Hintergrundrecherche: A.C.A.B. an der Wohnungseingangstür löst Richtersprüche aus

A.C.A.B - All cops are bastards

A.C.A.B - All cops are bastards

Wieder so ein Fall: da hat einer in Berlin-Neukölln etwas an seine Wohnungstür gehängt. Findet er’s lustig? Was bedeutet es überhaupt.

Die Recherche ergibt: Die Buchstabenabkürzung steht für ‚all cops are bastards‘ und deswegen hat hier jedenfalls die Polizei keinen Zutritt. Den wird sie wohl auch nicht geltend machen, denn es gibt ja das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung. Das OLG Karlsruhe hat dazu in dem Fall vom 23. Juni 2008 – Az. 1 Ss 329/08 – entschieden, dass sich strafbar wegen Beleidigung (§ 185 StGB) macht, wer auf einen Polizisten zeige und diesem zurufe: ‚A.C.A.B.‘.  Selbst schlechtes Englisch sprechende Polizeibeamten könnten sich also darauf berufen. Nähere Informationen und auch Abgrenzungsversuche beispielsweise zum Tragen eines T-Shirts mit diesem Aufdruck hier.

***

Wir halten es da mit Guido Westerwelle (FDP, seit kurzem Außenminister), der sich beharrlich weigert, englischsprachig aufzutreten  und fordern die Eindeutschung der ausgewählten Schimpftiraden. Auch das sinnstiftende Übertragen auf andere relevante Berufsgruppen der bundesdeutschen Gesellschaft erscheint uns nicht gänzlich abwegig.

Beispiele

A.H.s.W.k.G. – Alle Hausverwalter sind Wasserträger kapitalistischer Großbonzen.

A.HKV-A.s.B.d.V.G.V. – Alle Heizkostenverteiler-Ableser sind Verbündete von großkapitalistischen Vermieterhaien.

und so weiter und sofort…der Freiheit sind keine Grenzen gesetzt.

Ein Gedanke zu „Hintergrundrecherche: A.C.A.B. an der Wohnungseingangstür löst Richtersprüche aus

  1. Pingback: 759/2010: Umgang mit Kunden: Die Fa. MINOL hat jetzt “einen Stein im Brett” für gutes Verhalten

Schreibe einen Kommentar