719/2010: Wartezimmer-Lektüre: Was war eigentlich los am 05.11.2009? – Stadtweite Aufklärung!

Jugendfrei!

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Wartezimmer-Lektüre, BZ Berlin - 05.11.09

Wartezimmer-Lektüre, BZ Berlin - 05.11.09

Außerdem ist mein Kontakt mit Prostitution und anderen Spielarten des Erotikgewerbes vollkommen theoretischer Natur. Auf der Oranienburger Straße laufe ich normalerweise zickzack, um nicht von den unterbeschäftigten Nutten angesprungen zu werden. Es war genau in dieser Gegend der Stadt, als mal wieder drei Damen gleichzeitig Anlauf nahmen um mir nahe sein, als mir dämmerte: Um das Berliner Entspannungsgewerbe kann es nicht gut bestellt sein.“ (Ulf, Hauptstadtblog, hier

Ehrlich gesagt: Ich weiß es gar nicht mehr! Ich erinnere nur noch: Es muss ein Wartezimmer gewesen sein, irgendwo. Und es lag die BZ herum. Klar ist: Es war echt ne ganze Menge los an diesem Tag, und speziell auf diesen Seiten, da war die Hölle los. Ich fuhr ganz in Gedanken einmal kreuz & quer durch ganz Berlin. Und was ich alles erlebte.

_seitentrenner Flugzeug

Rotlicht

Ich blätterte die BZ zunächst nur gelangweilt durch und bin es nicht gewohnt, sie zu lesen.  Ungefähr im Mittelteil jedoch steigert sich mein Interesse beträchtlich. Was ich auch schon mal gemacht habe: ich habe diesen Erotikteil beruflich gelesen. Es ging darum, gerichtlich zu beweisen, dass in einem ganz bestimmten Haus und in einer ganz bestimmten Wohnung handfest Hand angelegt würde und noch vieles mehr. Doch das ist schon etwas her und so kann ich ohne zu lügen behaupten, dass mir dieser Teil der Zeitung, nicht mehr sonderlich vertraut ist. Umso grösser mein Interesse. Eine virtuelle Stadtrundfahrt, allein im Kopfe nur, das erschien mir hochgradig vergnüglich.

„Ich bitte um Verständnis: Ich habe die Internetadressen in diesem Artikel nur verlinkt, wenn notwendig! Alles klar?

Unter klein-zierlich.de soll ich klicken, kein PC dabei, dort frz-pur (?), NS (politisch nicht korrekt), sie küßt (was?), ach so Haus/Hotel/Umland und auch (!) LKWs!!! Wem´s gefällt. **Sexy junge Dame *** 24 h (lang) küssen, FT (?), H/H/U, den anderen Begriff versteh ich. Von wegen: Vollkommene Ausgewogenheit zwischen dem Selbst und der Welt verspricht das tantra-massage-institut.de  in der Friedenstr. 15, 10249 Berlin. Nicht allzu weit entfernt in der Sonnenallee 172, 12059 Berlin-Neukölln „Engels Massagen“, das hört sich ähnlich an wie „Bolles Milchwagen“, wird aber vermutlich viel besser sein. In der Krausnickstr. 24 (S-Bahnhof Oranienburger ! Aha!) und in der Schützenstr. 12 in Mitte ist longma-thaimassage.de zu haben. Charmante Ladys „aller Couleur“ (mit Migrantenhintergrund?) haben Spaß und suchen welche zum Verwöhnen, deshalb möchten sie teilen. Zunächst sich selbst und dann das Geld, unter sich auf. In der Leibnitzstr. 57 ist das monrouge.de. „Umme Ecke“ (berolinisch für „um die Ecke, dichte bei“) erwarten mich euphorie-massagen.de, was immer das ist. Kleiststr. 35, nicht weit weg. Direkt in der Fregestr. 52 in Berlin-Steglitz kann man Berlins schönste Grazien finden. Keine Frage: There´s a love machine in townAnruf reicht.

Under the Cherry Moon

Etwas unverständlicher abgekürzt sind die „Beh. Julia m. Bauch“, die „beh. Karibik m. gr. K.“ und „Marie m. Milch“, „Luda Nina m. gr. Sch.“, hier müsste man erst einmal anrufen und das Aküfi-Verzeichnis abfordern, denn downloaden kann man das nicht. Aküfi? Abkürzungsfimmel. Was sich in sich widerspricht. BRANDNEU und „Reife Dame“, na was denn nun im omello.de? Die Asiatinnen können einem echt leidtun: Täglich 24 Stunden müssen 5 nette, sexy Asiat. ran. Gewerkschafter dürfen das nicht hören. Die vom VW-Betriebsrat in Wolfsburg, die hat das gar nicht interessiert, obwohl sie selbst intensive Feldforschung betrieben. Wolfsburg bleibt Wolfsburg und Berlin ist nicht Wolfsburg. Womit wir wieder zurück sind in der Hauptstadt à la Reussen. In tanjas-massageparadies.de erwartet mich ein Spandauer Super-Quickie! Ich bin erleichtert: Es ist kein Super-Quiekie!  Für letzteren müsste man eventuell ins Umland fahren.

Unnützes Wissen - Gras....

Unnützes Wissen - Gras nicht, anderes aber schon!

Neu im Geschäft soll auch XENA sein, oder hat sie sich nur umbenannt? Sie gibt uns die halbrömische Amazone? Fragt sich, was uns in der anderen Hälfte von XENA erwartet? Ahhh, über 1a-massagen.de hatten wir hier schon berichtet. Man merkt: Wir sind vom Fach, und das schon länger. Die intime Kenntnis der Berliner Immobilienmarkts und die fürsorgliche Beobachtung desselben zählen schon seit Jahren zu den eigens gesteckten Pferden -Steckenpferden- dieses Stalls. Ruhig, Brauner (Filmproduzent, Immobilienmogul)!

Ältere Semester verkehren in der Papierstr. 12, „Ptr. re., 9-24 h mas.“, ergo: seniorengerecht. In der Rupprechtstr. 7 hat xenya.de (viele versch. Schreibweisen, s.o.) ihr Domizil. Tara, 24 J., ist „Ungarin massiert“ (ohne Komma) und nennt sich „willig, hemmungslos“. Dass Yoko Ono derzeit in Berlin weilt, ist nicht zu vermuten, yoko-massagen.de hat mit der Witwe gleichen Namens nichts, gar nichts zu tun! Beatles-Fans aufgepasst. Tina, 56, und Strapsmoni (was für ein Name), 59 J, wenden sich an reiferes Publikum. Jedenfalls: Ein russischer Massagedienst, das klingt viel netter, als ein russischer Inkassodienst, und zwischen beiden Gewerben soll es hier und da sogar netzwerkartige Verbindungen geben? Wir wissen es nicht.

 also ich denke da seit ihr ganz falscher ansicht, das rotlicht boomt! immer mehr wollen in den puff. viele tun es heimlich, aber die nachfrage steigt. es wird so verdammt gute werbung im untergrund gemacht…. und auch die innengestaltung der bordelle ist an vielen orten verdammt gut…. also ich geh gerne in den puff und werde es auch weiter tun, solange die nutten schön sind. denn keine frau ist besser als eine nutte.“ – User Orgifan (29.05.02 auf hauptstadtblog.de hier)

Orgifan, Bekenntniskommentator auf dem Hauptstadtblog, gehört zur Gruppe der bekennenden Kleinschreiber. Bei ihm wird Erotik kleingeschrieben. Frauen auch. Aber das ist wieder eine andere Geschichte, etwas abseits angelegt vom roten Faden des Rotlichts auf einem Stück Zeitungspapier namens BZ: dem Erotikmarkt. Orgifan hat den Trend ausgewertet und geschrieben: „Immer mehr wollen in den Puff.“ Oder hat gemeint: „Ich will immer mehr in den Puff, aber kann es mir kaum leisten!“ Der Frage gehen wir hier nicht weiter nach. Sie ist -neudeutsch- out of topic

Janz Berlin is een Jewerbejebiet! In den Häusern, die wir verwalten, war heute (zufällig) nichts dabei. Wer die rotlichternden Adressen der Stadt via Google-Map-Kennzeichnung kennzeichnen würde, hätte gut zu tun und sollte der Einfachheit halber anstatt roter Stecknadelköpfe einfach „janz Berlin“ rot einfärben. An jeder Ecke ein Etablissement, an jeder zweiten Ecke eine Verdienstmöglichkeit „auf horizontal“, „Wa(h)re Liebe“ (Lilo Wanders) titelte recht so. Es ist was los in Berlin! Allerdings ist die Wartezeit nun vorbei, und ich muss hinein. Die Zeitung, so sagt das Praxispersonal, die darf ich nicht mitnehmen. So’nen Mist. Ein andermal vielleicht. Hat Spaß gemacht zu schmökern drin….

 Weblotse

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