3135/16: Positionen: Ordnungsamt im Fußgängerdienst, 17 brennende Autos und Bekenntnisse gegen law and order-Politik

Positionen

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Hiermit übernehmen wir die Verantwortung für die Zerstörung der Autos des Ordnungsamtes in Berlin-Köpenick letzte Nacht. Wir setzen damit ein Zeichen gegen den Ordnungswahn innerhalb dieser Gesellschaft und senden eine Botschaft an den Law-and-Order Sheriff Henkel, der seit Monaten versucht, seinen persönlichen Rachefeldzug gegen alle Andersdenkenden zu führen. – Bekennerschreiben im Internet hier

Ein Ordnungswahn wie Erdogan? Wenn es brennt und zündelt und Autos in Flammen aufgehen, ist jetzt das Ordnungsamt gemeint. Eine Fokussierung, die in der linken Stadtguerilla Platz greift. Man möchte die Law-and-Order-Politik geißeln, was viele Linke als Vorschriftenfaschismus verstehen. Diese Kritik geht im Prinzip in Ordnung und wird von kritischen Bürgern mit Argwohn und Wut geteilt. Der Staat wächst sich aus zur Vorschriftenkrake mit einem miesepetrigen, nicht mehr erreichbaren Beamtentum im kleinlichen Komplettdurchgriff auf den (Wut)Bürger. Vorschriften, die Vorschriften. Sie müssen das verstehen. Ein Spießbürgerstreich.

Dass die gewählten Mittel nicht in Ordnung sind, ist keine Frage. Man zündet nicht Autos an. Viele Menschen sind verdrossen und tauchen vor dem übermächtigen Großklopsgebilde öffentliche Verwaltung ab. Rückzug ins Private. „Nur ja jetzt keinen Staat, bitte.“ Das Ordnungsamt muss sich derweil leibesertüchtigen: Dass die Mitarbeiter jetzt zu Fuß laufen müssen, weil alle Autos brannten, hat etwas für die Gesundheit und spazieren gehen macht den Kopf frei: „Vielleicht um zu merken, was für einen bescheuerten Job sie machen“ stellt ein Leserbriefschreiber (oben verlinkt) mehr als lakonisch fest. Der Hauptmann von Köpenick war schließlich Fußgänger.

Weiterführend
Zutreffend ausgewertet: Der Tagesspiegel zum selben Thema

Blumenstrauß (DSC06101)

3117/16: Positionen: Mutter, der Mann mit dem Koks war da..

Schatten seiner selbst (DSC06030)

Schatten seiner selbst (DSC06030)

„Welch hässlich Wort ist Gluttermück, wie schön dagegen Mutterglück.“ (Robert Gernhardt) – Heute ist Muttertag. Ein paar Gedanken.

Mutter, der Mann mit dem Koks war da.

Ich war nur noch ein Schatten meiner selbst. Ich haderte mit der Drogenbestellung. Sollte ich was ordern? Oder sollte ich mich besser auf Deine Werte besinnen? Es waren Deine Werte. Du hast sie uns vorgelebt. Drogen? Das geht gar nicht, hast Du gesagt. Daraufhin habe ich abgelehnt: Keine Macht den Verführungen.

Die Drogen, das sind nicht nur Amphetamine, Speed, LSD, Haschisch, Heroin, Kokains (Koks), das sind auch Falco, der Amadeus gerockt hat. Deep Purple, Led Zeppelin, Iron Butterfly – In A Gadda da Vida – und Amy Winehouse, die gegangen ist so wie Brian Jones, der im Swimmingpool ertrank, Gerüchten zufolge wegen unbezahlt gebliebener Rechnungen seines Bauunternehmers. Jimi Hendrix ist tot. Jim Morrison ist tot. Prince ist tot. Alle sind tot. Alles Schöne mausetot

Mutter? Du bist auch schon tot, seit 10 Jahren. Wie schrecklich.

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3103/16: Positionen: Coffee to go? – Und was mit dem Becher?

Positionen

Du bist super! Kaffeetasse mit Rührung

Du bist super! Kaffeetasse mit Rührung

Der umweltpolitische Sprecher der Abgeordnetenhausfraktion der SPD, Daniel Buchholz, teilt mit:

Schnell einen „Coffee to go“ getrunken – schon ist der Becher Abfall. 170 Millionen Wegwerfbecher kommen so jedes Jahr in Berlin zusammen, viele davon landen auf der Straße. Um die Becherflut einzudämmen, haben die umweltpolitischen Sprecher aller Parteien zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe eine Kampagne für Mehrwegbecher gestartet.

Kaffeeketten, Backshops und Tankstellen sollen sie ebenso wie Wegwerfbecher anbieten. Möglich ist auch ein Rabatt für Kunden, die einen eigenen Becher mitbringen. Berlin könnte international mit gutem Beispiel voran gehen. Wie die „Becherheld-Kampagne“ funktionieren soll, lesen Sie hier:

http://daniel-buchholz.de/?p=1104

Werdet gesund! Get well soon!

3099/16: Prognosen: Bitte werdet gesund!

Prognosen

Werdet gesund! Get well soon!


Johnny Cash – Bridge Over Troubled Water

Sending prayers

Let us think on those who
are in unhealthy situations,
illness or in hospital.

Please get well soon.

Mit guten Gedanken

Wir denken an diejenigen,
die in Ungesundheit sind,
in Krankheit oder im
Krankenhaus.

Werdet gesund!

A campain of – Eine Kampagne von: http://gesichtspunkte.de – Hauptsache, man hat welche

Drops, gelutscht

3098/16: Metaebenen: Die Vielzahl der ungelösten PC-Probleme hat sich soeben erledigt (gif)

Drops, gelutscht

MyComputer (gif)

Dieser Drops ist gelutscht.

Anruf bei der Computer-Hotline,

ich bin schon etwas älter (87 Jahre) und habe irgendeinen Fehler mit dem Windowszeug gemacht. Ich kann jetzt meinen Computer nicht mehr wiederfinden. Gott sei Dank hat meine Frau die Sache mit dem Smartphone gefilmt. Was habe ich falsch gemacht?

Haben Sie schon einmal nachgesehen, ob das Netzkabel gesteckt ist?

Das geht nicht: Es ist mitverschwunden.

Zeit Leserkommentar (Quelle: Die Zeit, online)

3091/15: Video: „Schwarzfahrer“ von Pepe Danquart, Straftaten einer neuen Dimension und die öffentliche Meinung

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Zeit Leserkommentar (Quelle: Die Zeit, online)

Zeit Leserkommentar (Quelle: Die Zeit, online)


Schwarzfahrer

Schwarzfahrer von Pepe Danquart ist ein ebenso unterhaltsamer wie nachdenklich stimmender Film zum Thema Ausländerfeindlichkeit, der mehrfach auf Festivals ausgezeichnet wurde. Aufgrund seiner zielsicheren und vielschichtigen Darstellung eignet er sich zum Ausgangspunkt einer Diskussion über Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile.

Der Film Schwarzfahrer wurde 1993 in Berlin gedreht. 1994 gewann der Regisseur Pepe Danquart mit diesem Kurzfilm einen Oscar für den besten Kurzfilm, weltweit.

Heute ist der Film aktueller denn je. Wir hören bspw.  großes Medienrauschen um die Ereignisse am Kölner Hauptbahnhof. Aber auch und insbesondere Volkes Mund, doch tut er Wahrheit kund?

Was weiß sich der Leser selbst mit Mitteln des Scharfblicks und eines entsprechenden Lesegeräts zu beschaffen darüber? Was plappert er nach? Welche Konsequenzen die Menschen aus den Vorkommnissen zu ziehen beabsichtigen, nehmen wir wahr. Im sozialen Netzwerk brunzt der deutsche Hirsch oder ist es der deutsche Kleinmichel? Ein zutreffender Leserbrief an „Die Zeit“ ist oben aus Gründen zutreffender Argumentation aufgeführt.

Auch wenn der Kurzfilm von Pepe Danquart längst Geschichte ist, denn woraus lernen wir Deutschen denn, wenn nicht aus der Geschichte?

3076/15: Positionen: Von Filterblasen – englisch: Filter bubbles – und der Informationshorizontale, Erlebnismesse des Wissens

Thomas "Bloggwart" Gotthal-Animation (gif-Datei)

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Die Filterblase (englisch filter bubble) oder Informationsblase (englisch informational bubble) ist ein Begriff, der vom Internetaktivisten Eli Pariser geprägt wurde. Er beschreibt damit das Phänomen, dass Webseiten bestimmte Algorithmen verwenden, um vorauszusagen, welche Informationen für den Benutzer relevant sein könnten, basierend auf den verfügbaren Informationen über den Benutzer – beispielsweise Standort des Benutzers, Suchhistorie (englisch search history oder web history) und Klickverhalten. Durch die Anwendung dieser Algorithmen neigen Internetseiten dazu, dem Benutzer nur Informationen anzuzeigen, die mit den bisherigen Ansichten des Benutzers übereinstimmen. So wird der Benutzer sehr effektiv in einer „Blase“ isoliert, die dazu tendiert, Informationen auszuschließen, die den bisherigen Ansichten des Benutzers widersprechen. Ein Paradebeispiel dafür sind Googles personalisierte Suchergebnisse und der personalisierte News Stream von Facebook. Nach Parisers Meinung wird der Benutzer so weniger durch gegenteilige Ansichten „belastet“ und somit in einer Informationsblase intellektuell isoliert. (Quelle: hier)

Pipi Langstrumpf hat uns singen lassen: Sie baue sich eine Welt, wie sie ihr gefällt. Es geht ums liken, lecken und addieren. Um Algorithmen, die uns die Welt passend(er) machen. Maßgeschneidert. Was ich gestern ausgeführt habe, lässt sich mit dem Wissen über Filterblasen zutreffend ergänzen, argumentatorisch unterlegen. In zweierlei Hinsicht.

Dass jemand mich bittet, bestimmte Seiten zu liken, wird nach dem Befolgen dieser Bitte zu einer veränderten Weltansicht meinerseits führen. Ich bekomme Dinge vorgeführt, die mich im Grunde nicht interessieren. Gefällige Likes-Nachrichten. Blasen blubbern lassen. Anders herum bestimmt mein Like-Verhalten meine Welt schon morgen, zumindest in der Art und Weise, in der sie wegen des Seitenlikes angezeigt wird. Als Nihilist auf der Suche nach richtiger Handhabung des Internet ist es fatal, irgendwas zu liken, denn immer wenn ich es tue, schränke ich mich selbst ein und erlaube gebremsten Informationsfluss. Demzufolge muss ich allen verbreiteten Internettechniken den Zugriff auf meine Daten und deren Ausnutzung verbieten.

Sonst lebe ich in einem Elfenbeinturm vermeintlichen Welt-bzw. Webwissens, das andere für mich zusammenstellen, obwohl ich sie nie darum gebeten habe. Eine furchtbare Erkenntnis. Das wiederum macht es auch irgendwie tröstlich zu wissen, dass Kritiker dieser Filter bubble-Theorie beschwichtigend meinen, dieser Effekt sei minimal und daher handhabbar.

3068/15: Positionen: Warum Helge Schneider der „Held des Tages“ ist #fff

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Erst hat die Deutsche Presse Agentur dpa gemeldet, Helge Schneider sei dazwischen gegangen, als ein Penner von welchen belästigt wurde. Inzwischen entschuldigen sich die Zeitungen und verweisen auf Fehler: Das sei kein Penner gewesen, das sei ein Perser gewesen. Wir wissen vom Hörensagen, dass manche Menschen hier keinen Unterschied machen. Für sie ist alles minderwertig, was nicht von deutschem Boden kam.

Jedenfalls ist Helge Schneider mein unumwundener Held des Tages und diejenigen, die ihn verprügelt haben, werde ich noch mit Fäustlingen zu Boden strecken. Obiges entstand während meines Vorbereitungstrainings vor Publikum. Danke, Helge. Du Held.

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3060/15: Der große Bohei: Zahlen und Statistiken, die einem nichts nützen, sondern Papierverschwendung darstellen #Vattenfall

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Vattenfall-Pseudostatistik Haushaltungen

Eine ordentliche Information ist nützlich. Eine falsche Information, in Serien gedruckt und über das Versorgungsgebiet gestreut, ist schädlich fürs Image. Kunden könnten denken, da will jemand ablenken. Vom Strompreis vielleicht? – Der Punkt: Hausstromzähler in Deutschland sind mit Haushaltungen in Deutschland im Grunde nicht vergleichbar. Ein Unsinn. Und eine Unsitte, Kunden mit derartigem Informationsmüll in Schriftform zu behelligen.

In Berlin-Wilmersdorf fällt die Abrechnung von Vattenfall für den allgemeinen Hausstromzähler nach Überprüfung richtig aus. Die Inventurangaben wurden von der Hausverwaltung Vattenfall gemeldet. Wie aber ist diese Darstellung in der Stromverbrauchsabrechnung 2014 zu verstehen? – Richtig: Sie ist sinnlos und damit sinnfrei. Es handelt sich um pseudofreundliche Verbraucheraufklärung, die keine ist.

Ein Hausstromzähler (Apfel) im Mehrfamilienhaus: Angeschlossen sind Unterstromzähler für Aufzug- und Heizungsstrom. Die hier dargestellte Grafik hat weder effiziente Energieverwendung noch repräsentative Angaben für Haushaltungen (Birnen) in Deutschland zum Inhalt. Solche unnützen Grafiken sind Falschinformationen, ein Verstoß gegen das Gebot der Informationsfreiheit. Falsche Informationen sind wie Sand in den Schuhen aus Hawaii oder Fatima Morgana, ein Wüstengespenst. Es wäre höchste Zeit, dass Vattenfall den Kundenwunsch „bestelle unnütze Gebrauchsgrafiken ab“ fest als Bestandspflegemerkmal integriert. Wir wären dafür: Keine falschen Informationen mehr. Danke, Vattenfall.

3048/15: Gedenken: Vor 100 Jahren wurde in Belgien das erste Mal systematisch Giftgas eingesetzt.

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In stillem Gedenken:

Am 22. April 1915 setzten deutsche Soldaten in der Nähe des belgischen Städtchens Ypern im 1. Weltkrieg erstmals Giftgas ein. Der Wind musste dafür günstig stehen. Als es so weit war, wurde gehandelt. 180 Tonnen flüssiges Chlor wurde eingesetzt. Der deutsche Chemiker Fritz Haber schuf in Diensten der Armee das tödliche Gas und damit einen weltweiten Standard. Andere Länder waren keinen Deut besser, sondern schlechter in Entwicklungsarbeit vorangekommen. Mit deutscher Gründlichkeit waren Deutsche Vorreiter einer Entwicklung, die bis heute anhält. Und trotz weltweiter Ächtung wird immer wieder Giftgas als perfide, heimlich, still und leise daherkommende moderne Kriegswaffe eingesetzt. Die gedankliche Verbindung zu Zyklon B, dem Ausschwitz-Gas, ist nicht abwegig.

Das ist 100 Jahre her. Das virtuelle Gedenken ist angemessen. Es erinnert an eine von vielen falschen Entwicklungen der Menschheit.

Dass Fritz Haber später als „Vater des Gaskriegs“ offiziell bezeichnet wurde, verhinderte nicht die Verleihung des Nobelpreises an ihn.