Wilhelm Busch: Architekten über Statiker

2010/14: Positionen: Also lautet ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss! Wilhelm Busch für Hausverwalter

Wilhelm Busch: Architekten über Statiker

Wilhelm Busch: Architekten über Statikern &

Wir sorgen dafür, dass das, was dem Architekten schönes einfällt, nicht einfällt. (gesehen auf birmele-statik.de)

Der Spruch ist weit verbreitetes Allgemeingut und daher nicht wortgeschützt. In ihm verbirgt sich ein statisch nachrechenbarer Kern wie ein Bolide der Rechtschaffenheit.

Nein, das ist wirklich auch Lebenserfahrung.

Macht ein Wohnungseigentümer etwas oder lässt er einen anderen gewähren, z.B. seinen Gewerbemieter in Berlin-Kreuzberg, so ist beizeiten, wenn dies bemerkt wird, die Aufregung manch Maß groß. Um so bemühter ist man schnell bei der Hand flüchtig beim gesprochenen Wort zu versprechen, dass das zwar nicht in Ordnung war, aber erstens nicht zu ändern und zweitens könne man das auch heilen.

Oft haben derartige Vorkommnisse irreversiblen Charakter, weil etwas zerstört wird. Erst die Bausubstanz und dann das Vertrauen.

Manche rechnen sich allerdings mit Absicht aus, diesen Weg zu beschreiten.

Frag nichts, sonst bekommst du Antworten, die dir nicht gefallen.

Der Gewerbemieter hat zwei Punkte auf dem Kerbholz. Er hat erstens eine Wand rausgerissen und diese höchst provisorisch gegen statische Bedenken abgestützt, indem er sie mit einem Gerüstständer abgestützt hat. Das nennt man ein Provisorium.

Zweitens gab es eine Rohrverstopfung und warum es die gab, hat der Rohrreinigungsfritze berichtet. Es gab eine sagen wir etwas südländische, abenteuerliche Abflusskonstruktion, weil der Weg einer fachgerechten Sanitärinstallation doch etwas zu teuer erschien.

Gegen den Beginn einer Erosion des Vertrauens gab der Gewerbemieter auch, nett wie er nun mal ist, einen großartig gebrühten südlich anmutenden Cappucino aus eigener Herstellung aus, mit aufgeschäumter Milch.

Doch seit dem blieb all das unerledigt, was vor fünf Monaten dazu klipp und klar besprochen wurde.

Nun hat das ganze mit Südländern und so gar nichts zu tun, denn der Deutsche ist in diesen Fragen seinem südländischen Kollegen mit Migrantenhintergrund in keinster Weise unähnlich. Es ist sogar erschreckend, wie ähnlich die Menschencharakterzüge sich in diesem Punkt „inhaltlich überlagern“.

In Berlin-Wilmersdorf hat gestern Morgen früh ein Bautrupp das Fenster rausgeprügelt und den Ausschnitt ziemlich vergrößert, um in der EG-Wohnung eine Balkontür nach draußen einzubauen. Gesagt, getan. Der Bauleiter, der die ganze Zeit im Auftrag des Eigentümers vor Ort war und bereits Bescheid wusste, ist bei Anruf der Hausverwaltung um 08:30 Uhr nicht ans Handy gegangen.

Jetzt haben zwei Menschen Emails erhalten und wurden aufgefordert, die Bauarbeiten einzustellen, eine Klage wegen Rückbau sei gerichtlich sofort von jedem der betroffenen, hier wohnenden Eigentümer rechtlich zulässig und so werde es auch geschehen. Um 9 Uhr morgens waren die Bauarbeiten allerdings dann auch schon fertig. Man kam ja wegen des Baulärms eben nicht ans Telefon.

Das wird kosten, Freunde. Auch Vertrauen.

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