, ihr schlechter Orientierungszustand, ihre Gesamtverfassung ist besorgniserregend! Jetzt muss gehandelt werden. Zu einer Wasserenthärtungsanlage habe ich kein Gefühl, das ich entwickeln kann. Welche eingebaut wird, ist mir persönlich „schnurz“. Der lebensbedrohliche Zustand einer Miteigentümerin hingegen, das kann man sich schon eher vorstellen. Der Vorsitzende des Beirats der Anlage, in der die Enthärtungsanlage eingebaut werden soll, sagt, es menschelt überall zu sehr! Meine Stellungnahme sei zu lang ausgefallen, zu viel Gefühl drin. Es geht lediglich nur knapp darum, den Dingen ihren richtigen Platz zuzuordnen.

Jaroslaw Ilski (Selbstporträt)

Jaroslaw Ilski, Fotograf, Musiker, Künstler, Jahrgang 1984, geboren in Polen, lebt und arbeitet in Berlin

Was aber tun, wenn man an diesem heutigen Tag, an dem es „arschglatt“ ist, oder sagte ich das schon?, das  Gefühl mitschwappt. Who´s perfect? Everybody but me…

Weblotse

Ein Gedanke zu „1062/11: Methusalem: Die Großwetterlage, der Methusalem-Komplex und überhaupt, es ist arschglatt! #Mitgefühl

  1. Pingback: 1257/11: Methusalem-Kompott: Enkelschreck bootet das Bild vom “alten Menschen” als Hypermind-Blaster! | gesichtspunkte.de – Hier bloggt der Verwalter…

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