Vom Pfadfindern : jeden Tag eine gute Tat…oder auch zwei?

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Heute verläuft die Erkenntniskette ausgesprochen positiv. Kurz vor dem Urlaub häufeln sich einer Chaostheorie zufolge noch die unvermeidlichen Ereignisse. So, als würden alle anderen auch noch schnell ihren Schreibtisch leerräumen wollen. Also beginne ein Hausverwalter einen jeden Vorgang so rechtzeitig, als das er noch geräumig vor drohenden Jahresurlauben zu beendigen geeignet wäre. Dies trifft nun heute vollkommen unerwartet für zwei eklige Vorgänge zu, die in einer Wohnanlage in Berlin-Wilmersdorf vor uns hergeschoben werden, seit langem. Warum Hausverwalter auch als Pfadfinder fühlen können, lies weiter…

[01] vorwärts, rückwärts, seitwärts – ran

Stichwort Kabelfernsehen: Die Wohnanlage ist Altbau (1930) und Neubau (1998). Alles zusammen, drei Aufgänge, eine WEG (=Wohnungseigentümergemeinschaft). Der seinerzeitige Initiator der Wohnanlage hat langfristige Verträge abgeschlossen, auch für Kabel-TV. Zu guten Bedingungen preislich, jedoch -und das wird als nervig empfunden- mit langer Vertragslaufzeit. Seit vier bis fünf Jahren sind immer wieder Störungen auffällig. Im Schnitt vier bis sechs Mal pro Jahr, manchmal auch häufiger, liefen Störungen bei uns auf. Und die geben wir weiter, an den Kabelnetzbetreiber, no pain, no sorrows (kein Schmerz, keine Sorgen). Im Altbau ist eine Schlaufenleitung verlegt, im Neubau eine moderne Sternverkabelung. Nur der Altbau muckt also ständig. Wir fordern schon seit mehr als einem halben Jahr Modernisierung durch den Kabelnetzbetreiber. Das bleibt dort immer wieder liegen. Das nervt. Inzwischen wird wieder eine Wohnung verkauft. Der neue Eigentümer möchte beim Kabelnetzbetreiber einen kombinierten Telefon- und Internetanschluss bestellen. Das wird abgelehnt: die Anlage sei nicht rückkanalfähig. Also doch zur alten, magentafarbenen Großtante, von wegen Innovation. Wir lesen im Vertrag aber, dass die Anlage rückkanalfähig ausgebaut wird, und der ist von 1998, nanu? War denn das nicht inzwischen der Fall? Wohl nicht. Und plötzlich, nach all den ergebnislosen Monaten, und ich beschwer mich wieder und wieder über neue Störungen und Nervereien, da ruft nun Herr Dingsbums an und will sich mit mir treffen. Das ist doch gar nicht notwendig, nun entwickeln wir eine intensive Handy- zu Festnetzanruffreundschaft, wobei ich meinen neuen Freund noch daran erinnere, mich doch lieber vormittags, anstatt ständig außerhalb unserer Bürozeiten anzurufen. Jetzt hat er es verstanden. Er signalisiert Bereitschaft, Demut, Kundenorientiertheit, der Mann ist nett. Wir werden jetzt wohl neueste Verkabelung bekommen und alles wird gut, so wie Nina Ruge, die ZDF-Tante, die mit dem Tetzsche (von Daimler-Benz) verheiratet ist, das immer behauptet hatte. Mal sehen. Wir sind jedenfalls euphorisch.

[02] vom alten Fritz

Stichwort Aufzugsanlage, zweiter Fall, auch heute, nein vor-vor-vor-vorgestern: Wir modernisieren zwei Aufzugsanlagen im Altbau derselben Wohnanlage. Die Firma, die das macht, ist sehr gut, eine Weiterempfehlung. Wir freuen uns. Und kündigen dem alten ‚Wartungsfritz‚ die vertragliche Freundschaft. Wegfall der Geschäftsgrundlage. Denn der Aufzug wurde von Grund auf modernisiert. Jetzt wird Gewährleistung, Garantie und dergleichen natürlich in die neuen Hände gelegt. ‚Neue Besen kehren gut.‘ Zum Modernisierer, und der ist auch gut, finden wir jedenfalls. Es entspinnt sich ein nerviger Schriftverkehr mit dem Alt-Wartungsfritz. Der hatte uns die Modernisierung auch angeboten, zu einem horrenden, überhaupt nicht konkurrenzfähigen Preis. Das war schon mal Grund Eins, die Freundschaft in Frage zu stellen. Wer versuchen will, uns zu …, na, Du weißt schon. Die Wartung fällt also weg. Jetzt wehrt sich der ‚alte Fritz‘ auch noch. Er bietet doch tatsächlich an, den alten Vertrag fortzuführen und das neue Gerät zu warten. Nix da, raus aus dem Vertrag. Na gut, argumentiert der, aber ich habe ja noch die Aufzugsstördienstbereitschaft (Gerät mit Aufschaltung auf die Notrufzentrale). Dann behalte ich eben dies Buddelförmchen ‚Stördienstbereitschaft‘, wenn Du, lieber Kunde, mir das andere Buddelförmchen ‚Aufzugswartung‘ wegnimmst. Und dann ist da ja auch noch der Neubau, für den zwei weitere Verträge (würg) bestehen, Aufzugswartung Neubauaufzug und Aufzugs-Stördienstbereitschaft alt wie neu. Zack bumm. Ich sage es Euch: nur so kommt man zu nichts.

AufzugEs entpuppen sich nun ständige Reibereien. Die Altfirma unterlässt ganz gezielt das Bestätigen von Kündigungen – also ist der Hausverwalter der Treibriemen im sandigen Getriebe und versucht nun, möglichen Schaden von doppelten Verträgen zu vermeiden. Für den Altbau gibt es noch Gewährleistung, mit der Wartung kann noch geringfügig gewartet werden. Sonst würde es ja nicht Wartung heißen…

Treten Störfälle auf, treffen die beim alten Wartungsfritz ein und der fängt nun an, seine Monteure da hin zu schicken und dann gibt es Rechnungen, und ja, die bezahlen wir nicht, denn es gibt dafür keine Grundlage. Und dann pfuschen die auch noch in betriebsfremde Technik rein. Das gibt Ermahnungen, Schriftverkehr, Nervereien. Wir sind in einer Art geistigem Ausnahmezustand. Und immer wenn wir wieder schreiben, festhalten und protokollieren, um endlich etwas fristloses loszuwerden, z.B. eine Kündigung, kommt weitere vier Wochen später ein dämliches Schreiben, worin uns wieder aufs Neue etwas angeboten wird, was wir schon längst nicht mehr haben wollen. Es ist zum Mäuse melken.

Lange Rede, kurzer Sinn. Nachdem wir derartigen Schriftverkehr nun seit ca. 2006 mit denen haben, schreibt uns nun diese Aufzugsfirma ‚der alte Fritz‘, folgende Superformulierung, ich zitiere:

Zitat „leider ist es uns nicht gelungen, geeignete Konditionen für eine weitere Betreuung der o.a. Technik durch unser Unternehmen zu finden. Darüber hinaus haben Sie auch wirtschaftlich notwendige Preisanpassungen nicht akzeptieren können und alle Verträge gekündigt. Diese Entscheidung bedauern wir sehr. Wir bestätigen Ihnen hiermit Ihre Kündigung rückwirkend zum 31.12.2007 und werden für das Jahr 2008 keine Rechnung stellen.“ (Ende Zitat)

Grrrrr, das wurde am 08.07.2008 aber auch Zeit, zu unserer Kündigung vom 30.09.2005 (Kündigung Altbau) und vom 18.12.2007 (Kündigung Neubau, Kündigung Altbau und Neubau Stördienstbereitschaft) endlich einmal final und verständnisfehlerfrei Stellung zu beziehen in einem einvernehmlichen Sinne. Ausgelöst wurde dieser ganze Ärger ‚mit Fritz‘ durch unser erstes Kündigungsschreiben. Das hat denen nicht gepasst und fortan Ärger, Chaos, ungeklärte Verhältnisse. Dabei unterliegt das Betreiben von Aufzugsanlagen erhöhten Sorgfältigkeitsverpflichtungen. Auf eins kann sich diese Firma, deren Namen wir hier nicht nennen werden, aber gefasst machen: Neue Verträge nur noch ‚über unsere Leichen‘.

Beide Langzeitprobleme sind damit an einem Tag -Väterchen Zufall- als aufgelöst anzusehen. Gut so. Weiter so. Los jetzt, arbeiten!

Quelle: http://www.titanic-magazin.de

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