Roter Stern - Interessefokus

3207/17: Positionen: Felix Ensslin, seine Eltern und eine dankbare Haltung für Herkunftstiftung. #Zitate

Roter Stern - Interessefokus

Felix Ensslin-Zitat (Quelle: Der Spiegel, 2011)

Ich habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass ich auch eine liebende, sogar dankbare Haltung gegenüber dem Menschen Gudrun Ensslin, meiner Mutter, einnehmen kann. Sonst würde ich mich ja selbst negieren. Sie hat mich auf die Welt gebracht. Eltern sind eben nicht nur biologische Wesen. Eltern sind auch Erzählungen, sie bestehen aus Geschichten, die einem einen Platz geben in dieser Welt. Deswegen ist ein ausschließlich negatives Urteil über den Ort, von dem man kommt, immer auch eine Selbstschädigung.

Als Helge Schneider am 07.04.2017 in der NDR-Talkshow dementiert, er habe sich nicht nach Spanien zurückgezogen, sondern habe in Deutschland genug zu tun, er sei vollauf beschäftigt, klingt im Interview auch an, wie weit zurück Helges Familiengeschichte gehen könnte. Man weiß nicht genau, ob es Flachs ist, ob er flunkert. Oder ob seine Familienstränge tatsächlich so weit zurückgehen, wie er genüsslich erzählt. Was schließlich bleibt, ist, dass das Wissen um die eigene Herkunft von Bedeutung ist. Erst recht, wenn man in die zweite Lebenshälfte seiner selbst eintritt.

Der 2011 veröffentlichte Spielfilm Wer wenn nicht wir ist dieser Tage via Mediathek abrufbar. Er behandelt die Zeit der jungen Eltern Ensslin-Vesper und ihres gemeinsamen Sohns Felix. Beide Eltern nehmen im Verlaufe der weiteren Weltgeschichte Schaden. Zuerst nimmt sich Bernward Vesper 1971 das Leben. Ihm folgt später Gudrun Ensslin in der so genannten Nacht von Stammheim nach. Übrig bleibt der weg gegebene Sohn Felix, der bei Bekannten der Familie Ensslin aufwächst. Im Interview 2011 aus Anlass der Veröffentlichung des sehenswerten Spielfilms gibt Felix Ensslin dem Spiegel ein Interview, aus dem das Zitat stammt.

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