3267/18: HIStory: Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922) – Wieviel Erdbeereise müssen wir noch essen?


Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922) – digital optimiert

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1922 von Friedrich Wilhelm Murnau in fünf Akten. Der Stummfilm ist eine – nicht autorisierte – Adaption von Bram Stokers Roman Dracula und erzählt die Geschichte des Grafen Orlok, eines Vampirs aus den Karpaten, der in Liebe zur schönen Ellen entbrennt und Schrecken über ihre Heimatstadt Wisborg bringt. Nosferatu gilt als einer der ersten Vertreter des Horrorfilms und übte mit seiner visuellen Gestaltung einen großen Einfluss auf das Genre aus. Zugleich gilt das Werk mit seiner dämonischen Hauptfigur und seiner traumartigen, gequälte Seelenzustände spiegelnden Inszenierung als eines der wichtigsten Werke des Kinos der Weimarer Republik. Der Film sollte nach einem verlorenen Urheberrechtsstreit 1925 vernichtet werden, überlebte aber in unzähligen Schnittversionen und ist heute in mehreren restaurierten Fassungen verfügbar. Quelle: Wikipedia Lizenz Originalversion: http://creativecommons.org/publicdoma… Digitale Nachbearbeitung: Dirk Berns Multimedia http://www.dirk-berns.de

Überschäumender Bordelaise, feinste Sahne Fischfilet. Gegen die Mitteilsamkeit des Internets ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wenn nun auch Angela Merkel ankündigt, bald nicht mehr zur Ausstaffage der Bundesrepublik Deutschland zu gehören, nach der Wahl in Hessen, so nimmt doch der Fluch der Vergangenheit hier heimelige, ja saumselige Fahrt auf. Viel Spaß damit.

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Jan-Philipp Theodor Freiherr von Schneidezahn

3242/18: HIStory: Wie man das Spülwasser Hofclosets mit Desinfectionsstoffen schwängert – Geschichte in Augenblicken

Am 24. November 1878 wird von der Bauaufsicht moniert, dass die Wasserclosets in den Rinnstein entwässern. “Diese sanitätspolizeilich bedenklichen … Anlagen können fernerhin
nur noch geduldet werden, wenn alsbald eine Einrichtung geschaffen … wird, welche das den Closets zufließende Spülwasser von einer Centralstelle des Hauses aus mit Desinfectionsstoffen schwängert und dadurch die in den Rinnstein gelangenden flüssigen Abgänge qu. unschädlich macht.” (Königliches Polizei=Präsidium, 2.11.1878) In einer Frist von vier Wochen hat der Eigentümer einen Nachweis zu erbringen, dass diese Art der Fäkalienentwässerung abgestellt wird, da sonst die “Schließung und Unbrauchbarmachung der Wasserclosets” erfolge. Aus dem Bericht über die Akteneinsichtnahme bei der königlich-preussischen Bauaufsichtskammer zu Berlin-Kreuzberg

Und nein, das stimmt so nicht. Akteneinsicht erfolgte 2006 aus beruflichem Interesse der WEG-Verwalterin eines Mehrfamilienhauses in Berlin-Kreuzberg an sagen wir prominenter Adresse. Aber die Formulierungen sind schon dufte. Apropos dufte: Man möchte sich die dortige Gerüchtequiche nicht wirklich vorstellen. Amüsierendes Amüsemang könnte der Berliner hier ortstypisch dichten, oder aber: Die Sache stinkt zum Himmel. Die Sache ging so aus:

Am 24. Juni 1879 wird der Einbau des Friedrich’schen Patents für Desinfectionsverfahrens mit Central Rührapparat und Staugruben-System aktenkundig. Die Änderung der Ausführung der Closets nimmt die Firma Max Friedrich, Bureau für Desinfectionsanlagen, dann im Juni 1879 vor.

Dass die Firma so noch existiert, steht nicht zu vermuten, die notwendige Anfrage nach der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung wurde daher vorsorglich nicht veranlasst. Aber das Haus steht heute noch. Und wird so gut als möglich verwaltet. Kannste glauben.

Der Innenhofberichterstatter
Blogwart, Hogwarth

3228/18: HIStory: Trailer zu „Quartett im Bett“ – Mit Insterburg & Co. – Ein Ausflug in das Jahr 1968


Trailer „Quartett im Bett“

Buch und Regie: Ulrich Schamoni Spielfilm | 1968 | 88 Minuten | 35 mm | S/W mehr zum Film: http://www.schamoni.de/filme/filmlist… den kompletten Film ansehen: https://www.alleskino.de/filme/spielf… Musik und Liedertexte: Ingo Insterburg Produktion: Peter Schamoni Filmproduktion mit Karl Dall, Ingo Insterburg, den Jacob Sisters (Johanna, Rosi, Eva, Hannelore), Jürgen Barz u. a. West-Berlin, Sommer 1968. Das Lebensgefühl der Zeit anhand (mindestens) dreier unterschiedlicher Quartetts: Durch die Hinterhöfe Kreuzbergs ziehen die anarchischen Blödenbarden von „Insterburg & Co.“ und vertreiben sich die Zeit mit Ulk-Gedichten, selbstgebastelten Instrumenten und ihren Gespielinnen. In den Luxushotels gastieren als internationale Showstars die quirligen Jacob Sisters mit ihren vier Pudeln. Und das Postkarten-Berlin bekommen vier Ölscheichs vorgeführt, die gerade auf Staatsbesuch sind. www.schamoni-film.de

Flughafen Tempelhof in Berlin. Aus der soeben gelandeten Maschine steigen vier süße, blondmähnige Mädchen aus, sich gleichend wie ein Ei dem anderen, und nicht nur in der Kleidung. Jede trägt einen ebenso süßen weißen Zwergpudel auf dem Arm. Pressefotografen drängeln sich heran, Fragen und Blumensträuße prasseln durcheinander, ein wohlbeleibter junger Mann feuert die Mädchen an, die darauf sofort einen flotten Song anstimmen. Das singende Mädchen-Quartett aus Sachsen, die vier Jacob Sisters, haben ihren gelungenen Auftritt.

Ein anderes Quartett kommt mit etwas hilflosem Staunen hinter dunklen Sonnenbrillen die Gangway des Flugzeugs herabgeschritten. Körper und Köpfe mit wallenden Tüchern verhüllt, weisen sie sich unweigerlich als Araber aus. Und da geht auch schon ein Senatsbeamter festen Schrittes auf sie zu und sagt ihnen ein herzliches „Willkommen in dieser Stadt“ auf.
Eine enge, verräucherte Kneipe mit einem noch engeren Bühnenprovisorium, auf dem vier bärtige, langhaarige Männer melancholisch-absurde Moritaten über die kleinen Glücks- und Zufälle des alltäglichen Lebens zur Gitarre und manchmal auch zur Geige singen. Auf den Kneipenbänken wird bei schummrigem Kerzenlicht gefummelt, Pärchen halten sich umschlungen und küssen sich. Nur hin und wieder riskieren sie Auge und Ohr für die kleine Bühne, auf der das Quartett „Insterburg & Co.“ seine poetischen Lieder singt.

Zwei Gesichter West-Berlins im Jahre 1968: Der dem modernen Wohnungsbau huldigende Teil des Establishment, das von Bonn zu einem Fetisch herabstilisierte Berlin – und das andere, das wahre Berlin, das man heute fast nur noch in Kreuzberg findet, jenem Stadt-Viertel, in dem jeder jeden kennt und jeder den anderen respektiert, wo der Weg zum Nachbarn nicht erst gesucht werden muss. Hier existiert noch wirkliches Leben jenseits der Anonymität unserer Großstädte. Ein Leben freilich, das irgendwie in den zwanziger Jahren steckengeblieben ist, aber der Charme und die spezifischen Eigenarten dieser Zeit haben auch heute noch ihre Gültigkeit. Und dieser Charme, der voller Romantik und Melancholie ist, der aber auch die leise Ironie kennt, dieser Charme ist es, der am Ende des Films „Quartett im Bett“ den Sieg davonträgt…

(Handlungsbeschreibung: alleskino.de, verlinkt am 05.02.18 – oben)
Weiterführend

3112/16: Historie: Von türkischen Sultanen und Beschimpfungen der übelsten Art und Weise

Restmüll auf deutsch - türkisch - arabisch: Artakalan Cöp u.a.

Restmüll auf deutsch – türkisch – arabisch: Artakalan Cöp u.a.

Im Berliner Speckgürtel, in Ankara (Türkei), steppt der wütende Sultan und scharrt mit den Hufen. In Deutschland 2016 entscheidet Jan Böhmermann mit seiner Crew (soeben), die für Donnerstag geplante Sendung soll nicht produziert werden.

Der Böhmermann steht im Fokus des Weltinteresses. Er hat offenbar in unentschuldbarer Art und Weise in einen türkischen Honig gestochen, der jetzt nach und nach ausläuft. Und wie in diesen Kreisen üblich, ordnet der Herr Sultan auch gleich an, was die deutsche Bundesregierung zu machen hat. Es wurde Strafanzeige gestellt. Böhmermann erhält auf facebook auch Drohungen von beleidigten Türken. Und ja, möglicherweise ist auch die Grenze des guten Geschmacks übertreten worden. Sogar ziemlich sicher. Diese Schmähkritik hätte man nicht bringen müssen. Aber sie legt Deutschland 2016 ziemlich unverhohlen offen, die Flüchtlingswunde der deutschen Bundesregierung, die recht redet, wenn sie sagt, ohne die Türkei ginge es nunmal nicht. Verständnis dafür und danke an eine unvergleichliche Frau von Welt, die Bundeskanzlerin Angela Merkel, auf die Deutschland durchaus stolz sein kann. Ein Vergleich mit einem historischen Schriftverkehr kommt jetzt hoch.

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3079/15: Zeitgeschichte: Günter Gaus im Gespräch mit Helmut Schmidt (1966)

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Günter Gaus im Gespräch mit Helmut Schmidt (1966)

Veröffentlicht am 09.09.2014 – Sendung „Zur Person“ vom 10.02.1966.

„Zur Person“ war eine deutsche Fernseh-Sendereihe, in der Günter Gaus Prominente, insbesondere Politiker, interviewte. 1963 wurde die erste Sendung ausgestrahlt. Ab 1965 wurde die Reihe unter der Bezeichnung „Zu Protokoll“ im SWR, ab 1980 im WDR unter „Deutsche“ weitergeführt. 1990 erhielt sie beim DFF wieder den Titel „Zur Person“. Von 1992 bis 2003 wurde sie unter demselben Titel im ORB ausgestrahlt, der 2003 im RBB aufging. In 40 Jahren wurden über 200 Interviews geführt. Günter Gaus zählte zu den bedeutendsten Journalisten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Gaus, der durch Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt war, begegnete nach eigener Aussage jeglichen Ideologien mit Ablehnung, so auch dem Verhalten der US-amerikanischen Regierung und ihrer Verbündeten nach dem 11. September 2001. Nachdem Gerhard Schröder den Amerikanern die „uneingeschränkte Solidarität“ Deutschlands zusicherte, trat Gaus aus der SPD aus. (Quelle: Leonard Dietrich, YouTube-Einsteller, verlinkt)

Aus gegebenem Anlass zeigen wir dieses Gespräch von 1 Zeitstunde hier nochmal.

Nach all dem bunten Bohei und Quotenquatsch, Privatfernsehen und dem großen Bohei eine sehr klare, schwarzweiße, aber nicht farblose Kameraführung von beeindruckender Intensität. Wohltuend.

3067/15: Lied des Tages: Arschloch – Und warum Haltung nicht verhandelbar ist

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Die Goldies – Schrei nach Liebe (Die Ärzte, Cover)

Veröffentlicht am 09.09.2015
Die Goldies
aufgenommen live und ohne Overdubs am 09.09.2015
im Plug&Play-Studio, Geldern.
Rebecca Könen – Chorleitung
Jan Gerighausen – Bass/Recording/Mix
Marcel Grothues – Gitarre
www.die-goldies.de

Die grantigen Grachteln sind auf dem Vormarsch. Viele von uns erinnern sich noch gern an den Song „My Generation“ (The Who) und dass ein paar durchgeknallte englische Rentner eine Version davon videotisch aufnahmen. Hier sind nun die Goldies, und es darf vielleicht als Remake dieser Ursprungsidee angesehen werden. Was einem zu Herzen geht, ist der generationenübergreifende Vertrag und der zum Ausdruck kommende Schrei nach Gerechtigkeit. Arschloch. Daumen hoch.

Und bitte mehr Seniorenhäuser wie diese: Deutschland braucht Haltung.

3027/15: Positionen: Wo sind wir? – Grüne + rosa Elefanten, Weiße Ritter, exOssis + exWessis, und die Verkommenkeit der Begriffe

Positionen

Bundesrepublik.Deutschland

Manchmal ist sie ungeheuerlich interessant, meine Arbeit. Und nun zeigt sie mir auch noch ein wenig auf, wohin dieses Land gerade abdriften könnte. Eine Band diskutiert die Gefahr einer eventuellen Indizierung eines Titels wegen zweier Textzeilen von mir. Das Thema Zweifassungstext kommt auf (einmal als Produktion, einmal als Livefassung) und eine sachte Überlegung in Richtung „grüner Elefant“ kam gar bei mir auf. (Andreas Hähle auf facebook, 03.03.15)

In der Bunten Republik Deutschland, im Speckgürtel Berlins, werden Gedanken wach an Begrifflichkeiten. Der exOssi findet den Begriff an sich schon blöd. Der exWessi (ich) denkt darüber nach. Für „Nicht-Bewohner“ der DDR erklärt Andreas Hähle, Songtexter, Autor und Kundiger in Sachen deutscher Sprache das System des „grünen Elefanten“. Der Begriff ist fest geregelt und verankert im ostdeutschen Sprach- und Wertesystem,  hier gibt es eine plausible Erläuterung.

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3014/15: Kommentar: Darf oder sollte es ein Vergessen geben? – Von Tagesschau-Kommentatoren, Hugo Egon Balder und Dresden

Hugo.Egon.Balder_Nie.wieder


„Es gibt keinen Schlussstrich“: Kommentar zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

„Es gibt keinen Schlussstrich in der Geschichte – in keiner. Klar, lieber erinnern wir uns an Karl den Großen, Bismarck oder die Wiedervereinigung – aber Auschwitz ist nun mal passiert. Wieso sollten wir ausgerechnet das Kapitel der Judenverfolgung hinter uns lassen? Dieser Teil unserer Geschichte ist in seiner Abartigkeit so einzigartig, dass er gar nicht vergessen werden kann.“ Von Anja Reschke (NDR)

Ganz ehrlich, Hand aufs Herz: Normalerweise mag ich die Übung der öffentlich Rechtlichen nicht, wenn in der ‪Tagesschau‬ Kommentare im Rotationsprinzip, fair und ausgewogen, für den Senderländerproporz, gesprochen werden dürfen: Dieser Kommentar in der Tagessschau allerdings trifft mich mitten ins Herz und ich begrüße ihn mit Zustimmung. Und deswegen verteile ich ihn noch einmal weiter. Mit Dank dafür.

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2097/14: Positionen: Mercedes oder Skoda? – Wie man eine gute Heizungsanlage erwirbt.

Positionen

sagen Sie mal, was ist eigentlich das Problem? Ich wundere mich gerade sehr, ich versuche seit Wochen und Monaten bestimmte grundlegende Eckpfeiler einer erfolgreichen Investitionsentscheidung zu zimmern und habe mich durch Angebote überzeugen lassen, wir hätten mit dem XXXX von XXXXXX eine gute Wahl getroffen. Jetzt muss ich feststellen, dass Sie uns mit dieser Sache einfach komplett hängen lassen.
Nochmal kurz zur Sache selbst: Man kann eine Heizung bauen und sagen wir 25.000,‐ EUR dafür ausgeben. Oder man kann das Dreifache für eine gute, durchdachte Lösung ausgeben. Finden Sie es nicht auch haarsträubend, wenn jemand, der versucht einen Mercedes zu kaufen, bedient wird wie ein Skoda‐Käufer? Also, ich ärgere mich inzwischen über die Permanenz der Nichtklärung von Fragen, die für Sie so einfach sein müssen wie „Alltagsgeschäft“. Bis wann, also jetzt das dritte Mal, darf ich eine Antwort erwarten? (Aus einer Beschwerdeemail)

Nein, man tut Skoda sicherlich Unrecht damit. Die haben viel gemacht in den letzten zwanzig Jahren. Der Vergleich ist historisch zu verstehen. Sekt oder Selters? Oder tolle Heizungsanlage oder Mainstreamlösung von der Stange? Dass der Kunde, der diese Email geschrieben hat, sich so ärgert, ist verständlich: Er will eine Heizungsanlage projektieren, die zugleich als Blockheizkraftwerk fungiert, Strom erzeugt. Diese Anlage ist förderfähig oder nicht förderfähig nach bestimmten, komplizierten Kriterien der BAFA und der KfW mit ungefähr 100 verschiedenen Förderungskatalognummern. Das muss vorher richtig eingeschätzt werden, denn darauf fußt die Überlegung: „Ist eine solch aufwändige Anlage wirtschaftlich sinnvoll?“ – Es ist also eine ganz elementare Angelegenheit. – Aber antworten, auf Fragen, das ist nicht inkludiert.