1395/11: Korrekturhilfe: Alternativen muss man haben #Verwalterwechsel #Traumjob Hausverwalter

Korrekturhilfe "Verwalterwechsel"

Manche Häuser sind wahre Schätze, manche sind Bruchbuden. In manchen Häusern tobt ein guter, netter Geist, in anderen hängt der Hausfrieden einfach komplett schief. In manchen Häusern hassen sich Menschen bis aufs Blut, in anderen gibt es eine achtbare Koexistenz aller guten Seelen im Hause. Warum eine Wohnungseigentümergemeinschaft erfolgreich ist oder nicht, das hängt von ganz vielen Faktoren ab. U.a. auch von einem guten Hausverwalter. Aber nicht nur. Heute ist ein besonderer Tag: Unsere Bundeskanzlerin wird heute vermutlich sagen, dass sie sich freut. Muammar al Gaddafi soll tot sein. Einen Nachruf kriegt der hier nicht. Nicht hier.

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind. Weihnachten bringt es schöne Geschenke, es duftet nach Lebkuchen. Weihnachten, hach, das ist auch ein fest eingeplanter Termin des zur Ruhekommens und der inneren Einkehr, besonders in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr. Viele schließen ihr Büro, nehmen ein paar Tage Ferien, sind einfach nur gern weg. Auch der Verwalter ist weg. Den „Weihnachtsfrieden“ rettend ist das Büro geschlossen. Im neuen Jahr soll alles viel besser werden.

Das denken sich auch Eigentümer, die ihren bisherigen Verwalter in diesem Jahr wieder rechtzeitig „in die nächstjährige Wüste“ schicken. Dazu ist Zeitmanagement und Obacht erforderlich.


_seitentrenner Flugzeug

Ich trinke Jägermeister, weil...

Ja, der Jahreswechsel ist auch ein üblicher Geweihwechsel in Sachen „Verwaltung bewohnter Mehrfamilienhäuser“. Darüber entscheiden die Wohnungseigentümer aus wiederkehrendem Anlass oder aus außerordentlichem. Die Verwalter kommen und gehen, die Häuser bleiben. So hat es Stalin über „die Hitler“ und „die Deutschen“ gesagt und ausgedrückt, dass er die Deutschen schätzt, Hitler hingegen. Damit ist der Vergleich hieb- und stichfest und was für Häuser gilt, ist, dass man sie schätzt. Während die Verwalter ….

Die die rausfliegen zum Jahreswechsel, schätzte man jedenfalls zuletzt nicht mehr so richtig. Sie wollte man jetzt endlich mal loswerden. Ob zu Recht oder zu Unrecht, das sei dahingestellt. Manchmal ist es auch einfach so, dass die Chemie nicht stimmt. Außerdem, was soll´s: Es gibt ja neue Verwalter! Also weg mit dem alten Verwalter und einen neuen her.

Neue Besen kehren gut. Vielleicht. Auch hier gilt: Zumindest am Anfang.

Ausschilderung des Versammlungsraums

Ausschilderung des Versammlungsraums

Bei der schriftsätzlichen Aufarbeitung von Verwalterwechseln zeigt uns unser wie immer hilfreiches Korrekturprogramm auch schon weitere Gedankengänge an. Ob das ein Ergebnis der ständigen Bearbeitung von schwierigen Texten ist? Mitnichten. Denn das Wort „Verwalterwechsel“ kam hier noch nicht vor. Es ist „Neuland“, also die Gepflogenheit, Wörter und vorgeschlagene Alternativen aus der softwaretechnischen Textsteuerung hier zu veröffentlichen und zu kommentieren. Niemand macht das in Deutschland irgendwo, ich hab es jedenfalls bis heute noch nirgends gesehen.

Zurück zum Stichwort „Verwalterwechsel“.

Alternative 1: „Verwechselbarkeit“: Ja, genau. So sollten neue Verwalter nicht sein. Oder ist gemeint, der alte sei „verwechselbar“ geworden? Sind schlechte oder missliebige, dienstälteste Verwalter inzwischen verwechselbar, bilden also sozusagen den Standard in Deutschland? Wovon sich neue Verwalter stets abheben (müssen). Sie sind jung, schön, frisch, unverbraucht? Oder alt, gut eingesessen und diensterfahren und damit vertrauenserweckend.

Alternative 2: „Anbieterwechsel“: Der Verwalter als Dienstleister, der anbietet. Der neue, das ist ein Anbieterwechsel, so wie beim Stromunternehmen, beim Gasbezug, bei der großflächigen Grünanlagenpflege. „Anbieter- anstatt Verwalterwechsel“, das klingt erst einmal stark versachlicht. Der Verwalterwechsel als eine Sache von verschiedenen sachlichen Anbietern, die über einen angebotstechnischen Kamm geschoren werden. Verwaltung, das ist auch eine Sache der Persönlichkeiten, die dahinterstecken. Das ist ein fast nicht greifbares Fluidum von Erwartungen, Hoffnungen. Keine „nackte Leistung“ von „Vertragsoptimierung“, sondern die Betreuung des Lebensmittelpunktes anderer Menschen: deren Wohnort. Anders als beim Kabelfernsehen, wo die Zahl der Programme und die Empfangsqualität zählt.

Heimat ist das grösste Hindernis (U-Bahn München)

Heimat ist das grösste Hindernis (U-Bahn München)

Alternative 3: „Pächterwechsel“: Mit dem Wechsel der Verwaltung werden die Pächter von Erträgen vielfach ausgewechselt. Die Hausreinigungsfirma soll rausfliegen. Die Versicherung wird umgedeckt. Jeder hat andere Zugpferde, mit denen erst auftrumpft, um den Beweis zu erbringen: Ich bin besser als der alte Verwalter.

Alternative 4: „Verwechseln“: Ja, ein Verwalter sollte eine unverwechselbare Leistung bringen, eine Leistung, für die er steht und die ihn zu etwas ganz Besonderem macht. Aber das „Verwechseln“ von Ursache und Wirkung, also der Verwalterwechsel in häufiger Zahl, das steht einem Haus auch nicht gut zu Gesicht. Verwaltung, das steht auch für Kontinuität, das Vertrauen in die Bereitschaft des Verwalters, die Wohnanlage zu erkennen, sie dann immer besser zu kennen und schließlich einen vernünftigen Fahrplan zu entwickeln, wie man aus einem bewohnten Mehrfamilienhaus eins macht, in dem Menschen sich wohl fühlen und worauf sie stolz sind, es zu besitzen.

Die Korrekturhilfe meines Textverarbeitungsprogramms hat mir ein weiteres Mal ermöglicht, über meinen beruflichen Tellerrand zu schauen und dafür bin ich dankbar.

Vanitasbild im Geigenbaumuseum Mittenwald

Vanitasbild im Geigenbaumuseum Mittenwald

Vanitasbild im Geigenbaumuseum Mittenwald, Bayern: So genannte Vanitas-Bilder sollten an die eigene Vergänglichkeit erinnern.  (Vanitas (lat.) bedeutet „Eitelkeit“ und ist gleichzusetzen mit „wertlos“ oder „vergänglich“) – So wie die Verwalterbestellung vergänglich ist: sie hält in Bestands-Wohnanlagen maximal fünf Jahre. Dann bedarf sie einer Erneuerung im fünften Jahr. Selbstverständlich auf freiwilliger Basis.

Eigentlich habe ich nur die Rechtschreibung eines Textes überprüfen wollen. Gott, ich kann was schwärmerisch sein. In Bayern gibt es Pilze, die heißen „Schwammerl“. Bin ich demzufolge ein unverbesserlicher „Schwärmerl“? Aber bitte beim Lesen das „R“ richtig rollen lassen, dann klingt es auch „boarisch“.

 Weblotse

(EP)

 

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