1903/13: Positionen: Unerträgliche „Wassermusik“ in der Warteschleife der Wasserbetriebe

Wasser (Quelle: BWB)

Wasser (Quelle: BWB)

Positives Marketing für den kritischen Kunden: „Ist die Größe des Wasserzählers im Anschluss noch angemessen? Gerne prüfen wir das kostenlos für Sie. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unser Serviceteam unter 0800.292 75 87 oder schauen Sie auf unserer Internetseite unter www.bwb.de nach.“ (Standardbrief-Mitteilung zur Vermeidung von zu großen Hauswasserzählern, heutzutage, Quelle: Brief der BWB) – Wir berichteten.

Bei den Berliner Wasserbetrieben eine Frage zu stellen, soll ätherisch sein, sozusagen leichtflüssig. Oder leichtfüßig?

In der Warteschleife hören wir eine Musik, die uns wie die perfekte Corporate Identity vorkommt: Die Wassermusik von Händel.

Nur dass uns die Warteschleife trotz Musik nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass wir warten müssen. Warten, warten, warten, die Harten kommen in Garten.

Oft weiß der Vertragsschließende nicht genau, wohin er mit Vertragsabschluss gelangt. In diesem Zusammenhang fällt uns ein Wort auf, das ein Analyst mit Sitz in Berlin gern benutzt. Es heißt „Kontraktfairness“ und lässt sich googeln. Schönes Wort. Ja, fair bleiben, trotz Vertrag. In dem ja nichts über Fairness steht, sondern nur die Rahmenbedingen angesprochen sind.

So ähnlich fühlt sich die Berieselung auch im Auto an. Wer ein iPhone besitzt und dieses mit USB-Stecker ans Autoradio anschließt, erhält immer (fest eingestellt) das feste Ergebnis: Musik an. Immer dieselbe Musik. Angespielt wird, was mit „A“ auf dem iPhone als Musik abgespeichert ist. Das war in der letzten Zeit Art Blakey, und -hey!- die Musik ist Klasse.

Allerdings:

Inzwischen kann ich sie nicht mehr hören. Art Blakeys Jazzplatte „The Jazz Messengers“ ist mir auf diese Weise regelrecht verübelt worden. Von meinem Autoradio. Mit System.

So wie mit System die Wassermusik aus dem Telefonhörer quillt, ohne dass ich diese Musik bestellt hätte.  Sei ruhig, Panta Rhei, alles fließt! Oder: „Schnauze halten.“

So passieren Automatisierungsprozesse.

Egal ob du in der Warteschleife von Vattenfall, den Berliner Wasserbetrieben oder sonstawo abhängst, die Musik, die einem gegeben wird, bekommt nur der Anrufer umsonst. Der Musikanbieter muss Urheberrechte dafür entrichten an die GEMA. Man bezahlt dafür, so lange in Ruhe gelassen zu werden, von Anrufern, als man noch benötigt, um die zu wenigen festangestellten Telefonsupport-Mitarbeiter zu entlasten. In der Zwischenzeit noch Event-Telefonismus: Drücken Sie 1, wenn Sie wollen, was Sie wissen, drücken Sie 2, wenn Sie vergessen haben, warum sie anrufen.

So ist nun mal das Leben.

Der arme Art Blakey: Was für ein grandioser Jazzmusiker.

Hätte er gewusst, irgendwann einmal gibt es iTunes und iPhones, die seine Musik dudeln ohne Unterlass, er würde sich….(na, bitte selbst eintragen….)

Beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg gibt es folgende Berufsgattungen u.a.: Bauaufseher, Straßenbegeher – Aha! Unserem Beruf nicht einmal unähnlich. Hähä…

Da ist mir die Warteschleife vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg 1000 mal lieber: Im Tiefbauamt geht niemand ans Telefon. Straßenaufsicht und -unterhaltung ist mein Thema. Die Unterhaltung findet statt. Ein Freizeichen bedeutet: „Freiheit“, und es ist ansonsten beschaulich schön, einfach gar keine Musik. Genau.

 (EP)

Ein Gedanke zu „1903/13: Positionen: Unerträgliche „Wassermusik“ in der Warteschleife der Wasserbetriebe

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .