Die vereinbarte Erweiterung eines Kabelvertrages!!

Das Schreiben klingt freundlich. Am 05.11.08 teilt uns Kabeldeutschland zu einem Haus in Lichtenrade (WEG) mit:

‚vielen Dank für die vereinbarte Erweiterung des Kabelanschlussvertrages….‘ (usw. usw. usw.). Das Schreiben weckt das Misstrauen einer Mitarbeiterin, sie fragt: ‚Thomas, hast Du mit denen telefoniert?‘ – Ich sage: ‚Nein, so telefoniere ich doch nie mit denen, das weißt Du doch!‘ Schließe niemals Verträge am Telefon. Mache alles schriftlich. Wer schreibt, der bleibt. Punkt, Komma, Strich.

Demgegenüber erwerben wir hier per Bestätigungsschreiben einen aufgeblähten Fieselschweif, ein unfassbares Service-Paket. Direkthilfe, Unterstützung in allen technischen Fragen unseres Hausnetzes (das klingt gut, ist aber inhaltsleer). Wir profitieren z.B. von

– einem stets ordnungsgemäßen und betriebssicheren Zustand unseres Hausverteilnetzes (Anmerkung Autor, A.A.: na, Gott sei Dank),

– einer 24-Stunden-Service-Hotline (A.A.: mit Sprachmenüsteuerung?)

undsoweiter undsoweiter, immer höher auf der Leiter… Im Gegenzug habe unser Kabelanschlussvertrag nunmehr eine Mindestvertragslaufzeit von 60 Monaten ab Auftragsbestätigung. 

Eine derartige Dreistigkeit, zu der niemals ein Telefonat zwischen Kabeldeutschland und uns geführt wurde, hat nun eindeutig den Award des Monats November 2008 verdient. Wir schreiben noch ‚Widerruf‘ drauf und mailen den Vorgang einem außerbetrieblichen Vertragsbetreuer der Kabeldeutschland, der uns durch genau das Gegenteil davon positiv aufgefallen ist: durch absprachegemäße Vorgehensweisen. Es heißt, hören wir wieder andernorts, dass sogenannte Drückerkolonnen auf die Vertragsbestände angesetzt sind und callcentermäßig die Kunden durchrufen. Den Kunden wird ein Geschäft wie dieses vorgeschlagen: Rundum-Sorglospaket gegen Vertragsbindung. Das Ziel, den Kunden damit langfristig zu halten, ist zwar erkennbar. Schlimm ist nur, wenn die Reihenfolge der ‚im Geschäftsverkehr zu erwartenden Üblichkeiten‘ nicht einmal ansatzweise eingehalten wird. Wenn es nicht einmal den Ansatz eines Telefonats gegeben hat. Denn der geübte Verwalter erhält mehrmals in einer Arbeitswoche Anrufe, in denen nun neues Druckerzubehör, eine überaus lukrative Geldanlage und Socken aus beanstandungsfreier Schafswolle aus Neuseeland angeboten wird. Die Antworten auf derlei Fragen fallen stereotyper aus, als man meinen würde. Sagt man einmal noch ‚Schicken Sie das zu‘, um endlich in Ruhe gelassen zu werden, ist man anderntags gereizt bis aufs Blut und muss fiesen Psychoattacken trotzen. Diese Art Anrufer sind geschult. Am besten einfach auflegen, das gibt weniger Worte.

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