Trinkgeld auch für Bauarbeiten? Der Fassadenkletterer arbeitet zur Zufriedenheit…

Trinkgeld bekommen, wohl bekomm´s

Trinkgeld bekommen, wohl bekomm´s

Zitat Trinkgeld (auch Douceur, Pourboire (französisch) oder Tip (englisch)) ist die Bezeichnung für eine Barzahlung, die entweder als Zuzahlung für eine Dienstleistung (z. B. bei Kellnern, Pizzafahrern oder Taxifahrern) oder aber auch als eigenständiges Entgelt (z. B. als Toilettengroschen) gezahlt wird. § 107 Abs. 3 der Gewerbeordnung in der Fassung vom 7. Juli 2005 zum Trinkgeld: „Trinkgeld ist ein Geldbetrag, den ein Dritter ohne rechtliche Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Arbeitgeber geschuldeten Leistung zahlt.“ Ende des 19. Jahrhunderts scheint in Deutschland das Trinkgeld in Dienstleistungsberufen (Kellner, Pagen, Kutscher usw.) oft an Stelle eines Lohnes gegeben worden zu sein. So schreibt Meyers Konversations-Lexikon von 1888: „In Folge dessen kommt es sogar vor, dass Leute, die Trinkgelder empfangen, […] für ihre Stellen eine Art Pacht entrichten“. Des Weiteren erwähnt Meyers, dass der Begriff Trinkgeld in jener Zeit auch „für Bezahlungen angewandt“ wurde, „die aus Gründen der Moral nicht angeboten und angenommen werden sollten“. Im angelsächsischen Raum musste einer Legende zufolge das Trinkgeld früher im Voraus bezahlt werden, to insure promptness, also „um schnelle Bedienung zu gewährleisten“. Zu diesem Zweck habe es am Eingang von Restaurants eine Schachtel für den tip gestanden. War der tip zu wenig, sei man vom Kellner gar nicht bedient worden. Später habe man erkannt, dass es nicht sinnvoll war, für gute Bedienung zu bezahlen, bevor man wusste, ob die Bedienung tatsächlich gut war, und es habe sich die Methode durchgesetzt, das Trinkgeld erst nach dem Essen zu geben.Russland war im 19. Jahrhundert das klassische Land der Trinkgelder, dort Schnapsgeld genannt. Bei den Türken verabreichte man Badegeld, bei den Chinesen Teegeld. Das Trinkgeld wird oftmals auch mit dem Korkengeld verwechselt, jedoch wird das Korkengeld von Gästen verlangt, die mitgebrachtes Essen oder Getränke im Restaurant oder während einer Veranstaltung verzehren.“ (Zitate aus wikipedia zum Stichwort Trinkgeld)

 Heute ist es das erste Mal passiert. Der Verwaltungsbeirat Herr Lall (* Name geändert) ruft an. Sie hätten da zusammen gesessen übers Wochenende und es sei allen gut gegangen. Die Stimmung ist dufte im Haus. Es wächst und gedeiht eine funktionierende Gemeinschaft der Wohnungseigentümer, da hinten im Berliner Arbeiterbezirk Wedding. Der Wedding verändert sein Gesicht. Vorbei die Zeiten des ‚roten Wedding‘, Zugezogene finden Wedding dufte wegen der großen Nähe zu allen zentralen Plätzen in Berlins neuer Mitte in Mitte.

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Jetzt haben sie auch mal ein Hoffest veranstaltet. Mit dem Ausgang einer weiteren Fassadenkletterer-Aktion durch die Industriekletterer von Schwinger Alpin sind sie hochzufrieden. Im Anschluss an den Anstrich der gesamten Innenhof-Fassade (hier Fotos davon) hatten sie sich spontan entschieden, auch noch die eine Straßenfassade zusätzlich anstreichen zu lassen. Einer der Wohnungseigentümer, der heute beim Hoffest aber nicht dabei war, hat es jetzt viel leichter, seine noch verbleibenden 30% Wohnungen als teilender Eigentümer Stück für Stück erfolgreich zu verkaufen. Wir sind mit der Gesamtsituation zufrieden, lautet die Erkenntnis des Tages. Alles wird gut. Auch der teilende Eigentümer hat jetzt einen guten Stand und  kann -hoffentlich- die dringend benötigten Abverkäufe tätigen. Der Vater einer Eigentümerin, die im Ausland lebt, wohnt in der Wohnung. Sie hält die Wohnung für ihn. Damit er ein sorgenfreies Leben hat. Nette Tochter. Unvermittelt schlägt Vater den anwesenden Eigentümern vor: ‚Die haben gute Arbeit geleistet. Wir sollten denen ein Trinkgeld geben.‘ Allgemeine Zustimmung zu diesem Vorschlag. Herr Lall (* siehe oben) ruft daher bei der Verwaltung an und macht den Weg frei. ‚Geben Sie dem Bauarbeiter bitte 100,- EUR extra.‘ Wir zucken ein bisschen zusammen. Trinkgeld wird in bar ausgezahlt. Das machen wir nicht. Wir sind eine seriöse Verwaltung. Keine schwarzen Kassen. Ehrlich. Also bekommt er eine Überweisung in Höhe von 100,- EUR. Die schnelle Recherche ergibt, er muss die 100,- EUR als Unternehmer versteuern, denn sie gehört zu der erhaltenen Leistung. Soll das doch der Steuerberater des Industriekletterers korrekt verbuchen. Uns ist es wurst. Aber eine Referenz kann das schon sein: ‚Zu unseren zufriedenen Kunden gehören auch Tippgeber‘, könnte der Industriekletterer jetzt ausschlachten und tröten und promoten, dass die Kunden dieser Firma sogar gern extra noch draufzahlen. Wir hätten das von selbst nicht gemacht, finden es aber in Ordnung. Und es berührt uns sogar auch, dass nun eine abschließende Anerkennung erfolgte. Wovon wir heute aber nicht reden wollen: Die Verwalterin hat das doch auch gut gehändelt. Richtigen Handwerker ausgesucht, das gibt 100 Punkte. Ordentliche Durchführung gewährleistet: Weitere 100 Punkte. Rechnung pünktlich bezahlt: 100 Punkte. Extra Trinkgeld nachüberwiesen: weitere 200 Punkte. Es gibt 1.000 Punkte wie diese, also gesichtspunkte.de – womit wir wieder beim Motto dieser Website sind. Wir haben noch nie ein Trinkgeld erhalten. Futterneid. Obwohl, einmal: da hat ein ausländischer Eigentümer uns 50,- EUR in die Hand gedrückt, er sei so zufrieden, und wir sollten unseren Kindern ein schönes Eis kaufen. Das Eis fiel ziemlich groß aus. Wenn auch der Geldbetrag nur mit Bauchschmerzen angenommen wurde. Eher so ein Kopfding, von wegen Unabhängigkeit.

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Weiterführende Links

Wikipedia Eintrag Trinkgeld in voller Länge

Wikisource, Rudolf von. Jhering Das Trinkgeld, Doctor der Rechte und der Philosophie, erschienen 1882

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