759/2010: Umgang mit Kunden: Die Fa. MINOL hat jetzt „einen Stein im Brett“ für gutes Verhalten

Die Zwei-Fliegen-Theorie

„Die Redewendung bei jemandem einen Stein im Brett haben als Synonym für große Sympathie bei jemandem haben geht auf das Wurfzabelspiel zurück. Bei dem Spiel kommt es darauf an, seine Steine gut zu platzieren. Wem dies gelang, hatte also Aussicht auf Gewinn und Erfolg. (Quelle: Duden 11 von 1992 S.688)“ (Quelle: Wikipedia: Der Wurfzabel –hier)

Die Fa. Minol Messtechnik -Slogan: Alles was zählt!- hat jetzt einen Stein im Brett bei uns. Die gefährliche Steinlaus, von Prof. Grizmek hier hinreichend beschrieben, nagt nicht an der Geschäftsbeziehung. Minol, das ist heute ein Messdienstunternehmen im Auftrag seines Kunden und der Besuch schlägt zwei Fliegen mit einer Klatsche. Und das hat folgenden Grund.

_seitentrenner Flugzeug

Unnützes Wissen: Einen Stein im Brett haben!

Es klingelt an der Tür. Es ist Frau Ungenannt (* Name geändert), die Einlass begehrt. Sie klopfte, und es ward ihr aufgetan.

Sie betritt den Raum, eine junge, eloquente Dame, und sie ist die neue Sachbearbeiterin für die Liegenschaft Xy-Strasse in Berlin-Treptow. Dort hat es Schwierigkeiten gegeben bei der Ablesung der Heizkostenverteiler, für die die Firma Minol zuständig ist. Richtig, das waren Schwierigkeiten. Jetzt, sagt sie, glaubt sie, dass die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen sind. Es wird sich in Wohlgefallen auflösen. Sie müssen aber noch ein weiteres Mal rein in die Wohnungen. Sicher, das ist für die Bewohner mit Ärger verbunden, aber dann haben sie die Sache wieder im Griff.

Sie wollte einfach mal kurz persönlich sprechen, sagt sie. Für den Ärger lässt sie eine Flasche Rotwein da, nicht als Bestechung oder „Sachgeschenk“ über der maßgeblichen Besteuerungsgrenze für „Sachbearbeiter im öffentlichen Dienst“, sondern als kleine Geste. Womit wir beim Wein sind: sie hat etwas Kleines gemacht mit großer Wirkung. Sie hat uns „reinen Wein eingeschenkt“, sie hat gezeigt, sie scheut nicht den Aufwand, uns kurz zu besuchen, sich auch für Dinge zu entschuldigen, die dumm gelaufen seien – Stichwort: Hosen runter. Es ist ein Ende der Probleme sichtbar, ein guter Zeitpunkt, darüber nochmals mit ehrlich gemeinter Betroffenheit ins Gespräch zu kommen.

Reinen Wein einschenken - gesichtspunkte.de

Wir denken an andere Heizkostenverteiler-„Fritzen“ und den immensen Rationalisierungsdruck bei denen. In puncto Kundenfreundlichkeit haben einige von denen versucht, an der „Auskömmlichkeitsschraube“ positiv zu drehen. Manches ist besser geworden, aber vieles liegt nach wie vor im Nebel.

„Frollein Minol“ nicht, die hat jetzt den obigen Stein im Brett, ist ein „nettes Mädsche“ und wird positiv in Erinnerung behalten. Weil sie etwas sehr Seltenes gemacht hat: persönliche Initiative ergriffen. Vorbildlich.

Die Zweifliegen-Theorie: Sich für etwas angemessen entschuldigen, Farbe bekennen einerseits, und andererseits die feste Absicht, noch ein bisschen Arbeit zu investieren, aber dann „wird alles gut“. (Nina Ruge, ZDF-Gesellschaftslöwin, Redewendung: „Alles wird gut“)

Die Chemie muss stimmen!

Nach alledem lacht nun das weinende Auge andererseits angesichts der nachgewiesenen Herkunft der Redewendung „einen Stein im Brett haben“, die man gedankenlos daher sagt. Erinnert uns doch die obige streng wissenschaftlich gemeinte Nachweisung auch an den berühmten Sozialreformer Peter Hartz und dessen „die Verantwortung übernehmen müssen“ für ausgelassene Betriebsfeste und -feiern des VW-Personalrats, auch in wunderbaren brasilianischen Städten. Auch hier ging es darum, gute Beziehungen zu pflegen und für die Dauer der Zeit angenehmer zu gestalten: gutes Klima als guter „workaround“. Allerdings ist das schief gegangen. Unsere bescheidene Ader sagt uns: Bei einem Gläschen Rotwein kann man die Welt vergessen, mit einem Flug nach Brasilien wachsen viele nicht automatisch regelrecht über sich hinaus.

Weiter arbeiten, ….Frollein Minol ist schon wieder weg. Hoffentlich liest diesen Artikel niemand. Sonst klingelt es dauernd an der Tür: Freundlichkeitsoffensive !

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