1926/14: Positionen: Die Lebenden und die Erloschenen, der Dschungel, Ziegenhoden, Straußen-Anus und Alice´s Geständnis #Zeitzeugen

Alfredo_Roger.Willemsen

Roger Willemsen: „Es gibt unter Menschen die Lebenden und die Erloschenen. Die letzteren tun das Erwartbare, sagen das Erwartbare, überfordern keinen und fühlen sich wohl in Stereotypen. Die Lebenden dagegen sind unvorhersehbar, abrupt, anstrengend.“ (Süddeutsche Zeitung, Link unten)

Direkt im Berliner Speckgürtel, also im australischen Dschungel, wurde gestern die Dschungelkönigin gekürt. Vorher gab es Schweinsrüssel und Straußenanus, Strandwürmer mit Schlagsahne und Münchner Weißwürscht.

Es gibt jetzt eine Prinzessin (Platz 2) und einen Prinz auf Platz 3. Roger Willemsen hat in der Süddeutschen dazu vortrefflich geurteilt, wie wir finden. Das ist „Catch me, I´m falling“ auf höchstem Niveau.

Münchener Weißwurst (Quelle: www.gerichtspunkte.de) - Foto: Bloggwart

Münchener Weißwurst (Quelle: www.gerichtspunkte.de) – Foto: Bloggwart

So aber hat jeder seine Larissa und stellt die eigene Missgunst an ihr aus. Ja, sie ist das Herz dieser Stammeskultur, und es gibt in der 10-jährigen Dschungelcamp-Geschichte keine Protagonistin, die so sehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit geriet wie sie, die kein It-Girl ist wie ihre Vorläuferinnen Sarah Dingens und Giorgina Fleur, sondern eine verhinderte Schauspielerin, die schon die Lee-Strasberg-Schule besuchte, eine Model-Contest-Siegerin in Österreich, die schon für Heidi Klum zu selbständig war, eine junge Frau mit mehr Möglichkeit als Wirklichkeit. (Roger Willemsen, Süddeutsche Zeitung, Link unten)

Um sich die Dschungelkrone zu verdienen, waren wieder harte Leib- und Magengerichte zu verzehren. Es gab Hoden, Anus und wie in den Jahren zuvor wurde geteert und gefedert. Ein widerliches Stück Naturschauspiel. Die allseits verehrte, österreichische Hotelierstochter Larissa Marolt hat es nur auf den zweiten Platz geschafft, blieb offenbar nur „zweite Königin der Herzen“. Die stolzgeschwellteren Brüste hatte ohne Zweifel Melanie „wie hieß sie nochmal?“. Aber nett war sie, unvorhersehbar, abrupt, anstrengend war sie auch. Wie Willemsen fordert. Bzw. das Privatfernsehen fördert.


Spiegel TV – Was macht Dschungel TV aus den Protagonisten?

Zu den Highlights gehörten eingangs des Spektakels der „freie Fall für freie Bürger“ aus dem Flugzeug, abgeworfen direkt über der Dschungelbaustelle für 14 folgende TV-Tage. Jetzt wird das Camp geräumt und für die Briten hübsch gemacht. Die Welt schrieb: „Larissa ist angekommen, aber ihr Hirn noch nicht“ – Die Ärzte hätten wohl gesungen: „Du kannst gehen, aber deine Kopfhaut bleibt hier.“ – Was aber hat Dr. Bob gesagt?  Hirnis, um das nochmal aufzugreifen, buchen dafür „rtl now“. Bonus-Abo? Und Straußen-Anus.

So ist Fernsehen 2014. Immer ein Stück paneuropäisch oder am besten „ganz Globuli“ – angetreten zur Rettung der Weltherrschaft, Formatfernsehen, mit Hilfe dessen die Welt vereinigt wird, eingeschworen auf ein Format, das überall auf der Welt auf ähnliche Weise vorherrscht und den Weltgeschmack beherrscht, wie in Deutschland. Wie in Österreich. Und warum dürfen die Menschen aus der Schweiz nicht mehr anrufen?

Egal.

Alice Schwarzer hat ihr Schwarzergeldkonto in der Schweiz nachgemeldet und ordentlich versteuert, wie sie schreibt.


Du kannst gehen, aber Deine Kopfhaut bleibt hier. Die Ärzte (Rock´n Roll-Realschule)

Das wird nicht reichen.

Denn die es auf Alice abgesehen haben, werden jetzt den Hoeneß-Vergleich herbei holen und notfalls an den Haaren herbeiziehen. Bis es passt.

Die Welt ist in Aufregung. Dabei ist es Sonntag. Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung.

Weblotse

 

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