Sohne und seuche….

Sohne und seuche? Das ist Umgangssprache, Jargon phonetisch vom Hören. Es soll eigentlich heißen: So ne und solche (Vorverwalter). Dieser Tage sind zwei im aktuellen Systemvergleich zu beobachten. Das ist ganz interessant.

So ne (Verwaltung)

Der eine, das ist so ein Branchenprimus aus einem Fondsanleger- und Steuerberater/Wirtschaftsprüfer-Kontext. Die verwalten alles in allem über 20.000 Einheiten überall. Und so benehmen sie sich auch, wenn sie uns die (Vor-)Verwalterunterlagen aushändigen sollen. Positiv: Noch im November führen wir ein vorsorgliches 1. Übernahmegespräch dort. Der Chef ist so ein konzilianter, und wir hätten in derselben Sache niemals zwei Mitarbeiter, den Sachbearbeiter und den Chef, fürs Übernahmegespräch abgestellt. Viel zu teuer. Wir rechnen gedanklich die Personalkosten für dieses eine ‚Elefantentreffen‘ hoch. Die Teilnehmer: Der Herr Geschäftsführer (1), die Sachbearbeiterin (2), der Verwaltungsbeirat Herr Xy (3), der neue Verwalter (4) (der Bloggwart). Zwischendurch zitiert der Geschäftsführer noch Hinz (Technische Abteilung) und Kunz (Buchhaltung) ins Treffen hinein, offene Rücksprache und Verhandlung. Wir sind in einem ganzen Team gelandet, heute spielen alle die ‚Coalition of willing‘ (die Koalition der Willigen). Yes, we can!

Diese Firma hat den Verwaltungsauftrag entzogen bekommen. Im Ergebnis war man mit deren Management doch unzufrieden. Zu vieles hat sich verschleppt, wurde jahrelang nicht erledigt. Von außen betrachtet stimmt folgendes: die WEG in Dahlem war zu klein für diese elefantösen Verwaltungs-Dinosaurier. Mag der sich auch noch so modern geben, gegen die Mühlen der zu vielen, damit befassten Sachbearbeiter -weit weg von individueller Eigenverantwortung, Zuverlässigkeit und Kompetenz- kommen Dinos nun mal schwer an. Das muss ja nicht so sein, aber das ist häufig so.

In diese Bresche schlagen kleinere, handhabbare Verwalterfirmen und sind am Ende oft die ‚besseren Dienstleister‘. Denn sie treffen den Ton und sie berühren die Menschen mehr, als ein Moloch von Mitarbeitern, ein Orkus für papierene Vorgänge, die Sachbearbeitung heißen.

Obiger Verwaltungs-Dinosaurier streicht nun die Segel und lässt auch die Unterhosen runter: man bemüht sich spürbar um abschließende, gute Abwicklung, das macht offen für wechselseitige, verbindliche Verabredungen. Auch für Großzügigkeit. Ehrlich sagt die Sachbearbeiterin, vor Weihnachten habe sie sehr viel zu tun und sei überarbeitet. Wir verabreden nun, was ein Entgegenkommen darstellt, die Übergabe der Akten in die ersten Januartage zu verlegen, wenn sie wenigstens gewisse Basics, wie Eigentümer- und Versorger- bzw. Lieferantenlisten schon vorab zur Verfügung stellt. Wer würde einer nett vorgetragenen Bitte wie der um Rücksichtnahme widersprechen?

Solche (andere Verwaltung)

Und dann gibt es noch eine zweite WEG auf dem Weg zu uns. Da laufen die Dinge gar nicht, bzw. ganz anders. Am 06.12.08 wird unsere Verwaltung bestellt, das Protokoll wird noch rechtzeitig vor Weihnachten notariell beglaubigt und unverzüglich dem (sich der Sitzungsteilnahme verweigernden) Altverwalter schriftlich zugestellt. Der macht erst mal: nichts. Vorsorglich erfolgt seine Akkreditierung für Email-Schriftverkehr, denn das ist schnell und effizient. Es passiert wieder: nichts. Ganz kurz vor Weihnachten informieren wir daher den Verwaltungsbeirat der Anlage darüber. Die Vorverwaltung ist eine ‚Hasen-Group‘ (* Name geändert). Genauer hingeschaut ist sie das nicht. Eine ganz konkrete Firma ist bestellt. Im Internetauftritt und in der Selbstdarstellung auf Briefpapier und im Auftreten ist immer von der Group die Rede. Das sieht auch groß aus!  

Noch heute, also am 08.01., und trotz mehrerer schriftlicher Bitten und telefonischer Nachfragen unsererseits, gibt es keine Anzeichen einer ernsthaften Verwaltungsübernahme. Am Ende ist die Unternehmensgruppe gar nicht groß, sondern ein Armleuchter? – Wir haben nun eine Vorstellung von Größe und sprechen diese einmal ganz gezielt an: Wo eine Group ist, da muss doch nicht Chef selbst die Übergabe machen, wie telefonisch gesagt wurde? – ‚Nein, das macht der Chef exklusiv‘, sagt etwas schnippisch der telefonische ‚mit-uns-Unterhalter‘. Wir bitten daher schriftlich ‚in der Group‘ um die Benennung eines weiteren Sachbearbeiters namentlich, der dann ersatzweise die Übergabe hinbekommt, weil ja ‚der Chef keine Zeit‘ hat, wie gesagt wird. Die etwas spitz, nein, süffisant geäußerte Bitte an die Unternehmensgroup zeigt Wirkung beim Verwaltungsbeirat. Wir werden gecoacht. Uns wird gesagt: Geschäftsführer und Spiritus Rector der ‚Group‘ sei der Vater. Dessen Sohn, mit dem ich nun korrespondiere, solle einmal die Group-Geschäfte übernehmen. Nun gut. Das ist häufig so. Und dann gäbe es noch die Buchhalterin Frau Rosenstock (* Name geändert), die Mutter des Sohns, und eine Frau Groß (die nicht verwandt sei). Das alles sei die ‚Unternehmensgruppe Hasen‘.

Und die hört gar nicht zu, ist ignorant und geht auf meine Wünsche, die Aktenübergabe schnell, unkompliziert und unproblematisch zu bekommen, nicht im Geringsten ein. Auf meine Bitte vom Anfang dieser Woche, bis spätestens Ende dieser Woche die Akten zu erhalten, schreibt mir Sohnematz, das ginge aber nicht, erst nächste Woche, Dienstag 13 Uhr ginge das. Ich schreibe zurück, erst würde ich gern ein paar Essentials (vollständige Eigentümerliste, vollständige Versorgerliste) sofort haben und terminlich solle man sich dann besser telefonisch verabreden, anstatt Ping Pong per Email zu spielen.

 ‚Ping Pong per Email entsteht bei dem Versuch, Terminvereinbarungen zwischen zwei Menschen per Email zu treffen. Wer viel zu tun hat, kann Terminvereinbarungen erfolgreich nur ohne Email, telefonisch, direkt persönlich bewerkstelligen. Vereinbarungen sind zweiseitig. Emails sind einseitig und daher dafür ungeeignet.‘ (Thomas Gotthal)

Die Antwort folgt mit Übersendung einer rudimentären ‚Mieterliste‘ (das wird eine Eigentümerliste sein, denke ich, die Liste vorsichtig auslegend), eine Versorgerliste fehlt. Zu meiner Bitte, den Termin telefonisch zu vereinbaren, folgt nun wiederum per Email die nochmalige Frage, ob der bereits angesetzte Termin Dienstag 13 Uhr in Ordnung sei? Ich antworte ’nein‘, und ich hätte erst gern die erbetenen Unterlagen und außerdem erbitte ich eine telefonische Terminvereinbarung. Nun schreibt uns der Sohnematz erneut zurück, er habe Rücksprache mit seiner Geschäftsleitung gehalten und der Termin am Dienstag sei nun anberaumt. Eine Eigentümerliste hätte man erhalten. Das Ganze macht einen richtig ekelhaften Eindruck. Dieser Vorverwalter hat ganz sicherlich eine sehr große, unbewältigte Aggression in sich, die mit dem Verlust dieses (übrigens kleinen) Verwaltungsobjekts zu tun hat. Die angedeutete, wichtige Marktstellung dieser Hausverwaltung als ‚global player‘ ist alles andere als Realität. Dahinter steht ein verbohrter, eigenwilliger Mensch, der sich partout nicht auf ‚aufgedrängte Spielregeln‘ einlassen will. Von wegen ein ganz Großer.

Da freut es uns zu erinnern, dass wir noch weitere, von den kürzlich in Umlauf geratenen Falsifikaten haben,

Ich trinke Jägermeister, weil...

Ich trinke Jägermeister, weil...

die die Getränke einer alteingesessenen Likörfirma betreffen. Wir  berichteten hier darüber. Wir graben eine weitere, eindeutig von widerlichen Fälschern plagiierte Likörwerbung aus und veröffentlichen sie, wie die letzte mit dem Anliegen, auf die Gefahr von Falsifikaten wie diesen hinzuweisen. Inzwischen sei diese Art von Werbung auch nicht mehr zulässig, lasen wir neulich, weil Alkoholwerbung aufgrund von europaweiten Reglements nicht mehr in dieser Weise erfolgen darf. Es sei also deutlich darauf hingewiesen, dass die hier gezeigte nur zur Vertiefung dieses äußerst detaillierten Hintergrundberichts angeboten wird und nicht in einer kommerziellen Absicht, wie z.B. in der Banderolenwerbung für Alkoholkonsum.

Fazit: Hüte Dich vor kleinen Armleuchtern!

Ein Gedanke zu „Sohne und seuche….

  1. Pingback: 721/2010: Kleine Ethymologie: Woher das Wort “Labello” kommt? – Antworten

Schreibe einen Kommentar